Nachrichten aus der Sportwelt am Montag

Die US-amerikanische Serena Williams. Foto: epa/Andy Rain
Die US-amerikanische Serena Williams. Foto: epa/Andy Rain

Serena Williams in Toronto mit erstem Tennis-Sieg im Jahr 2022

TORONTO: Die langjährige Tennis-Weltranglisten-Erste Serena Williams hat nach dem missglückten Comeback in Wimbledon erstmals in diesem Jahr ein Match gewonnen. Die 40 Jahre alte Amerikanerin siegte beim Turnier in Toronto am Montag 6:3, 6:4 gegen Nuria Parrizas Diaz aus Spanien und zog damit in die zweite Runde ein. Der Erfolg stand erst nach fast zwei Stunden Spielzeit fest. Die Gewinnerin von 23 Grand-Slam-Turnieren hatte Mitte Juli beim Rasen-Klassiker in Wimbledon nach einjähriger Verletzungspause gleich in der ersten Runde gegen die Französin Harmony Tan verloren. Danach hatte sie zunächst offen gelassen, ob sie ihre Karriere fortsetzen würde.


Keine Einzel-Medaille für deutsches Reit-Team bei Dressur-WM

HERNING: Bei der ersten von zwei Einzelentscheidungen der Dressur-WM sind die deutschen Starter leer ausgegangen. Für die beste Platzierung im Grand Prix Special sorgte am Montagabend im dänischen Herning Isabell Werth aus Rheinberg, die mit Quantaz auf Rang vier ritt. Fünfter wurde Benjamin Werndl aus Tuntenhausen mit Famoso. Rekordweltmeisterin Werth lag mit weniger als 0,4 Prozentpunkten hinter der Niederländerin Dinja van Liere mit Hermes. Neue Weltmeisterin ist die Britin Charlotte Fry mit Glamourdale. Silber ging an die favorisierte Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Vamos Amigos. Letzte Dressur-Entscheidung der WM ist am Mittwoch die Kür.


Hertha BSC holt Ex-Mainzer Boëtius - Vertrag bis 2025

BERLIN: Nach dem missglückten Saisonstart hat Hertha BSC Jean-Paul Boëtius verpflichtet. Dies gab der Berliner Fußball-Bundesligist am Montag bekannt, zuvor hatte die «Bild» darüber berichtet. Der frühere Profi des FSV Mainz 05 unterschrieb einen Vertrag bis 2025. Der offensive Mittelfeldspieler war zuvor ohne Verein und kostet daher keine Ablöse, nachdem seinen Vertrag beim Ligakonkurrenten Mainz nach der vergangenen Spielzeit ausgelaufen war. In Mainz war der 28-jährige Niederländer zuvor seit 2018 und spielte unter anderen unter dem aktuellen Berliner Trainer Sandro Schwarz.


RB Leipzig verleiht Angeliño an die TSG Hoffenheim

SINSHEIM: Außenverteidiger Angeliño wird von RB Leipzig an Bundesliga-Rivale TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen und soll dort den abgewanderten Nationalspieler David Raum ersetzen. Der 25 Jahre alte Spanier wechselt bis zum Saisonende von den Sachsen zum Ligarivalen aus dem Kraichgau, wie beide Clubs am Montag mitteilten. Angeliño hatte beim Champions-League-Teilnehmer keine große Zukunft mehr, weil Leipzig noch vor dem Liga-Saisonstart Raum verpflichtete und mit einem Vertrag bis Juni 2027 ausgestattet hatte. Nach dpa-Informationen kommt zudem der Slowene Benjamin Sesko von Red Bull Salzburg zum DFB-Pokalsieger. Zuerst hatte die «Bild» darüber berichtet. Der 19 Jahre alte Angreifer soll bei den Leipzigern einen Fünfjahresvertrag unterschreiben, der allerdings erst zur nächsten Saison Gültigkeit besitzt.


