Nachrichten aus der Sportwelt am Mittwoch

Die Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja. Foto: Twitter/@dziedzic_ewa
Die Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja. Foto: Twitter/@dziedzic_ewa

Belarussische Sprinterin Timanowskaja in Polen eingetroffen

WARSCHAU: Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja ist nach einem Umsteigestopp in Wien in Warschau eingetroffen. Die Maschine der staatlichen Fluglinie LOT landete am Mittwochabend auf dem internationalen Chopin-Flughafen der polnischen Hauptstadt. Die 24-Jährige hatte in Polen ein humanitäres Visum erhalten. Nach eigenen Angaben sollte sie nach einem Konflikt mit Sportfunktionären bei den Olympischen Spielen in Tokio gegen ihren Willen in ihr Heimatland zurückgebracht werden, das von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert wird.

In Warschau dürfte es bald ein Wiedersehen zwischen Timanowskaja und ihrem Ehemann, Arseni Sdanewitsch, geben. Polen stellte nach Angaben eines Regierungssprechers auch ihm ein humanitäres Visum aus. Sdanewitsch war aus Belarus geflohen und hielt sich zuletzt in der Ukraine auf. Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz sagte, es liege an Timanowskaja, ob sie in Polen bleiben wolle: «In einer Demokratie entscheiden die Menschen selbst über ihre Zukunft.»

Die 24-jährige Sprinterin hatte ihre Reisepläne in letzter Minute geändert. Sie war von Tokio aus nicht direkt nach Polen geflogen, sondern über das neutrale Österreich. Als Grund für die Maßnahme wurden Sicherheitsgründe vermutet. Das IOC hat unterdessen eine Disziplinarkommission zur Aufklärung des Olympia-Skandals rund um die Sprinterin eingesetzt.


Timanowskaja auf dem Weg nach Warschau

TOKIO/WIEN: Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja ist am Mittwochabend von Wien nach Warschau geflogen.

Das bestätigte das österreichische Außenministerium. In Polen hat sie Asyl beantragt und inzwischen ein humanitäres Visum erhalten. Die 24-jährige Olympia-Teilnehmerin hatte aus Sicherheitsgründen auf ihrem Flug von Tokio nach Polen einen mehrstündigen Zwischenstopp in Wien gemacht, wo sie von der Öffentlichkeit abgeschirmt und streng bewacht wurde. Die Sportlerin hat nach eigenen Angaben einen Entführungsversuch durch belarussische Kräfte in Japan hinter sich. Der 24-Jährigen geht es laut Behörden gut, sie sei aber müde und auch nervös, hieß es. Am Donnerstag will sich Timanowskaja in Warschau voraussichtlich vor der Presse äußern.


Biles: Früherer sexueller Missbrauch womöglich Grund für Probleme

TOKIO: Turn-Superstar Simone Biles hat in einem TV-Interview den früheren sexuellen Missbrauch durch einen Teamarzt als Grund für ihre mentalen Probleme bei den Olympischen Spielen nicht ausgeschlossen. «Jetzt, wo ich darüber nachdenke, vielleicht im Hinterkopf, wahrscheinlich ja, weil es bestimmte Auslöser gibt», sagte die 24-jährige US-Amerikanerin in dem Interview am Mittwoch. «Du weißt es nicht einmal, aber ich denke, es könnte sein», sagte Biles dem US-Sender Today (Mittwoch).

Wegen der mentalen Probleme hatte sie im Mehrkampf-Finale mit der Mannschaft nach nur einem Gerät ihren Wettkampf abgebrochen. Auch auf das Einzel-Finale im Mehrkampf und auf drei Geräte-Endkämpfe hatte Biles verzichtet. Zur Medaillen-Entscheidung auf dem Schwebebalken war die viermalige Olympiasiegerin der Spiele von 2016 in Rio de Janeiro wieder angetreten.

Biles gehörte zu hunderten Turnerinnen und deren Eltern, die gegen den früheren amerikanischen Turn-Teamarzt Larry Nassar geklagt hatten. Dieser war seit Sommer 2017 in insgesamt drei Urteilen für seine kriminellen Übergriffe auch gegen Minderjährige zu Gefängnisstrafen von bis zu 175 Jahren verurteilt worden. Er hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Mädchen sexuell misshandelt zu haben.

Biles hatte schon im Januar 2018 in einem langen Tweet bei Twitter geschrieben, dass sie eine der Frauen sei, die sexuell missbraucht worden seien. «Ich habe keine Angst mehr, meine Geschichte zu erzählen», hatte sie geschrieben.


Deutsches Olympia-Team hofft am Donnerstag auf mehrere Medaillen

TOKIO: Die deutsche Olympia-Mannschaft hat bei den Sommerspielen in Tokio an diesem Donnerstag in mehreren Wettbewerben gute Aussichten auf Edelmetall. Bereits am frühen Morgen (Ortszeit) will Schwimm-Ass Florian Wellbrock über 10 Kilometer seine zweite Medaille nach Becken-Bronze über 1500 Meter gewinnen. Der Weltmeister von 2019 aus Magdeburg gilt als einer der großen Favoriten.

Auf der Kanu-Strecke sind Max Hoff und Jacob Schopf im Kajak-Zweier über 1000 Meter die großen deutschen Hoffnungsträger. Das Duo aus Essen und Potsdam hinterließ in der Qualifikation einen starken Eindruck. Gold im Blick hat auch Bahnrad-Sprinterin Emma Hinze aus Cottbus im Keirin, dem sogenannten Kampfsprint.

Gleich zwei Teams greifen jeweils nach Olympia-Bronze. Die Hockey-Herren treffen im kleinen Finale auf Indien, die Tischtennis-Frauen auf Hongkong.


Polen erteilt Timanowskajas Ehemann humanitäres Visum

WARSCHAU: Polen hat nun auch dem Ehemann der belarussischen Sportlerin Kristina Timanowskaja, Arseni Sdanewitsch, ein humanitäres Visum erteilt. Das sagte ein Regierungssprecher der Agentur PAP zufolge am Mittwoch in Warschau. Sdanewitsch war nach eigenen Angaben aus dem autoritär regierten Belarus geflüchtet und hielt sich zuletzt in der Ukraine auf. Nach Angaben Timanowskajas hatten belarussische Behörden sie zur vorzeitigen Rückkehr nach Minsk zwingen wollen, weil sie Kritik an Sportfunktionären geübt hatte. Die Athletin wandte sich aber an die japanische Polizei und verweigerte den Rückflug.

Timanowskaja bleibe in der Obhut polnischer Diplomaten, führte der Sprecher weiter aus. Sie war am Nachmittag an Bord eines Fluges aus Tokio in Wien gelandet. Es wurde erwartet, dass sie nach einem kurzen Zwischenstopp nach Warschau weiterreist. Zu «Ort und Form» ihrer Ankunft wollte sich der polnische Regierungssprecher aus Sicherheitsgründen nicht äußern.

Das IOC hatte kurz vor der Abreise der belarussischen Sprinterin aus Tokio eine Disziplinarkommission zur Aufklärung des Falls eingesetzt. Das Gremium soll die Tatsachen in der Affäre um die mutmaßlich von belarussischen Behörden versuchte Entführung der Leichtathletin aus Japan feststellen. Polen hatte der Sprinterin ein humanitäres Visum ausgestellt und das Vorgehen der belarussischen Führung scharf kritisiert.


Tischtennis-Männer spielen gegen Top-Nation China um Olympia-Gold

TOKIO: Die deutschen Tischtennis-Männer um Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov haben bei den Olympischen Spielen das Finale erreicht und mindestens Silber sicher. Das Halbfinale gegen Gastgeber Japan gewann das deutsche Herren-Team am Mittwoch in Tokio 3:2. Nach Silber 2008 und jeweils Bronze 2012 und 2016 sicherten sich die Mannschaft damit die vierte Medaille in der vierten Auflage dieses Wettbewerbs bei Olympia. Das Doppel Timo Boll und Patrick Franziska sowie im Einzel Boll und Ovtcharov sorgten für die notwendigen Punkte.

Im Endspiel am Freitag (12.30 Uhr MESZ) ist das Trio allerdings klarer Außenseiter gegen die Top-Nation China, die bisher jedes Mal die Goldmedaille gewann. Die deutsche Frauen-Auswahl kämpft zuvor am Donnerstag (4.00 Uhr MESZ) gegen Hongkong um Bronze.


Frauenhandball-Weltmeister Niederlande bei Olympia raus

TOKIO: Frauenhandball-Weltmeister Niederlande ist bei den Olympischen Spielen in Tokio im Viertelfinale ausgeschieden.

Die Oranje-Auswahl verlor am Mittwoch gegen Frankreich überraschend deutlich mit 22:32 (11:19). Der Olympia-Zweite von 2016 trifft im Halbfinale auf Schweden. Die Skandinavierinnen setzten sich gegen Südkorea souverän mit 39:30 (21:13) durch. Topfavorit Norwegen behauptete sich im Viertelfinale gegen Ungarn mit 26:22 (12:10) und kämpft nun gegen die Auswahl des Russischen Olympischen Komitees um den Einzug ins Endspiel. Die Russinnen, die vor fünf Jahren in Rio Gold gewannen, besiegten Montenegro mit 32:26 (17:15).


Karateka Horne: Will mit Olympia-Gold «Geschichte schreiben»

BERLIN: Karateka Jonathan Horne will bei der Olympia-Premiere seiner Sportart in Tokio «als aktiver Sportler Geschichte schreiben und das Ganze dann noch mal als Trainer erleben». Der 32-Jährige startet am Samstag, dem vorletzten Olympia-Tag, in die Karate-Wettkämpfe in der Disziplin Kumite über 75 Kilogramm. «Ich freue mich darauf, mich mit den Besten der Besten zu messen. Ich trete an, um Gold zu gewinnen», sagte Horne der «Mediengruppe Münchner Merkur tz» (Donnerstag).

Horne, der durch seine Kindheitshelden Bruce Lee und Jackie Chan den Weg zum Kampfsport fand, ist mehrfacher Europameister und Weltmeister 2018. So toll sein Start in Japan ist, so bitter ist die Zukunft. Denn bereits 2024 in Paris wird Karate schon nicht mehr zum olympischen Programm gehören. «Dass man eine Sportart rauskickt, bevor sie sich präsentieren konnte, ist nicht der richtige Weg. Das ist auch für den Sportler, der die Disziplin vor Ort präsentiert, demoralisierend», sagte Horne, der einer von drei Startern des Deutschen Karate Verbandes ist.


