Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Felipe Trueba
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Autoindustrie unter Druck - weniger CO2, mehr Diesel-Fahrverbote

BERLIN/LUXEMBURG (dpa) - Die Autoindustrie gerät wegen verschärfter Klimaschutzvorgaben in Europa und weiterer Diesel-Fahrverbote in Deutschland immer stärker unter Druck.

Viele Hersteller sollen einem umstrittenen Kompromiss der EU-Umweltminister zufolge den Ausstoß des Treibhausgases CO2 aus ihren Fahrzeugen deutlich senken. Gleichzeitig drohen deutschen Dieselfahrern nach dem Berliner Gerichtsurteil zu Streckensperrungen in der Hauptstadt noch mehr Einschränkungen. Aus der Politik kommen Forderungen, den Konzern notfalls hohe Bußgelder aufzubrummen, sollten sie die Auto-Emissionen nicht weiter senken. Nach langen Verhandlungen hatten sich die EU-Staaten am späten Dienstagabend darauf verständigt, dass Neuwagen im Jahr 2030 durchschnittlich 35 Prozent weniger CO2 ausstoßen sollen als 2020. Deutschland - vertreten durch Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) - trug das Ziel mit, obwohl es über die ursprünglichen Wünsche der Bundesregierung hinausging.

Heizen mit Öl ist wieder teurer als mit Gas

BERLIN (dpa) - Wer in einem Haus mit Ölheizung lebt, muss sich auf deutlich höhere Heizkosten einstellen.

Für 2018 falle die Rechnung im Schnitt voraussichtlich knapp acht Prozent höher aus als im Vorjahr, teilte die Beratungsgesellschaft co2online der Deutschen Presse-Agentur mit. Anders sei es bei Gas und Fernwärme: Wer damit heizt, zahle voraussichtlich drei Prozent weniger als 2017. Gründe seien etwa der vergleichsweise warme Frühling in diesem Jahr und der bislang recht milde Herbst. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem mittelgroßen Mehrfamilienhaus erwarten die Autoren eine Heizkostenrechnung von durchschnittlich 765 Euro bei Erdgas (-25 Euro), bei Heizöl von 810 Euro (+60 Euro) und bei Fernwärme von 870 Euro (-25 Euro).

Auftakt zur Bahn-Tarifrunde - 7,5 Prozent mehr Geld gefordert

BERLIN (dpa) - Für rund 160.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn beginnen an diesem Donnerstag in Berlin Tarifverhandlungen.

Den Auftakt macht eine Gesprächsrunde zwischen dem bundeseigenen Unternehmen und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). An diesem Freitag folgt die erste Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Geld. Die EVG will es ihren Mitgliedern erneut ermöglichen, statt der Lohnerhöhung eine kürzere Wochenarbeitszeit oder zusätzliche Urlaubstage zu wählen. Zudem solle die monatliche Ausbildungs- und Studienvergütung für alle Nachwuchskräfte um 150 Euro angehoben werden. Die GDL will unter anderem strengere Regeln für die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitsschichten durchsetzen.

WTO: Handelskrieg würde Welthandel entscheidend hemmen

NUSA DUA (dpa) - Ein ausgewachsener Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China könnte das internationale Handelsvolumen nach Darstellung der WTO um 17,5 Prozent nach unten ziehen.

Die weltweite Wirtschaftsleistung könnte nach diesem Szenario im Durchschnitt um 1,9 Prozent belastet werden, sagte der Präsident der Welthandelsorganisation, Roberto Azevêdo, am Mittwoch am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Nusa Dua (Indonesien). Nach einer IWF-Berechnung leiden China und die USA selbst stark unter den Handelsstreitigkeiten. Bei den bis jetzt angekündigten Straf- und Sonderzöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 360 Milliarden Dollar sowie den angekündigten Zöllen auf Autos und Autoteile würde die US-Wirtschaftsleistung laut IWF um 0,9 Prozent, die Chinas um 0,6 Prozent sinken.

Rom hält an umstrittenen Haushaltsplänen fest

ROM (dpa) - Die italienische Regierung hält an ihren umstrittenen Haushaltsplänen für kommendes Jahr fest.

Die Regierung wolle das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen und werde alles dafür tun, sagte Finanzminister Giovanni Tria am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Parlaments. «Wir dürfen aber nicht denken: Wir haben das Vertrauen nicht, also setzen wir auch keinen Haushalt des Wachstums um.» Die Sorge um die italienische Haushaltspolitik trübte die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder deutlich ein. Die Querelen um die Pläne waren auch bestimmendes Thema am Devisenmarkt. Die Regierung verspricht sich von vorgesehenen Maßnahmen wie mehr öffentlichen Investitionen und Steuersenkungen, das Wachstum anzukurbeln.

Deutschland-Tourismus steuert auf Rekordjahr zu

WIESBADEN (dpa) - Der Deutschland-Tourismus bleibt auf Rekordkurs. Mit 56 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste zählten Hotels und Pensionen im August drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Dabei erhöhte sich die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um fünf Prozent auf 10,6 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Bei Inlandsreisenden gab es ein Plus von drei Prozent auf 45,4 Millionen. Damit setzte sich im Sommer der positive Trend der Vormonate fort. Von Januar bis einschließlich August 2018 stieg die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 326 Millionen.

Italien-Sorgen drücken Dax ins Minus

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die italienische Finanzpolitik hat den deutschen Aktienmarkt wieder teils deutlich unter Druck gesetzt.

So fiel der Dax bis zum frühen Nachmittag um 0,88 Prozent auf 11.872,03 Punkte. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, büßte am Mittwoch 1,16 Prozent auf 24.496,55 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 0,6 Prozent nach. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,39 Prozent am Vortag auf 0,38 Prozent. Der Euro wurde am Nachmittag zu 1,1484 US-Dollar gehandelt. Der Dollar kostete damit 0,8708 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1435 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8745 Euro gekostet.

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