Werner-Transfer rückt näher: Nationalstürmer in Leipzig eingetroffen

LEIPZIG: Der erwartete Transfer von Timo Werner vom FC Chelsea zum Fußball-Bundesligisten RB Leipzig nähert sich seinem Abschluss. Am Montagabend landete der 26-Jährige auf dem Flughafen Leipzig/Halle in einer zum RB-Konsortium gehörenden Privatmaschine. Direkt auf dem Rollfeld wurde er abgeholt und in ein Hotel in der Leipziger Innenstadt gebracht. Nach Informationen verschiedener Medien soll Werner an diesem Dienstag seinen Medizincheck absolvieren, eher der Wechsel verkündet wird. Für die Rückholaktion muss RB Leipzig demnach rund 20 Millionen Euro plus Boni an den englischen Spitzenclub von Trainer Thomas Tuchel überweisen. Chelsea hatte Werner 2020 für rund 55 Millionen Euro Ablöse von RB Leipzig bekommen.


Wechsel perfekt: Kölner Modeste für ein Jahr nach Dortmund

DORTMUND: Der Wechsel von Anthony Modeste zu Borussia Dortmund ist perfekt. Wie der Fußball-Bundesligist am Montag mitteilte, unterschrieb der 34 Jahre alte Torjäger vom 1. FC Köln im Anschluss an einen medizinischen Check einen Einjahresvertrag. Der Franzose soll beim Revierclub den an einem Tumor erkrankten und deshalb monatelang fehlenden Neuzugang Sébastien Haller ersetzen. Dem Vernehmen nach beträgt die Ablöse für den eigentlich bis 2023 an die Kölner gebundenen Modeste rund fünf Millionen Euro. Mit seinen Treffern hatte er in der vorigen Saison großen Anteil am Einzug der Kölner in die Conference League.


Tierärztliche Untersuchung: Deutsche Spring-Pferde fit für WM

HERNING: Die Pferde der Nationalmannschaft der deutschen Springreiter sind fit für die Weltmeisterschaft. Sie haben die tierärztliche Untersuchung am Montag im dänischen Herning problemlos überstanden. «Es sind alle gesund, das ist erst mal das Wichtigste», sagte Bundestrainer Otto Becker. Die erste Prüfung ist ein Zeitspringen am Mittwoch. Becker hat ein Team mit drei erfahrenen Reitern und einer Newcomerin nominiert. Neben Europameister André Thieme mit Chakaria gehören Christian Ahlmann mit Dominator und Marcus Ehning mit Stargold zum Team sowie die im belgischen Bocholt lebende Reiterin Jana Wargers mit Limbridge.


Basketball-Star Schröder will NBA-Zukunft nicht kommentieren

KÖLN: Basketball-Star Dennis Schröder will seine Zukunft in der nordamerikanischen Profiliga NBA derzeit nicht groß kommentieren. Auf eine entsprechende Frage beim Medientraining in Köln am Montag antwortete der 28-Jährige: «Im Endeffekt sind wir jetzt bei der Natio. Das ist das, worauf ich mich konzentriere.» Aufbauspieler Schröder wurde in der vergangenen Saison von den Boston Celtics an die Houston Rockets abgegeben. Bei den Texanern lief sein Vertrag in diesem Sommer aus. Noch steht nicht fest, ob und für welchen Club der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft in der neuen NBA-Saison aufläuft. Bei der Heim-EM in Köln und Berlin im September soll Schröder das deutsche Nationalteam zu einer Medaille führen.


Mainzer Vorstand Lehmann vom Aufsichtsrat abberufen

MAINZ: Der Aufsichtsrat von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 hat Jan Lehmann als Vorstand abberufen. Der Funktionär wird bis zum Vertragsende am 30. November 2022 freigestellt, wie die Rheinhessen am Montag mitteilten. Man habe «im Aufsichtsrat seit einiger Zeit wahrgenommen und in vielen Gesprächen festgestellt, dass es im Verein unterschiedliche und teilweise nicht miteinander vereinbare Ansichten darüber gab, wie Mainz 05 in der Zukunft entwickelt werden soll und an welcher Stelle dabei Schwerpunkte gesetzt werden sollen», sagte Aufsichtsratsboss Volker Baas laut Clubmitteilung. Lehmann hatte den Posten «Kaufmännischer Vorstand» seit Februar 2018 inne.


