Nachrichten aus der Sportwelt am Montag

Foto: Pixabay/Free-photos
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Schleswig-Holstein erlaubt 25 Prozent Zuschauer in Stadien und Hallen

LECK: Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat die Beschränkungen der Zuschauerzahlen in Stadien und Sporthallen aufgeweicht. Vom 19. September an dürfen im nördlichsten Bundesland bis zu 25 Prozent aller Zuschauerplätze in Sportstätten belegt werden. Die Hygienekonzepte sollen deshalb angepasst werden. Das teilte die Landesregierung am Montag bei einer Klausurtagung des Kabinetts in Leck mit. Bisher durften nur maximal 500 Zuschauer zum Fußball, im Handball gab es keine Erlaubnis, Fans in die Hallen zu lassen. Die Regelung gilt nicht nur für Profi-, sondern auch für Amateurvereine im allen Sportarten.


Kanzleramtschef: Rasche Einigung zu Fan-Rückkehr in Stadien möglich

MÜNCHEN/BERLIN: Nach monatelanger Corona-Zwangspause ist eine Fan-Rückkehr in die Fußballstadien schon zum Bundesliga-Start an diesem Wochenende in greifbare Nähe gerückt. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete dies am Montag nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. «Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten», sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder an diesem Dienstag ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Länder und einheitliche Regeln an.


Konter nach Hoeneß-Attacke in Alaba-Verhandlung: «Schmutzige Lügen»

MÜNCHEN: Nach der Attacke von Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß haben sich der Vater und der Berater des österreichischen Fußball-Nationalspielers David Alaba zur Wehr gesetzt. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut», sagte George Alaba am Montag dem TV-Sender Sky. «Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen.» Hoeneß hatte den Berater Pini Zahavi als das größte Problem beim Poker um die Vertragsverlängerung des Spielers dargestellt, der den Vater beeinflusse.


Werner und Havertz starten bei Chelsea mit Sieg

BRIGHTON: Timo Werner und Kai Havertz haben im ersten Punktspiel mit dem FC Chelsea drei Punkte geholt. Am ersten Spieltag der englischen Premier League standen die beiden deutschen Fußball-Nationalspieler am Montag in der Startelf beim Auswärtsspiel bei Brighton & Hove Albion und gewannen mit ihrem neuen Team 3:1 (1:0). Jorginho erzielte das erste Tor per Foulelfmeter in der 23. Spielminute, nachdem Werner gefoult worden war. Nach dem Ausgleich durch Leandro Trossard (54.) trafen Reece James (56.) und Kurt Zouma (66.) für das Team aus London.


HSV-Profi Leistner liefert sich Rangelei mit Dynamo-Fan

DRESDEN: Fußball-Profi Toni Leistner vom Hamburger SV hat sich nach der 1:4-Niederlage seines Vereins in der 1. DFB-Pokal-Runde bei der Dynamo Dresden eine Rangelei mit einem Dresdner Fan auf der Tribüne geliefert. Ein privates Video zeigt, wie Leistner auf der Tribüne auf einen Mann losging und ihn zu Boden schubste, ehe umstehende Fans und Ordner die Lage entschärften und Leistner zurückdrängten. Der sprang daraufhin von der Tribüne wieder ins Stadioninnere. Grund für den Ausraster Leistners waren seinen Aussagen zufolge Provokationen durch einen Dynamo-Anhänger zu Beginn eines Interviews mit dem Bezahlsender Sky.


DFB-Pokal: Bielefeld scheitert, BVB weiter

BERLIN: Borussia Dortmund ist bei der Rückkehr von Marco Reus mit einem Kantersieg in die 2. Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Bundesligist siegte am Montagabend beim Drittligisten MSV Duisburg mit 5:0 (3:0). Bei seinem Comeback nach mehr als 220 Tagen Verletzungspause erzielte Reus in der 58. Minute das 5:0. Davor hatten Jadon Sancho (14.) per Handelfmeter sowie Jude Bellingham (30.), Thorgan Hazard (39.) und Axel Witsel (50.) getroffen. Zuvor war Armina Bielefeld als zweiter Fußball-Bundesligist nach Hertha BSC Berlin durch ein 0:1 (0:1) bei Rot-Weiss Essen in der 1. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden.


