Nachrichten aus der Sportwelt am Mittwoch

Foto: epa/Fabio Frustaci
Foto: epa/Fabio Frustaci

Silber-Skaterin Leal sagt Empfang ab und ruft zum Impfen auf

IMPERATRIZ: Drei Tage nach ihrer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio hat die 13 Jahre alte Skateboarderin Rayssa Leal in ihrer brasilianischen Heimat zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Nach der Ankunft in der Millionenmetropole São Paulo drehte sie am Mittwoch im Flughafen ein paar Runden auf dem Skateboard. Die geplante Zeremonie auf der Skateboardanlage in der nordöstlichen Stadt Imperatriz ließ Leal aber absagen und fuhr im offenen Wagen der Feuerwehr durch die Stadt.

Dies sei noch nicht der Moment für Menschenansammlungen, sagte sie in einem Video, in dem sie zudem dazu aufforderte, Schutzmaske zu tragen, Alcogel zum Desinfizieren der Hände zu benutzen und sich impfen zu lassen.

Leal hatte in Tokio im ersten Skateboard-Wettbewerb der Frauen Silber hinter der ebenfalls erst 13 Jahre alten Japanerin Momiji Nishiya gewonnen und damit Brasilien verzaubert. Sie ist die jüngste Athletin in der Geschichte des südamerikanischen Landes, die bei Olympischen Spielen auf dem Podium stand. Auch Fußball-Legende Pelé gratulierte dem Teenager.


Fehlende Test-Standards: 20 Olympia-Leichtathleten nicht zugelassen

TOKIO: 20 Leichtathleten - darunter zehn aus Nigeria - sind nicht zu den Olympischen Spielen zugelassen worden, da sie nicht den Mindeststandard bei den erforderlichen Dopingtests erfüllt haben. Das hat die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics am Mittwoch mitgeteilt.

Jeweils drei Sportler oder Sportlerinnen kommen aus Belarus und der Ukraine, je einer oder eine aus Äthiopien und Marokko. Die Namen nannte die AIU nicht. Kenia hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass es zwei Athleten zurückzieht, so dass 1500-Meter-Weltmeister Timothy Cheruiyot nach dem Verpassen der nationalen Qualifikation noch nachrückte. Bahrain darf dagegen das komplette nominierte Team in Tokio an den Start bringen.

Insgesamt gehören sieben Länder zur sogenannten Kategorie A und haben damit aus Sicht der AIU das höchste Risiko für Doping-Verstöße. Beginnend zehn Monate vor einem sportlichen Großereignis muss es jeweils drei unangekündigte Dopingproben geben, dazwischen müssen jeweils mindestens drei Wochen vergehen.

Der AIU-Vorsitzende David Howman betonte trotz der Startverweigerungen, es habe in den Kategorie-A-Ländern signifikante Fortschritte im Anti-Doping-Kampf gegeben. «Es bleibt unter einigen Gesichtspunkten aber noch ein weiter Weg zu gehen», unterstrich der Neuseeländer, der früher Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur war. Die olympischen Leichtathletik-Wettbewerbe in Tokio beginnen an diesem Freitag.


Radsport-Weltverband kritisiert deutschen Sportchef für Wortwahl

BERLIN: Der Radsport-Weltverband UCI hat mit deutlicher Kritik auf einen rassistischen Kommentar des deutschen Sportchefs Patrick Moster beim Einzelzeitfahren der Olympischen Spiele reagiert. Der Verband bedauere Mosters Worte zutiefst, hieß es in einer Mitteilung des Weltverbandes nach dem Rennen am Mittwoch. «Diese Bemerkung geht gegen die Werte, die die UCI repräsentiert, fördert und verteidigt. Es gibt keinen Platz für Rassismus im Sport.» Die UCI werde sich weiterhin dafür einsetzen, alle Arten von Diskriminierung im Radsport auszumerzen und für Diversität und Gleichheit eintreten.

Moster hatte am Mittwoch den deutschen Radsportler Nikias Arndt angefeuert, dabei aber eine rassistische Bemerkung gegenüber eines vor Arndt fahrenden Algeriers getätigt. Der Funktionär bat nach dem Vorfall sofort um Entschuldigung; der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kündigten bereits Gespräche mit Moster an.


Schwimmer Wellbrock große deutsche Medaillen-Hoffnung

TOKIO: Die Hoffnungen der deutschen Olympia-Mannschaft in Tokio liegen am Donnerstag unter anderem auf Schwimmer Florian Wellbrock. Der 23-jährige Magdeburger legte schon im Vorlauf über 800 Meter Freistil - die Distanz ist erstmals im olympischen Programm - einen deutschen Rekord hin. Noch stärker ist Wellbrock als Weltjahresbester über die 1500 Meter Freistil und im Freiwasser einzuschätzen, aber eine Medaille ist auf der kürzeren Strecke drin.