Erstes Olympia-Gold für Kanadas Topsprinter De Grasse

TOKIO: Der kanadische Sprinter Andre De Grasse hat seine erste Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen und sich über 200 Meter zum Nachfolger von Superstar Usain Bolt gekürt. Der 26-Jährige rannte am Mittwoch in Tokio mit einem Landesrekord von 19,62 Sekunden über die Ziellinie. Danach sprach er noch im Innenraum des Olympiastadions mit seiner Familie, die auf einem Bildschirm zugeschaltet war. «Endlich, endlich habe ich gewonnen», sagte der strahlende De Grasse.

Silber ging an Kenneth Bednarek in 19,68 Sekunden vor Weltmeister Noah Lyles (19,74/beide USA). Der Amerikaner Erriyon Knigthon (17) verpasste als jüngster Final-Teilnehmer der Olympia-Geschichte auf der halben Stadionrunde als Vierter in 19,93 Sekunden eine Medaille.

Der deutsche Meister Steven Müller (LG Friedberg-Fauerbach) war im Vorlauf ausgeschieden. Über 100 Meter hatte der Italiener Lamont Marcell Jacobs als Überraschungssieger die Nachfolge des jamaikanischen Weltrekordlers Bolt angetreten, der vor fünf Jahren in Rio de Janeiro dreimal Gold holte. De Grasse war in Rio über 200 Meter Zweiter hinter Bolt geworden. Insgesamt hat er jetzt fünf Medaillen bei Sommerspielen erobert.


Timanowskaja in Wien gelandet - Große Sicherheit beim Zwischenstopp

TOKIO/WIEN: Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja ist am Nachmittag von Tokio kommend auf dem Flughafen in Wien eingetroffen. Die Behörden wollen die 24-jährige Athletin, die nach eigenen Angaben durch belarussische Kräfte in Japan entführt werden sollte, während ihres kurzen Zwischenstopps bewachen. «Sicherheit ist ein großes Thema», sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums. Die Sportlerin soll in einem besonderen Bereich auf dem Airport bis zum Weiterflug nach Warschau betreut werden. Ein Pressetermin sei nicht geplant, hieß es weiter.

Timanowskaja hatte zuvor in letzter Minute ihren ursprünglichen Direktflug nach Warschau abgesagt. Laut russischer Nachrichtenagentur Tass wollte sie offenbar dem Kontakt zu Journalisten entgehen, die ebenfalls den Direktflug gebucht hatten. Laut dem Flug-Portal Flight-Radar umflog die Maschine der Austrian Airlines belarussisches Gebiet.

Unterdessen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) eine Disziplinarkommission zur Aufklärung des Falls eingesetzt. Diese solle die Tatsachen in der Affäre um die mutmaßlich von belarussischen Behörden versuchte Entführung der Leichtathletin aus Japan feststellen, sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees am Mittwoch. Die 24-Jährige hat inzwischen ein humanitäres Visum von Polen erhalten.


Olympia-Aus für Zehnkampf-Weltmeister Kaul: Ende im 400-Meter-Lauf

TOKIO: Für Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul ist die Olympia-Premiere vorzeitig beendet.

Der 23-jährige Mainzer konnte wegen einer Fußverletzung am Mittwoch den 400-Meter-Lauf nicht beenden und musste in einem Rollstuhl aus dem Innenraum des Olympiastadions von Tokio gefahren werden. Die schmerzhafte Blessur hatte er sich beim Hochsprung zugezogen. Die Bemühungen der Mediziner des deutschen Teams, ihn für die fünfte Disziplin fit zu machen, waren letztlich vergeblich. Kaul galt als Anwärter auf eine Medaille.


Thole/Wickler scheiden im Olympia-Viertelfinale aus

TOKIO: Die Beachvolleyball-Vizeweltmeister Julius Thole und Clemens Wickler sind wie Olympiasiegerin Laura Ludwig und Margareta Kozuch im Olympia-Viertelfinale ausgeschieden und Fünfte geworden.

In einer Neuauflage des WM-Finals von vor zwei Jahren unterlag das Duo aus Hamburg den Weltmeistern Wjatscheslaw Krasilnikow und Oleg Stojanowski am Mittwoch in Tokio 0:2 (16:21, 19:21). Erstmals seit 2008 gibt es im Beachvolleyball damit keine Medaille für den Deutschen Volleyball-Verband. 2012 hatten Julius Brink/Jonas Reckermann in London Gold geholt, vor fünf Jahren in Rio war Ludwig mit ihrer damaligen Partnerin Kira Walkenhorst im Finale erfolgreich.


Pole Wojciech Nowicki erstmals Olympiasieger im Hammerwerfen

TOKIO: Der viermalige Weltmeister Pawel Fajdek hat erneut sein erstes olympisches Gold im Hammerwerfen verpasst. Der 32-jährige Pole musste sich am Mittwoch bei den Sommerspielen in Tokio mit 81,53 Metern und Bronze begnügen. Olympiasieger in einem hochklassigen Wettkampf wurde sein Landsmann Wojciech Nowicki mit 82,52 Metern. Die Silbermedaille holte der Norweger Eivind Henriksen mit dem Landesrekord von 81,58 Meter.

Der 32 Jahre alte Nowicki hat bisher dreimal Bronze bei Weltmeisterschaften gewonnen und war 2018 Europameister geworden. Fajdek hatte 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro jeweils den Endkampf verpasst. Er war mit der Weltjahresbestweite von 82,98 Metern angereist, am Ende aber hochzufrieden. «Für mich ist diese Bronzemedaille wie Gold. Jeder weiß, was in London und Rio passiert ist, jetzt hat sich alles geändert. Ich bin jetzt ein olympischer Medaillengewinner und mein Geist ist frei», sagte er. Der einzige deutsche Teilnehmer, Tristan Schwandke vom TV Hindelang, war in der Qualifikation ausgeschieden.


Emmanuel Korir setzt Kenias Siegesserie über 800 Meter fort

TOKIO: Emmanuel Korir hat über 800 Meter das vierte Olympia-Gold in Serie für Kenia geholt. Der 26-Jährige siegte am Mittwoch in Tokio über die zwei Stadionrunden in 1:45,06 Minuten vor seinem Landsmann Ferguson Rotich (1:45,23). Es war seine erste Medaille bei Weltmeisterschaften oder Sommerspielen. Bronze ging überraschend an Hallen-Europameister Patrick Dobek aus Polen in 1:45,39. Der Weltjahresbeste Nijel Amos aus Botswana, der in London 2012 Silber geholt hatte, verpasste als Achter Edelmetall.

Die Entscheidung fand ohne den Goldmedaillengewinner von 2012 und 2016, David Rudisha aus Kenia, statt. Der Weltrekordler trat zuletzt nicht mehr in Erscheinung. Weltmeister Donovan Brazier aus den USA hatte sich nicht qualifizieren können. Ein deutscher Läufer war nicht am Start.


Uduokhai rügt Bundesliga: Sehr gute Chance bei Olympia verpasst

AUGSBURG: Abwehrspieler Felix Uduokhai vom FC Augsburg hat die Fußball-Bundesliga für die geringe Unterstützung der in Japan schon in der Vorrunde gescheiterten deutschen Olympiaauswahl kritisiert. «Man hatte eine sehr gute Chance, den deutschen Fußball bei Olympia zu repräsentieren», sagte der 23-Jährige nach seiner Rückkehr aus Asien am Mittwoch in Augsburg. Die Auswahl von Trainer Stefan Kuntz musste wegen der teilweise geringen Bereitschaft von Vereinen zur Abstellung von Spielern mit nur 18 statt der erlaubten 22 Akteure bei den Sommerspielen in Tokio antreten.

Man könne nicht meinen, «du spielst das Turnier mit 15 Mann runter», sagte Uduokhai zur Anzahl der Feldspieler: «Du kannst es nicht auffangen.» Im Rumpfaufgebot habe trotzdem eine gute Atmosphäre geherrscht. «In der Truppe haben wir uns gut gefühlt», berichtete Uduokhai. Er möchte das Erlebnis Olympia in seiner Vita nicht missen. «Olympia war Wahnsinn, eine einmalige Erfahrung. Die Möglichkeit wird nicht wiederkommen, auch wenn es sportlich enttäuschend war.»

Der Austausch mit anderen Sportlern im olympischen Dorf, die kleinen Begegnungen und Gespräche seien «das Herrlichste und Schönste» für ihn gewesen. Sein Siegtreffer zum 3:2 beim einzigen deutschen Sieg gegen Saudi-Arabien sei für ihn persönlich zudem «mega» gewesen, sagte Uduokhai, der unter Bundestrainer Joachim Löw auch schon zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft gehörte.


IOC verurteilt Athleten-Beleidigungen im russischen TV

TOKIO: Das Internationale Olympische Komitee hat die Anfeindungen und Beleidigungen von homosexuellen und transgeschlechtlichen Sportlerinnen und Sportlern im russischen Staatsfernsehen verurteilt. «Diskriminierung hat bei den Olympischen Spielen absolut nichts zu suchen», sagte ein IOC-Sprecher am Mittwoch. «Wir werden die Angelegenheit entsprechend weiterverfolgen und haben mit unserem Vertragspartner in Russland Kontakt aufgenommen, um uns Klarheit über die Situation zu verschaffen und die Grundprinzipien der olympischen Charta zu unterstreichen.»

In einer Talkshow hatte der Duma-Abgeordnete Alexej Schurawljow kürzlich über den schwulen Turmspringer Tom Daley gesagt: «Wir stehen entschlossen gegen diese ganze Plumpheit und diese Perversion. Wir sind gegen diese Abscheulichkeit.» In einem anderen Format trat ein Moderator mit Zöpfchen-Perücke auf, um die Transgender-Gewichtheberin Laurel Hubbard nachzuäffen.