Tennis-Profi Murray erhält Wildcard für French Open

NEW YORK: Der britische Tennisspieler Andy Murray darf bei den French Open starten.

Die ehemalige Nummer 1 der Welt hat von den Organisatoren in Paris eine Wildcard erhalten. Der 33-jährige Schotte, der unter langwierigen Hüftprobleme litt, war zuletzt bei den US Open in der zweiten Runde ausgeschieden. Das Grand-Slam-Turnier in Paris beginnt am 27. September.


DTM-Rennen auf Nürburgring erneut vor Zuschauern

NÜRBURG: Die Deutschen Tourenwagen Masters fahren auch ihr zweites Rennwochenende auf dem Nürburgring vor Fans. Wie die Veranstalter am Montag mitteilten, hat die zuständige Kreisverwaltung Ahrweiler Grünes Licht für den Ticketverkauf gegeben. Bereits am vergangenen Wochenende waren drei Tribünen mit rund 2500 Plätzen pro Tag für Zuschauer geöffnet gewesen.

«Für die DTM, die Fahrer und für uns als Rennstrecke war es schön, dass die Zuschauer live dabei sein konnten. Nun geht es in das zweite DTM-Wochenende», sagte Mirco Markfort, Geschäftsführer Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG. Die personalisierten Tickets für den Nürburgring können nur online erworben werden.

Am Samstag und Sonntag werden auf dem Kurs in der Eifel zwei Sprintrennen ausgetragen. Am vergangenen Wochenende hätten die Zuschauer großartige Emotionen beschert, sagte Geschäftsführer Marcel Mohnhaupt von der DTM-Betreibergesellschaft ITR. «Umso mehr freuen wir uns alle darüber, dass auch beim zweiten Wochenende am Nürburgring wieder Zuschauer zugelassen sind.»

Die erneute Genehmigung des Hygienekonzepts durch die Behörden und die damit verbundene Zulassung von Zuschauern nährt die Hoffnung der Organisatoren, dass auch das Gastspiel der Formel 1 am 11. Oktober mit Besuchern stattfinden kann. Auch hier streben die Macher am Nürburgring eine Erlaubnis für eine begrenzte Zuschauerzahl an.


Beach-Olympiasiegerin Ludwig gibt Grünes Licht für EM-Start

BERLIN: Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig kann trotz Rücken-Problemen bei den am Dienstag beginnenden Europameisterschaften in Lettland starten. Am Wochenende hatte die 34 Jahre alte Hamburgerin beim «King of the Court» im niederländischen Utrecht, dass nach völlig anderen Regeln ausgespielt wurde, noch ausgesetzt. «Es ist schon etwas Ernstes. Sonst hätte ich nicht zugeschaut», sagte Ludwig dem Internetportal rbb24: Die EM aber sei nicht in Gefahr, erklärte die viermalige Europameisterin: «Nein. Wir gehen von Tag zu Tag - aber der Plan steht, dass wir da hinfahren.»

Für Ludwig und ihre Partnerin Margareta Kozuch ist der EM-Start der Saison-Höhepunkt, da wegen der Corona-Pandemie weiter alle höherklassigen Welttour-Turniere und damit die Olympia-Qualifikation nicht stattfinden. «Ich wollte auf jeden Fall nicht die EM riskieren. Mein Rücken braucht ein bisschen Ruhe. Ich habe schon seit ein paar Tagen ein bisschen damit zu kämpfen», erklärte Ludwig. Bei den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand hatten sich Ludwig/Kozuch im Finale Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur (Berlin/Stuttgart) beugen müssen.

Insgesamt geht der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) an der lettischen Ostseeküste mit acht Teams ins Rennen. Dabei sind auch die Meisterschafts-Dritten Kim Behrens und Cinja Tillmann (Münster), die nach dem Startverzicht des Nationalteams Karla Borger und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) nachgerückt sind. Bei den Männern treten die Hamburger Nationalspieler Nils Ehlers (mit Simon Pfretzschner) und Philipp-Arne Bergmann (mit Lukas Pfretzschner) jeweils mit Interimspartnern an, da Lars Flüggen und Yannick Harms noch verletzt sind.