Im Judo (bis 78 kg) gehört die Ravensburgerin Anna-Maria Wagner zu den Mitfavoritinnen, das gilt im Einer-Canadier des Kanuslaloms auch für Weltmeisterin Andrea Herzog aus Leipzig. Die Ruderer setzen im Leichtgewichts-Doppelzweier auf Jason Osborne/Jonathan Rommelmann (Mainz/Krefeld). Im Turnen steht das Mehrkampf-Finale ohne Superstar Simone Biles an, die Amerikanerin verzichtet und will laut einer Teammitteilung den Fokus auf ihre mentale Gesundheit legen.

Tennis-Ass Alexander Zverev trifft im Viertelfinale als Favorit auf den Franzosen Jeremy Chardy, die Nummer 68 der Welt.


Bayerns Basketballer in erster Pokalrunde gegen Bamberg

KÖLN: Titelverteidiger FC Bayern München empfängt in der ersten Runde des deutschen Basketball-Pokals den früheren Serienmeister Brose Bamberg. Das ergab die Auslosung am Mittwoch in Köln. Auch Meister und Pokalfinalist Alba Berlin startet mit einem Heimspiel und erwartet die Telekom Baskets Bonn. Der Hauptrundensieger der vergangenen BBL-Spielzeit, MHP Riesen Ludwigsburg, trifft auswärts auf die Hakro Merlins Crailsheim. Die erste Runde wird am 2. und 3. Oktober ausgespielt, das Top Four ist für den 19. und 20. Februar geplant.


Früherer US-Präsident Obama unterstützt NBA in Afrika

WASHINGTON: Der frühere US-Präsident Barack Obama wird künftig als strategischer Partner die Aktivitäten der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA in Afrika unterstützen. Wie die NBA am Mittwoch mitteilte, hat Obama Anteile am Liga-Ableger NBA Africa erworben. Der 59-Jährige wird sich bei Projekten für mehr Gleichberechtigung der Geschlechter und im wirtschaftlich-sozialen Bereich engagieren.


Sky zeigt ab der kommenden Saison Topspiele im DFB-Pokal der Frauen

FRANKFURT/MAIN: Der Pay-TV-Sender Sky überträgt in der kommenden Saison je ein Spiel pro Hauptrunde des DFB-Pokals der Frauen. Das gab der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch bekannt. Auch das Finale wird bei Sky übertragen. Den Auftakt macht die Partie von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Bocholt am 23. August.


Stammkeeper Gersbeck verletzt sich im Training des Karlsruher SC

KARLSRUHE: Dem Karlsruher SC droht möglicherweise ein Ausfall von Stammtorhüter Marius Gersbeck. Der 26-Jährige knickte am Mittwoch im Training mit dem rechten Sprunggelenk um und musste die Einheit vorzeitig beenden, wie der Fußball-Zweitligist mitteilte. Ob es sich um eine schwerwiegende Verletzung handele, könne zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.


Leverkusen verpflichtet 16-jährigen Iker Bravo vom FC Barcelona

LEVERKUSEN: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat den 16 Jahre alten Stürmer Iker Bravo vom FC Barcelona verpflichtet. Der Teenager kommt aus der berühmten Nachwuchsakademie «La Masia» und wird vorerst für die U19 der Leverkusener in der A-Jugend-Bundesliga auflaufen.


Schalke 04 beendet Dauerkartenverkauf vorzeitig

GELSENKIRCHEN: Fußball-Zweitligist FC Schalke 04 hat den Dauerkartenverkauf vorzeitig beendet. Die noch verfügbaren Tickets seien früher als erwartet vergeben worden, teilte der Bundesliga-Absteiger am Mittwoch mit. Ende Juni hatte der Traditionsclub bereits bekanntgegeben, dass trotz des sportlichen Abstiegs und des Zuschauerausschlusses in der vergangenen Saison angesichts der Corona-Pandemie nur zwei Prozent der Dauerkarten gekündigt worden seien. Vor der Saison 2019/2020 waren 43.935 verkauft worden. Schalke teilte auch mit, dass wegen der Pandemie noch unklar sei, wann die Dauerkarten freigeschaltet werden können.