Lewandowski: FC Bayern braucht keine klassische Neun

MÜNCHEN: Nach seinem Abschied zum FC Barcelona hält Robert Lewandowski den FC Bayern München in der Offensive für variabler. «Ich habe keine Zweifel daran, dass sie ihre Tore auch ohne mich machen. Ich bin mir sicher, dass andere Spieler jetzt mehr Tore schießen werden als in den vergangenen Jahren. Sie sind sehr variabel und haben so viel Qualität, dass sie keine klassische Neun brauchen», sagte Lewandowski dem TV-Sender Sport1 im Interview. Der 33 Jahre alte Pole war fünfmal nacheinander Torschützenkönig für den FC Bayern geworden. Insgesamt stand der Nationalstürmer siebenmal in dieser Wertung ganz vorne.


Leverkusens Torwart Hradecky für ein Bundesliga-Spiel gesperrt

FRANKFURT/MAIN: Bayer Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky ist nach seiner Roten Karten gegen Borussia Dortmund für ein Spiel gesperrt worden. Diese Entscheidung des Sportgerichts teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag mit. Hradecky wird damit am Samstag in der Bundesliga gegen den FC Augsburg nicht zur Verfügung stehen. Der finnische Schlussmann hatte am Samstag bei der 0:1-Niederlage beim BVB einen Ball knapp außerhalb des Strafraums mit der Hand gefangen und dafür die Rote Karte gesehen. Spieler und Verein haben das Urteil bereits akzeptiert.


Nächster Leistungsträger bleibt: Gladbach verlängert mit Hofmann

MÖNCHENGLADBACH: Borussia Mönchengladbach hat den Vertrag mit dem nächsten Leistungsträger verlängert und Jonas Hofmann bis 2025 an den Club gebunden. Der Nationalspieler, der seit Januar 2016 am Niederrhein spielt, hat seinen im nächsten Sommer auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert, inklusive einer Option für ein weiteres Jahr. Erst am Freitag hatte der Franzose Alassane Plea seine Zusage für zwei weitere Jahre in Mönchengladbach gegeben. Damit hat der Fußball-Bundesligist bei zwei von fünf Stammspielern, deren Verträge zum Saisonende auslaufen, auch ablösefreie Transfers im nächsten Sommer verhindert.


«Nicht scharf darauf»: Lahm fliegt nicht zur WM nach Katar

BERLIN: Philipp Lahm bleibt der umstrittenen Fußball-WM Ende des Jahres in Katar fern. «Ich zähle nicht zur Delegation und bin nicht scharf darauf, als Fan hinzufliegen», sagte der Weltmeister von 2014 im Interview mit dem «Kicker» (Montag): «Da verfolge ich das Turnier lieber von Zuhause aus.» Lahm, der bei der Heim-EM 2024 als Turnierdirektor in der Verantwortung steht, sieht die Ausrichtung des Großevents im Emirat höchst kritisch. Deswegen forderte der frühere Kapitän des FC Bayern München und der Nationalmannschaft: «Menschenrechte sollten bei der Turniervergabe mit die größte Rolle spielen.»


Rad-EM: Deutsche Mannschaft mit Doppelspitze Ackermann/Bauhaus

MÜNCHEN: Die deutsche Mannschaft setzt im Straßenradrennen bei der EM in München am 14. August auf eine Doppelspitze mit den Sprintern Pascal Ackermann und Phil Bauhaus. Beide hatten zuletzt jeweils eine Etappe bei der Polen-Rundfahrt gewonnen. Außerdem stehen die Klassiker-Spezialisten John Degenkolb und Nils Politt sowie Nico Denz, Alexander Krieger, Michael Schwarzmann und Roger Kluge im Aufgebot. Im Frauen-Rennen am 21. August wird das deutsche Aufgebot von Bahnrad-Olympiasiegerin Lisa Brennauer, die in München ihre Karriere beendet, sowie der EM-Zweiten Liane Lippert angeführt.


