Nachrichten aus der Sportwelt am Samstag

Collage: DER FARANG
Collage: DER FARANG

Nackt auf den Platz: Blanker Protest gegen die Fußball-WM

ESSEN: Aus Protest gegen die umstrittene Fußball-WM in Katar ist die «deutsche NACKTionalmannschaft» am Samstag in Essen unbekleidet auf den Platz gegangen. Einen Tag vor dem offiziellen WM-Eröffnungsspiel sei die Nacktheit «als Symbol für Freiheit» zu verstehen, betonte Aktionskünstler Gerrit Starczewski seine Initiative. Auf die Rücken der nackten Spieler und Spielerinnen waren große Buchstaben gemalt, die zusammen die Worte «BOYCOTT QATAR» ergaben, zu deutsch: «Katar-Boykott».


Trotz Steigerung: Eisschnellläufer Rijhnen bei Weltcup auf Platz 14

HEERENVEEN: Felix Rijhnen hat beim Weltcup der Eisschnellläufer im niederländischen Heerenveen trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche einen Top-Ten-Platz verpasst. Der Langstrecken-Spezialist aus Frankfurt/Main lief am Samstag über 5000 Meter in 6:20,70 Minuten rund zehn Sekunden schneller als zum Saisonauftakt in Stavanger, belegte aber lediglich den 14. Rang. Sieger über 5000 Meter wurde in Heerenveen der EM-Zweite Patrick Roest aus den Niederlanden in der Bahnrekord-Zeit von 6:04,36 Minuten.


Neue Spitze beim Deutschen Schwimm-Verband

KASSEL: Der Deutsche Schwimm-Verband wird künftig von einer Doppelspitze geführt. Wie der DSV am Samstag mitteilte, werden Wolfgang Rupieper und Kai Morgenroth den Verband gemeinsam leiten. Der bisherige Präsident Marco Troll trat bei der Mitgliederversammlung in Kassel nicht mehr zur Wahl an. Der 75-jährige Rupieper war zuletzt Vizepräsident, Morgenroth hatte dieses Amt zuvor ebenfalls schon inne.


Baskets Bonn bleiben überzeugend Tabellenführer - FC Bayern souverän

HAMBURG: Die Telekom Baskets Bonn bleiben ungeschlagen Tabellenführer der Basketball-Bundesliga. Im Spitzenspiel siegten die Rheinländer am Samstag bei den Hamburg Towers mit 101:72 (53:38) und holten im sechsten Spiel den sechsten Erfolg. Auch der FC Bayern München hatte mit den Syntainics MBC aus Weißenfels keine Probleme und gewann mit 82:69 (47:26). Die Würzburg Baskets bezwangen die Rostock Seawolves mit 97:87 (52:44) und fügten dem Aufsteiger die dritte Niederlage in Serie.


Polizeieinsatz: Spiel zwischen Türkgücü und Bayern II abgebrochen

MÜNCHEN: Das Regionalliga-Spiel zwischen Türkgücü München und den Amateuren des FC Bayern München ist am Samstag nach einem Polizeieinsatz mit Verletzten kurz nach Anpfiff abgebrochen worden. Auslöser sei im Bereich der Bayernfans eine Fahne mit kurdischem Symbol gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag auf Anfrage. Laut Polizei nahmen die Fans trotz Aufforderung die Fahne nicht herunter, daraufhin setzten die Beamten Pfefferspray ein, wie es weiter hieß. Mehrere Menschen wurden dadurch verletzt. Wie viele, war zunächst unklar. Sie wurden vor Ort ambulant versorgt.


Ruud bei ATP Finals Endspielgegner von Djokovic

TURIN: Der norwegische Tennisprofi Casper Ruud ist am Sonntag Endspielgegner von Novak Djokovic bei den ATP Finals. Der Weltranglisten-Vierte dominierte das zweite Halbfinale gegen den russischen Tennisprofi Andrej Rubljow und beendete das Duell am Samstag mit einem 6:2, 6:4-Erfolg. Ruud steht zum ersten Mal im Endspiel der ATP Finals. Djokovic siegte zuvor 7:6 (7:5), 7:6 (8:6) gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz. Der Serbe erreichte damit zum achten Mal das Endspiel der ATP Finals.