Studien zu Kopfbällen: Englischer Verband ändert Leitlinien

LONDON: Der englische Fußball-Verband hat angesichts möglicher Langzeitfolgen für Fußballprofis durch Kopfbälle neue Leitlinien herausgegeben. So soll unter anderem jeder Spieler pro Trainingswoche maximal zehn «Kopfbälle mit höherer Kraft» durchführen, etwa nach langen Pässen (mehr als 35 Meter) oder nach Flanken, Ecken und Freistößen. «Diese Empfehlung dient dem Schutz des Spielerwohls und wird regelmäßig überprüft, wenn weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um mehr über die Auswirkungen des Kopfballs im Fußball zu erfahren», teilte die FA am Mittwoch mit.


DFB: Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig will nicht mehr kandidieren

FRANKFURT/MAIN: Der ehemalige Nationalspieler und heutige DFB-Botschafter Jimmy Hartwig möchte nicht mehr für das Amt des DFB-Präsidenten kandidieren. «Was mich angeht, ist es der beste Weg, Integrationsbeauftragter beim DFB zu bleiben und abzuwarten, was die Zukunft bringt», sagte der 66-Jährige beim TV-Nachrichtensender Welt am Mittwoch. «Das DFB-Präsidium wäre für mich eine Nummer zu groß. Ich kann mehr bewegen, indem ich das tue, was ich seit acht Jahren tue.» Hartwig hatte in der Vorwoche gesagt, er wolle DFB-Chef werden.


Hainer: Bayern in «konstruktiven Gesprächen» mit Goretzka und Kimmich

MÜNCHEN: Der FC Bayern München befindet sich Aussagen von Clubpräsident Herbert Hainer zufolge in «guten und konstruktiven» Vertragsgesprächen mit den Nationalspielern Leon Goretzka und Joshua Kimmich. «Es gibt derzeit keine Fristen. Die Spieler haben an der Europameisterschaft teilgenommen, danach waren sie im Urlaub. Mittlerweile sind sie zurück in München und nun können weitere Gespräche stattfinden. Hoffentlich können wir in den nächsten Wochen eine Lösung finden», sagte Hainer während einer Fragerunde mit chinesischen Medien, aus der das Portal «Spox» am Mittwoch zitierte.


Rad-Team Bora-hansgrohe verlängert mit Tour-Etappensieger Konrad

BERLIN: Tour-de-France-Etappensieger Patrick Konrad fährt auch in Zukunft für den deutschen Profi-Radstall Bora-hansgrohe. Wie das Team am Mittwoch bekanntgab, verlängerte es den Vertrag mit dem Olympia-Teilnehmer aus Österreich ebenso um zwei Jahre wie die Arbeitspapiere des Niederländers Ide Schelling und des Italieners Matteo Fabbro.


Nach Olympia-Start: Disqualifikation für Seglerinnen Wanser/Winkel

ENOSHIMA: Die 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel sind nach den ersten zwei Rennen bei den olympischen Regatten vor Enoshima nachträglich disqualifiziert worden. Bei einer Überprüfung der Trapezhosen aller 470er-Frauenteams war am Mittwoch bei Winkels Ausrüstung ein Übergewicht von 200 Gramm festgestellt worden. Auch Maria Belen Tavella und Lourdes Hartkopf aus Argentinien verloren ihre Platzierungen.

Beide Teams rangieren unter 22 Booten nun jeweils auf dem 19. Gesamt-Rang. Die Hamburgerinnen Wanser und Winkel waren bei ihrer Olympia-Premiere mit den Plätzen neun und fünf gestartet. In der Gesamtwertung waren sie bis zur Disqualifikation Vierte. Das German Sailing Team will eine Wiedereröffnung des Verfahrens beantragen.


Amerikanerinnen und Letten erste Olympiasieger im 3x3-Basketball

TOKIO: Die Basketballerinnen aus den USA und die Athleten aus Lettland sind die ersten Olympiasieger im 3x3-Basketball. Vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach bezwangen die US-Spielerinnen am Mittwoch ihre Finalgegnerinnen vom Russischen Olympischen Komitee mit 18:15. Im Aomi Sports Park scheiterten danach auch deren männliche Landsleute und unterlagen Lettland in einem Final-Thriller mit 18:21.

Mit einem Zwei-Punkte-Wurf Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden 21. Zähler machte Karlis Lasmanis den Coup der favorisierten Letten perfekt. Die Balten lagen die meiste Zeit der Partie in Rückstand, zudem verletzte sich auch noch einer der vier Teamspieler während der Partie, sodass im Finish nicht mehr gewechselt werden konnte. Bronze ging an die hoch gehandelten Serben sowie die Spielerinnen Chinas.

3x3-Basketball war für die Spiele in Japan erstmals ins olympische Programm gehoben worden als eine der Disziplinen, mit denen das Internationale Olympische Komitee vor allem jüngere Fans erreichen will. IOC-Boss Bach ließ es sich dann auch nicht entgehen, bei den Medaillenentscheidungen auf der Open-Air-Anlage dabei zu sein. Nach dem Frauen-Finale plauderte der Top-Funktionär mit den Amerikanerinnen und Russinnen und signierte einen Basketball.