Athletinnen und Athleten fordern Verlegung der Marathon-Startzeit

MÜNCHEN: Aus Sorge vor Hitzerennen bei den European Championships fordern internationale Läuferinnen und Läufer eine Verlegung der Marathon-Startzeit. Mehr als 50 Athletinnen und Athleten appellieren in einem Offenen Brief an die Veranstalter, die Gesundheit der Athletinnen und Athleten zu schützen und den Start in die Morgenstunden zu verlegen. Dies teilte die Interessenvereinigung Athleten Deutschland am Montag mit. Für eine Verlegung machen sich unter anderen die deutschen Topläufer Amanal Petros und Katharina Steinruck stark.


Dressur-WM: Kein Protest nach Corona-Infektion eines Briten

HERNING: Die deutsche Delegation bei der Dressur-WM in Dänemark wird trotz des Rittes eines corona-infizierten Briten keinen Protest einlegen. «Nein, das werden wir nicht machen», sagte Equipe-Chef Klaus Roeser der Deutschen Presse-Agentur am Montagmorgen. «Das ist nicht unser Stil, sportlich ist es entschieden.» Ohne das Ergebnis des infizierten Gareth Hughes hätten die Briten am Sonntagabend in Herning nicht den zweiten Platz hinter Dänemark belegt, sondern Deutschland. Der britische Mannschaftskollege Richard Davison hatte die Infektion von Hughes am Sonntagabend öffentlich gemacht


Fußball-Nationalspielerin Anyomi nach EM an der Hand operiert

FRANKFURT/MAIN: Fußball-Nationalspielerin Nicole Anyomi hat sich nach der Europameisterschaft in England einer Operation an der Hand unterzogen. Die 22-Jährige leidet an einer Scaphoidfraktur in der Hand, wie ihr Verein Eintracht Frankfurt am Montag mitteilte. Die Verletzung hatte sich Anyomi im dritten EM-Gruppenspiel gegen Finnland, bei dem sie auch ein Tor erzielte, zugezogen. Offensivspielerin Anyomi wurde zwei Wochen später im Finale noch einmal eingewechselt. Nach der Operation an diesem Montagmorgen könnte Anyomi zeitnah ins Training zurückkehren.


Umfrage: Ein Drittel der Fans will Frauen-Bundesliga mehr verfolgen

BERLIN: Mit ihren erfolgreichen und sympathischen Auftritten bei der Fußball-EM in England haben die deutschen Nationalspielerinnen auch neue Fans für die Bundesliga dazugewonnen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von «t-online» wollen 35 Prozent der 1519 befragten Fußballfans die Frauen-Bundesliga künftig intensiver verfolgen. Auf die entsprechende Frage antworteten 16 Prozent mit «Ja, auf jeden Fall» und 19 Prozent mit «Eher ja». Knapp die Hälfte der befragten Personen gab jedoch zu, die Spiele auf keinen Fall oder eher nicht stärker verfolgen zu wollen. 14 Pozent äußerten sich unentschlossen.


«Bild»: Werner-Transfer wird am Dienstag besiegelt

LEIPZIG: Fußball-Nationalspieler Timo Werner wird nach Medienberichten bereits am Dienstag einen neuen Vertrag bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig unterschreiben. Das berichtet die «Bild» am Montag. Auch Sky berichtete, dass der Deal zwischen dem FC Chelsea und dem DFB-Pokalsieger für rund 20 Millionen Euro plus Boni perfekt sei. Nach «Bild»-Informationen wird Werner einen Fünfjahresvertrag bei den Sachsen erhalten. Der 26-Jährige wird bereits am (heutigen) Montag in Leipzig erwartet.


Klose feiert Premierensieg: «Ich finde es fantastisch»

ALTACH: Nach seinem Premierensieg in der österreichischen Fußball-Bundesliga war Miroslav Klose schwer begeistert. «Ich finde es fantastisch und bin total stolz auf die Jungs», sagte der Trainer des SCR Altach nach dem 3:2 (0:1) am Sonntag gegen Austria Wien: «Die Mannschaft muss an sich glauben, dann sind solche Siege möglich.»