Bayer bestätigt: Wechsel von Bailey zu Aston Villa perfekt

LEVERKUSEN: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat den Wechsel von Leon Bailey zu Aston Villa bestätigt. Man habe sich mit dem englischen Erstligisten auf einen Transfer geeinigt, teilte der Club am Mittwoch mit. Die Engländer hatten den Jamaikaner bereits am vergangenen Samstag als Neuzugang bekanntgegeben. Über die Transfermodalitäten wurde nichts bekannt, nach Medieninformationen soll die Ablösesumme bei 35 Millionen Euro liegen. Der 23-Jährige kam im Januar 2017 für 13,5 Millionen Euro vom KRC Genk nach Leverkusen und erzielte in 156 Pflichtspielen 31 Tore für Bayer.


Als Offensivtrainer: Ex-Stürmer Ibisevic wieder bei Hertha BSC

BERLIN: Vedad Ibisevic kehrt zu Hertha BSC zurück. Der 36-Jährige wird als Offensivtrainer für die Profis sowie die Angreifer der Fußball-Akademie engagiert, wie der Bundesligist am Mittwoch mitteilte. Ibisevic war von 2015 bis 2020 in 159 Spielen für die Berliner in der Bundesliga aktiv und erzielte dabei 56 Tore. Im Sommer 2020 wurde sein Vertrag nicht verlängert, Ibisevic wechselte zum Ligakonkurrenten FC Schalke 04. Dort wurde sein Vertrag zum Winter aufgelöst. Seitdem war Ibisevic ohne Verein.


Medien: Manchester City will Grealish für Rekordsumme holen

MANCHESTER: Der englische Fußball-Nationalspieler Jack Grealish steht laut britischen Medien kurz vor einem Wechsel innerhalb der Premier League von Aston Villa zum englischen Meister Manchester City. Demnach soll City bereits am vergangenen Freitag ein Angebot über 100 Millionen Pfund (etwa 118 Millionen Euro) für den 25 Jahre alten Villa-Kapitän abgegeben haben, das der Verein aus Birmingham voraussichtlich noch in dieser Woche annehmen wird. Bei der Fußball-EM kam der Angreifer auf vier Kurzeinsätze und stand einmal in der Startelf der Three Lions.


Fußballbund: Van Gaal wird neuer Bondscoach der Niederlande

ZEIST: Louis van Gaal wird neuer Trainer der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft. Das gab der niederländische Fußballverband KNVB am Mittwoch bekannt. Es wird van Gaals dritte Amtszeit als Bondscoach. Nach dem frühen Ausscheiden von Oranje bei der EM im Achtelfinale gegen Tschechien war Frank de Boer als Nationaltrainer zurückgetreten. Erste Aufgabe für den 69-jährigen van Gaal ist die Qualifikation für die WM 2022 in Katar. Der frühere Bayern-Trainer war bereits zwischen 2000 und 2001 sowie zwischen 2012 und 2014 Bondscoach. 2014 erreichte van Gaal mit dem Oranje-Team den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Brasilien.


Bayer Leverkusen muss zum Start wieder auf Alario verzichten

LEVERKUSEN: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen muss zum Pflichtspielstart am kommenden Wochenende auf Mittelstürmer Lucas Alario verzichten. Der 28 Jahre alte Argentinier, der seinen Vertrag gerade um ein Jahr bis zum 30. Juni 2024 verlängert hat, wird wegen eines im Training zugezogenen kleinen Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich voraussichtlich zwei Wochen lang nicht am Mannschaftstraining teilnehmen können. Dies teilte der Club am Mittwoch mit. Alario hatte schon das Finale der vergangenen Saison wegen einer Oberschenkelverletzung verpasst.


Kovac und AS Monaco beklagen Rassismusvorfall bei Sieg in Prag

PRAG: Die AS Monaco hat nach dem 2:0-Sieg in der Champions-League-Qualifikation bei Sparta Prag am Dienstag über rassistische Beleidigungen von Fans gegen Torschütze Aurélien Tchouameni geklagt. Trainer Niko Kovac verurteilte die Vorfälle nach dem Führungstor von Tchouameni (37. Minute) bis zur Halbzeit und nach dem Abpfiff. «Wir sind alle bestürzt, dass so etwas im 21. Jahrhundert auf einem Fußballplatz oder in der Gesellschaft immer noch passiert», sagte Kovac auf der Club-Homepage. Der 49-Jährige betonte, dass nur eine kleine Minderheit der Fans aufgefallen sei.


SPD-Generalsekretär Klingbeil: «Frauen gehören in Führungspositionen»

FRANKFURT/MAIN: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Außendarstellung des Deutschen Fußball-Bundes kritisiert und sich für mehr Frauen an der Spitze von Verbänden, Vereinen oder Organisationen ausgesprochen. «Ich finde, Frauen gehören in Führungspositionen. Und dem Fußball würde das auch ganz guttun», sagte der 43-Jährige dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland». «Wenn ich mir ein DFB-Magazin angucke, sind auf 180 von 200 Fotos Männer. Wir reden überall davon, Frauen stärker in Position zu bringen, im Fußball sind aber die allerwenigsten Posten mit Frauen besetzt.»


Regierung erleichtert Ausrichtung von Fußballspielen am Abend

BERLIN: Die Bundesregierung erleichtert die Ausrichtung von Fußballspielen am Abend. Wolle ein Bundesligaclub Spiele im Heimstadion bis nach 22.00 Uhr ausrichten, müsse er die Besonderheit dieses Ereignisses künftig nicht mehr begründen, teilte das Bundesumweltministerium am Mittwoch in Berlin mit. Das Kabinett habe eine Änderung der Sportanlagenlärmschutzverordnung beschlossen. Demnach können Sportvereine Ausnahmen von regulären Geräuschwerten an bis zu 18 Kalendertagen eines Jahres in Anspruch nehmen. Dies sei beispielsweise werktags bei vielen internationalen Begegnungen am Abend oder bei späten Bundesligaspielen am Wochenende der Fall.


DFB bestätigt: Höwedes verstärkt Teammanagement der Nationalelf

FRANKFURT/MAIN: Benedikt Höwedes kehrt sieben Jahre nach dem Gewinn des Weltmeistertitels zur deutschen Nationalmannschaft zurück. Der 33 Jahre alte Ex-Profi wird unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick das Teammanagement der DFB-Auswahl verstärken, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch mitteilte. Höwedes werde zunächst bis zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar neben seinem UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler «in einer Art Traineeprogramm die Management-Aufgaben rund um die Nationalmannschaft durchlaufen», hieß es vom Verband.


Auch Ringer Kudla holt Bronzemedaille bei Olympia

TOKIO: Nach dem dreimaligen Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hat auch dessen Teamkollege Denis Kudla bei den Olympischen Spielen in Tokio die Bronzemedaille gewonnen.

Der 26-Jährige aus Schifferstadt besiegte in einem der kleinen Finals der Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm am Mittwoch den Ägypter Mohamed Metwally. Kudla hatte schon bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro Bronze geholt. Nach Gold durch Aline Rotter-Focken (bis 76 kg) waren es bereits die Medaillen zwei und drei für den Deutschen Ringer-Bund (DRB) beim diesjährigen Event in Japan.


Handballtrainer flüchtet aus Belarus

KIEW/MINSK: Aus Angst vor Verfolgung ist ein Handballtrainer aus Belarus geflohen. Er halte sich bereits den zweiten Tag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf, sagte der Betreuer der Handballmannschaft «Witjas» in Minsk, Konstantin Jakowlew, am Mittwoch dem ukrainischen Nachrichtensender Ukrajina 24. Der Aktivist der Unabhängigen Sportlerassoziation habe bereits 15 Tage im Gefängnis gesessen für die Absicht, offene Trainings abzuhalten. Diese würden von den belarussischen Behörden als «politische Versammlungen» angesehen, sagte er.

Weltweit für Schlagzeilen sorgte die Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja aus Belarus. Nach eigener Darstellung sollte sie von den belarussischen Behörden zur vorzeitigen Rückkehr nach Minsk gezwungen worden sein, weil sie Kritik an Sportfunktionären geübt hatte. Timanowskaja wandte sich aber am Flughafen in Tokio an die japanische Polizei und verweigerte den Rückflug. Am Mittwoch war sie aus Japan abgereist und sollte am Nachmittag in Wien landen.


Hindernisläuferin Krause: «Mache auf jeden Fall drei Jahre weiter»

TOKIO: Hindernisläuferin Gesa Krause will ihre Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris fortsetzen. «Ich mache auf jeden Fall drei Jahre weiter», sagte sie nach ihrem fünften Platz am Mittwoch in Tokio. Nach Rang acht 2012 in London und sechs 2016 in Rio war das ihr bestes Abschneiden bei Olympia. Die ersehnte Medaille hatte sie trotz eines beherzten Endspurts jedoch klar verpasst.

Krause war einen Tag vor dem Finale über 3000 Meter Hindernis 29 Jahre alt geworden. «Ich war sieben Wochen nicht zuhause und ich freue mich wirklich sehr, in zwei Tagen nach Hause zu fliegen, meine Lieben in die Arme zu schließen und das zu feiern und das zu genießen mit den Menschen, die das ganze Jahr hinter mir standen und eben nicht immer dabei sein konnten», sagte Krause.


Boxer steckt Silber in die Tasche: «Fühlte mich wie ein Versager»

TOKIO: Bei der olympischen Siegerehrung nach seinem verlorenen Finale gegen den Kubaner Arlen Lopez wollte sich der Halbschwergewichtsboxer Benjamin Whittaker die Silbermedaille nicht um den Hals hängen. Stattdessen steckte der Brite sie am Mittwoch in Tokio in seine Hosentasche. «Ich habe mich wie ein Versager gefühlt, so dass ich die Silbermedaille zu diesem Zeitpunkt nicht feiern konnte», nannte er als Grund für sein ungewöhnliches Verhalten. Die gesamte Zeremonie stand er mit gesenktem Kopf da. «Ich war einfach so verärgert, weil ich das Gold wollte, nicht das Silber.»

Lopez' Punktsieg zweifelte Whittaker nicht an. «Der richtige Mann hat gewonnen. Ich hatte nicht den richtigen Plan, und er war viel besser, als ich dachte», sagte er. «Ich wollte nicht respektlos ihm gegenüber sein. Es ist sein Moment, und ich will ihm nicht den Glanz nehmen.»