Wegen Corona: Tennisstar Alexander Zverev fehlt bei «Wetten, dass..?»

FRIEDRICHSHAFEN: Wegen eines positiven Corona-Tests hat Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev seinen Auftritt bei der ZDF-Show bei «Wetten, dass..?» am Samstagabend in Friedrichshafen abgesagt. Er wäre «liebend gerne» dabei gewesen, sagte er per Videogruß. Nach seiner schweren Fußverletzung bei den French Open Anfang Juni plant Zverev eigentlich noch in diesem Jahr sein Comeback. Der 25-Jährige will im Dezember an einigen Show-Events teilnehmen.


Handball: THW Kiel nach 34:33 in Magdeburg neuer Tabellenführer

MAGDEBURG: Handball-Rekordmeister THW Kiel hat das Bundesliga-Spitzenspiel beim aktuellen Titelträger SC Magdeburg gewonnen. Durch das 34:33 (19:16) in einer hochspannenden Partie kletterten die Norddeutschen am Samstag zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze. Bester Kieler Werfer war Eric Johansson mit acht Treffern. Für die Gastgeber erzielte bei deren zweiter Saisonniederlage Omar Ingi Magnusson neun Tore.


Deutsche U21 gewinnt zum Jahresabschluss in Italien mit 4:2

ANCONA: Die deutsche U21 hat das Länderspieljahr mit einem Sieg in Italien abgeschlossen. Nach Niederlagen gegen Frankreich (0:1) und England (1:3) gewann die Auswahl von Trainer Antonio Di Salvo am Samstagabend nach einer insgesamt überzeugenden Vorstellung mit 4:2 (1:0). In Ancona erzielten Denis Huseinbasic (23. Minute), Lazar Samardzic (52.), Kevin Schade (56.) und Maurice Malone (88./Handelfmeter) die zum Teil sehenswerten deutschen Treffer.


Amnesty International kritisiert Infantino-Aussagen in Katar

AL-RAJJAN: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat mit deutlicher Kritik auf Gianni Infantinos Pressekonferenz vor der Fußball-WM in Katar reagiert. «Indem Gianni Infantino berechtigte Kritik an der Menschenrechtslage beiseite schiebt, weist er den enormen Preis zurück, den Arbeitsmigranten zahlen mussten, um sein Flaggschiff-Turnier zu ermöglichen - sowie die Verantwortung der FIFA dafür», sagte Steve Cockburn, Leiter der Abteilung für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte bei Amnesty International am Samstag. Infantino hatte zuvor in einem einstündigen Monolog die Kritik am WM-Gastgeber zu großen Teilen zurückgewiesen und sich auf die Seite des Emirats gestellt.


Medien: Benzema verpasst erstes WM-Spiel - Komplettausfall droht

DOHA: Titelverteidiger Frankreich muss laut Medienberichten bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar zumindest im ersten WM-Spiel gegen Australien auf Stürmerstar Karim Benzema verzichten. Der 34-Jährige habe am Samstagabend beim Training in Doha einen stechenden Schmerz im Oberschenkel verspürt, berichtete die Zeitung «L'Equipe». Die Franzosen starten am Dienstag gegen Australien ins Turnier, für dieses Spiel stehe Benzema Nationaltrainer Didier Deschamps nicht zur Verfügung, hieß es. Ob der Angreifer sogar für die komplette WM ausfällt, solle sich nach Untersuchungen entscheiden, die noch für den Abend geplant waren.


Vettel bestreitet in Abu Dhabi sein letztes Formel-1-Rennen

ABU DHABI: Sebastian Vettel beendet beim Formel-1-Rennen von Abu Dhabi seine große Karriere. Der viermalige Weltmeister bestreitet am Sonntag (14.00 Uhr/Sky) den letzten Grand Prix seiner Karriere. Vettel geht von Startplatz neun ins Rennen und kann sich damit Hoffnungen auf einige Punkte auf dem Yas Marina Circuit machen. Hier wurde er auch 2010 erstmals Weltmeister.