Nach einem 0:2-Rückstand sicherte sich das Klose-Team dank einer Aufholjagd und dem späten Siegtreffer von Atdhe Nuhiu (90.+4) den ersten Dreier im dritten Ligaspiel unter dem deutschen Coach. «Das Wichtigste ist, dass wir trotz des Rückstandes weiterhin an uns geglaubt haben», meinte der Weltmeister von 2014: «Aber jetzt müssen wir auf dem Boden bleiben, es liegt noch viel Arbeit vor uns.»

Der frühere Nationalspieler Klose hatte das Traineramt bei den Vorarlbergern im vergangenen Juni übernommen. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere war der einstige Weltklasse-Stürmer beim FC Bayern München als Nachwuchs- und Co-Trainer angestellt gewesen.


Deutscher Kletterer Flohé will EM-Gold: «Traue mir Sieg zu»

MÜNCHEN: Deutschlands Top-Kletterer Yannick Flohé hofft bei der Heim-EM in München auf den ganz großen Coup. «Klar ist es mein Ziel, zu gewinnen. Ich traue mir den Sieg zu», sagte der 22 Jahre alte Essener der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Kletter-Wettkämpfen vom 11. bis 18. August am Königsplatz freut sich der Bronzemedaillengewinner der WM 2019 vor allem auf die Unterstützung der deutschen Fans. «Das wird ziemlich cool. So eine große Bühne haben wir nicht so oft.»

Flohé hatte im Juni seinen ersten Weltcup-Sieg im Bouldern gefeiert. Im Lead, dem klassischen Vorstiegsklettern am Seil, verpasste er das Podium zuletzt mehrmals knapp. «Die Erwartungen sind schon gestiegen. Ich will nicht mehr nur mitklettern», sagte der Allrounder von der Sektion Aachen. Ohne seine Top-Konkurrenten aus Japan gilt Flohé als heißer Anwärter auf Edelmetall.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) startet mit insgesamt 20 Athleten in die EM. Neben den Einzeldisziplinen Speed, Bouldern und Lead wird in München das neue Kombinationsformat «Boulder & Lead» ausgetragen, das auch bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris im Programm ist. Sprünge an der Wand, Akrobatische Bewegungen oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire an den Griffen.


Alpine-Teamchef kritisiert Piastri: «Mehr Loyalität erwartet»

ENSTONE: Im Formel-1-Vertragszoff um Oscar Piastri hat Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer die australische Nachwuchshoffnung scharf kritisiert. «Ich hätte von Piastri mehr Loyalität erwartet. Er sollte mehr dem Team gegenüber zeigen, das sich um ihn gekümmert hat, das ihn in die Weltmeisterschaft gebracht hat und das ihn vor allem im letzten Jahr in ein Formel-1-Auto gesetzt hat, um ihn vorzubereiten und ihn mit den Strecken vertraut zu machen», sagte Szafnauer (57) «El Confidencial» in Spanien. Man habe «Millionen und Abermillionen von Euro» in Piastris Entwicklung gesteckt.

«Ich bin seit 1989 in der Formel 1 und habe so etwas noch nie gesehen. Und es geht nicht um die Formel 1, es geht um die Anständigkeit eines Menschen», befand Szafnauer.

Nach dem überraschenden Abschied von Fernando Alonso zum Jahresende als Nachfolger von Sebastian Vettel zu Aston Martin braucht Alpine einen neuen Fahrer. Das französische Team gab daraufhin Toptalent Piastri als Pilot neben Esteban Ocon für 2023 bekannt. Der Australier, bereits Ersatzfahrer bei Alpine, widersprach der Darstellung. «Ich werde nächstes Jahr nicht für Alpine fahren», erklärte Piastri, der wohl zu McLaren wechseln will.

Alpine geht weiter davon aus, im Recht zu sein. «Wir haben einen Vertrag mit Piastri, den er im November unterschrieben hat. Wir haben mit unseren Anwälten gesprochen und sie haben uns gesagt, dass es sich um einen verbindlichen Vertrag handelt», erklärte Szafnauer. Demnach könne Alpine 2023 als Fahrer auf Piastri zurückgreifen und besitze auch eine Option für 2024 auf ihn.