Anders als traditionelles Basketball wird die Disziplin von je drei Akteuren auf einen Korb gespielt. Die Spielzeit beträgt maximal zehn Minuten - mit 21 Punkten ist der vorzeitige Sieg perfekt. Deutsche Teams hatten sich nicht für Olympia qualifiziert.


Teresa Enke über Turn-Star Biles: «Nichts mit Schwäche zu tun»

TOKIO: Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, hat Turn-Superstar Simone Biles für deren Eingeständnis mentaler Probleme gelobt. «Dass da jemand sagt, ich kann nicht mehr, ich muss mich selbst schützen, ich muss meine Mannschaftskolleginnen schützen, finde ich wahnsinnig toll und stark», sagte die 45-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Diese Frau ist stark. Sie denkt an sich. Ihre Gesundheit ist ihr wichtiger als der sportliche Erfolg.»

Die Amerikanerin Biles hatte wegen mentaler Probleme am Mittwoch ihren Start im Einzel-Mehrkampf bei den Olympischen Spielen in Tokio abgesagt. Einen Tag zuvor war die 24-Jährige aus dem Mehrkampf-Finale nach nur einem Gerät ausgestiegen. Anfang Juni hatte sich auch Japans Tennis-Ass Naomi Osaka von den French Open zurückgezogen und längere Depressionsphasen öffentlich gemacht.

«Ich habe ja schon bei Naomi gesagt, dass sie etwas lostritt», sagte Enke. Sie freue sich, dass sich die Sportlerinnen und Sportler trauen, darüber zu reden: «Betroffenen hilft so etwas.»

Enke ist die Witwe des früheren deutschen Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke. Er hatte 2009 wegen Depressionen Suizid begangen. Die nach ihm benannte Stiftung finanziert unter anderen die Erforschung und Behandlung von Depressionen. Teresa Enke sieht durchaus Fortschritte in der Wahrnehmung mentaler Probleme. «Ich finde, dass die Öffentlichkeit mittlerweile damit sehr gut umgeht. Auch die Journalisten.»


Watzke hofft auf höhere Zuschauerzahlen: «Entscheidend für Fußball»

BAD RAGAZ: BVB-Chef Hans-Joachim Watzke setzt bei der Festlegung der Zuschauerzahlen in der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga auf einen Dialog mit der Politik und will juristische Auseinandersetzungen vermeiden. «Klagen kann immer nur die Ultima Ratio sein. Wir müssen versuchen, mit der Politik Lösungen zu finden. Mir ist eine Lösung mit der Politik immer lieber als eine Lösung auf Klagewegen. Aber ausschließen kann man es natürlich nicht», sagte der Geschäftsführer des Revierclubs am Mittwoch im Trainingslager des Bundesligisten in der Schweiz.


Olympisches Fußball-Turnier: Auch Frankreich und Argentinien raus

TOKIO: Neben Deutschland haben sich zwei weitere prominente Teams in der Vorrunde beim olympischen Fußball-Turnier verabschiedet. Auch Frankreich und Argentinien müssen frühzeitig die Heimreise antreten. Die Equipe Tricolore verlor am Mittwoch überraschend klar gegen Japan 0:4 (0:2) und belegte damit in Gruppe A nur den dritten Platz hinter den Gastgebern und Mexiko, das gegen Südafrika 3:0 (2:0) gewann.

In Gruppe C reichte Argentinien ein 1:1 (0:0) im Top-Duell mit Spanien nicht zum Weiterkommen. Neben den Iberern löste überraschend Ägypten durch ein 2:0 (1:0) gegen Australien das Viertelfinal-Ticket. In Gruppe B heißen die Viertelfinal-Teilnehmer Südkorea und Neuseeland. Südkorea gewann deutlich mit 6:0 (3:0) gegen Honduras, Neuseeland genügte ein 0:0 gegen Rumänien.

In der Runde der besten Acht trifft Deutschland-Bezwinger Brasilien am Samstag auf Ägypten, Gastgeber Japan bekommt es mit Neuseeland zu tun. Die Elfenbeinküste, die durch das 1:1 (0:0) am Mittwoch das deutsche Aus besiegelte, spielt gegen Spanien; zum Abschluss treffen Südkorea und Mexiko aufeinander.

Durch das Aus von Frankreich kann Bundesligist Hertha BSC auch bald wieder auf seinen Mittelfeldspieler Lucas Tousart zählen. Der Leipziger Dani Olmo, der bereits bei der Fußball-EM im Einsatz war, ist mit Spanien indes weiter im Wettbewerb vertreten.