Nach 30 Jahren: München verliert Schieß-Weltcup

MÜNCHEN: München ist nicht mehr Station des Schieß-Weltcups. Nach mehr als 30 Auflagen ist der Standort mit der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück nicht mehr im Weltcup-Kalender vertreten. Das teilte der Deutsche Schützenbund am Montag mit. «Die allgemeinen Anforderungen und finanziellen Auflagen für die Ausrichtung eines Weltcups sind nochmals gestiegen, so dass das DSB-Präsidium entschieden hat, schweren Herzens keine Bewerbung abzugeben», erklärte DSB-Vizepräsident Sport Gerhard Furnier.


Zwei Jahre verletzt: Wolfsburg-Profi Camacho muss Karriere beenden

WOLFSBURG: Der spanische Fußball-Profi Ignacio Camacho vom VfL Wolfsburg muss seine Karriere im Alter von nur 30 Jahren beenden. Das gaben der Spieler und sein Verein am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt. Der spanische Ex-Nationalspieler wird in den nächsten zwei Jahren ein Trainee-Programm beim Fußball-Bundesligisten absolvieren und dabei mehrere Stationen in der Profi-Abteilung und im Nachwuchsbereich durchlaufen. Camacho bestritt im September 2018 sein letztes Bundesliga-Spiel für den VfL, danach musste er fünf Mal am Fuß operiert werden.


Robben nach Verletzung: «Noch seid ihr mich nicht los»

AMSTERDAM: Trotz einer Leistenverletzung will der frühere Bayern-Star Arjen Robben sein Comeback beim niederländischen Club FC Groningen unbedingt fortsetzen. «Aufgeben kommt in meinem Wörterbuch nicht vor», sagte der Fußballprofi am Montag der Amsterdamer Zeitung «de Volkskrant». Der 36-jährige Mannschaftskapitän war am Sonntag beim 1:3 seines Heimatclubs bei PSV Eindhoven in der 29. Minute verletzt ausgewechselt worden. Wie schwer die Verletzung ist, soll sich nach weiteren Untersuchungen am Dienstag zeigen. Robben gab sich jedoch kämpferisch: «Noch seid ihr mich nicht los.»


Fanrückkehr in Bundesliga-Stadien: Länder beraten am Dienstag

BERLIN: Bund und Länder streben schneller als geplant eine einheitliche Lösung für die Fan-Rückkehr in die Fußball-Stadien an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wollen die Chefs der Staatskanzleien der Länder an diesem Dienstag erneut über Zuschauer auch in Sport-Hallen beraten. Demnach halten Schleswig-Holstein und auch andere Länder es für nötig, bereits bis Mitte September zu Ergebnissen über Kapazitäten zu kommen. Schleswig-Holsteins Regierung will den Vereinen bereits vor Saisonstart Klarheit über die Zuschauersituation verschaffen. Ursprünglich sollte eine Arbeitsgruppe bis Ende Oktober Vorschläge für eine bundeseinheitliche Rückkehr von Fans zu Sportveranstaltungen erarbeitet.


Macron will zur 17. Etappe der Tour de France reisen

PARIS: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Mittwoch bei der 17. Etappe der Tour de France dabei sein. Die Anwesenheit des Staatschefs erinnere das französische Volk daran, wie wichtig es sei, weiterhin mit dem Coronavirus zu leben - immer unter strikter Einhaltung der Gesundheitsvorschriften, aber ohne auf die «mythenhaften Ereignisse» zu verzichten, die Teil des französischen Erbes seien, hieß es am Montag aus Élysée-Kreisen. Auch Frankreichs Premier Jean Castex hatte die Tour begleitet und auf der Pyrenäen-Etappe im Auto von Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme Platz genommen. Prudhomme wurde anschließend positiv auf das Coronavirus getestet. Castex befand sich deshalb anschließend für rund eine Woche in Quarantäne in seinem Amtssitz Matignon in Paris.