Rhein-Ruhr-Macher Mronz für neue Olympia-Bewerbung trotz Krisen

KÖLN: Kurz vor den European Championships in München hat sich Sportmanager Michael Mronz für erneute Bemühungen um Olympia in Deutschland stark gemacht. «Ein Großsportevent wie Olympische und Paralympische Spiele würde einen großen Schub für den gesamten Sport bringen. Daher sollten wir uns damit heute für die Zukunft unserer Kinder und unserer Gesellschaft beschäftigen, trotz der aktuellen Krisen», sagte der Initiator der privaten Rhein-Ruhr-Kampagne um die Sommerspiele 2032 der Deutschen Presse-Agentur.

Die stark von den Folgen der Corona-Krise betroffene Sportlandschaft in Deutschland könne von Olympia im eigenen Land enorm profitieren. «Die Themen Bewegungsarmut und Adipositas sind leider hochaktuell. Investitionen in den Sport sind Muss-Investitionen und keine Kann-Investitionen», sagte Mronz und verwies auf die Nachwirkungen der Sommerspiele vor 50 Jahren: «München 1972 hat gezeigt, wie nachhaltig Spiele im eigenen Land sein können.»

Der Anlauf der Rhein-Ruhr-Region auf die Sommerspiele 2032 war vorzeitig gescheitert, Brisbane erhielt vom Internationalen Olympischen Komitee den Vorzug. Laut Mronz unterstützen Land und Kommunen die Olympia-Pläne in Nordrhein-Westfalen aber weiterhin. «Wenn Deutschland geschlossen hinter einer Bewerbung steht, haben wir gute Chancen, auch international», sagte der 55-Jährige.

In München startet am Donnerstag eine Art Mini-Olympia mit den Europameisterschaften in neun Sportarten. Herz der Multi-EM sind Sportstätten der Sommerspiele 1972.


DOSB-Chef: Multi-EM in München kann Zustimmung für Olympia stärken

MÜNCHEN: Von erfolgreichen European Championships in München erhofft sich DOSB-Chef Thomas Weikert Rückenwind für einen neuen Anlauf auf Olympische Spiele in Deutschland. «Das Beispiel München kann auch dazu beitragen, Akzeptanz und Zustimmung für das Thema Olympia in unserem Land zu stärken», sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds der Deutschen Presse-Agentur. Laut Weikert zeigt das Erbe der Sommerspiele 1972 mit dem Olympiapark auch beispielhaft, wie eine erneute Bewerbung gelingen könne.

«Eine glaubwürdige und nachhaltige Nutzung ist eine Grundvoraussetzung jeder Bewerbung, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist», sagte der 60-Jährige. Einige Sportstätten der Spiele von vor 50 Jahren sind auch Herz des am Donnerstag beginnenden Multi-Sportereignisses mit neun Europameisterschaften in Bayerns Landeshauptstadt. «Natürlich macht eine aktuelle Sportgroßveranstaltung noch einmal ganz deutlich, wie lebendig das Erbe von 1972 heute immer noch ist», sagte Weikert.

Auch das aktuelle gesellschaftliche Umfeld mit Ukraine-Krieg, Energiekrise und Corona-Wellen sieht der DOSB-Chef nicht als Grund, auf einen Olympia-Anlauf zu verzichten. Laut Weikert könnten «große Leuchtturmprojekte wie Olympische Spiele auch Antworten auf Krisen wie die Pandemie geben». Der DOSB wolle Olympia und Paralympics «sehr gerne einmal wieder bei uns haben».

Zunächst wolle der Dachverband aber «einen Prozess etablieren, um ein möglichst breites Meinungsbild zu schaffen, was eine Olympiabewerbung Deutschland und uns allen bringen würden». Serienweise sind deutsche Olympia-Bewerbungen zuletzt ohne Erfolg geblieben, auch weil die Bürger dagegen waren - etwa beim Bemühen um die Winterspiele für 2022 mit München und um die Sommerspiele für 2024 mit Hamburg.

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