Turner Dauser Olympia-18. im Mehrkampf - Japaner Hashimoto siegt

TOKIO: Lukas Dauser hat bei den Olympischen Spielen in Tokio den Mehrkampf der Turner mit einem 18. Platz beendet. Der deutsche Meister aus Unterhaching kam am Mittwoch im Ariake Gymnastics Center auf 81,290 Punkte. Ein besseres Resultat verhinderte ein unfreiwilliger Abgang am Reck. Der Berliner Olympia-Debütant Philipp Herder belegte mit 78,565 Punkte den 23. Platz unter 24 Finalisten.

Olympiasieger wurde der Japaner Daiki Hashimoto aus Japan mit 88,465 Punkten und ist damit Nachfolger seines Landsmannes Kohei Uchimura. Der Qualifikationssieger verwies den Chinesen Xiao Routeng mit 88,065 Punkten auf Rang zwei. Bronze gewann Welt- und Europameister Nikita Nagorni aus Russland mit 88,031 Zählern.

Andreas Toba (Hannover) und Nils Dunkel (Erfurt) hatten das Mehrkampf-Finale verpasst und waren bereits aus Japan abgereist.


Tischtennis-Profi Ovtcharov kämpft um Olympia-Medaille

TOKIO: Der frühere Weltranglistenerste Dimitrij Ovtcharov hat sich ins Halbfinale des olympischen Tischtennis-Turniers gekämpft und darf auf seine zweite Einzelmedaille hoffen. Der letzte im Einzel verbliebene Deutsche drehte am Mittwoch im Tokyo Metropolitan Gymnasium einen 0:2-Satzrückstand und bezwang den Brasilianer Hugo Calderano in einem packenden Kräftemessen mit 4:2 (7:11, 5:11, 11:8, 11:7, 11:8, 11:2).

Ovtcharov fand im Duell mit seinem Vereinskollegen bei Fakel Orenburg in Russland gerade noch rechtzeitig zu seinem Spiel, nachdem ihm lange viele vermeidbare Fehler unterlaufen waren. Der Traum von einer zweiten Olympia-Medaille im Einzel nach Bronze 2012 in London lebt für den Weltranglistenachten damit weiter.

Ovtcharov trifft nun im Halbfinale am Donnerstag (09.00 Uhr/MESZ) auf Rio-Gewinner Ma Long aus China. Im zweiten Duell um den Einzug ins Endspiel am Freitag (14.00 Uhr/MESZ) misst sich der chinesische Weltranglistenerste Fan Zhendong aus China mit Lin Yun-Ju aus Taiwan.

Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll war im Achtelfinale gescheitert. Boll und Ovtcharov können noch mit der Mannschaft eine Medaille holen. Sie treffen am Sonntag auf Portugal.


Hitze in Tokio: Tennis-Organisatoren verändern Zeitplan

TOKIO: Wegen der Hitze in Tokio haben die Organisatoren den Zeitplan des olympischen Tennis-Turniers verändert.

Von Donnerstag an werden die Partien im Ariake Tennis Park erst ab 15.00 Uhr Ortszeit beginnen, teilte der Weltverband am Mittwoch mit. Ursprünglich sollte auch am Donnerstag wieder ab 11.00 Uhr, ab Freitag dann ab 12.00 Uhr gespielt werden. Damit solle auf die Gesundheit der Spieler Rücksicht genommen werden, hieß es. Seit dem Start des Turniers am vergangenen Samstag hatten Spieler mehrfach über die Hitze am Mittag geklagt.


Hausding bekräftigt nach Bronze: Olympia 2024 in Paris kein Thema

TOKIO: Patrick Hausding hat nach dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille mit Lars Rüdiger seinen Karriereplan ohne die Olympischen Spiele 2024 in Paris bekräftigt. «Drei Jahre hört sich nicht viel an, für mich klingt das wie eine Dekade», sagte der 32-Jährige am Mittwoch in Tokio. Hausding hatte zuvor durch Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett seine insgesamt dritte Olympiamedaille gewonnen. Die Spiele in Tokio sind seine vierten und letzten.

Hausding dachte zurück an Verletzungen, Schweiß, Tränen und Training, da könne er sich «absolut kein Paris 2024» vorstellen, sagte der Beliner. Vielleicht könne man im kommenden Jahr noch die Früchte von Olympia-Bronze ernten. Dann käme ein WM-Start in Frage. «Paris ist für mich absolut keine Option mehr», sagte Hausding.

