Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Christian Bruna
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BMW investiert Milliarden in China - Mehrheit an Joint Venture

SHENYANG (dpa) - Als erster deutscher Autobauer übernimmt BMW in China eine Mehrheit von 75 Prozent an seinem lokalen Joint Venture.

Die Münchner bauen außerdem ein neues Werk - und setzen verstärkt auf Elektroautos. BMW investiert insgesamt mehr als 6,6 Milliarden Euro in China. Davon entfallen 3,6 Milliarden Euro auf die Übernahme der Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem lokalen Partner Brilliance. Die Vereinbarung unterzeichneten beide Seiten am Donnerstag in der nordostchinesischen Stadt Shenyang. In den nächsten drei Jahren sollen ferner mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau der Produktion auf dem weltweit größten Automarkt fließen. Mit einem neuen Werk wird die Kapazität am Standort Tiexi verdoppelt.

IWF-Chefin Lagarde rüffelt Trump

NUSA DUA (dpa) - IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert.

Bei der Eröffnung der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Donnerstag sagte sie in Nusa Dua (Indonesien), das System des weltweiten Handels dürfe nicht zerstört werden. Lagarde fuhr Trump auch bei dessen Kritik an der US-Zentralbank Fed in die Parade. Dieser hatte erklärt, die US-Notenbank sei wegen ihrer raschen Zinserhöhungen «verrückt geworden». Lagarde sagte, Fed-Chef Jerome Powell wirke sehr solide und seriös. «Ich würde ihn nicht mit Verrücktheit in Verbindung bringen», sagte Lagarde dem Sender CNBC.

Altmaier sieht stabilen Aufschwung in Deutschland

BERLIN (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht trotz einer gesenkten Konjunkturprognose einen stabilen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland.

Dieser komme zunehmend bei den Bürgern an, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Die Arbeitslosigkeit gehe weiter zurück, die Löhne stiegen. Allerdings seien außenwirtschaftliche Risiken gestiegen, sagte Altmaier mit Blick auf Handelskonflikte der USA mit der EU und China. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Im Frühjahr war sie von 2,3 Prozent ausgegangen.

Apple kauft sich Teile von Chipfirma Dialog Semiconductor

LONDON (dpa) - Der europäische Chipentwickler Dialog Semiconductor tritt einen Teil seines Geschäfts und Know-hows an Apple ab und bekommt im Gegenzug Aufträge vom iPhone-Konzern zugesichert.

Apple übernimmt mehr als 300 Dialog-Ingenieure und weitere Mitarbeiter sowie die Standorte in Nabern und Neuaubing in Deutschland, in Livorno (Italien) und Swindon (Großbritannien). Apple zahlt Dialog 300 Millionen Dollar für die Übernahme der Geschäftsbereiche sowie für Patentlizenzen. Zudem schießt Apple weitere 300 Millionen Dollar für Käufe von Dialog-Produkten in den kommenden drei Jahren vor.

Weiter zahlreiche verspätete Züge bei der Deutschen Bahn

BERLIN (dpa) - Fahrgäste der Deutschen Bahn brauchen weiter Geduld: Im September ist mehr als jeder vierte Fernzug zu spät gekommen.

Nur 72,7 Prozent der ICE, Intercity und Eurocity fuhren pünktlich - das heißt nach Bahn-Definition, dass sie weniger als sechs Minuten nach Plan abfahren. Obwohl es besser lief als im Vormonat, verfehlte der Staatskonzern damit seinen eigenen Anspruch deutlich. Wie die Bahn am Donnerstag mitteilte, trugen dazu Vandalismus und Kabelbrände sowie das Sturmtief «Fabienne» bei. Auch Störungen an Zügen spielten eine Rolle. Im August war der Anteil pünktlicher Züge auf 69,8 Prozent abgesackt. Konzernchef Richard Lutz hatte zuvor das Jahresziel von 82 Prozent aufgegeben und 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Hoffnung für Bayer: Wird das Glyphosat-Urteil gegen Monsanto gekippt?

SAN FRANCISCO (dpa) - Im ersten US-Prozess um angebliche Krebsrisiken von Unkrautvernichtern der Bayer-Tochter Monsanto mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat bahnt sich eine Kehrtwende an.

Richterin Suzanne Ramos Bolanos gab am Mittwoch (Ortszeit) in San Francisco vorläufig einem Antrag statt, den Fall in wesentlichen Teilen neu aufzurollen. Sie machte dem Bayer-Konzern in einer Berufungsanhörung Hoffnung auf eine deutlich geringere Strafe. Es geht um ein 289 Millionen Dollar (251 Mio Euro) schweres Urteil, das Signalwirkung für Tausende weitere Klagen hat. Im August hatte eine Jury des Gerichts in Kalifornien Monsanto zur Schadenersatzzahlung in dreistelliger Millionenhöhe an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne «Lee» Johnson verurteilt.

Dax grenzt die Tagesverluste etwas ein

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Angst vor steigenden Zinsen und einer schwächeren Konjunktur hat auch am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt belastet.

Der Dax büßte am Nachmittag weitere 0,78 Prozent auf 11.621,36 Punkte ein. Die Postbank schrieb von einem «Mix aus Handelsstreit, Brexit, Sorgen um Italien und die Weltkonjunktur sowie hinsichtlich stärker steigender Zinsen», der die Börsen belaste. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, rutschte um 1,34 Prozent auf 23.810,89 Punkte ab. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 1,06 Prozent auf 3232,16 Punkte ein.

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