Nachrichten aus der Sportwelt am Montag

Niederländischer Formel-1-Pilot Max Verstappen (R) von Red Bull Racing und spanischer Formel-1-Pilot Carlos Sainz (L) von der Scuderia Ferrari . Foto: epa/Andy Rain
Niederländischer Formel-1-Pilot Max Verstappen (R) von Red Bull Racing und spanischer Formel-1-Pilot Carlos Sainz (L) von der Scuderia Ferrari . Foto: epa/Andy Rain

Berater Marko: Verstappen geht es nach Crash «erstaunlich gut»

SILVERSTONE: Dem niederländischen Formel-1-Fahrer Max Verstappen geht es nach seinem folgenschweren Crash in Silverstone nach Angaben von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko «erstaunlich gut». Aus Sicherheitsgründen habe sein Vater Jos «mit ihm in einem Hotel die Nacht verbracht», sagte Marko im Interview von RTL/ntv. «Was wir gedacht haben ist, dass er völlig steif sein wird von diesem unglaublichen Aufprall mit 51 G, aber er hat ein bisschen Nackenschmerzen, ansonsten ist alles okay.»

WM-Spitzenreiter Verstappen war am Sonntag beim Grand Prix von Großbritannien mit Rekordweltmeister Lewis Hamilton kollidiert und in der 290 km/h schnellen Copse-Kurve mit einer Wucht von 51 G - mit der 51-fachen Kraft seines Körpergewichts - in einen Reifenstapel eingeschlagen. Der mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegte Hamilton gewann und verkürzte den WM-Rückstand auf den Niederländer auf nur noch acht Punkte.

Verstappen war vorsichtshalber in ein Krankenhaus in Coventry gebracht worden, das er noch in der Nacht ohne «schwerwiegende Verletzungen» verlassen konnte.


Basketball-Bundestrainer Rödl zu Saibou: «Fehler eingestanden»

TOKIO: Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl hat mit der heftigen Kritik an der Nominierung des umstrittenen Profis Joshiko Saibou nicht gerechnet. «Ich glaube, dass wir alle ein bisschen, wie soll ich das nennen, unbedarft herangegangen sind. Die Heftigkeit der Reaktionen war über dem, was wir erwartet hatten, aber wir haben im Nachhinein Fehler eingestanden», sagte der Chefcoach der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). «Wir sind eine Einheit, die nach Tokio fährt und da gehört er jetzt dazu.» Man könne das Thema inhaltlich nach Olympia in Tokio wieder aufrollen.

Saibou hatte 2020 an Demonstrationen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen. Bei den Veranstaltungen waren Anhänger von Verschwörungstheorien und rechte Gruppierungen dabei gewesen. Dass er sich von diesen nicht schon früher distanziert habe, sei ein Fehler gewesen, räumte Saibou jüngst ein.

«Wie gesagt, viele Fehler wurden eingestanden, das muss im Moment reichen», sagte der 52 Jahre alte Rödl. Sportlich sei es die richtige Entscheidung gewesen. Deutschlands Basketballer treffen in der Olympia-Vorrunde auf Italien, Nigeria und Australien.


VfB Stuttgart verpflichtet Offensivspieler Führich aus Paderborn

STUTTGART: Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat den Offensivspieler Chris Führich verpflichtet. Der 23-Jährige kommt vom Zweitligisten SC Paderborn und unterschrieb bei den Schwaben einen Vertrag bis 30. Juni 2025. Die Ablöse soll laut früheren Medienberichten bei etwa 2,5 Millionen Euro liegen.


Trotz Verletzungen: FC Bayern plant keine weiteren Neuzugänge

MÜNCHEN: Der FC Bayern hat bekräftigt, nach den Verletzungen seiner Defensivspieler Alphonso Davies und Lucas Hernández keine weiteren Neuzugänge für die Defensive verpflichten zu wollen. «Wir haben bewusst gesagt, dass wir diese Positionen nicht nachbesetzen müssen, weil die beiden schnell wieder zurückkommen. Außerdem haben wir wie gesagt einen hervorragenden Kader und sind auch in der Defensive trotz dieser zwei Verletzungen noch immer top besetzt», sagte Präsident Herbert Hainer in einem Interview von «tz» und «Münchner Merkur» (Dienstag).


Nach ARD-Doku über Hautkontakt-Doping: Athleten sind geschockt

BERLIN: Der Verein Athleten für Deutschland hat nach der ARD-Dokumentation «Geheimsache Doping - Schuldig. Wie Sportler ungewollt zu Dopern werden können» eine umgehende, sachliche und nuancierte Diskussion über eine mögliche Änderung der Beweislastumkehr gefordert. «Die Erkenntnisse des Films verdeutlichen auf krasse Weise, dass die Regeln des Anti-Dopingkampfs in Konflikt mit der menschenrechtlich verbrieften Unschuldsvermutung stehen», hieß es am Montag in einer Stellungnahme der Athletenvertretung.


Hamilton rassistisch beleidigt - Formel 1 verurteilt Beschimpfungen

SILVERSTONE: Rekordweltmeister Lewis Hamilton ist während und nach dem Formel-1-Rennen in Silverstone mehrfach in den Sozialen Medien rassistisch beleidigt worden. Dies teilten die Formel 1, der Motorsport-Weltverband FIA und Hamiltons Rennstall Mercedes am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Beschimpfungen standen im Zusammenhang mit der Kollision des Engländers mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Der Niederländer schied aus, Hamilton gewann den Grand Prix trotz einer Zehn-Sekunden-Strafe für das Manöver.


Umfrage: Mehrheit der Japaner glaubt nicht an sichere Spiele

TOKIO: Wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio glaubt eine große Mehrheit der Japaner nicht an die Beteuerungen der Veranstalter, es würden «sichere» Spiele werden. Nach einer am Montag veröffentlichen Umfrage der japanischen Tageszeitung «Asahi Shimbun» gaben 68 Prozent der rund 1500 telefonisch Befragten an, dass sichere Spiele angesichts der andauernden Corona-Pandemie nicht möglich seien. Lediglich 21 Prozent halten es für möglich. 55 Prozent sind demnach dagegen, dass die Spiele überhaupt stattfinden. 33 Prozent sind damit einverstanden.


Dritter Athlet im olympischen Dorf positiv auf Corona

TOKIO: Vor Beginn der Olympischen Spiele von Tokio ist der dritte Sportler im Athletendorf positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beachvolleyballspieler Ondrej Perusic sei betroffen, teilte das Nationale Olympische Komitee Tschechiens am Montag mit. Noch am Vormittag hatten die Olympia-Organisatoren erklärt, dass nach den ersten beiden Corona-Fällen im olympischen Dorf keine weiteren dortigen Neuinfektionen bei Sportlern festgestellt worden seien.