Von der Pole Position geht der längst als Weltmeister feststehende Max Verstappen ins letzte Saisonrennen. Direkt dahinter ist sein Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez, der mit Charles Leclerc im Ferrari noch um die Vize-WM kämpft. Beide sind punktgleich.

Mick Schumacher schloss die Qualifikation im Haas als 13. ab. Der 23-Jährige muss den US-Rennstall nach zwei Jahren zum Saisonende verlassen. Seine Formel-1-Zukunft ist weiter offen.


Handballerinnen spielen gegen Griechenland um WM-Ticket

LJUBLJANA: Losglück für Deutschlands Handballerinnen in der WM-Qualifikation: Die DHB-Auswahl trifft in den europäischen Playoffs um das Ticket für die Endrunde 2023 auf Außenseiter Griechenland. Das ergab die Auslosung am Samstag in Ljubljana. Die Partien werden am 7./8. April und 11./12. April kommenden Jahres ausgetragen.


Japan trainiert mit 25 Spielern - Endo wieder dabei

DOHA: Japans Schlüsselspieler Wataru Endo ist nach seiner Gehirnerschütterung wieder im Mannschaftstraining und darf auf einen WM-Einsatz gegen Deutschland hoffen. Der 29-Jährige vom VfB Stuttgart absolvierte am Samstag die Einheit. Endo hatte sich in der letzten Bundesliga-Woche am Kopf verletzt und war seither ausgefallen. An diesem Mittwoch (14.00 Uhr/ARD und MagentaTV) trifft Japan im ersten Spiel der WM-Vorrundengruppe E auf Ex-Weltmeister Deutschland.


DFB-Stars trainieren mit 20 jungen Frauen aus Katar

AL-SHAMAL: Bei einer «Freestyle Football Challenge» werden deutsche Nationalspieler im Trainingsstadion Al-Shamal am Sonntag (16.00 Uhr) mit 20 Fußballerinnen aus Katar spielen. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag mitteilte, ist die Aktion Teil der vom Weltverband FIFA bei der WM organisierten «Community Events», mit denen alle 32 Mannschaften im Gastgeberland gesellschaftliche Projekte fördern.


Eintracht-Frauen im Pokal-Achtelfinale raus - München souverän

BERLIN: Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt sind überraschend im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Der Tabellenzweite der Bundesliga verlor am Samstag beim Zweitliga-Spitzenreiter RB Leipzig mit 1:2 (1:0). Den Einzug ins Viertelfinale schafften die Frauen des FC Bayern München dagegen souverän durch ein 7:0 (2:0) beim MSV Duisburg. Eine Runde weiter kam auch die SGS Essen durch ein 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen Zweitligist Carl Zeiss Jena besiegte den SC Sand mit 4:2 (1:2) und kam auch weiter.


Djokovic bei ATP Finals mit Chance auf Titel

TURIN: Ein Jahr nach seinem Halbfinal-Aus gegen Alexander Zverev greift der serbische Tennis-Topstar Novak Djokovic bei den ATP Finals nach dem sechsten Titel. Im Halbfinale setzte sich der 35-Jährige am Samstag in Turin trotz Problemen mit 7:6 (7:5), 7:6 (8:6) gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz durch und erreichte zum achten Mal das Endspiel der ATP Finals. Dort trifft er am Sonntag auf den norwegischen Weltranglisten-Vierten Casper Ruud oder den Russen Andrej Rubljow, die im zweiten Halbfinale am Samstagabend gegeneinander spielen.


Dänemark-Star kündigt WM-Protest an: «Wir tun, was wir können»

AR-RAYYAN: Dänemarks Topspieler Christian Eriksen hat weitere Proteste seines Teams während der Fußball-WM in Katar angekündigt. So werde der dänische Abwehrchef Simon Kjaer am Dienstag beim ersten WM-Spiel gegen Tunesien (14.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) definitiv mit einer Kapitänsbinde auflaufen, die für Vielfalt und Toleranz werben soll. «Wir spielen mit der One-Love-Armbinde. Und dann müssen wir sehen, ob wir mehr tun als das», sagte Eriksen am Samstag bei einer Pressekonferenz im dänischen WM-Quartier in Ar-Rayyan. «Wir tun, was wir können.»