Springreiter nach Deußers Aus im Einzel ohne Olympia-Medaille

TOKIO: Springreiter Daniel Deußer hat in Tokio eine olympische Einzel-Medaille deutlich verpasst. Der aus Wiesbaden stammende 39-Jährige scheiterte am Mittwoch mit Killer Queen in der ersten Runde. Der seit Jahren in Belgien lebende Deußer kassierte mit seiner Stute acht Strafpunkte und kam nur auf Platz 18.

Gold sicherte sich der Brite Ben Maher, der mit Explosion gewann und seinem Landsmann Nick Skelton nachfolgte, der in Rio mit Big Star gewonnen hatte. Silber ging an den Schweden Peder Fredricson mit All In vor dem Niederländer Maikel van der Vleuten mit Beauville.

Am Vortag waren bereits die deutschen Olympia-Debütanten André Thieme (Plau am See) mit Chakaria und Christian Kukuk (Riesenbeck) mit Mumbai in der Qualifikation ausgeschieden. Eine weitere Medaillenchance für die Springreiter gibt es im Mannschaftswettbewerb am Freitag (12.00 Uhr MESZ) und Samstag (12.00 Uhr MESZ).


Vielstarterin Hassan problemlos im 1500-Meter-Finale: «Unmenschlich»

TOKIO: Die niederländische Topläuferin Sifan Hassan hat den nächsten Schritt zum angestrebten Gold-Triple in Tokio gemacht. Nach ihrem Olympiasieg über 5000 Meter erreichte die 28-Jährige am Mittwoch den Endlauf über 1500 Meter. Ihren Halbfinal-Lauf gewann sie nach einer mächtigen Tempoverschärfung auf der letzten Runde in 4:00,23 Minuten. «Es ist aus einer anderen Welt, irgendwie unvorstellbar. Es fühlt sich unmenschlich an», sagte die ausgeschiedene Berlinerin Caterina Granz über Hassan.

Die 27-Jährige kam als Vorletzte ihres Halbfinals in 4:10,93 Sekunden abgeschlagen ins Ziel. «Ich glaube, es lag auf jeden Fall nur an dem Sturz, der vor mir passiert ist. Ich habe mich bis dahin extrem gut gefühlt, so gut habe ich mich noch nie in einem Rennen gefühlt», sagte Granz. «Das reißt einen einfach so raus, bei der Geschwindigkeit kann man die Lücke nicht mehr schließen.»

Im Vorlauf war Hassan gestürzt, hatte sich aber wieder aufgerappelt und trotzdem gewonnen. Der Endlauf steht am Freitag an. Am Samstag gehört die Weltmeisterin über 1500 und 10.000 Meter zu den Favoritinnen auf der Langstrecke. Das atemberaubende olympische Lauf-Programm der gebürtigen Äthiopierin umfasst sechs Rennen in acht Tagen. «In diesem Jahr bin ich gesund und in der Form meines Lebens. Ich habe große Träume», hatte sie gesagt. Über 10.000 Meter startet auch die deutsche Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen aus Leverkusen.


Zitat: Seglerin Tina Lutz zur Frage nach der sportlichen Zukunft

«Mir kommt die Frage ein bisschen so vor: Man hat gerade den Höhepunkt seiner Karriere erreicht, und dann soll man die Scheidung einreichen oder weitermachen.»

(Seglerin Tina Lutz am Mittwoch in Tokio zur Frage, ob sie und ihre 49er FX-Vorschoterin Susann Beucke nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille ihre Karriere fortsetzen)


Levy im Sprint-Achtelfinale - Bötticher ausgeschieden

IZU: Routinier Maximilian Levy hat sich bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben ins Achtelfinale vorgekämpft.

Der 34 Jahre alte Cottbuser steigerte sich nach einer mäßigen Qualifikation von Lauf zu Lauf und besiegte am Mittwoch in der zweiten Runde den Polen Patryk Rajkowski. Ex-Weltmeister Stefan Bötticher schied dagegen aus. Auch im Hoffnungslauf gegen den Japaner Yuta Wakimoto konnte sich der Chemnitzer nicht mehr durchsetzen.


Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio steigen auf Höchststand

TOKIO: Die Corona-Infektionen in der Olympia-Stadt Tokio sind angesichts der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante des Virus auf den höchsten Stand seit dem Ausbruch der Pandemie gestiegen. Die Stadt registrierte am Mittwoch binnen 24 Stunden 4166 Neuinfektionen. Im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche sind das 989 mehr Infektionen. Obwohl sich Tokio im nunmehr vierten Notstand befindet, der auch anderen Gebieten vorerst bis zum 31. August angesetzt ist, tut sich die Hauptstadt schwer, die Infektionswelle in den Griff zu bekommen.

Um einen drohenden Mangel an Krankenhausbetten zu verhindern, dürfen nach einer heftig umstrittenen Entscheidung der Zentralregierung in Gebieten mit steigenden Infektionszahlen nur noch Patienten mit schweren Symptomen beziehungsweise solche, bei denen das Risiko einer schweren Erkrankung besteht, ins Krankenhaus. Der plötzliche Kurswechsel der Regierung sorgte für einen Sturm der Empörung.

Selbst aus der Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Partei- und Regierungschef Yoshihide Suga wurden Forderungen laut, die Entscheidung rückgängig zu machen. Es wird befürchtet, dass Patienten mit milden Symptomen, die jetzt zu Hause bleiben müssen, plötzlich schwer erkranken und dann allein gelassen sind. Der wichtigste Berater der Regierung in Sachen Coronavirus, der Mediziner Shigeru Omi, sagte, er sei von der Regierung vorher nicht konsultiert worden.

Die Delta-Variante des Virus sei ein «extrem starker Feind», sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. Sie appellierte abermals an die Bürger, trotz der Sommerferien und des bevorstehenden buddhistischen Ahnenfestes Obon zu Hause zu bleiben. Die streng vom Volk abgeschirmten Olympischen Spiele sollen aber fortgesetzt werden. Kritiker beklagen, dass die auf allen Fernsehkanälen pausenlos übertragenen Olympischen Spiele mit dazu beitragen würden, dass vor allem jüngere Japaner das Coronavirus nicht mehr so ernst nehmen.


Böser Sturz in die Sandgrube: Aus für Zehnkämpfer Van Der Plaetsen

TOKIO: Nach einem verheerenden Sturz im Weitsprung ist der belgische Zehnkämpfer Thomas Van Der Plaetsen bei den Olympischen Spielen mit dem Rollstuhl von der Leichtathletik-Anlage gebracht worden. Der 30 Jahre alte Europameister von 2016 hatte sich beim Absprung offenbar am Bein verletzt und verlor bei seinem Flug völlig die Kontrolle, ehe er mit dem Kopf voraus in der Sandgrube aufschlug. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blieb der Medaillenkandidat zunächst liegen, ehe ihn Helfer in einen Rollstuhl hoben. Eine Diagnose stand am Mittwoch in Tokio noch aus, der Wettkampf war für ihn beendet.

Van Der Plaetsen hatte 2014 für Schlagzeilen gesorgt, als er bei einer Dopingkontrolle positiv auf ein menschliches Hormon getestet wurde. Die Ursache war aber eine Hodenkrebs-Erkrankung, die der Athlet erfolgreich behandeln ließ.


Bahnrad-Vierer der Männer auf Platz sechs - Gold an Italien

IZU: Der Bahnrad-Vierer der Männer hat bei den Olympischen Spielen den sechsten Platz belegt und muss damit weiter auf seine erste olympische Medaille seit 21 Jahren warten. Roger Kluge (Berlin), Felix Groß (Leipzig), Leon Rohde (Hamburg) und Domenic Weinstein (Villingen-Schwenningen) verloren am Mittwoch in Izu mit einer Zeit von 3:50,023 ihren Platzierungslauf gegen Kanada. An den deutschen Rekord vom Vortag (3:48,861) kam das Quartett nicht heran.

Den Olympiasieg sicherte sich Italien dank Superstar Filippo Ganna mit der Weltrekordzeit von 3:42,032 Minuten. Der Straßen-Weltmeister im Zeitfahren führte die Squadra Azzurra im Finale gegen Dänemark zum knappen Sieg. Bronze ging an Australien.

Seit der Goldfahrt in Sydney vor 21 Jahren wartet Deutschland in der einstigen Paradedisziplin auf eine olympische Medaille. Fünf Olympiasiege und 16 Weltmeistertitel gewannen deutsche Vierer seit 1962. Nach dem zweiten Platz bei der WM 2002 fuhren deutsche Teams der Weltspitze aber nur noch hinterher. Der Frauen-Vierer hatte dagegen am Dienstag Gold geholt und einen Weltrekord aufgestellt.


Wassen-Schwestern erreichen olympisches Halbfinale im Turmspringen

TOKIO: Die Wasserspringerinnen Elena Wassen und Christina Wassen haben das Olympia-Halbfinale vom Turm erreicht. Die 20 Jahre alte Elena Wassen erhielt für ihre fünf Sprünge aus zehn Metern Höhe am Mittwoch in Tokio 323,80 Punkte und qualifizierte sich damit auf Rang sechs souverän für die nächste Runde am Folgetag. «Ich bin sehr glücklich über den sechsten Platz. Dass es so souverän wird, damit habe ich nicht gerechnet», sagte Elena Wassen.

Bei ihrer zwei Jahre älteren Schwester war es etwas enger. Sie kam auf 297,15 Zähler und belegte damit den 13. Platz. Die besten 18 Springerinnen qualifizierten sich für das Semifinale am Donnerstag. «Es war kein Riesenfehler dabei. Ich bin einfach glücklich, dass es gereicht hat», sagte sie. Auch Bundestrainer Lutz Buschkow war zufrieden: «Eine sehr schöne Leistung, beide Damen im Halbfinale bei Olympischen Spielen.»

Den Sieg im Vorkampf sicherte sich die Chinesin Chen Yuxi mit 390,70 Punkten vor ihrer Teamkollegin Quan Hongchan mit 364,45 Zählern.

Für Elena Wassen sind es bereits die zweiten Olympischen Spiele. In Rio de Janeiro war sie 2016 als 15-Jährige dabei. Christina Wassen feiert in Tokio ihre Olympia-Premiere.