Suspendierte russische Schwimmer dürfen bei Olympia starten

TOKIO: Die zuletzt suspendierten russischen Schwimmer Veronika Andrussenko und Alexander Kudaschew dürfen bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start gehen. Das entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas laut einer Mitteilung von Sonntagabend. Der Weltverband Fina hatte beide Athleten wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen suspendiert. Grundlage waren von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vorgelegte Beweise aus der Untersuchung von Materialien aus dem Moskauer Anti-Doping-Labor. Die Fina konnte nach Ansicht des Cas im Fall der beiden Schwimmer nicht ausreichende Beweise für einen Doping-Verstoß vorlegen. Der Schwimm-Weltverband teilte mit, dass er die Entscheidung des Cas anerkennen werde.


Stabhochspringerin Lisa Ryzih sagt Olympia-Teilnahme ab

LUDWIGSHAFEN: Stabhochspringerin Lisa Ryzih hat ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. «London 2012 und Rio 2016 waren unglaubliche Erlebnisse, für die es sich gelohnt hatte, sein gesamtes Sportlerleben daraufhin zu arbeiten», schrieb die 32-Jährige aus Ludwigshafen am Montag auf Facebook und Instagram. «Umso mehr schmerzt es mich, den Weg zu meinen dritten Spielen für nicht antreten zu können. Mein Rücken bereitet mir allerdings solche Probleme, dass ich nicht meine volle Leistungsfähigkeit zeigen kann.»


Malaika Mihambo: Kniefall-Geste fühlt sich «gerade nicht nach mir an»

WENDLINGEN: Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo kann sich vor den Olympischen Spielen in Tokio nicht vorstellen, als Zeichen gegen Rassismus im Stadion niederzuknien. «Ich finde es sehr schön, wenn Sportler das tun, wenn sie für größere Werte einstehen, die stellenweise einfach vergessen werden», sagte die 27 Jahre alte Medaillenkandidatin in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Ich selbst kann mich nicht mit diesen großen Gesten anfreunden. Das fühlt sich gerade nicht nach mir an. Von daher würde ich das Stand heute nicht tun. Das kann sich natürlich ändern.»


Deutschland schickt 134 Athletinnen und Athleten zu den Paralympics

FRANKFURT/MAIN: Der Deutsche Behindertensportverband schickt 134 Athletinnen und Athleten zu den Paralympics, die vom 24. August bis 5. September in Tokio stattfinden. Das gab der DBS am Montag bei der virtuellen Vorstellung des deutschen Kaders in Duderstadt bekannt. Angeführt wird das deutsche Team vom zweimaligen Weitsprung-Paralympics-Sieger Markus Rehm, der vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas noch um einen Olympia-Start kämpft. In Rio 2016 war das Team Deutschland noch mit 148 Athletinnen und Athleten vertreten.


Olympiasieger Loch sorgt sich um Wiederaufbau der Bobbahn Königssee

KÖNIGSSEE: Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat Sorge, dass die durch das schwere Unwetter in der Nacht zum Sonntag stark beschädigte Bob- und Rodelbahn am Königssee nicht wieder aufgebaut werden könnte. «Man kann nur hoffen, dass die Bahn wieder aufgebaut wird. Sie steht dort schon sehr lange, da gab es immer Konflikte, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die Bahn kostet eine Stange Geld und es gab schon immer Gegenwind und viele unterschiedliche Interessen», sagte Loch am Montag der Deutschen Presse-Agentur.


Englischer Fußballverband will Krawalle beim EM-Finale untersuchen

LONDON: Nach den Ausschreitungen rund um das Finale der Fußball-EM im Londoner Wembley-Stadion will der englische Verband FA die Vorgänge genauer untersuchen lassen. «Wir wollen unbedingt vollständig verstehen, was am 11. Juli 2021 beim Finale vor und dann im Wembley-Stadion passiert ist», hieß es am Montag in einem Statement auf Twitter. Bei dem Spiel von England gegen Italien hatten sich mutmaßlich etliche Fans illegal Zugang zum Stadion verschafft, darunter der «Times» zufolge bekannte Hooligans. Augenzeugen berichteten, dass Security-Mitarbeiter Geld angenommen hätten, um Leute einzulassen. Im Stadion hätten zahlreiche Zuschauer ohne Eintrittskarten freie Sitze und Durchgänge besetzt, andere hätten Familien mit Kindern verscheucht.


Positiver Corona-Schnelltest bei Schalker Profi

GELSENKIRCHEN: Nur wenige Tage vor dem Start in die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga ist ein Profi des FC Schalke 04 beim täglichen Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Revierclub am Montagvormittag mitteilte, wurde das für den Nachmittag angesetzte Training deshalb abgesagt. Die Austragung der Auftaktpartie gegen den Hamburger SV am Freitag sei aber «aktuell nicht gefährdet». Der namentlich nicht genannte Spieler hat sich umgehend in häusliche Isolation begeben. Das Resultat des PCR-Tests steht noch aus. Alle weiteren Schnelltests fielen negativ aus.


Nach Corona-Fällen: DFB für Drittliga-Start am Freitag zuversichtlich

FRANKFURT/MAIN: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) geht davon aus, dass das Drittliga-Eröffnungsspiel zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg trotz der jüngsten Corona-Fälle planmäßig am Freitag stattfinden kann. Dies sagte Manuel Hartmann als Abteilungsleiter des Verbandes für Spielbetrieb Ligen und Wettbewerbe am Montag. «Für den kommenden Freitag haben wir heute Nacht positive Signale aus Duisburg erhalten. Das Training wurde vom Gesundheitsamt zugelassen. Von daher sind wir erstmal optimistisch», sagte Hartmann.


Nationalteam-Psychologe Hermann arbeitet wieder für Hoffenheim

ZUZENHAUSEN: Der langjährige Nationalmannschafts-Sportpsychologe Hans-Dieter Hermann arbeitet künftig wieder für die TSG 1899 Hoffenheim. Der 61-Jährige ist seit 2004 unter anderem Teampsychologe der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes und seit 2017 Honorar-Professor an der Universität Tübingen. Er arbeitete bereits zwischen 2006 und 2010 für die Kraichgauer. Hermann wurde im Trainingslager des Bundesligisten am Tegernsee vorgestellt.


Wolfsburgs Schlager fordert mehr Respekt für Österreichs Fußball

BAD WALTERSDORF: Wolfsburgs Mittelfeldspieler Xaver Schlager hat mehr Respekt für den österreichischen Fußball gefordert. «Viele Menschen trauen uns einfach nichts zu, wir haben nicht das Standing, obwohl wir eine sehr gute Mannschaft haben», sagte Schlager am Montag in einer Medienrunde im Trainingslager in Bad Waltersdorf, aus der unter anderem der «Kicker» und die «Bild» berichteten.

Österreich hatte im Juni bei der Europameisterschaft erstmals das Achtelfinale erreicht und war dort erst im Elfmeterschießen am späteren Champion Italien gescheitert. Zuvor war das Team von Trainer Franco Foda auch in der Heimat sehr kritisch beäugt worden, nachdem es im März in der Nations League unter anderem eine klare Niederlage gegen Dänemark gegeben hatte.

«Die Spiele gegen die Ukraine und Italien bei der EM waren dann für viele überraschend, das aber muss zur Normalität und nicht wie ein Weltwunder betrachtet werden», sagte Schlager. Mit dem Sieg gegen die Ukraine hatten sich die Österreicher das Weiterkommen gesichert.