Schumacher in Abu-Dhabi-Qualifikation als 13. raus

ABU DHABI: Mick Schumacher ist in seiner letzten Formel-1-Qualifikation für Haas vorzeitig ausgeschieden.

Der 23-Jährige wurde am Samstag in der zweiten K.o.-Runde auf dem Yas Marina Circuit 13. Nur die zehn schnellsten Fahrer kämpfen um die Pole Position. Für Schumacher war es aber ein beachtliches Ergebnis, Teamkollege Kevin Magnussen war schon im ersten Durchgang als 16. rausgeflogen. Der Deutsche muss Haas am Saisonende nach zwei Jahren verlassen. Seine Zukunft ist noch unklar.


Ex-Schiedsrichter Meier für Austauschprogramme für WM-Referees

BERLIN: Der ehemalige Schiedsrichter Urs Meier fordert kurz vor dem Beginn der Fußball-WM in Katar weltweite Austauschprogramme für die Turnier-Referees. «Alle WM-Schiedsrichter müssten eigentlich professionell sein und sich nur auf den Schiri-Job konzentrieren. Dann könnten auch öfter solche Austauschprogramme durchgeführt werden», sagte der 63-jährige Schweizer dem Nachrichtenportal watson.

Meier bewertet internationale Austauschmöglichkeiten als enorm wichtig, um das Niveau insgesamt zu verbessern. «Europäische Schiedsrichter kennen natürlich die europäischen Mannschaften, teilweise auch einzelne Spieler aus Afrika, Asien oder Südamerika. Aber du kennst nicht die Mentalität einer gesamten Mannschaft», sagte Meier.

Für Schiedsrichter von anderen Kontinenten sei es nach Ansicht des langjährigen TV-Experten ein enormer Vorteil, Spiele in der Champions League oder in Top-Ligen zu leiten, um für die WM gut vorbereitet zu sein. «Spiele bei einer Weltmeisterschaft, in der Champions League oder einer europäischen Top-Liga zu pfeifen, ist wie in der Formel 1 zu fahren. Aber Ligaspiele in Asien, Australien oder Nordamerika zu pfeifen, ist vergleichbar mit der Formel 2 oder der Formel 3», sagte Meier.

Für die WM in Katar wurden vom Weltverband FIFA insgesamt 36 Unparteiische nominiert. Aus Deutschland ist Daniel Siebert aus Berlin im Einsatz.


Skifahrerin Dürr verpasst Podest bei Weltcup in Levi - Shiffrin siegt

LEVI: Skirennfahrerin Lena Dürr hat trotz optimaler Ausgangsposition ihren ersten Weltcup-Sieg im Slalom knapp verpasst. Die 31-Jährige fiel am Samstag im finnischen Levi nach Führung zur Halbzeit noch auf Platz vier zurück. Der Rückstand auf Siegerin Mikaela Shiffrin betrug am Ende 0,75 Sekunden. Zweite wurde Anna Swenn Larsson aus Schweden vor der slowakischen Olympiasiegerin Petra Vlhova. Dürr, die immerhin auf Anhieb die nationale WM-Norm knackte, war mit einem Vorsprung von 0,45 Sekunden in den Finaldurchgang gestartet.


Eintracht Frankfurt verliert auch zweites Testspiel in Japan

SUITA: Eintracht Frankfurt hat auch das zweite und letzte Testspiel auf seiner Japan-Reise verloren. Am Samstag zog der Fußball-Bundesligist beim japanischen Erstligisten Gamba Osaka mit 1:2 (1:0) den Kürzeren. Den ersten Test hatten die Hessen mit 2:4 (0:2) gegen die Urawa Red Diamonds verloren.


Nordische Kombination vor Olympia-Aus - «2030 nicht garantiert»

BERLIN: Die Nordische Kombination muss mehr denn je um ihren Olympia-Platz bangen. «Um es klar zu sagen - der Platz der Männer für 2030 ist nicht garantiert», sagte IOC-Sportdirektor Kit McConnell im «Sportschau»-Interview. Man wolle hier eine deutliche Entwicklung in Bezug auf die Popularität und breitere Spitze sehen, forderte der Australier.