Nadal nach US-Open-Finale: Zverev «wird noch mehr Chancen bekommen»

NEW YORK: Der Weltranglistenzweite Rafael Nadal prophezeit Deutschlands bestem Tennis-Profi Alexander Zverev trotz dessen Niederlage im Finale der US Open eine erfolgreiche Zukunft. «Es tut mir leid für Sascha, er war nah dran. Aber auch wenn er ein großes Finale gespielt hat, auf dem Weg dorthin war Dominic etwas besser, deshalb hat er es verdient», sagte der Spanier am Montag in Rom mit Blick auf die Fünf-Satz-Niederlage von Zverev gegen den Österreicher Dominic Thiem. «Sascha wird noch mehr Chancen in der Zukunft bekommen.» Der 34 Jahre alte Nadal hatte wegen der Coronavirus-Pandemie auf eine Teilnahme an den US Open verzichtet und tritt in dieser Woche beim Sandplatzturnier in Rom erstmals wieder auf der ATP-Tour an.


Boxerin Scheurich: Vorwürfe gegen Verband nach Corona-Infektion

LÄNGENFELD: Boxerin Sarah Scheurich hat wegen der Corona-Infektion der fast kompletten deutschen Nationalmannschaft im österreichischen Trainingslager Vorwürfe gegen den deutschen Verband erhoben. Sie sei vor Anreise nicht informiert worden, dass es im selben Hotel in Längenfeld bereits bei der Vorbereitung des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 einen positiven Fall gegeben habe, sagte die Schwerinerin dem NDR-Sportclub am Sonntag. Tatsächlich seien die Mannschaftvertreter jedoch darüber informiert worden, sagte Leistungssportreferent Martin Volke. Von den 16 Sportlern und sieben Betreuern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sollen nach Ablauf der zehn- bis 14-tägigen Isolation im Hotel die Ersten am Dienstag zurückreisen können.


Nach 30 Jahren: München verliert Schieß-Weltcup

MÜNCHEN: München ist nicht mehr Station des Schieß-Weltcups. Nach mehr als 30 Auflagen ist der Standort mit der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück nicht mehr im Weltcup-Kalender vertreten. Das teilte der Deutsche Schützenbund am Montag mit. «Die allgemeinen Anforderungen und finanziellen Auflagen für die Ausrichtung eines Weltcups sind nochmals gestiegen, so dass das DSB-Präsidium entschieden hat, schweren Herzens keine Bewerbung abzugeben», erklärte DSB-Vizepräsident Sport Gerhard Furnier.


Bundesregierung und EU verurteilen Hinrichtung von iranischem Ringer

BERLIN: Die Bundesregierung und die EU haben die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari scharf verurteilt. «Wir sind entsetzt darüber, dass die Todesstrafe gegen den Sportler Navid Afkari am vergangenen Samstag in Iran vollstreckt wurde», erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. «Die Bundesregierung verurteilt diese Hinrichtung, die trotz internationaler Proteste und Bitten um Aussetzung durchgeführt wurde, auf das Schärfste.» Es habe erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens gegeben, so die Sprecherin. Die EU äußerte sich ähnlich. «Die Europäische Union lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen und ohne Ausnahme ab», sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Es handele sich um eine grausame Strafe, die die menschliche Würde und Unantastbarkeit auf inakzeptable Weise verleugne.


Sandra Starke und Paulina Krumbiegel für DFB-Auswahl nachnominiert

FRANKFURT/MAIN: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat Sandra Starke vom SC Freiburg und Paulina Krumbiegel von der TSG 1899 Hoffenheim für die bevorstehenden EM-Qualifikationsspiele der Fußballerinnen nachnominiert. Grund dafür sind die verletzungsbedingten Absagen der beiden Münchnerinnen Linda Dallmann und Kristin Demann, wie der DFB am Montag mitteilte. Die DFB-Auswahl trifft bei der Qualifikation für die EM 2022 in England am Samstag in Essen auf Irland und spielt am darauffolgenden Dienstag in Podgorica gegen Montenegro.