Freiburger Günter hofft auf weitere Nationalelf-Berufung

SCHRUNS: Nationalspieler Christian Günter ist nicht enttäuscht darüber, dass er bei der Fußball-Europameisterschaft ohne Einsatz geblieben ist. «Die Enttäuschung war eher, dass wir ausgeschieden sind. Es wäre mehr drin gewesen», sagte der Linksverteidiger im Trainingslager des SC Freiburg. Im österreichischen Schruns stieg der 28-Jährige am Montag nach seinem Urlaub in die Saisonvorbereitung mit dem Bundesligisten ein.

Die EM-Teilnahme habe ihm viel Spaß gemacht, «und ich habe gesehen, dass ich mithalten kann». Nun hoffe er auf eine weitere Berufung unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick. Auch ohne Einsatz habe er bei der EM, wo die deutsche Mannschaft im Achtelfinale nach einem 0:2 gegen den späteren Vize-Europameister England ausschied, «extrem viel mitnehmen und von großen Spielern lernen» können.


Lang verlässt Mönchengladbach - Rückkehr nach Basel

MÖNCHENGLADBACH: Rechtsverteidiger Michael Lang verlässt den Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und kehrt zum FC Basel in die Schweiz zurück.

Dort unterschrieb der 30-Jährige einen Zweijahresvertrag. «Ich hatte beim FCB die geilste Zeit meiner Karriere», sagte Lang laut seinem neuen Club am Montag. Für Basel spielte er bereits von 2015 bis 2018 und gewann zweimal die Schweizer Meisterschaft. Nach seinem Wechsel vor drei Jahren nach Mönchengladbach kam Lang, der in der Saison 2019/2020 an den SV Werder Bremen verliehen wurde, jedoch insgesamt nur auf 26 Liga-Einsätze. Sein Vertrag bei der Borussia lief noch bis 2022.


Verletzung von Kluge «ein Dämpfer» - Vierer peilt deutschen Rekord an

COTTBUS: Für Bundestrainer Sven Meyer ist die verletzungsbedingte Zwangspause von Routinier Roger Kluge ein «herber Dämpfer» für die deutschen Ambitionen bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben. «Wir wollen im Zweier-Mannschaftsfahren um die Goldmedaille fahren - da hilft so ein Sturz natürlich überhaupt nicht. Der Sturz hat ein Riesen-Loch in die Vorbereitung gerissen», sagte Meyer am Montag. Kluge war auf der 13. Etappe der Tour de France schwer gestürzt und hatte sich offene Rückenverletzungen zugezogen.

Kluge, der im Laufe der Woche erstmals seit seinem Sturz am 9. Juli auf der Bahn trainieren will, gehört mit dem Berliner Theo Reinhardt zu den Top-Favoriten im Zweier-Mannschaftsfahren. 2018 und 2019 gewann das Duo die WM-Goldmedaille, bei der Heim-WM 2020 in Berlin sprang Platz drei heraus. Am Wochenende trainierte der 35-Jährige aus dem belgischen Lotto-Soudal-Team bereits erstmals wieder leicht auf der Straße. «Ich mache mir keine Sorgen. Das würde Roger auch nicht zulassen», sagte Partner Reinhardt im Trainingslager und hofft, in den nächsten Tagen mit Kluge in Frankfurt/Oder trainieren zu können.

Für Ausdauer-Spezialist Reinhardt und seine Teamkollegen Felix Groß (Leipzig), Leon Rohde (Wedel) und Domenic Weinstein (Unterbaldingen) steht auf der Radrennbahn in Izu, etwa 120 Kilometer außerhalb von Tokio, ohnehin zunächst die Mannschaftsverfolgung auf dem Programm. «Die Jungs sind gut drauf. Wir wollen definitiv im Vergleich zur Heim-WM nochmals einen großen Schritt nach vorn machen», sagte Meyer. Die Bahn-Wettkämpfe beginnen am 2. August, unter anderem mit der Qualifikation der Männer-Verfolgung.

Um in den Medaillen-Kampf eingreifen zu können, sei voraussichtlich eine Zeit von 3:47 Minuten nötig, glaubt Meyer. Der deutsche Rekord steht seit der WM in Berlin bei 3:50,304 Minuten.


Dänischer Kronprinz Frederik sagt Reise zu Olympia ab

KOPENHAGEN: Der dänische Kronprinz Frederik wird anders als geplant nicht zu Olympia nach Tokio reisen. Grund für die Absage ist, dass Dänemarks Thronfolger nahe Kontaktperson einer nicht näher identifizierten Person ist, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das teilte das dänische Königshaus am Montag mit. Aufgrund der verschärften japanischen Einreisebestimmungen könne er nicht nach Japan reisen. Ursprünglich war geplant, dass der älteste Sohn der dänischen Königin Margrethe II. von Montag an in Japan weilt und unter anderem bei der Eröffnungsfeier am Freitag dabei ist.


Bericht: Südkoreaner ohne Finger besteigt alle Achttausender

SEOUL: Ein südkoreanischer Bergsteiger, dem alle zehn Finger fehlen, hat nach Medienberichten die 14 höchsten Berge der Erde bestiegen. Der 57-jährige Kim Hong Bin sei der erste Mensch mit Behinderung, von dem bekannt sei, dies geschafft zu haben, berichteten die Zeitung «The Korea Herald» und die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf den Alpinverband Gwangju in Südkorea. Kim hatte demnach am Sonntag den Gipfel des 8047 Meter hohen Broad Peak im südasiatischen Karakorum-Gebirge erreicht. Damit habe er alle 14 Achttausender bestiegen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In gratulierte Kim in einer Botschaft auf Twitter. Er habe den Menschen Hoffnung gebracht, die von der Corona-Pandemie ermüdet seien. Kim hatte seine Finger vor 30 Jahren aufgrund von Erfrierungen verloren, die er sich während eines Solo-Aufstiegs am 6190 Meter hohen Denali (früher Mount McKinley) in Alaska zuzog. Dem Alpinverband zufolge ist Kim der 44. Mensch und der siebte Südkoreaner, der bisher die 14 höchsten Berge erklommen hat.


Gislason «begreift» olympisches Dorf in Corona-Zeiten noch nicht

TOKUSHIMA: Für Deutschlands Handball-Bundestrainer Alfred Gislason ist die Ausgestaltung des olympischen Dorfs in Tokio in Zeiten von Corona noch schwer vorstellbar. «Was ich nicht begreife, ist, wie man das in einem olympischen Dorf regeln kann. Ich stelle mir das extrem schwierig vor», sagte der 61 Jahre alte Chefcoach aus Island, der mit seiner Mannschaft derzeit noch in Tokushima weilt und trainiert. Dort habe man kaum Kontaktpersonen, schilderte Gislason. Er frage sich, wie das mit zig anderen Athleten in Tokio werde.