Bericht: Bezahlte WM-Fans bekommen kein Tagegeld mehr

DOHA: Die vom WM-Organisationskomitee eingeladenen Fußball-Fans bekommen einem Bericht der ARD-«Sportschau» zufolge kein «Taschengeld» mehr in Katar. In einer E-Mail an die Teilnehmer des Reiseprogramms heißt es demnach, die Gäste sollten vor der «irrtümlichen, falsch informierten Behauptung» geschützt werden, dass sie «bezahlte Fans» seien. Deshalb werde «das Taschengeld leider nicht mehr bereitgestellt». Geplant war, wie auch internationale Medien berichtet hatten, eine aufgeladene Kreditkarte mit etwa 70 Euro pro Tag.


Training ohne Füllkrug: «Keine genaue Prognose» für Japan-Einsatz

AL-SHAMAL: DFB-Direktor Oliver Bierhoff ist zuversichtlich, dass der erkrankte Torjäger Niclas Füllkrug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im ersten WM-Spiel gegen Japan zur Verfügung stehen wird. Der Bremer Mittelstürmer fehlte als einziger Akteur aus dem deutschen 26-Mann-Kader bei der Einheit am Samstagvormittag im Stadion des Al-Shamal Sports Club wegen eines grippalen Infekts.


Neuer hält an One-Love-Binde fest - Bierhoff verwundert über FIFA

AL-SHAMAL: Manuel Neuer will ungeachtet möglicher Sanktionen durch die FIFA im WM-Auftaktspiel gegen Japan die Kapitänsbinde mit dem One-Love-Symbol tragen. Auf eine entsprechende Frage antwortete der Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag bei der DFB-Pressekonferenz in Al-Shamal kurz und bündig: «Ja.»


Infantino sieht «heuchlerische» Kritik am WM-Gastgeber Katar

AL-RAJJAN: FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht einen Tag vor dem Eröffnungsspiel eine «Doppelmoral» westlicher Nationen gegen WM-Gastgeber Katar. «Ich denke, was wir Europäer in den vergangenen 3000 Jahren weltweit gemacht haben, da sollten wir uns die nächsten 3000 Jahre entschuldigen, bevor wir anfangen, moralische Ratschläge an andere zu verteilen», sagte der 52-Jährige während einer Pressekonferenz am Samstag in Al-Rajjan. Es sei «traurig», diese «Doppelmoral» erleben zu müssen. Katar steht seit Jahren wegen des schlechten Umgangs mit Menschenrechten sowie den Lebensbedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik, die auch von unabhängigen Organisationen wie Amnesty International geäußert wurde. Die Regierung des Emirats weist das zurück.


Verstappen holt letzte Pole des Jahres - Vettel Neunter

ABU DHABI: Weltmeister Max Verstappen hat sich die Pole Position für das Formel-1-Finale in Abu Dhabi gesichert. Der Red-Bull-Pilot verwies am Samstag seinen Teamkollegen Sergio Perez auf den zweiten Platz. Für Verstappen war es die siebte Pole Position des Jahres. Dritter in der Qualifikation wurde Charles Leclerc im Ferrari. Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel schaffte es bei seiner letzten Startplatzjagd auf den neunten Rang. Der 35-Jährige beendet nach dem Grand Prix am Sonntag (14.00 Uhr/Sky) seine Karriere. Mick Schumacher schied in seiner vorerst letzten Formel-1-Qualifikation für Haas vorzeitig aus. Der 23-Jährige wurde in der zweiten K.o.-Runde 13.


«Tages-Anzeiger»: Pflästerchen gegen das schlechte Gewissen

ZÜRICH: Der Schweizer «Tages-Anzeiger» kommentiert am Samstag die Fußball-WM in Katar:

«Die Entwicklungen in Russland und China dürften als Hinweis reichen, dass der Weltfrieden nicht dadurch errungen wird, dass man autokratischen Staaten möglichst viele möglichst große Sportereignisse zuschanzt. Trotzdem wird kaum ein Fußballer während des Turniers einen auch nur halbwegs politischen Gedanken von sich geben. Die angereisten Verbände kümmern sich entweder gar nicht um die Lage in Katar, weil Arbeiterrechte und queere Menschen in ihrer Prioritätenliste ebenfalls ganz weit unten zu finden sind. Oder sie spalten die Aufgaben sicherheitshalber auf.