Der Wassersprung-Rekordeuropameister hat in drei verschieden Disziplinen Olympiamedaillen gewonnen. «Diese olympische Medaille war mein Traum», sagte Hausding. «Egal, wo ich gestartet bin bei Olympia, ich habe eine Medaille mit nach Hause genommen. Damit macht man sich in Springerkreisen, glaub ich, erstmal ein bisschen unsterblich. Das wird vielleicht erstmal ein bisschen dauern, bis sowas auftaucht. Das macht mich natürlich unglaublich stolz.»


Drei Handball-Topteams bereits im Olympia-Viertelfinale

TOKIO: Weltmeister Dänemark, der WM-Zweite Schweden und Europameister Spanien haben als erste Teams vorzeitig das Ticket für das Viertelfinale im olympischen Handball-Turnier gelöst. Der deutsche Vorrundengegner Spanien feierte am Mittwoch beim 32:25 gegen Brasilien den dritten Sieg im dritten Vorrundenspiel und hat einen Platz in der K.o.-Runde damit bereits sicher.

Auch Dänemark und Schweden weisen noch eine makellose Bilanz auf. Nach dem 31:21 gegen Bahrain führen die Dänen, die 2016 in Rio Gold holten, die Gruppe B mit 6:0 Zählern vor den punktgleichen Schweden an. Das Drei-Kronen-Team kam zu einem 29:28 gegen den EM-Sechsten Portugal. Das Skandinavien-Duo ist damit in den ausstehenden zwei Vorrundenspielen nicht mehr von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen.


Radsportler Arndt «entsetzt» über Rassismus-Eklat durch Sportdirektor

OYAMA: Der deutsche Radsportler Nikias Arndt hat den rassistischen Kommentar seines Sportchefs Patrick Moster scharf verurteilt. «Ich bin entsetzt über die Vorfälle beim heutigen olympischen Zeitfahren und möchte mich hiermit deutlich von den Aussagen des sportlichen Direktors distanzieren! Solche Worte sind nicht akzeptabel», schrieb der Radprofi am Mittwoch bei Twitter.

Moster hatte den 29-Jährigen im Einzelzeitfahren angefeuert, dabei aber eine rassistische Bemerkung gegenüber eines vor Arndt fahrenden Algeriers getätigt. Dies war bei der TV-Übertragung zu sehen und zu hören. Der Funktionär bat nach dem Vorfall sofort um Entschuldigung; der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kündigten bereits Gespräche mit Moster an.

«Olympia und der Radsport stehen für Toleranz, Respekt und Fairness», schrieb Arndt. «Diese Werte vertrete ich zu 100% und ziehe meinen Hut vor all den großartigen Sportlern, die hier in Tokio aus aller Welt zusammen gekommen sind!»


Auch 2021 kein Windsurf-Weltcup vor Sylt

WESTERLAND: Der Windsurf-Weltcup vor Sylt fällt wie im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie aus. Die nächste Veranstaltung soll nun exakt ein Jahr später, vom 23. September bis zum 3. Oktober 2022, stattfinden. Das teilten der Sylt-Tourismus-Service und Organisator Act Agency am Mittwoch mit.


Torwart Gulacsi will mit Leipzig «auch mal einen Titel gewinnen»

LEIPZIG: Torwart Peter Gulacsi hat seine Ambitionen auf einen großen Erfolg mit Fußball-Bundesligist RB Leipzig unterstrichen. «Ich komme jetzt in eine Phase in meiner Karriere, in der ich auch mal einen Titel gewinnen will. Wir waren schon öfter kurz davor», sagte Gulacsi im Interview der «Leipziger Volkszeitung» (Mittwoch). Der 31-Jährige wolle in seiner Laufbahn als Fußballprofi noch einiges erreichen: «Ich komme gerade ins beste Torwart-Alter, bin topfit, habe noch viel vor. Andere Keeper in meinem Alter haben schon zehn, elf Saisons in einer Top-Liga absolviert. Ich gehe erst in meine sechste Saison, bin spät oben angekommen.»


Gomez: DFB-Auswahl fehlt ein echter Torjäger - Lob für Haaland

STUTTGART: Nach Ansicht von Ex-Nationalspieler Mario Gomez benötigt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schnellstmöglich wieder einen echten Torjäger. «Wir müssen im Sturm wieder «Killer» entwickeln. Stürmer, die sich im Zentrum wohlfühlen, auch mal mit dem Rücken zum Tor arbeiten können und gleichzeitig einen enormen Zug zum Tor entwickeln», sagte der 36-Jährige im Interview der «Sport Bild» (Mittwoch). Gomez fordert ein Umdenken in der Ausbildung. «Der Trend ging in diesen Jahren sehr zum Dribbler, die Kids wollten Messi und Ronaldo nachahmen und erst drei Gegner ausspielen, bevor sie abschließen. Dabei ist Tore zu schießen das Schönste, was es gibt.»