«So wie die Japaner hier penibel jeder Sache nachgehen, denke ich mir aber: wenn jemand das schafft, werden das die Japaner sein», sagte Gislason. Die Spiele werden am Freitag offiziell eröffnet, am Samstag (9.15 Uhr/MESZ) bekommen es die Handballer zum Auftakt direkt mit Europameister und Mitfavorit Spanien zu tun. Die Sportler sollen sich während der Wettkämpfe in einer Blase befinden. Gislason sagte, das Nationalteam genieße seines Wissens nach komplett den vollständigen Impfschutz.


Handballer durch den «Hintereingang» - Erstes Olympia-Ziel Halbfinale

TOKUSHIMA: Die japanische Hitze macht Bundestrainer Alfred Gislason und den deutschen Handballer vor den Olympischen Spielen in Tokio bislang keine Probleme. «Die Temperaturen sind relativ angenehm, es hat knappe 30 Grad. Wir wohnen direkt am Meer. Die Halle ist gut klimatisiert, ansonsten gibt es einen Garten. Sonst kommen wir nicht so viel mit dem Klima in Berührung», sagte Gislason am Montag in einer Medienrunde im japanischen Tokushima, wo sich die Handballer derzeit auf das Olympia-Turnier vorbereiten. Am Hotel werde man «am Hintereingang abgeholt und zum Training gefahren».

Beim Turnier bekommt es das deutsche Team in der Vorrunde direkt mit Spanien, Frankreich und Norwegen zu tun. «Ich denke, dass alles möglich ist. Unser Ziel ist erstmal das Halbfinale. Wir wissen, dass wir schon in der Gruppe einen oder mehrere Große schlagen müssen», sagte der 61 Jahre Isländer. Die weiteren Gegner sind Argentinien und Brasilien, die vier besten Teams in der Gruppe erreichen das Viertelfinale.

Personelle Probleme hat Gislason vor dem Auftakt gegen Spanien am Samstag (9.15 Uhr/MESZ) nicht. «Alle sind fit. Wir hoffen, dass das so bleibt bis zum ersten Spiel», sagte der Coach. Die Spanier seien so erfahren wie kaum ein anderes Team.


Olympia-Fußballer Stach: Können Brasilien weh tun

YOKOHAMA: Fußballprofi Anton Stach sieht die deutsche Olympia-Auswahl für den schweren Turnierauftakt gegen Rio-Goldgewinner Brasilien gut vorbereitet. «Ich komme aus der U21, da stand auch der Teamgedanke absolut im Fokus. Wenn wir daran anknüpfen, können wir auch den Brasilianern weh tun und sie schlagen», sagte der Mittelfeldspieler der SpVgg Greuther Fürth in einer digitalen Pressekonferenz am Montag. Das Team von Trainer Stefan Kuntz trifft am Donnerstag (13.30 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) in Yokohama auf Brasilien, im Olympia-Finale von Rio de Janeiro 2016 war die deutsche Mannschaft im Elfmeterschießen unterlegen.

Mit der deutschen U21 hatte der 22 Jahre alte Stach Anfang Juni den EM-Titel gewonnen und war beim 1:0 im Finale gegen Portugal kurz vor Ende eingewechselt worden. «Eine Riesensache» sei nun für ihn die Teilnahme an den Sommerspielen, «das ist auf jeden Fall etwas on top». Die Vorfreude «steigt jeden Tag, weil es einfach immer näher kommt. So etwas habe ich noch nie gesehen, es sind so viele neue Eindrücke». Nach einem Trainingslager in Wakayama bereitet sich das Team in Yokohama vor, auch das zweite Vorrundenspiel gegen Saudi-Arabien am Sonntag findet in der Stadt südlich von Tokio statt.


Gang vor Cas: Unterstützung für Prothesenspringer Rehm

FRANKFURT/MAIN: Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes unterstützt die gerichtlichen Bemühungen von Prothesen-Weitspringer Markus Rehm um einen Olympia-Start. «Markus Rehm hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich als paralympischer Athlet fühlt, der aus einem inklusiven Ansatz heraus als paralympischer Athlet bei einem olympischen Event starten möchte. Er findet da meine persönliche Unterstützung», sagte Friedhelm Julius Beucher am Montag bei der Vorstellung des deutschen Kaders für die Paralympcis vom 24. August bis 5. September in Tokio.


Athleten Deutschland sieht Peking-Boykott zwiespältig

BERLIN: Maximilian Klein vom Verein Athleten Deutschland wirft den Sportverbänden vor, keine funktionierende Menschenrechtsstrategie zu haben und sieht einen möglichen Boykott der Winterspiele 2022 in Peking mit gemischten Gefühlen. Es sei für die Sportlerinnen und Sportler ein Zwiespalt, nicht mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden zu wollen, und andererseits jahrelang auf Olympia hin trainiert zu haben, sagte der Beauftragte für internationale Sportpolitik der im Jahr 2017 gegründeten Organisation im Deutschlandfunk. Das EU-Parlament hat seine Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Winterspiele in Peking politisch zu boykottieren.


Japanischer Olympia-Komponist tritt wegen früheren Mobbings zurück

TOKIO: Der Komponist für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio, der Japaner Keigo Oyamada, ist wegen des Mobbings von behinderten Kindern in seiner Schulzeit zurückgetreten. Vier Tage vor der Eröffnungszeremonie gab der heute 52-Jährige am Montag bekannt, aus dem Kreativteam für die Spiele auszuscheiden. Zuletzt hatte ein früherer Zeitschriftenbericht, in dem er vom Mobbing in seiner Schulzeit erzählt hatte, im Vorfeld der Olympischen Spiele für eine Kontroverse gesorgt. Oyamada, der auch im Westen unter dem Namen Cornelius bekannt ist, entschuldigte sich daraufhin.

Sein Rücktritt ist ein weiterer Schlag für die Organisatoren der Olympischen Spiele, die wegen der Corona-Pandemie nahezu vollständig ohne Zuschauer stattfinden. Am selben Tag hatte der Top-Sponsor der Spiele, der Autoriese Toyota, bekanntgeben, keine Werbespots mit Bezug auf Olympia ausstrahlen zu lassen. Auch werde Konzernchef Akio Toyoda nicht an der Eröffnungsfeier am Freitag im Olympiastadion, an deren Musik Oyamada mitgewirkt hatte, teilnehmen. Auch sie wird vor lediglich einigen Hundert Offiziellen und Würdenträgern abgehalten.

Oyamada hatte sich erst vor wenigen Tagen dazu gezwungen gesehen, sich dafür zu entschuldigen, behinderte Kinder gemobbt zu haben. «Ich habe mit meinen Worten und Taten zweifellos andere verletzt», schrieb er auf Twitter. Es tue ihm zutiefst leid. Er hätte vielleicht das Angebot, bei Olympia mitzuarbeiten, von Anfang an ablehnen sollen, schrieb der Künstler. Mobbing an Schulen, aber auch an Arbeitsplätzen ist in Japan seit langer Zeit ein ernstes gesellschaftliches Problem.