Die gedämpfte Kritik wird von Funktionären geäußert, denen ja eh niemand wirklich zuhört. Und die Spieler mit ihrer mächtigen Social-Media-Präsenz, mit ihrem Einfluss auf Millionen von Menschen? Die treten gegen einen Ball. Als Pflästerchen gegen das schlechte Gewissen laufen ein paar westliche Teams mit einem merkwürdig designten Captainbändeli auf, das auch der Schweizer Granit Xhaka tragen wird. Das Motto der Aktion wäre selbst für eine Love-Parade zu weichgespült: «One Love». Das bedeutet alles und nichts. Wer will, kann den LGBTQI+-Regenbogen erahnen. Oder auch nicht. Weil die Farben falsch sind.»


Vettel über Adrenalinrausch in Formel 1: «Wird nicht zu ersetzen sein»

ABU DHABI: Sebastian Vettel freut sich nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere über den neuen Freiraum ohne berufliche Verpflichtungen. «Es ist nicht so, dass ich einen Kalender habe und sage, im März wird das passieren, und im April oder Mai wird das passieren. Ich freue mich darauf, keinen Kalender zu haben, und dann muss ich eine Menge Dinge finden, die mich beschäftigen», sagte der viermalige Weltmeister vor seinem letzten Grand Prix am Sonntag (14.00 Uhr/Sky) in Abu Dhabi.

Vettel wird den Adrenalinrausch vermissen. «Er wird nicht zu ersetzen sein», räumte der 35 Jahre alte Aston-Martin-Pilot ein, der 16 Jahre in der Motorsport-Königsklasse aktiv war. «Wir müssen aber lernen, damit umzugehen und etwas anderes zu finden, das das vielleicht ein wenig ersetzt.»

Vettel will nun Dingen mehr Raum geben, für die er während der Rennfahrerlaufbahn nicht genug Zeit hatte. «Ich bin ein viel beschäftigter Geist», sagte der Aktivist für Menschenrechte und Klimaschutz. Vettel will unter anderem mehr Zeit mit seiner Frau und den drei Kindern verbringen.


Alpindirektor hofft auf mehr Podestplätze: «Müssen besser sein»

MÜNCHEN: Alpindirektor Wolfgang Maier wünscht sich in diesem Weltcup-Winter eine Leistungssteigerung der deutschen Athleten. «Wir müssen besser sein als letztes Jahr. Wir haben zehn Podien gehabt und das ist mir ein bisschen zu wenig», sagte der 61-Jährige vor dem ersten Slalom an diesem Samstag (10.00/ 13.00 Uhr/Eurosport und BR) im finnischen Levi. Der Anspruch müsse es sein, zur Elite zu gehören. «Wir fahren bei den Besten der Welt. Das muss man auch mal akzeptieren», sagte Maier weiter.

Vor allem die Speed-Fahrer hatten im vergangenen Winter enttäuscht. Ohne den damals verletzten Thomas Dreßen fuhr die Riege um die Vizeweltmeister Romed Baumann und Andreas Sander nicht einmal aufs Podium. Bei den Technikern konnten immerhin Lena Dürr mit vier Podestplätzen und Linus Straßer mit seinem Sieg in Schladming überzeugen.


Mercedes-Teamchef über Mick Schumacher: Liegt uns «sehr am Herzen»

ABU DHABI: Ferrari will einer weiteren Formel-1-Zukunft von Mick Schumacher nicht im Weg stehen. «Wir als Ferrari und die Ferrari Driver Academy glauben, dass er ein großartiger Fahrer ist», sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto am Samstag in Abu Dhabi über den Scuderia-Nachwuchsmann. «Wir sind völlig offen für verschiedene Möglichkeiten, aber wir müssen uns mit ihm zusammensetzen und eine Entscheidung treffen.» Schumacher verliert bei US-Team Haas, das eng mit Ferrari zusammenarbeitet, nach zwei Jahren sein Stammcockpit an Nico Hülkenberg.

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