Positiver Corona-Fall beim FC Augsburg: Test gegen Fürth abgesagt

AUGSBURG/FÜRTH: Nach einem positiven Corona-Test beim Fußball-Bundesligisten FC Augsburg hat Ligakonkurrent SpVgg Greuther Fürth ein für Mittwoch vereinbartes Testspiel abgesagt. Nach FCA-Angaben ist Mittelfeldspieler Daniel Caligiuri «positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden und befindet sich daher in häuslicher Quarantäne.» Der 33-Jährige sei bereits vollständig geimpft. Die beim Team, dem Trainer- und Funktionsteam vorgenommenen Tests sind nach FCA-Angaben alle negativ ausgefallen. Nach Rücksprache mit der eigenen medizinischen Abteilung entschieden die Fürther, «die Partie nicht zu bestreiten, um kein unnötiges Risiko einzugehen».


Niederlage im Finale: Judoka Trippel verpasst Olympia-Gold

TOKIO: Judoka Eduard Trippel hat bei den Olympischen Spielen in Tokio nach einer Final-Niederlage die Silber-Medaille gewonnen. Der 24-Jährige aus Rüsselsheim verlor in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm am Mittwoch das Finale im legendären Nippon Budokan gegen den Georgier Lascha Bekauri durch Waza-ari und verpasste damit knapp den ersten deutschen Olympiasieg im Judo seit Ole Bischof 2008.

Für Trippel ist die Silber-Medaille in Tokio dennoch der bisher größte Erfolg seiner Judo-Karriere. Er ist zudem der erste deutsche Medaillengewinner in dieser Gewichtsklasse seit 1996, als Marko Spittka Bronze gewann. Für die deutschen Judo-Männer beendete Trippel die medaillenlose Zeit von neun Jahren seit den Spielen 2012.


Badminton-Bundestrainer Ruhnow hört nach Olympia auf

DÜSSELDORF: Doppel- und Mixed-Bundestrainer Diemo Ruhnow verlässt den Deutschen Badminton-Verband (DBV) aus familiären Gründen. Der 40-Jährige tritt nach den Olympischen Spielen in Tokio an einer Gesamtschule in Schleswig-Holstein eine Stelle als Lehrer für Sport und Mathematik an, teilte der Verband am Mittwoch mit.

«Er hat in den rund achteinhalb Jahren, in denen er für den DBV tätig war, nicht allein in höchstem Maß Kompetenz als Badmintontrainer bewiesen, sondern zudem mit großem Engagement Personalentwicklung betrieben. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute», sagt DBV-Chef-Bundestrainer Detlef Poste.


Kurz nach Madrid-Wechsel: Ex-Bayer Alaba positiv auf Corona getestet

MADRID: Der österreichische Fußball-Nationalspieler David Alaba muss schon kurz nach seinem Wechsel zum spanischen Rekordmeister Real Madrid in Quarantäne. Denn der 29-Jährige ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilten die Madrilenen am Mittwoch in einer zweizeiligen Meldung mit. Weitere Angaben macht der Club nicht. Alaba hatte die Bayern in diesem Sommer nach über einem Jahrzehnt und zahlreichen Titelgewinnen verlassen. Bei Real unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag.


DFB-Coach Kuntz kritisiert Olympia-Gastgeber: Kein olympisches Gefühl

RIFU: Nach dem Olympia-Aus der deutschen Fußballer hat Trainer Stefan Kuntz die strikten Regelungen in Japan scharf kritisiert. «Wir haben die Menschen hier sehr freundlich kennengelernt. Ansonsten war von dem olympischen Gefühl aus meiner Sicht überhaupt nichts vorhanden, außer bei den zwei Besuchen im olympischen Dorf», sagte Kuntz nach dem 1:1 gegen die Elfenbeinküste, wodurch das DFB-Team als Gruppendritter das Viertelfinale verpasst hatte.

«Wir waren kaserniert, eingesperrt, durften nicht auf die Straße gehen. Wir durften nur nach langem Hin und Her einen Balkon mal öffnen lassen. Da muss ich sagen: Da hätte ich gern mehr olympisches Flair gehabt», fügte Kuntz hinzu. Das sei seine persönliche Meinung. «Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass wir Fußballer sind oder Fußballer gerne eine Sonderstellung gehabt hätten», so Kuntz.

Die japanischen Gastgeber haben wegen der Corona-Pandemie bei den Olympischen Spielen konsequente Regeln aufgestellt. Zuschauer sind bis auf wenige Ausnahmen nicht erlaubt, dazu gibt es für alle Beteiligten an dem Event viele Corona-Tests und wenige Freiheiten.