Das Tokio-Organisationskomitee bezeichnete das Verhalten von Oyamada als «völlig inakzeptabel». Angesichts seiner aufrichtigen Entschuldigung habe man ihm aber zunächst erlaubt weiterzuarbeiten. «Wir glauben jedoch, dass diese Entscheidung falsch war und haben uns entschieden, seinen Rücktritt zu akzeptieren«, hieß es am Montag in einer am Mitteilung. «Wir entschuldigen uns aufrichtig.»


100-Meter-Europarekord von Alex Wilson: «Stimmt es?»

ATLANTA: Der Europarekord über 100 Meter von Alex Wilson hat Zweifel ausgelöst - auch bei dem Schweizer Leichtathleten selbst. «Direkt nach dem Rennen dachte Alex, dass er vielleicht 10,10 Sekunden oder bestenfalls 10,00 gelaufen ist, aber niemals so schnell, wie es auf der Anzeigetafel im Stadion und in den Ranglisten zu lesen war», sagte Wilsons Berater Andreas Hediger am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Stimmt es, sind Sie sicher, ist alles in Ordnung?», soll Wilson die Offiziellen gefragt haben.

Der 30-Jährige war am Sonntag bei einem Meeting in Atlanta die Strecke in 9,84 Sekunden gerannt. Der gebürtige Jamaikaner verbesserte damit die alte kontinentale Bestleistung des Portugiesen Francis Obikwelu und des Franzosen Jimmy Vicaut (9,86 Sekunden). Zudem unterbot er den von ihm gehaltenen Schweizer Rekord über 200 Meter um neun Hundertstelsekunden auf 19,89 Sekunden.

«Ich selber stelle mir bei diesen Auftritten die gleichen Fragen wie ihr Journalisten. Der Athlet sah sich selber nicht in so guter Form, auch wenn er sich gut vorbereitet hatte. Aber auf dem Ergebniszettel stehen 9,84 Sekunden über die 100 Meter und 19,89 Sekunden über die 200 Meter», sagte Hediger weiter.

Der Verband Swiss Athletics vermeldete die Rekorde «vorbehaltlich» und hat inzwischen Daten nachgefordert. Wilson hatte über 100 Meter einen günstigen Rückenwind von 1,9 Meter pro Sekunde. In der Olympia-Saison war der Sprinter bisher nicht groß aufgefallen und hatte Bestzeiten von 10,38 beziehungsweise 20,64 Sekunden zu Buche stehen.


Südkoreas Präsident verzichtet auf Japan-Besuch während Olympia

SEOUL: Südkoreas Präsident Moon Jae In verzichtet nach Angaben seines Büros auf einen Besuch im Nachbarland Japan während der Olympischen Spiele in Tokio. Seoul hatte zuvor einen Besuch davon abhängig gemacht, dass bei einem angestrebten Treffen Moons mit Japans Regierungschef Yoshihide Suga greifbare Ergebnisse erzielt werden, um die Beziehungen zu verbessern. Moons Büro teilte am Montag mit, es habe zwar «bedeutungsvolle Diskussionen» über Probleme und einen möglichen Besuch des Präsidenten in Japan gegeben. Doch seien die Fortschritte nicht ausreichend gewesen.

Die Beziehungen hatten sich seit 2018 durch einen verschärften Disput um die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während der japanischen Kolonialherrschaft in Korea und einen Handelsstreit verschlechtert.


Stabhochspringerin Lisa Ryzih sagt Olympia-Teilnahme ab

LUDWIGSHAFEN: Stabhochspringerin Lisa Ryzih hat ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. «London 2012 und Rio 2016 waren unglaubliche Erlebnisse, für die es sich gelohnt hatte, sein gesamtes Sportlerleben daraufhin zu arbeiten», schrieb die 32-Jährige aus Ludwigshafen am Montag auf Facebook und Instagram. «Umso mehr schmerzt es mich, den Weg zu meinen dritten Spielen für nicht antreten zu können. Mein Rücken bereitet mir akut allerdings solche Probleme, dass ich nicht meine volle Leistungsfähigkeit zeigen kann.»

Ryzih war 2012 in London Sechste der Sommerspiele, 2012 in Rio de Janeiro Zehnte. Die EM-Zweite von 2016 und vierfache deutsche Freiluft-Meisterin hat in diesem Jahr keinen Wettkampf bestritten, war aber aufgrund ihrer Vorleistungen als einzige Stabhochspringerin vom Deutschen Leichtathletik-Verband nominiert worden.


Verstappens Red-Bull-Team verurteilt Rassismus gegen Hamilton

SILVERSTONE: Das Formel-1-Team Red Bull hat die rassistischen Beleidigungen im Internet gegen Lewis Hamilton nach dem Crash mit Max Verstappen verurteilt. «Auch wenn wir auf der Strecke erbitterte Rivalen sein mögen, sind wir alle vereint gegen Rassismus», schrieb der Rennstall von Verstappen am Montag. «Wir verurteilen rassistische Beleidigungen jeglicher Art gegenüber unserem Team, unseren Konkurrenten und unseren Fans.»

Red Bull sei «angewidert und traurig über die rassistischen Beschimpfungen, die Lewis gestern nach der Kollision mit Max in den Sozialen Medien erdulden musste. Dafür gibt es niemals eine Entschuldigung, dafür ist in unserem Sport sicherlich kein Platz und die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden.»

Rekordweltmeister Hamilton (36) war während und nach dem Formel-1-Rennen in Silverstone am Sonntag mehrfach in den Sozialen Medien rassistisch beleidigt worden. Die Beschimpfungen standen im Zusammenhang mit der Kollision des Engländers mit Verstappen (23). Der Niederländer schied nach nur einer Runde aus, Hamilton gewann trotz einer Zehn-Sekunden-Strafe für das Manöver den Grand Prix und verkürzte den WM-Rückstand.


Vettel macht in Silverstone noch ein bisschen sauber

SILVERSTONE: Sebastian Vettel ist nach dem Formel-1-Rennen von Silverstone ein bisschen länger an der Strecke geblieben.

Der Aston-Martin-Pilot musste seinen Wagen am Sonntag wegen eines Defekts vorzeitig in der Garage abstellen. Nachdem sich die Ränge aber schon geleert hatten, sammelte Vettel noch liegengebliebenen Müll von den Tribünen ein. Wie die Formel 1 am Montag berichtete, halfen dem 34-Jährigen dabei auch einige Fans. Vettel ist das Thema Umweltschutz wichtig. So sammelt er regelmäßig im Formel-1-Fahrerlager oder bei Waldspaziergängen Plastikflaschen auf.


«Sme»: In Tokio ist nichts mehr wichtiger als das Geld

BRATISLAVA: Zu den am Freitag beginnenden Olympischen Spielen in Tokio schreibt die liberale slowakische Tageszeitung «Sme» am Montag:

«Wie sich der Sport in den letzten Jahrzehnten immer mehr kommerzialisierte, konnten nur mehr Einfältige ignorieren. Dennoch schafften es zumindest Olympische Spiele bisher immer noch, uns zu überzeugen, dass sie höhere humanistische Werte in sich trugen: Sie galten als friedliche und Kulturen verbindende Wettbewerbe an Sportstätten, an denen Fairplay gilt, und ihr Schauplatz war stets einer der schönsten Orte der Welt. Aber die Olympischen Spiele 2021 in Tokio können nicht einmal mehr vortäuschen, dass sie noch irgendwas davon bewahren. (...)