Thomas verpasst Sieg bei Tirreno-Adriatico - Zweiter hinter Yates

SAN BENEDETTO DEL TRONTO: Der frühere Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas hat den Gesamtsieg bei der Radrundfahrt Tirreno-Adriatico knapp verpasst. Der Waliser rückte am Montag durch einen vierten Platz im abschließenden Einzelzeitfahren in San Benedetto del Tronto über 10,1 Kilometer noch auf den zweiten Gesamtrang vor, blieb aber in der Endabrechnung 17 Sekunden hinter dem Briten Simon Yates. Den Kampf gegen die Uhr gewann der viermalige Bahnrad-Weltmeister Filippo Ganno vor Stundenweltrekordler Victor Campenaerts. Das Trikot des Punktbesten holte der Pfälzer Pascal Ackermann, der die ersten beiden Etappen gewann.


Weltverband prüft wegen Hamilton-Shirt möglichen Regelverstoß

MUGELLO: Für Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton könnte das Tragen eines T-Shirts mit einer Botschaft gegen Polizeigewalt beim Grand Prix in Mugello ein Nachspiel haben. Ein Sprecher des Weltverbands Fia bestätigte der BBC am Montag, der Vorfall werde «aktiv geprüft». Der Brite hatte vor und nach seinem Sieg beim Großen Preis der Toskana am Sonntag ein T-Shirt mit der Aufschrift «Verhaftet die Polizisten, die Breonna Taylor getötet haben» getragen. Auf der Rückseite war ein Foto der Schwarzen zu sehen, die in den USA von der Polizei erschossen worden war.

Die Fia untersuche, ob der Mercedes-Pilot mit dem Shirt gegen die Statuten des Verbands verstoßen hat. Der Weltverband sieht sich als unpolitische Organisation und hat für das Verhalten auf den Rennstrecken ein detailliertes Regelwerk. Zuletzt hatten Fahrer und Teams allerdings im Zuge der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste und der «Black lives Matter»-Bewegung jeweils vor den Rennen Zeichen setzen dürfen. Zudem hat die Formel 1 mit Unterstützung von Hamilton ein Programm für mehr Diversität im Motorsport ins Leben gerufen.

Hamilton ist der einzige schwarze Formel-1-Pilot und hat sich zuletzt immer wieder deutlich gegen Rassismus und Polizeigewalt zu Wort gemeldet. «Es hat lange gedauert, dieses Shirt zu bekommen», sagte Hamilton in Mugello. «Wir können uns nicht ausruhen, wir müssen darauf aufmerksam machen.» Der 35-Jährige lobte auch die japanische Tennis-Spielerin Naomi Osaka, die zuletzt einen Mund-Nase-Schutz trug, auf dem der Name Breonna Taylor stand. «Naomi ist eine großartige Inspiration, und wir müssen in diesen Belangen weiter Druck machen», sagte Hamilton.


Kämna über Slowenen-Duo: Ausnahmefahrer, aber nicht unerreichbar

SASSENAGE: Das deutsche Radsport-Talent Lennard Kämna hält die beiden führenden Slowenen Primoz Roglic und Tadej Pogacar bei der Tour de France für absolute Ausnahmefahrer, sieht ihre Leistungen aber nicht als unerreichbar an. «Ob ich da persönlich jemals hinkommen werde, steht in den Sternen. Man kann nie sagen, ich werde mal gut genug sein, um die Tour zu gewinnen: Es wäre schwachsinnig, das zu behaupten. Das kann auch nicht jeder. Es wird immer Leute geben, die außergewöhnliche Leistungen bringen», sagte Kämna bei einer Pressekonferenz am zweiten Ruhetag und fügte hinzu: «Ich denke, dass die Leistung allgemein zu erreichen ist, wenn man genug Talent hat und genug trainiert. Das ist mein Ziel für die nächsten Jahre.»

Die Leistungen des Gesamtersten Roglic und seinem beherrschenden Jumbo-Visma-Team seien «sehr gut, aber sie waren nicht astronomisch». Mit einer normalen Form hätte man aber zumindest am Anfang da mitfahren können. Kämna war in der ersten Tour-Woche nach drei Stürzen angeschlagen und keine Hilfe für seinen Kapitän Emanuel Buchmann vom Bora-hansgrohe-Team. Auf der zwölften Etappe hatte der 24-Jährige dann den zweiten Platz bei der Bergankunft auf dem Puy Mary belegt.