Hinze über den Hoffnungslauf ins Keirin-Viertelfinale

IZU: Dreifach-Weltmeisterin Emma Hinze hat über den Hoffnungslauf bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben doch noch das Viertelfinale im Keirin erreicht. Die 23-Jährige aus Cottbus schaffte am Mittwoch in Izu als Zweite in ihrem Rennen hinter der Niederländerin Shanne Braspennincx das Weiterkommen, nachdem sie in der ersten Runde des sogenannten Kampfsprints überraschend gepatzt hatte. Teamkollegin Lea Sophie Friedrich (Dassow) hatte sich dagegen schon in ihrem Auftaktrennen souverän vor der Russin Daria Schmelewa durchgesetzt. Die Entscheidung im Keirin-Wettbewerb fällt am Donnerstag (ab 9.06 Uhr MESZ).

Im Sprint der Männer hat Maximilian Levy (Cottbus) nach einem Sieg gegen Jair Tjon En Fa aus Surinam die erste Runde gemeistert. Ex-Weltmeister Stefan Bötticher muss nach einer Niederlage gegen den Kanadier Nick Wammes in den Hoffnungslauf.


Russische Karateka positiv auf Corona getestet

TOKIO: Karateka Anna Tschernyschowa vom Team des Russischen Olympischen Komitees kann wegen eines positiven Corona-Tests nicht bei den Olympischen Spielen in Tokio antreten. Das bestätigte der russische Verband am Mittwoch bei Instagram. «Ihr Covid-Test, der für alle Teilnehmer der Spiele verpflichtend ist, fiel positiv aus. Der Kontrolltest war genauso enttäuschend... Anna, auf jeden Fall vielen Dank», hieß es. Sie und ihr Trainer hätten alles in ihrer Macht Stehende getan. Die 19-Jährige wäre die einzige Karate-Kämpferin der Mannschaft in Japan gewesen. Tschernyschowa wäre in der Klasse bis 55 Kilogramm angetreten.

Auch der algerische Gewichtheber Walid Bidani wird in der Klasse über 109 Kilogramm nicht antreten. Wie die Olympia-Organisatoren mitteilten, müsse er sich aus gesundheitlichen Gründen in Quarantäne begeben. Eine genaue Erklärung dafür wurde nicht geliefert.


Olympia-TV: Weiter Top-Quoten bei Leichtathletik

BERLIN: Die Leichtathletik-Übertragungen von den Olympischen Spiele in Tokio sind der Quoten-Hit für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Auch am Dienstag sorgten sie für die Topwerte. Durchschnittlich 2,72 Millionen Menschen sahen die Wettkämpfe am Nachmittag beim ZDF und brachten nach Senderangaben für einen Marktanteil von 25,0 Prozent.

Nummer zwei des Tages war der Beitrag über das Reiten mit 2,65 Millionen TV-Zuschauern (24,5 Prozent). Ein typischer Top-Wert für Randsportarten bei Olympia-Übertragungen waren die 2,65 Millionen (24,0 Prozent) bei einem Kurz-Bericht über das Synchronschwimmen.


Basketball-Star Gasol in IOC-Athletenkommission gewählt

TOKIO: Spaniens Basketball-Star Pau Gasol und Top-Schwimmerin Federica Pellegrini aus Italien sind in die Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden. Unter den 30 Kandidaten aus 30 Nationen votierten die Athletinnen und Athleten zudem für die polnische Radsportlerin Maja Wloszczowska und Fechter Yuki Ota aus Japan als ihre künftigen Vertreter im IOC. Das Quartett darf bis zu den Sommerspielen 2028 in Los Angeles amtieren, wie das IOC am Mittwoch mitteilte.

Dafür müssen die bisherige Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, Kirsty Coventry aus Simbabwe, ihre slowakische Stellvertreterin Danka Bartekova, der Franzose Tony Estanguet und James Tomkins aus Australien den Ringe-Zirkel verlassen. Sie waren bei den Spielen in London 2012 ins IOC gewählt worden, ihre Amtszeit ist abgelaufen.

Der Mitteilung zufolge nahmen 6825 Sportlerinnen und Sportler an der Wahl teil. Deutsche Athleten kandidierten diesmal nicht. In Rio 2016 war die frühere Fechterin Britta Heidemann in die Athletenkommission gewählt worden.

Der frühere NBA-Star Gasol nahm mit Spaniens Team fünfmal an Olympischen Spielen teil und gewann zwei Silber- und eine Bronzemedaille. Schwimmerin Pellegrini wurde 2008 in Peking Olympiasiegerin und beendete in Tokio nach fünf Sommerspielen ihre Karriere. Wloszczowska und Ota gewannen in ihrer Laufbahn ebenfalls olympische Medaillen.


Hinze muss um Weiterkommen im Keirin zittern - Friedrich souverän

IZU: Dreifach-Weltmeisterin Emma Hinze muss bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben um das Weiterkommen im Keirin-Wettbewerb zittern. Die 23-Jährige aus Cottbus belegte am Mittwoch in Izu in ihrem Erstrunden-Lauf nur den fünften Platz und muss nun in den Hoffnungslauf des sogenannten Kampfsprints. Teamkollegin Lea Sophie Friedrich (Dassow) setzte sich in ihrem Rennen dagegen souverän vor der Russin Daria Schmelewa durch. Die Entscheidung im Keirin-Wettbewerb fällt am Donnerstag (ab 9.06 Uhr MESZ).

In der Sprint-Qualifikation der Männer erreichten Stefan Bötticher (Chemnitz) und Maximilian Levy (Cottbus) auf den Plätzen 13 und 19 die nächste Runde.


«La Vanguardia»: Lukaschenkos Position wird immer schwächer

MADRID: Zu den Fällen der Leichtathletin Kristina Timanowskaja, die mutmaßlich von belarussischen Behörden von Olympia in Tokio entführt werden sollte, sowie des in der Ukraine tot aufgefundenen belarussischen Aktivisten Witali Schischow schreibt die spanische Zeitung «La Vanguardia» am Mittwoch:

«Die brutalen Methoden des autoritären belarussischen Machthabers (Alexander Lukaschenko), der seit 1994 im Amt ist, haben in den letzten Monaten Zehntausende auf die Straße getrieben, die seine Entmachtung fordern. Die Reaktion darauf waren Massenverhaftungen, Abschiebungen von Oppositionellen und die Zerschlagung verschiedener Nichtregierungsorganisationen und unabhängiger Medien. Tausende Menschen wurden verhaftet, gefoltert und in unfairen Verfahren zu Haftstrafen verurteilt (...)

Belarus ist die letzte Diktatur Europas. Sie wird mit eiserner Faust von Lukaschenko regiert, der zwar die harten Sanktionen der EU und der USA ertragen muss, dank der Hilfe des Nachbarn Russland aber überlebt. Er ist der letzte politische Dinosaurier aus der Sowjetära und er wird sich an der Macht halten, solange er vom Kreml unterstützt wird. Aber seine innenpolitische Position wird immer schwächer, da die Bürger den Mangel an Freiheiten satt haben und die immer härtere und willkürlichere Repression offen anprangern.»


US-Golfstar Nelly Korda bei Olympia-Start mit in der Spitze

TOKIO: Die Weltrangliste-Erste Nelly Korda hat gleich zum Start des olympischen Golf-Turniers ihre Ambitionen auf eine Medaille unterstrichen. Die 23 Jahre alte Amerikanerin spielte am Mittwoch eine 67er-Runde im Kasumigaseki Country Club und beendete den ersten Tag gemeinsam mit der Inderin Aditi Ashok auf dem zweiten Rang. Einen Schlag besser war nur Madelene Sagström aus Schweden.

Die deutschen Golferinnen Caroline Masson und Sophia Popov starteten solide in den viertägigen Wettbewerb. Die 32-jährige Masson und die British-Open-Siegerin Popov (28) spielten auf dem Par-71-Kurs im Norden von Tokio jeweils eine 71er-Runde und lagen damit auf dem geteilten 23. Rang. Nelly Kordas fünf Jahre ältere Schwester Jessica ist auch in Tokio für die USA am Start: Sie schloss den ersten Turniertag wie das deutsche Duo mit 71 Schlägen ab.

Auch die Eltern der Korda-Schwestern besaßen großes sportliches Talent. Papa Petr Korda gehörte in den 1990er-Jahren zu den besten Tennisspielern der Welt. Seinen größten Triumph feierte der gebürtige Tscheche 1998 mit dem Gewinn der Australian Open. Auch Mutter Regina spielte erfolgreich Tennis: 1988 nahm sie an den Olympischen Spielen in Seoul teil.

Nach dem Umzug der Familie in die USA spielte Petr Korda viel Golf und begeisterte seine beiden Töchter für diesen Sport. Nur sein Sohn Sebastian zieht weiter das Tennisracket dem Golfschläger vor. Und das ebenfalls mit Erfolg: Der 21-Jährige ist bereits die Nummer 45 der Tennis-Welt.


Bundestrainer vor Wellbrock-Rennen: Hitze wird Taktik prägen

TOKIO: Laut Bundestrainer Bernd Berkhahn werden sich die hohen Wassertemperaturen von rund 30 Grad und die starke Sonneneinstrahlung auf die Taktik der Schwimmer im olympischen Freiwasserrennen mit Florian Wellbrock und Rob Muffels auswirken. «Ich glaube, dass die Männer sehr, sehr vorsichtig losschwimmen werden», sagte der 50-Jährige nach dem Wettkampf der Frauen am Mittwoch. Um Kräfte zu sparen, müsse man sich zunächst «tunlichst zurückhalten», sagte er auch mit Blick auf Doppel-Weltmeister und Gold-Kandidat Wellbrock.

«Wir hatten überlegt, relativ früh Druck zu machen und vielleicht loszugehen», sagte Berkhahn. «Aber ich glaube, das ist keine gute Idee.» Wellbrock und Muffels hatten sich am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) die Anfangsphase des Frauen-Wettbewerbs angeschaut, in dem Leonie Beck aus Würzburg Rang fünf und die Magdeburgerin Finnia Wunram den zehnten Platz belegt hatte.