Japan würde wohl am liebsten aussteigen, aber das lassen die Olympia-Verträge nicht zu. Für eine Absage würde das Internationale Olympische Komitee riesige Summen als Entschädigung verlangen. Über 90 Prozent der Einnahmen bezieht das IOC von Sponsoren wie Coca Cola, Alibaba, Panasonic, Visa, Samsung, Toyota und dem Verkauf der Fernsehrechte. Allein für die erhält es 2,5 bis 3,4 Milliarden Euro. Vom ganzen IOC-Haushalt stammen 40 Prozent allein von der amerikanischen TV-Firma NBC Universal. Noch mehr als bisher wird also 2021 der einzige Erfolgsmaßstab die Zuschauerquote sein - und nicht irgendwelche Goldmedaillen.»


Hamilton rassistisch beleidigt - Formel 1 verurteilt Beschimpfungen

SILVERSTONE: Rekordweltmeister Lewis Hamilton ist während und nach dem Formel-1-Rennen in Silverstone mehrfach in den Sozialen Medien rassistisch beleidigt worden. Dies teilten die Formel 1, der Motorsport-Weltverband FIA und Hamiltons Rennstall Mercedes am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Beschimpfungen standen im Zusammenhang mit der Kollision des Engländers mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Der Niederländer schied aus, Hamilton gewann trotz einer Zehn-Sekunden-Strafe für das Manöver den Grand Prix.

Der britische TV-Sender Sky berichtete von rassistischen Mitteilungen wie «Affen-Emojis», die als Antwort auf einen Instagram-Post gesendet wurden, in dem Mercedes den Erfolg Hamiltons am Sonntag feierte.

«Die Formel 1, die FIA und das Mercedes-AMG Petronas F1 Team verurteilen dieses Verhalten auf das Schärfste. Diese Leute haben keinen Platz in unserem Sport und wir fordern, dass die Verantwortlichen für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden», hieß es in der Erklärung.

Hamilton ist der einzige schwarze Formel-1-Fahrer. Der siebenmalige Weltmeister bezieht regelmäßig gegen Rassismus und Ausgrenzung Position. «Die Formel 1, die FIA, die Fahrer und die Teams arbeiten daran, einen vielfältigeren und inklusiveren Sport aufzubauen, und solch inakzeptable Fälle von Online-Missbrauch müssen aufgezeigt und beseitigt werden.»


Hamilton zum Formel-1-Crash mit Verstappen: «Erinnerung an Gefahren»

SILVERSTONE: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton sieht die Kollision mit Max Verstappen als «Erinnerung an die Gefahren in diesem Sport.» Das schrieb der Mercedes-Pilot in den Sozialen Medien nach dem Crash der beiden am Sonntag beim Grand Prix von Großbritannien. Nach einer Berührung an den Rädern war Verstappen schon nach einer Runde in Silverstone ausgefallen, der mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegte Hamilton gewann und verkürzte den WM-Rückstand auf den Niederländer (23) auf nur noch acht Punkte.

«Ich sende meine besten Wünsche an Max, der ein unglaublicher Wettkämpfer ist. Ich bin froh zu hören, dass es ihm gut geht», schrieb Hamilton (36) weiter.

Verstappen war nach dem Highspeed-Crash in die Reifenstapel gekracht. Er wurde vorsichtshalber in einem Krankenhaus in Coventry untersucht, aber noch Sonntagnacht ohne «schwerwiegende Verletzungen» entlassen. Das Red-Bull-Team hatte Hamilton für den Zweikampf heftig kritisiert und eine schärfere Bestrafung gefordert. «Ich werde immer hart, aber immer fair fahren», schrieb der siebenmalige Weltmeister.


Paralympicssieger Durst zu Tokio: «Das passt nicht in diese Zeit»

BERLIN: Der zweimalige Paralympicssieger Hans-Peter Durst hat die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio angesichts der weiter angespannten Corona-Lage kritisiert. «Nun kommen da diese Menschenmengen aus der ganzen Welt nach Japan. Ich finde, das passt nicht in diese Zeit», sagte der Radsportler, der trotz guter Goldchancen aus ethischen Gründen freiwillig auf seine Teilnahme verzichtet hat.

Als Gründe für die Absage nannte Durst die Gesundheitslage der Weltbevölkerung, seinen Respekt vor dem Gastgeberland und seinen Solidargedanken mit Freunden, Familie und Mitbürgern. Seine Entscheidung habe er mit Familie, Trainern besprochen, sich aber auch viele Informationen eingeholt, unter anderen von der Vorsitzenden des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag, und vom Ethikrat.

«Die Japaner sind eben ein vorsichtiges Volk und fragen: Warum kann man es denn nicht noch um ein weiteres Jahr verschieben? Man muss doch auch auf die Wünsche der Menschen eingehen. Aber jetzt ist Angst da», sagte Durst mit Blick auf die mehrheitliche Olympia-Ablehnung der Japaner. Auch aus Respekt vor ihnen hat der 63-Jährige auf seine Reise verzichtet. Es habe sich zwar einiges verbessert, aber «es bleibt für mich unverantwortlich, zumal ja neue Mutationen in Umlauf sind», sagte der zehnmalige Para-Weltmeister.

Auch dass in Deutschland Menschen wegen der Corona-Pandemie immer noch um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen, habe einen Einfluss auf seine Entscheidung gehabt. «Da fände ich mich völlig deplatziert in Tokio. Die Vorstellung, auf dem Podium zu stehen, mich über eine Medaille im Sport zu freuen und mit Bildern aus Tokio zu glänzen - da fühlte ich mich in der falschen Rolle. Auch deshalb bleibe ich hier», sagte Durst: «Und zeige vielleicht ein ganz kleines Stück Solidarität - aber das darf man auch nicht überbewerten.»


Hockey-Spielführerin Lorenz will Klarheit um Regenbogen-Binde

TOKIO: Die deutsche Hockey-Spielerin Nike Lorenz wünscht sich in der Frage um das Tragen einer Spielführerinnen-Binde in Regenbogenfarben bei den Olympia in Tokio mehr Klarheit. «Ich fühle mich schon ein bisschen alleingelassen auf weiter Flur. Ich werde natürlich nichts machen, was meine Mannschaft in Gefahr bringt und unser Turnier in irgendeiner Art und Weise einschränken könnte», sagte die 24-Jährige der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag). «Wenn ich vom DOSB Unterstützung hätte, und wenn ich nur wüsste, wie die Sanktion aussieht ..., wenn ich wüsste, ich müsste nur Geld zahlen, wäre es etwas, worüber ich nachdenken würde.»

