Nachrichten aus der Wirtschaft

Ein Schild informiert über das Dieselfahrverbot in Hamburg. Foto: epa/Focke Strangmann
Ein Schild informiert über das Dieselfahrverbot in Hamburg. Foto: epa/Focke Strangmann

Bundesregierung will im Kampf gegen Diesel-Fahrverbote nachlegen

BERLIN 8dpa) - Im Kampf gegen Luftverschmutzung und Fahrverbote will die Bundesregierung ältere Dieselautos über die laufenden Software-Updates hinaus nachbessern lassen.

«Wir werden uns technische Gedanken machen, wie wir bestehende Fahrzeuge noch sauberer bekommen», kündigte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Freitag an. Weitere Details dazu nannte er jedoch noch nicht. Außerdem will der Bund über neue Anreize für Besitzer älterer Diesel nachdenken, damit diese auf neue und sauberere Modelle umsteigen. Seit Monaten ist umstritten, ob die Abgasreinigung älterer Diesel nicht nur über die Motor-Software, sondern auch durch Umbauten direkt an Motor und Abgasanlage nachgerüstet werden soll. Im Sender n-tv merkte Scheuer an, dass die Hardware-Nachrüstung bei älteren Dieseln der Abgasnorm Euro 4 nicht möglich sei. «Aber bei Euro 5 kann man das ins Auge fassen.»

Thyssenkrupp prüft weiteren Stellenabbau beim Anlagenbau

ESSEN (dpa) - Beim Industriekonzern Thyssenkrupp drohen weitere Stellenstreichungen in seiner schwächelnden Sparte Anlagenbau.

«Derzeit überprüfen wir, ob der im letzten Jahr angekündigte Personalabbau angesichts der veränderten Marktperspektiven ausreichend ist», sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf Anfrage. Der Essener Konzern hatte 2017 angekündigt, innerhalb von drei Jahren in der Anlagen- und Schifffahrtssparte bis zu 2.000 Stellen abzubauen. Insgesamt arbeiten im Geschäftsbereich Industrial Solution mehr als 21.000 Menschen. Aus dem Geschäftsbereich Industrial Solutions soll zudem der Marinebereich herausgelöst und unmittelbar durch Thyssenkrupp geführt werden, wie Thyssenkrupp am Freitag mitteilte. Industrial Solutions soll sich nun ganz auf die Restrukturierung im Anlagenbau konzentrieren.

Hamburg vorn bei E-Auto-Ladestationen in Deutschland

BERLIN (dpa) - Hamburg ist mit bisher 785 öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektroautos weiter Spitzenreiter in Deutschland.

Das geht aus einer neuen Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor. Dahinter folgen Berlin mit 743 Ladepunkten, München (392), Stuttgart (382) und Düsseldorf (209). Bei den Bundesländern liegt Bayern (2.715) vor Nordrhein-Westfalen (2.345), Baden-Württemberg (2205), Hessen (1.179) und Niedersachsen (1.172). Schlusslicht ist bei den Bundesländern das Saarland. Die Zahl der Ladestationen für Elektroautos ist bis Mitte 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf rund 13.500 Ladepunkte gestiegen. Dazu kommen rund 6.700 Ladesäulen in Deutschland, die nur zum Teil öffentlich zugänglich sind, etwa bei Unternehmen.

BGH: Landkäufer dürfen Geld für Windräder auf ihren Flächen behalten

KARLSRUHE (dpa) - Landkäufer in Ostdeutschland sind für Windkraftanlagen auf ihren Flächen nach einem BGH-Urteil jahrelang zu Unrecht zur Kasse gebeten worden. Eine entsprechende Regelung in ihren Kaufverträgen ist unwirksam, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Freitag entschied. Landbesitzer können möglicherweise Geld zurückfordern, solange die Ansprüche noch nicht verjährt sind. Wie viele Käufer betroffen sind und um welche Summen es geht, ist noch unklar. Die zuständige Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) rechnet aber mit «erheblichen finanziellen Auswirkungen». Die BVVG verkauft und verpachtet seit der Wiedervereinigung im staatlichen Auftrag die ehemals volkseigenen Äcker, Wiesen und Wälder. In den ersten 15 Jahren sollen die Flächen nur für die Landwirtschaft genutzt werden.

Post testet Einstieg in die Nahversorgung auf dem Land

BUCHEN/OBERKOTZAU (dpa) - In manchen Gemeinden auf dem Land können die Menschen kaum noch Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs kaufen - diese Nische hat nun die Deutsche Post für sich entdeckt.

Dafür startet sie einen Versuch unter dem Motto «Meine Landpost», den sie am Freitag vorgestellt hat. Dabei soll ein Mitarbeiter mit einem Elektro-Fahrzeug Kunden nicht nur Briefmarken verkaufen, Pakete mitnehmen oder Bargeld auszahlen, sondern auch Lebensmittel und andere Dinge an die Haustür bringen. «Wir wollen schauen, wie die Nachfrage ist und ob sich daraus ein Geschäftsmodell entwickeln lässt», sagte Postsprecher Gerold Beck. Buchen im Odenwald und Oberkotzau in Oberfranken sind die Modell-Gemeinden für den Testlauf bis Ende November. Vor allem in bevölkerungsarmen Ortsteilen findet die Post keine Kooperationspartner mehr für Filialen.

Mit Traditionellem punkten - Biobäcker treffen den Nerv der Zeit

MÜNCHEN (dpa) - Das Bäckerhandwerk steht von mehreren Seiten unter Druck.

Auch wegen der Arbeitszeiten in den frühen Morgenstunden leidet die Branche besonders unter Nachwuchsmangel. Mit den Preisen der sogenannten Backshops, in denen sich die Kunden industriell gefertigte Backwaren selbst aus den Behältern zusammensuchen, können die Handwerksbetriebe nicht mithalten. «Da gibt es nichts zu beschönigen», sagt Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. «Das tut uns auch weh.» Die Zahl der Bäckereibetriebe geht seit Jahren zurück. 2017 gab es nach Angaben des Verbands noch 11 347 Backstuben - 390 weniger als im Jahr davor. Im Jahr 2000 waren es noch nahezu doppelt so viele.

Dax bleibt auf Erholungskurs

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Dax ist am Freitag auf Erholungskurs geblieben.

Nachdem es am Vormittag in der Spitze bis auf 12.133 Zähler hinauf gegangen war, stand der deutsche Leitindex zuletzt noch 0,36 Prozent höher bei 12.098,63 Punkten. Nach dem sehr schwachen Start in den Börsenmonat September zeichnete sich damit für das Börsenbarometer in dieser Woche ein Gewinn von 1,2 Prozent ab. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,25 Prozent am Vortag auf 0,26 Prozent. Der Euro kletterte in der Spitze bis auf 1,1722 US-Dollar und wurde zuletzt mit 1,1679 Dollar gehandelt. Am Donnerstagnachmittag hatte die EZB den Referenzkurs noch auf 1,1620 Dollar festgesetzt.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.