«Wir haben in den letzten Wochen immer wieder Wärmebäder gemacht nach dem Training, um die Sportler auf die Temperaturen vorzubereiten», sagte Berkhahn. «Wie viel es letztlich bringt, kann man immer schwer sagen. Aber sie haben es als gut empfunden, um auch die Erfahrung zu machen, wie fühlt es sich an mit der Hitze im Nachgang.» Das Rennen über zehn Kilometer findet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (23.30 Uhr/MESZ) statt.


Kanu-Star Brendel liebäugelt mit Olympia-Start in Paris 2024

TOKIO: Kanu-Star Sebastian Brendel (33) liebäugelt mit einem weiteren Olympia-Start. «Vielleicht gehen wir noch weiter den Weg in Richtung Paris. Vielleicht greifen wir da nochmal an», sagte der Potsdamer am Mittwoch auf der Pressekonferenz des Deutschen Teams in Tokio. Zusammen mit seinem Berliner Partner Tim Hecker (23) hatte Brendel am Dienstag die Bronzemedaille im Zweier-Canadier gewonnen. Auf jeden Fall will Deutschlands Vorzeige-Kanute bei den Europameisterschaften im nächsten Jahr in München noch dabei sein.

«Ich habe Pläne, weiterzumachen. Ob es dann bis Paris reicht, wird man sehen. Paris ist auf jeden Fall nicht ausgeschlossen», sagte der 33-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Es sind natürlich noch ein paar Jahre und in meinem Alter denkt man da eher von Jahr zu Jahr.»

Brendel hat in Tokio noch eine weitere Medaillenchance im Einer - das dritte Gold für den Olympiasieger von London und Rio de Janeiro in dieser Disziplin wäre eine historische Leistung. Er geht als Topfavorit an den Start. Am Freitag geht es mit den Vorläufen los, die Medaillen werden am Samstag vergeben. «Natürlich möchte jeder auf das Podium fahren, aber selbstverständlich ist es nicht», sagte Brendel.


Nachrichten aus der Sportwelt am Mittwoch

Die weitere Berichterstattung zur Entwicklung im Fall der Leichtathletin Kristina Timanowskaja, die mutmaßlich von belarussischen Behörden von Olympia in Tokio entführt werden sollte, erhalten Sie im Ressort pl.

Die Sprinterin wird nach ihrer Abreise aus Japan am Mittwochnachmittag in Wien erwartet. Sie hat ein humanitäres Visum von Polen erhalten. Das Internationale Olympische Komitee hat in dem Fall eine Disziplinarkommission eingesetzt, die die Hintergründe aufklären und über Sanktionen gegen Belarus entscheiden soll.

Dazu haben Sie heute im Ressort sp eine Zusammenfassung erhalten - «Timanowskaja aus Tokio abgereist - IOC nimmt Funktionäre ins Visier», 52 Zl


«Bisher macht es Spaß»: Weltmeister Kaul mit Olympia-Start zufrieden

TOKIO: Niklas Kaul, Deutschlands Zehnkämpfer Nummer eins, ist mit seinem Einstand bei den Tokio-Spielen zufrieden. «Bisher macht es Spaß», sagte der 23 Jahre alte Weltmeister am Mittwoch nach den ersten drei Disziplinen seiner Olympia-Premiere. Nach soliden 11,22 Sekunden über 100 Meter ließ der Mainzer die persönliche Bestleistung von 7,36 Metern im Weitsprung folgen - 17 Zentimeter mehr als bei seinem WM-Sieg 2019 in Doha. Im Kugelstoßen reichte es nur zu 14,55 Metern und in der Gesamtsumme zu 2474 Punkten und Platz 17.

«Mit den ersten beiden Disziplinen bin ich zufrieden, der Weitsprung war super», sagte Kaul. «Kugel geht so, ist aber kein Ausreißer nach unten.» Der WM-Dritte von 2017, Kai Kazmirek, liegt mit 2528 Punkten sogar vier Positionen vor Kaul nach 11,09 Sekunden im Sprint, 7,48 Metern im Weitsprung und 14,46 Metern im Kugelstoßen. «So kann es weitergehen», sagte der 30 Jahre alte Routinier.

Dominiert wird der Medaillenkampf von Damien Warner, der in den drei Disziplinen die besten Ergebnisse hatte und als Nummer eins 2966 Punkte sammelte. Mit 8,24 Metern hätte der Kanadier Bronze im Weitsprung-Einzelwettbewerb gewonnen. Dass der Olympia-Dritte von 2016 in Topform ist, zeigte er im Mai beim Meeting in Götzis, wo er die 9000-Punkte-Marke um nur fünf Zähler verpasste. Weltrekordler Kevin Mayer (Frankreich) ist Vierter mit 2662 Punkten.

Im Siebenkampf liegt die Frankfurterin Carolin Schäfer nach 13,29 Sekunden über 100 Meter Hürden und 1,80 Metern im Hochsprung mit 2059 Punkten auf Platz zehn. Die 29 Jahre alte WM-Zweite von 2017 hatte vor den Tokio-Spielen mit Nebenwirkungen einer Corona-Impfung zu kämpfen. Vanessa Grimm (24) vom Königsteiner LV landete nach 13,88 Sekunden im Hürdensprint und 1,77 Metern im Hochsprung mit 1936 Punkten auf dem 21. und drittletzten Platz. Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien übernahm mit 2176 Punkten die Führung.


Mutter gestorben: IOC setzt Verfahren gegen US-Kugelstoßerin aus

TOKIO: Nach dem Tod der Mutter von US-Kugelstoßerin Raven Saunders hat das Internationale Olympische Komitee ein Verfahren gegen die Tokio-Silbermedaillengewinnerin vorerst ausgesetzt. «Wir sprechen Raven und ihrer Familie unser Beileid aus», sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch. Der Dachverband hatte die Leichtathletin wegen einer Protestgeste während der Medaillenzeremonie ins Visier genommen. Saunders hatte bei der Siegerehrung mit ihren Armen ein X über dem Kopf geformt. Das sei ein Symbol für alle Leute, die unterdrückt werden, erklärte die 25-Jährige.

Daraufhin hatte das IOC Gespräche mit dem US-Verband und auch mit World Athletics, dem Leichtathletik-Dachverband, angekündigt. Auch nach der Lockerung der Regel 50 der olympischen Charta sind den Athleten politische Botschaften auf dem Siegerpodest verboten. Gegen diese Bestimmung könnte Saunders verstoßen haben.

«Bis auf Weiteres» sei das laufende Verfahren in der Sache aber nun ausgesetzt, sagte IOC-Sprecher Adams. Saunders hatte am Mittwochmorgen mit einer Botschaft in den sozialen Medien vom Tod ihrer Mutter berichtet. «Mein Herz und meine Seele schreien auf», schrieb sie. Ihre Mutter sei nun aber an einem schönen Ort. «Ich werde deine Liebe, dein Lachen, deine Umarmungen, deinen Rat, deine Lustigkeit, deine plötzlichen Tänze vermissen», schrieb die Kugelstoßerin.

Zuvor hatte auch das Olympische Komitee der USA der Athletin sein Mitgefühl ausgesprochen. «Ihre Mutter hinterlässt ein unglaubliches Erbe in ihrer Tochter, auf die wir so stolz sind und dankbar dafür, sie unsere Teamgefährtin zu nennen», teilte das USOPC mit.


Mao-Anstecker bei Olympia: China will ähnliche Vorfälle vermeiden

TOKIO: Nach der Aufregung um Anstecker mit einem Bild von Mao Tsetung will Chinas Team ähnliche Vorfälle bei Olympia in Tokio verhindern. «Sie haben uns versichert, dass das nicht noch einmal passieren wird», sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch. Das Internationale Olympische Komitee hatte am Vortag eine Stellungnahme der Chinesen angefordert, nachdem die Teamsprint-Gewinnerinnen Bao Shanju und Zhong Tianshi auf dem Siegerpodium einen Pin mit dem Konterfei des kommunistischen Revolutionärs auf ihrem Trainingsanzug getragen hatten.

Chinas Olympisches Komitee habe zugesichert, den gewünschten Bericht in der Sache zeitnah vorzulegen, sagte Adams. Auch nach der Modifizierung der Regel 50 der olympischen Charta sind den Athleten politische Botschaften auf dem Siegerpodest verboten. Gegen diese Bestimmung könnten die beiden Chinesinnen verstoßen haben. Bao Shanju und Zhong Tianshi hatten am Montag beim Teamsprint im Velodrom von Izu das Finale gegen das deutsche Duo Lea-Sophie Friedrich und Emma Hinze gewonnen.


IOC setzt Disziplinarkommission im Fall Timanowskaja ein

TOKIO: Im Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja hat das Internationale Olympische Komitee eine Disziplinarkommission eingesetzt. Diese solle die Tatsachen in dem Skandal um die mutmaßlich von belarussischen Behörden versuchte Entführung der Leichtathletin aus Tokio feststellen, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch. Verantworten sollen sich vor allem der Leichtathletik-Cheftrainer von Belarus (Weißrussland) und der stellvertretende Direktor des nationalen Trainingszentrums.

Die beiden Funktionäre sollen Timanowskaja in Tokio mitgeteilt haben, dass sie wegen kritischer Äußerungen in den Sozialen Medien vorzeitig in ihre Heimat zurückkehren muss. Die 24-Jährige hatte sich am Flughafen Haneda an die japanische Polizei gewendet und den Rückflug verweigert. Inzwischen hat sie ein humanitäres Visum von Polen erhalten und verließ am Mittwoch die Olympia-Stadt. «Meines Wissens ist sie auf ihrem Weg nach Polen», sagte Adams.

Medienberichten zufolge stieg Timanowskaja am Flughafen Narita allerdings zunächst in ein Flugzeug nach Wien. Es blieb zunächst offen, ob sie dann weiter nach Polen reisen wird.


McLaughlin mit Weltrekord zu Gold über 400 Meter Hürden

TOKIO: Die Amerikanerin Sydney McLaughlin ist in Weltrekordzeit zu Olympia-Gold über die 400 Meter Hürden gelaufen. Die 21-Jährige verbesserte drei Tage vor ihrem Geburtstag die von ihr selbst aufgestellte Bestmarke auf 51,46 Sekunden. Im Endspurt am Mittwoch in Tokio verwies McLaughlin ihre Landsfrau und Olympiasiegerin von 2016, Dalilah Muhammad, auf den zweiten Platz.