Lorenz wünscht sich, in Japan mit einer Spielführerinnen-Binde in Regenbogenfarben zu spielen, wie sie es seit Monaten und zuletzt auch in einigen Spielen bei der EM tat. Die Regel 50.2 der Olympischen Charta und die kürzlich dazu vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) veröffentlichten Richtlinien untersagen Botschaften mit politischem Inhalt während des Spiels, nicht aber vor Anpfiff und nach Abpfiff. Entscheidend ist aber das Regelwerk der internationalen Sportfachverbände. Deswegen gelten in verschiedenen Disziplinen auch unterschiedliche Regeln.

«Die Rechtslage erscheint mir relativ schwammig. Vor allem, was eine mögliche Bestrafung angeht», sagte Lorenz und ergänzte: «Ich weiß nicht, inwiefern ich von wem bestraft werde, wenn ich sie in Situationen trage, in denen ich sie nicht tragen dürfte.» Sicher ist für die DHB-Spielführerin, dass sie sich mit einer Binde in Regenbogenfarben aufwärmen kann. Und: «Ich darf sie à la Manuel Neuer im Interview anschließend in die Kamera halten.» Neuer hatte zuletzt bei der Fußball-EM als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft eine Armbinde in Regenbogenfarben getragen.

Lorenz sieht darin ein Zeichen für Diversität. «Die Freiheit, einzelne Menschen und ihre Diversität zu akzeptieren. Generell binäres Denken loszuwerden in vielen Bereichen, aber konkret im Bezug auf Liebe und Beziehungen», sagte sie: «Darum geht es für mich. Mich stört am meisten das ständige Schubladen-Gestecke.»


TOKIO: In Japan wird weiter nach einem Athleten aus Uganda gesucht.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, tauchte der 20 Jahre alte Gewichtheber Julius Ssekitoleko auf Bildern einer Sicherheitskamera am Bahnhof der Großstadt Nagoya auf, rund 200 Kilometer vom Olympia-Trainingslager seines Teams in Izumisano in der Präfektur Osaka entfernt. Von dort war er vergangene Woche verschwunden, nachdem er die Qualifikation für die Spiele verpasst hatte. Er sollte eigentlich nach Hause fliegen. Doch er ließ einen Zettel in seinem Hotelzimmer zurück, auf dem stand, dass er in Japan arbeiten wolle.


Schwimmer Wellbrock: Erwartungshaltung lasse ich nicht an mich ran

TOKIO: Der zweimalige Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock will sich von der großen Erwartungshaltung an seine Leistungen bei den Olympischen Spielen nicht beeinflussen lassen. Er habe selbst gewisse Ansprüche an sich und den üblichen Druck, an Tag X Topleistungen abrufen zu können, sagte der 23-Jährige dem «Kicker» (Montag). «Aber dass ich jetzt als der Retter des deutschen Schwimmsports dargestellt werde oder andere sagen: Der Junge muss jetzt unbedingt Gold holen, um den Deutschen Schwimm-Verband zu retten - das lasse ich wenig bis gar nicht an mich heran.»

Die deutschen Schwimmer haben weder in London 2012 noch in Rio 2016 Medaillen in den Becken-Disziplinen gewonnen. Auch im Freiwasserschwimmen sprang 2016 kein Edelmetall heraus. Der gebürtige Bremer Wellbrock wird in Tokio sowohl im Freiwasser als auch im Becken an den Start gehen.

Seine besten Chancen sehe er über die 1500 Meter, sagte Wellbrock. «Da bringe ich die meiste Erfahrung mit. Und das Beckenschwimmen ist immer planbarer als das Freiwasser», sagte er.


Bus kommt nicht: Olympia-Fehlstart für Hockey-Herren in Tokio

TOKIO: Deutschlands Hockey-Herren haben einen Fehlstart in ihr Olympia-Abenteuer in Tokio hingelegt. Weil der bestellte Bus zum Transfer vom olympischen Dorf zum Hockeystadion nicht auftauchte, konnte ein Testspiel gegen Australien am Montag erst mit rund zweistündiger Verspätung beginnen. «Unser Bus kam nicht, so einfach war das. Wir haben die Zeiten bestätigt bekommen, aber scheinbar wurde das nur uns gegenüber bestätigt und nicht den ausführenden Fahrern», sagte Bundestrainer Kais al Saadi der Deutschen Presse-Agentur: «Es war sehr schwierig, dann noch den Transport zu organisieren.»

Das Trainingsmatch, das die Australier nach einer Spielzeit von dreimal 15 Minuten mit 2:1 gewannen, fand bei enormer Hitze von 33 Grad am Vormittag im Oi Hockey Stadium aber noch statt. «Das ist schon sehr schade, weil wir erst heute überhaupt auf den Platz durften», sagte al Saadi zu der Verzögerung, hatte aber auch Verständnis: «Sowas kann immer passieren.» Seine Mannschaft habe gelassen auf die Panne reagiert und sich nicht ablenken lassen.

«Es sind die Olympischen Spiele, da nehmen wir alle Bedingungen in Kauf. Es ist alles noch nicht eingespielt, das merkt man, aber die Jungs sind wahnsinnig geduldig und freuen sich auf alles, was kommt», sagte al Saadi, der auch von Problemen bei den Corona-Tests berichtete: «Es gab Lieferengpässe mit den Testkits, aber wir haben jetzt alles zusammen und machen täglich unsere Schnelltests.»

Die deutsche Auswahl hatte 2016 in Rio die Bronzemedaille gewonnen und gehört auch in Tokio zum Kreis der Medaillenkandidaten. Zum Turnierauftakt trifft die Mannschaft am Samstag auf Kanada.


TOKIO: Japans Olympia-Sponsor Toyota geht auf Distanz

Japans Top-Sponsor der Olympischen Spiele, der Autoriese Toyota, geht wenige Tage vor Beginn der Spiele auf Distanz. Vorbereitete Werbespots mit Bezug zu den Spielen werde man nicht ausstrahlen lassen, teilte der Konzern am Montag örtlichen Medien mit. Auch würden Toyota-Chef Akio Toyoda und andere Vertreter nicht an der Eröffnungszeremonie am 23. Juli teilnehmen. Es würden Spiele werden, bei denen vieles auf Unverständnis stoße, hieß es zur Begründung. Toyota ist eines von rund 60 japanischen Unternehmen, die für die Spiele eine gigantische Rekordsumme von zusammen mehr als drei Milliarden Dollar für die Sponsorenrechte hingeblättert hatten.


Anti-Sex-Betten bei Olympia? Irischer Turner macht den Test

TOKIO: Zumindest an der Qualität der Betten sollten Techtelmechtel im olympischen Dorf nicht scheitern. Zu diesem Schluss kam der 21 Jahre alte irische Turner Rhys McClenaghan nach einem Hüpftest auf den aus Pappe hergestellten Möbelstücken. Das Video davon erfreute sich nach der Veröffentlichung auf Twitter am Sonntag (Ortszeit) einiger Beliebtheit und wurde unter anderem vom offiziellen Twitter-Account der Olympischen Spiele geteilt - verbunden mit dem Dank, das Gerücht, die Betten seien instabil, entkräftet zu haben.