Für die Zukunft gilt Kämna als möglicher Kandidat für vordere Platzierungen bei einer großen Rundfahrt. Mit seinem Team sei aber noch nicht besprochen worden, wann er mal als Kapitän bei einer Rundfahrt fahren könnte.


Titelverteidiger Pedersen verzichtet auf Start bei Rad-WM

IMOLA: Der Däne Mads Pedersen wird bei der Rad-WM in Imola nicht seinen Titel im Straßenrennen verteidigen. Aufgrund des schweren Profils mit insgesamt 5000 Höhenmetern hätte der 24-Jährige kaum Aussichten auf eine vordere Platzierung. Die dänische Mannschaft setzt stattdessen im Straßenrennen am 27. September auf Lüttich-Bastogne-Lüttich-Sieger Jakob Fuglsang.

Die WM findet in diesem Jahr vom 24. bis zum 27. September in der italienischen Stadt Imola statt. Start und Ziel aller Rennen liegen dabei jeweils auf der Autorennstrecke. Imola, das bereits 1968 die WM ausgetragen hatte, übernahm kurzfristig die Gastgeberrolle von den Schweizer Städten Aigle und Martigny. Nachdem der Schweizer Bundesrat die Entscheidung getroffen hatte, die Obergrenze mit 1000 Besucherinnen und Besucher bei Großveranstaltungen bis Ende September aufrechtzuerhalten, wurde die WM dort abgesagt und nach Italien verlegt.


Pogacar fordert Gelbträger Roglic heraus: «Kampf noch nicht beendet»

SASSENAGE: Der Zweitplatzierte Tadej Pogacar hat seinem slowenischen Landsmann und Rivalen Primoz Roglic bei der Tour de France einen heißen Kampf um das Gelbe Trikot angekündigt. «Der Kampf um Gelb ist noch nicht beendet. Wenn ich die Chance zum Sieg habe, werde ich die Möglichkeit ergreifen», sagte der 21-Jährige auf einer Pressekonferenz am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt. Pogacar liegt in der Gesamtwertung nur 40 Sekunden hinter Spitzenreiter Roglic.


Buchmann als Helfer in der letzten Tour-Woche - «Nicht so aussteigen»

SASSENAGE: Der als Podiumsanwärter in die Tour de France gestartete Emanuel Buchmann sieht sich in der letzten Woche nur noch als Helfer. «Vielleicht kann ich mich ein bisschen erholen am Ruhetag und dann etwas für die Mannschaft tun. Die Tour will man nicht so aussteigen. Man will etwas für die Mannschaft machen. Die arbeiten sonst auch für mich», sagte Buchmann, nachdem er auf der Bergankunft am Sonntag am Grand Colombier mehr als eine halbe Stunde hinter dem slowenischen Tagessieger Tadej Pogacar ins Ziel gekommen war.

Buchmann war nach einem schweren Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt bereits angeschlagen in die Tour gegangen, in den letzten Tagen ist der Radprofi vom Team Bora-hansgrohe auch noch krank geworden. «Mir ging es schon mal besser. Es läuft nicht rund. Die letzten Tage bin ich ein bisschen erkältet und angeschlagen. Mit dem Magen habe ich Probleme», berichtete der Vorjahresvierte.


16. Tour-Etappe: Womöglich eine Chance für Schachmann oder Kämna

SASSENAGE: Mit einer mittelschweren Bergetappe geht die 107. Tour de France in ihre letzte Woche. Auf dem 16. Teilstück von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans sind am Dienstag fünf Anstiege zu bewältigen, allerdings geht es noch nicht die ganz großen Pässe hinauf. 33 Kilometer vor dem Ziel bildet der Montée de Saint-Nizier-du-Moucherotte, ein Berg der ersten Kategorie, mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,5 Prozent auf 11,1 Kilometer die schwerste Prüfung des Tages. Der Schlussanstieg ist dagegen nur noch 2,2 Kilometer lang.

Auch mit Blick auf die schwere Bergetappe am Mittwoch dürfte der Tag eher eine Angelegenheit für bergfeste Fahrer aus der zweiten Reihe sein. Vielleicht ist es auch noch einmal eine Chance für Maximilian Schachmann oder Lennard Kämna.

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