Muhammad blieb in 51,58 Sekunden ebenfalls unter der alten Bestmarke von 51,90 Sekunden, die McLaughlin bei den US Trials im Juni aufgestellt hatte. Bronze holte sich die Niederländerin Femke Bol (52,03). Für die deutsche Meisterin Carolina Krafzik war im Halbfinale Endstation gewesen. In 54,95 Sekunden wurde die Sindelfingerin am Montag in ihrem Lauf Vierte.


Griechisches Synchronschwimm-Team in Quarantäne - 29 neue Infektionen

TOKIO: Das gesamte griechische Synchronschwimm-Team hat sich nach mehreren positiven Corona-Tests in ein Quarantäne-Hotel begeben. Wie die Olympia-Organisatoren am Mittwoch mitteilten, wurden vier Schwimmerinnen und ein Betreuer bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv getestet. Von den sieben weiteren Team-Mitgliedern seien einige als Kontaktpersonen eingestuft worden. Alle zwölf seien daher in Absprache mit dem Nationalen Olympischen Komitee Griechenlands bereits aus dem Athleten-Dorf ausgezogen, bestätigte OK-Sprecher Masa Takaya. «Wir wünschen ihnen eine schnelle Genesung», sagte sie.

Das Team kann daher nicht weiter am Synchronschwimmen teilnehmen. Dort werden am Mittwoch die Medaillen bei den Duetten vergeben. Chancen auf eine Medaille hätte Griechenland dabei nicht gehabt.

Laut Auskunft der Olympia-Organisatoren gab es 29 neue Coronavirus-Fälle im Zusammenhang mit den Sommerspielen. Das ist ein Tageshöchstwert seit Beginn der Erfassung am 1. Juli. Dieser lag bislang bei 27. Insgesamt beträgt die Zahl der Corona-Infektionen im Umfeld der Spiele nun 327, darunter sind 29 Athletinnen oder Athleten. Namen werden von den Organisatoren grundsätzlich nicht genannt. Nach Angaben von Takaya sind mittlerweile mehr als 500.000 Tests bei Olympia-Beteiligten durchgeführt worden. 26 der 29 aktuell bekanntgegebenen Fälle seien im olympischen Dorf festgestellt worden.


Tischtennis-Frauen verlieren Halbfinale klar - Chance auf Bronze

TOKIO: Deutschlands Tischtennis-Frauen haben das Halbfinale gegen Topfavorit China erwartungsgemäß klar verloren und kämpfen bei den Olympischen Spielen um Bronze. Han Ying, Petrissa Solja und Shan Xiaona blieben gegen die an Nummer eins gesetzten Asiatinnen am Mittwoch in Tokio beim 0:3 weit entfernt von der erhofften Sensation. Am Donnerstag (04.00 Uhr MESZ) spielen die Olympia-Zweiten von 2016 gegen die an vier gesetzte Auswahl von Hongkong um Platz drei.

Im Halbfinale war die an Nummer drei eingestufte deutsche Frauen-Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp chancenlos. Solja und Shan Xiaona konnten beim 0:3 (9:11, 2:11, 4:11) im Doppel gegen die Weltranglisten-Erste und Tokio-Olympiasiegerin Chen Meng sowie Wang Manyu nur den ersten Satz ausgeglichen gestalten. Han Ying verlor gegen die Finalistin im Einzel dieser Sommerspiele, Sun Yingsha, ebenfalls 0:3 (6:11, 4:11, 9:11). Solja leistete zum Abschluss gegen Chen Meng große Gegenwehr und holte beim 1:3 (11:5, 4:11, 9:11, 11:13) den einzigen Satzgewinn.

China und Gastgeber Japan bestreiten am Donnerstag (12.30 Uhr MESZ) das Finale. Seit der Einführung des Team-Wettbewerbs bei den Sommerspielen 2008 haben die Chinesinnen stets die Goldmedaille abgeräumt. Vor fünf Jahren in Rio hatte die deutsche Auswahl in gleicher Besetzung mit Silber überrascht, war aber im Endspiel gegen die Chinesinnen ebenfalls ohne einen Punkt unterlegen gewesen.


Drei deutsche Kajak-Boote direkt ins olympische Halbfinale

TOKIO: Die deutschen Kajak-Boote mit dem Duo Max Hoff/Jacob Schopf sowie die Einer mit Jule Hake und Sabrina Hering-Pradler sind bei den Olympischen Spielen in Tokio direkt ins Halbfinale gepaddelt. Der Mitfavorit im Kajak-Zweier über 1000 Meter zeigte am Mittwoch auf dem Sea Forest Waterway eine gute Vorstellung mit Platz zwei im Vorlauf. Im Endspurt fuhr das Duo souverän an den Slowaken vorbei, allerdings ließen sich die siegreichen Australier nicht mehr abfangen. Schopf hatte am Dienstag mit Platz vier im Einer-Finale die Medaille knapp verpasst.

Im Kajak-Einer der Frauen über 500 Meter schaffte Jule Hake aus Lünen als Vorlauf-Dritte den direkten Einzug ins Halbfinale. Sabrina Hering-Pradler aus Hannover zog als Zweite ihren Vorlaufes hinter Topfavoritin Lisa Carrington aus Neuseeland ebenfalls direkt in die Vorschlussrunde ein.

Bei der olympischen Premiere ihrer Canadier-Disziplin über 200 Meter mussten Lisa Jahn aus Berlin und Sophie Koch aus Karlsruhe einen Umweg nehmen. Beide verpassten als Vierte und Fünfte ihres Vorlaufes den direkten Einzug ins Halbfinale. Im Viertelfinale bietet sich eine neue Chance.

Die Halbfinal-Läufe und Finals finden an diesem Donnerstag in Tokio statt.


Japans Skateboard-Star Yosozumi gewinnt Olympia-Premiere

TOKIO: Japans Skateboard-Star Sakura Yosozumi ist erste Olympiasiegerin in der Disziplin Park.

Die Vize-Weltmeisterin setzte sich am Mittwoch im Finale mit 60,09 Punkten vor ihrer Landsfrau Kokona Hiraki durch, die auf 59,04 Zähler kam. Bronze sicherte sich die in Japan geborene Britin Sky Brown mit 56,47 Punkten. Die 14 Jahre alte Berlinerin Lilly Stoephasius hatte das Finale der besten Acht im Urban Sports Park von Tokio nur denkbar knapp verpasst und mit 38,37 Zählern Platz neun belegt.


Medaille zum Abschied: Ringer Stäbler gewinnt Olympia-Bronze

TOKIO: Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hat zum Abschluss seiner Karriere doch noch die ersehnte olympische Medaille gewonnen. Der Musberger setzte sich bei den Spielen in Tokio am Mittwoch in einem der beiden kleinen Finals der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm mit 5:4 gegen den Georgier Ramas Soidse durch und holte Bronze. Es ist das würdige Ende seiner beeindruckenden Laufbahn.

Stäbler hätte in seinem letzten Turnier gerne Gold gewonnen, war im Viertelfinale am Dienstag aber knapp an Mohammad Reza Geraei gescheitert. Da der Iraner danach das Finale erreichte, durfte der 32-Jährige in der Hoffnungsrunde nochmal ran. In der besiegte er den Kolumbianer Julian Stiven Horta Acevedo und qualifizierte sich so für einen der Bronze-Kämpfe. 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro hatte der Griechisch-römisch-Spezialist eine Medaille noch verpasst.

Stäblers Vorbereitung auf die Spiele in Japan war alles andere als optimal verlaufen. Schon seit längerer Zeit kämpft er mit den Folgen einer Schultereckgelenksprengung. Vergangenen Herbst infizierte er sich mit dem Coronavirus. Zudem musste er für das Event in Tokio acht Kilogramm abnehmen. Am Ende reichte die Kraft aber für Edelmetall.


Jahn und Koch verpassen bei Olympia-Premiere das Canadier-Halbfinale

TOKIO: Die Canadier-Fahrerinnen Lisa Jahn aus Berlin und Sophie Koch aus Karlsruhe haben bei den Olympischen Spielen in Tokio den direkten Einzug ins Halbfinale verpasst.

Das Debütantinnen kamen am Mittwoch bei der Olympia-Premiere ihrer Disziplin auf dem Sea Forest Waterway von Tokio in ihren Vorläufen auf den Rängen vier und fünf ein und müssen nun im Viertelfinale um den Einzug ins Halbfinale über die 200 Meter Distanz kämpfen.


Speerwurf-Favorit Vetter verunsichert ins Olympia-Finale

TOKIO: Gold-Favorit Johannes Vetter hat sich im Speerwerfen ins Finale der Olympischen Spiele von Tokio gemüht. Der 28-Jährige aus Offenburg sicherte sich das direkte Ticket für den Medaillenkampf am Samstag (13.00 Uhr/MESZ) erst mit 85,64 Metern in seinem dritten und letzten Versuch in der Qualifikation. Der Olympia-Vierte von 2016, der mit 96,29 Metern die Weltjahresbestenliste deutlich anführt, wirkte aber verunsichert.

«Seit den Wettkämpfen vor Olympia ist so ein bisschen der Wurm drin, was heißt der Wurm drin, ich kriege nicht so das richtige Timing, den richtigen Rhythmus hin, dass ich sage, da passt alles zusammen und dann knallt es vorne», meinte Vetter. Für das Finale müsse «auf alle Fälle noch was kommen.»

Vetter hatte am Ende aber die zweitbeste Weite vorzuweisen. Gleich mit dem ersten Versuch über 84,41 Meter zog auch der Mainzer Julian Weber direkt ins Finale ein. Bernhard Seifert aus Potsdam schied dagegen mit 68,30 Metern chancenlos aus.


Weltmeister Kaul am Fuß verletzt: Fortsetzung des Zehnkampfes offen

TOKIO: Weltmeister Niklas Kaul muss um die Fortsetzung seines ersten olympischen Zehnkampfes bangen. Der 23 Jahre alte Mainzer zog sich am Mittwoch beim Hochsprung eine Fußverletzung zu, bestätigte ein Sprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Ob Kaul über die 400 Meter zum Abschluss des ersten Wettkampftages antreten könne, sei offen.