Richtig erfreut über die Erkenntnis des WM-Dritten von 2019 dürften die Olympia-Organisatoren aber möglicherweise gar nicht sein. Wegen der Corona-Vorschriften sollen sich die Sportlerinnen und Sportler eigentlich voneinander fern halten - die üblichen Olympia-Kondome etwa gibt es dieses Jahr erst bei der Abreise.


US-Basketballer gewinnen Olympia-Generalprobe gegen Spanien

LAS VEGAS: Gold-Favorit USA hat sein letztes Testspiel vor den Olympischen Spielen gegen Basketball-Weltmeister Spanien gewonnen. Das Team um die NBA-Stars Kevin Durant und Damian Lillard bezwang die Spanier am Sonntagabend (Ortszeit) in Las Vegas 83:76 (36:38). Lillard von den Portland Trail Blazers war mit 19 Punkten bester Werfer für die Amerikaner, für Spanien hatte Ricky Rubio von den Minnesota Timberwolves mit 23 Zählern die beste Ausbeute. Die USA beendeten ihre Testspielreihe vor der Abreise nach Japan mit zwei Siegen und zwei Niederlagen in vier Partien.

Keldon Johnson kam auf 15 Punkte in seinem einzigen Olympia-Test. Der Forward von den San Antonio Spurs war wie JaVale McGee neu ins Team gekommen für Bradley Beal, der wegen eines positiven Corona-Tests nicht mit nach Tokio reisen darf, und den an der Wade verletzten Kevin Love.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio treffen die USA in Gruppe A auf Frankreich, Iran und Tschechien. Spanien spielt in Gruppe C zum Auftakt gegen Gastgeber Japan und zudem gegen Slowenien und Argentinien. Die dritte Gruppe besteht aus Deutschland, Australien, Nigeria und Italien.


Suspendierte russische Schwimmer dürfen bei Olympia starten

TOKIO: Die zuletzt suspendierten russischen Schwimmer Veronika Andrussenko und Alexander Kudaschew dürfen bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start gehen. Das entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas laut einer Mitteilung von Sonntagabend.

Der Weltverband Fina hatte beide Athleten wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen suspendiert. Grundlage waren von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vorgelegte Beweise aus der Untersuchung von Materialien aus dem Moskauer Anti-Doping-Labor. Die Fina konnte nach Ansicht des Cas im Fall der beiden Schwimmer nicht ausreichende Beweise für einen Doping-Verstoß vorlegen. Der Schwimm-Weltverband teilte mit, dass er die Entscheidung des Cas anerkennen werde.

Russland ist wegen Doping-Sanktionen der Wada mit reduzierter Stärke bei Olympia vertreten. 335 Athletinnen und Athleten sollen in Japan um Medaillen kämpfen, sie treten mit neutralem Status an. Sowohl die russische Flagge als auch die Hymne sind bei den Sommerspielen verboten.


Umfrage: Mehrheit der Japaner glaubt nicht an sichere Spiele

TOKIO: Wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio glaubt eine große Mehrheit der Japaner nicht an die Beteuerungen der Veranstalter, es würden «sichere» Spiele werden. Nach einer am Montag veröffentlichen Umfrage der japanischen Tageszeitung «Asahi Shimbun» gaben 68 Prozent der rund 1500 telefonisch Befragten an, dass sichere Spiele angesichts der andauernden Corona-Pandemie nicht möglich seien. Lediglich 21 Prozent halten es für möglich. 55 Prozent sind demnach dagegen, dass die Spiele überhaupt stattfinden. 33 Prozent sind damit einverstanden.

Zwei südafrikanische Fußballer und ein Betreuer des Teams waren am letzten Wochenende vor dem Start der Sommerspiele positiv auf das Virus im Athletendorf getestet worden. Es waren die ersten Corona-Fälle im Athletendorf, in dem auch schon deutsche Sportler wohnen. IOC-Präsident Thomas Bach hatte noch kürzlich beteuert, vom Dorf mit seinen tausenden Bewohnern gehe «null Risiko» aus.

Für den Großraum Tokio gilt während des gesamten Olympia-Zeitraums zum vierten Mal der Corona-Notstand. Die Infektionszahlen in Tokio stiegen zuletzt auf den höchsten Tagesstand seit einem halben Jahr.


Keine weiteren Corona-Fälle bei Olympia-Athleten

TOKIO: Die Olympia-Organisatoren von Tokio haben nach den ersten Corona-Fällen im Athletendorf am Montag keine weiteren Neuinfektionen bei Sportlern festgestellt. Dem am Morgen veröffentlichten Corona-Tagesbericht zufolge entfielen die drei neu ermittelten Fälle auf einen Olympia-Angestellten, einen Leiharbeiter und einen Journalisten. Die Zahl der seit 1. Juli im Olympia-Umfeld registrierten Corona-Infektionen stieg damit auf 58.

Am Vortag waren zehn neue Fälle festgestellt worden, darunter drei Athleten. Betroffen waren unter anderem zwei Fußballer aus dem südafrikanischen Team, die bereits im olympischen Dorf wohnten. «Wir halten das Risiko minimal, aber es ist unvermeidlich, dass wir einige Fälle haben», hatte Christophe Dubi, Olympiadirektor des Internationalen Olympischen Komitees, am Sonntag gesagt. «Wir glauben, dass wir die Lage im Griff haben», sagte Hidemasa Nakamura, der Leiter der zuständigen Abteilung des Organisationskomitees.


Nada-Chefin zu Chancengleichheit bei Olympia: «Gefühlte Wirklichkeit»

TOKIO: Die Nada-Chefin Andrea Gotzmann teilt die Zweifel an der Chancengleichheit bei den Olympischen Spielen in Tokio aufgrund des monatelangen Stillstands bei den Dopingkontrollen nach Beginn der Pandemie nicht. «Ich kann es in gewisser Weise nachvollziehen. Manchmal entspricht die gefühlte Wirklichkeit aber nicht immer der Faktenlage», sagte die Chefin der Nationalen Anti-Doping-Agentur der Deutschen Presse-Agentur.

Relativ zügig habe man nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 das Kontrollsystem wieder anfahren können und seither aufrecht erhalten. Außerdem solle man vorsichtig sein mit der Mutmaßung, dass Doper in großer Zahl die sich bietenden Test-Lücken ausgenutzt haben. «Man sollte den mündigen Athleten nicht unterstellen, dass sie nichts anderes suchen, als solche zeitlichen Lücken zu nutzen, um automatisch nach Dopingsubstanzen zu greifen», sagte Gotzmann.

Doping bedürfe bei dem heutigen Kontrollsystem auch einer minutiösen Planung und Vorbereitung. «Man darf aber das Kontrollsystem nicht immer sofort in Frage stellen», betonte die Biochemikerin. Die Befürchtung, dass die Tokio-Spiele die gedoptesten werden, halte sie für eine «sehr vorschnelle Schlussfolgerung». Gotzmann sagte: «Die Arbeit, die bei uns und die international geleistet wurde, rechtfertigt diese vorzeitige Einordnung nicht.»

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