Der Mitfavorit auf eine Medaille hatte im Hochsprung mit 2,11 Meter eine persönliche Bestmarke aufgestellt und danach den Stadioninnenraum humpelnd mit einem blutigem Fuß verlassen. Mit 3380 Punkten stand er auf dem 13. Platz der Zwischen-Wertung. Kaul war mit 11,22 Sekunden über 100 Meter solide in den Wettkampf gestartet. Danach gelang ihm im Weitsprung mit 7,36 Metern ebenfalls eine Bestleistung. Im Kugelstoßen reichte es dagegen nur zu 14,55 Metern. Der Ausnahmeathlet ist dafür bekannt, dass er seine Stärken am zweiten Wettkampftag ausspielen kann.


Ex-Bundestrainer Brand sieht keine Krise bei Handballern

TOKIO: Ex-Bundestrainer Heiner Brand sieht den deutschen Handball trotz des frühen Scheiterns bei den Olympischen Spielen in Tokio und einiger Baustellen nicht in der Krise. «Man muss sich schon Gedanken machen und die Gründe für die fehlenden Resultate bei den vergangenen Turnieren analysieren», sagte Brand in einem Sport1-Interview. «Aber ich denke, insgesamt ist man auf einem guten Weg, weil auch in der Bundesliga jetzt viele Junge zum Einsatz kommen, die ihre Erfahrungen sammeln können.»

Obwohl die DHB-Auswahl seit Olympia-Bronze 2016 in Rio keine Medaille mehr bei einem Großereignis gewonnen hat, zählt Brand den deutschen Handball weiter zur Weltspitze. «Er steht sicherlich nicht ganz oben, das kann man nach den letzten Resultaten sagen. Aber er gehört immer noch in die Spitze hinein», sagte der 69-Jährige.

Die Mannschaft, die ihn in Tokio «nicht enttäuscht» habe, könne den Spitzenmannschaften immer Probleme bereiten. «Aber es fehlt eben an den Erfolgen in den wichtigen Momenten. Zu ganz oben fehlt die Konstanz, das machen andere Mannschaften wie Dänemark, Schweden oder Norwegen, die wir geschlagen haben, momentan besser.»

Auch bei der individuellen Ausbildung der Spieler sieht Brand, der Deutschland 2007 als Bundestrainer zu WM-Gold geführt hatte, Handlungsbedarf. «Man muss anerkennen, dass Mannschaften wie Frankreich oder Ägypten individuell besser besetzt sind, zumindest was die Angriffsleistung betrifft», stellte er fest.


Außenministerium: Wien nur Zwischenstopp für Sprinterin Timanowskaja

WIEN/TOKIO: Die belarussische Sportlerin Kristina Timanowskaja macht in Wien offenbar nur einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg nach Polen. «Nach unseren Informationen wird Frau Timanowskaja heute noch nach Warschau weiterfliegen», so ein Sprecher des Wiener Außenministeriums am Mittwoch. Sie werde im Transitbereich von Vertretern des österreichischen Außenministeriums begleitet. Auch für ihre Sicherheit sei gesorgt. Die Maschine der Athletin soll gegen 15.00 Uhr in Wien-Schwechat landen.

Die 24-Jährige hatte ihre Reisepläne in letzter Minute geändert und war von Tokio aus nicht direkt nach Polen geflogen. Polen hatte ihr nach einer mutmaßlich von belarussischen Behörden versuchten Entführung aus Japan ein humanitäres Visum ausgestellt. Das IOC hatte unterdessen eine Disziplinarkommission zur Aufklärung des Olympia-Skandals rund um die Sprinterin eingesetzt.


Leonie Beck schwimmt über zehn Kilometer auf Rang fünf

TOKIO: Freiwasserschwimmerin Leonie Beck hat sich bei den Olympischen Spielen in Tokio nach einem beherzten Rennen nicht mit einer Medaille belohnt. Die 24 Jahre alte Würzburgerin schlug über zehn Kilometer in der Nacht zum Mittwoch als Fünfte an. Gold ging an Ana Marcela Cunha aus Brasilien vor Rio-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden und der Australierin Kareena Lee. Finnia Wunram belegte als zweite deutsche Starterin den zehnten Platz.

Bei extremen Bedingungen zeigte Beck am frühen Morgen Ortszeit im Odaiba Marine Park von Tokio einen starken Auftritt und schwamm von Beginn an vorne mit. Die Olympia-Teilnehmerin von 2016 im Becken verpasste aber die dritte Medaille der deutschen Schwimmer bei diesen Sommerspielen. Zuvor hatten Florian Wellbrock und dessen Verlobte Sarah Köhler im Becken über 1500 Meter Freistil jeweils Bronze gewonnen. Wellbrock startet in der Nacht zum Donnerstag ebenfalls über die zehn Kilometer.


EM-Finale: UEFA eröffnet Disziplinarverfahren gegen Englands Verband

LONDON: Nach dreiwöchigen Ermittlungen hat die Europäische Fußball-Union ein weiteres Disziplinarverfahren gegen Englands Verband FA wegen der Vorfälle rings um das EM-Finale eingeleitet. Das teilte die UEFA am Dienstag mit. Der Kontinentalverband nannte als Grund dafür das Verhalten der englischen Fans innerhalb und außerhalb des Londoner Wembley-Stadions im Zusammenhang mit dem verlorenen Endspiel gegen Italien am 11. Juli. Schon zwei Tage später eröffnete die UEFA mehrere Disziplinarverfahren wegen eines Platzsturms, des Werfens von Gegenständen, der Störungen während des Abspielens der italienischen Hymne und des Zündens von Feuerwerk.


Zweiter Corona-Fall beim BVB: Sorge um Saisonstart

DORTMUND: Bei Borussia Dortmund geht nach dem zweiten positiven Corona-Test binnen weniger Stunden die Sorge vor einem verspäteten Saisonstart um. Um das Risiko vor weiteren Ansteckungen zu minimieren, wurde das für Dienstagnachmittag angesetzte öffentliche Training kurzfristig abgesagt. Ob der neuerliche Corona-Fall Auswirkungen auf das erste Pflichtspiel im DFB-Pokal am Samstag (20.45 Uhr) beim Drittligisten Wehen Wiesbaden hat, bleibt vorerst offen. Neben Thomas Meunier muss sich auch dessen Teamkollege Julian Brandt in häusliche Isolation begeben.


Monaco und Eindhoven siegen - Volland und Götze treffen

BERLIN: AS Monaco hat sich auch dank Torschütze Kevin Volland in eine sehr gute Ausgangsposition für die Playoffs der Champions League gebracht. Der von Niko Kovac trainierte Fußballclub gewann am Dienstagabend das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde bei Sparta Prag verdient mit 2:0 (1:0). Aurelien Tchouameni (37.) und der frühere Bundesliga-Profi Volland (59.) trafen für die Gäste. Auch Mario Götze nimmt mit der PSV Eindhoven Kurs auf die Playoffs. Der niederländische Club fertigte den FC Midtjylland/Dänemark mit 3:0 (3:0) ab: Noni Madueke (19.) brachte die PSV in Führung, der frühere Bundesligaprofi Götze erhöhte (29.), Cody Gakpo machte alles klar (32.). Die Rückspiele finden am 10. August statt.


Inter-Star Eriksen wieder in Italien - nun Untersuchungen in Mailand

MAILAND: Rund sieben Wochen nach seinem Zusammenbruch bei der Europameisterschaft ist der dänische Fußballprofi Christian Eriksen erstmals nach Italien zurückgekehrt. Medienberichten zufolge landete der 29-Jährige am Dienstag in Mailand und traf sich danach mit Inter-Boss Giuseppe Marotta. Eriksen war am 12. Juni in Kopenhagen während des EM-Gruppenspiels gegen Finnland auf dem Rasen zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden. Danach wurde ihm ein Defibrillator implantiert. Sein Vertrag bei Inter läuft noch bis Sommer 2024. Doch in Italien kann Eriksen mit dem implantierten Defibrillator nicht spielen.


FIFA sperrt Ex-Vizepräsident Hayatou für ein Jahr

BERLIN: Der langjährige ehemalige Chef der afrikanischen Fußball-Konföderation Caf, Issa Hayatou, ist von der Ethikkommission des Weltverbandes FIFA für ein Jahr für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Das teilte die FIFA, deren Vizepräsident Hayatou einst war, am Dienstag mit. Zudem muss der 74-Jährige aus Kamerun eine Geldstrafe von umgerechnet gut 32.000 Euro zahlen. Hayatou soll in seiner Funktion als Caf-Chef bei der Vergabe von Fernseh- und Marketingrechten von 2014 bis 2017 einen Bewerber bevorzugt und so zum Schaden der Konföderation einen Wettbewerb verhindert haben.


Besuch vom Zoll: Geschäftsräume des FC Augsburg durchsucht

AUGSBURG: Zollbeamte haben am Dienstag die Geschäftsräume des FC Augsburg durchsucht. Wie das Hauptzollamt Augsburg mitteilte, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Fußball-Bundesligisten wegen des Verdachts des Lohnsplittings und der Mindestlohnunterschreitung. Den Angaben zufolge war die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) mit 61 Kräften in drei Objekten des FCA aktiv, darunter der Geschäftsstelle. Der Verein bestätigte einen «Besuch» von Zollfahndern und Staatsanwaltschaft. «Die Beamten erschienen, um Unterlagen zur Durchsicht mitzunehmen», hieß es.


Schachweltmeister Carlsen scheitert beim Weltcup im Halbfinale

SOTSCHI: Schachweltmeister Magnus Carlsen muss weiter auf seinen ersten Weltcup-Triumph warten. Beim Top-Turnier im russischen Sotschi scheiterte der 30 Jahre alte Norweger am Dienstag im Stechen des Halbfinales erneut an Jan-Krzysztof Duda. Der sieben Jahre jüngere Pole hat sich zu einem Angstgegner entwickelt: Im vorigen Jahr beendete Duda Carlsens Rekordserie von 125 langen Partien ohne Niederlage. Der Weltcup bleibt somit das einzige wichtige Turnier, das Carlsen noch nicht gewonnen hat. Auf Duda wartet im Weltcup-Finale nun der Russe Sergej Karjakin.

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