Hörmann zu Corona-Umgang in Japan: Behörden handeln «gut und richtig»

TOKIO: DOSB-Chef Alfons Hörmann hält ein Vorgehen der japanischen Behörden wie im Corona-Fall des deutschen Radsportlers Simon Geschke bei Olympia grundsätzlich für richtig. «Alles, was mit Auflagen, Kontrollen, Tests und stringentem Vorgehen vor Ort zu tun hat, findet unsere uneingeschränkte Zustimmung. Auch wenn man als Mensch sagt: Verdammt, es ist sehr lästig», sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds der Deutschen Presse-Agentur in Tokio. Der frühere Tour-Etappensieger Geschke verbrachte am Mittwoch nach seinem positiven Coronatest den fünften Tag in Quarantäne.

Der 35-Jährige hatte sich über die Bedingungen in dem Hotel, das als Isolierstation für alle corona-infizierten Athleten bei den Sommerspielen dient, zu Beginn heftig beklagt. «Als Mensch» würde er sich einen anderen Umgang mit den Sportlern wünschen, sagte Hörmann. «Als Verantwortungsträger und Delegationsleiter sage ich: Es ist gut und richtig und wichtig, dass so konsequent agiert wird», fügte der Chef des Dachverbands hinzu.

«Das ist lästig für uns alle, aber auch zugleich täglich der Beweis, dass mit hohem Maß und hoher Professionalität alles dafür getan wird, dass Sicherheit vor Ort gewährleistet ist», erklärte Hörmann. Eine möglichst frühzeitige Ausreise des Radsportlers unterstütze er zu «200 Prozent». In den Fall hatte sich zuletzt auch die deutsche Botschaft eingeschaltet. «Die Mannschaftsleitung, der Chef de Mission, alle in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt - wir tun alles dafür, um die Situation so erträglich wie möglich zu machen», versicherte Hörmann.


Olympia-Einschaltquote: Bestwert für Dressur

BERLIN: Die deutsche Dressur-Equipe hat am Dienstag in Tokio nicht nur Gold gewonnen, sondern auch bei den olympischen TV-Quoten Platz eins belegt.

Die rund 30 Minuten lange ARD-Sendung über die Team-Entscheidung hatte 2,19 Millionen Zuschauer und damit nach Angaben des Fernsehsenders die höchste Reichweite des Tages. Der Marktanteil lag bei 22,4 Prozent. Auch Schwimmen und Turnen kamen mit etwa gleichlangen Beiträgen über die Zwei-Millionen-Marke.


Klare Niederlage für Säbelfechter: Hartung und Co. verpassen Bronze

TOKIO: Die zweiten Olympischen Spiele ohne Medaille für die deutschen Fechter nacheinander werden immer wahrscheinlicher. In einem kräfteraubenden Teamwettkampf verloren die Säbel-Herren um Vierfach-Europameister Hartung am Mittwoch das kleine Finale um Bronze mit 40:45 gegen Ungarn. Der scheidende Athletensprecher Hartung beendet seine Karriere damit ohne olympisches Edelmetall. Der einst so erfolgsverwöhnte Deutsche Fechter-Bund droht wie schon 2016 in Rio de Janeiro nun auch in Tokio leer auszugehen. Die letzte kleine Chance haben die Florett-Herren im Teamwettbewerb am Sonntag.

Nach den ernüchternden Einzeln, in denen keiner der Deutschen über das Achtelfinale hinausgekommen war, zeigten Hartung sowie seine Dormagener Clubkollegen Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers im Mannschaftswettkampf couragierte Leistungen. Nach einem souveränen 45:28 gegen die Riege des Russischen Olympischen Komitees zum Auftakt unterlagen sie den in der Weltrangliste führenden Südkoreanern im Halbfinale aber unglücklich mit 42:45. Szabo zog sich dabei aller Voraussicht nach einen Muskelfaserriss zu und musste für die entscheidenden Punkte von Ersatzmann Hübers vertreten werden.

Auch im Bronze-Kampf gegen die vom dreimaligen Olympiasieger Aron Szilagyi angeführten Ungarn konnten die müde wirkenden Deutschen Szabos Ausfall nicht kompensieren. Hartung holte zum Abschluss noch einige Zähler auf, für die Wende reichte es aber nicht mehr.


Judoka Trippel hat nach Final-Einzug Olympia-Silber sicher

TOKIO: Judoka Eduard Trippel hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die Silber-Medaille sicher. Der 24-Jährige aus Rüsselsheim zog am Mittwoch durch einen Halbfinal-Sieg im Golden Score durch Waza-ari gegen den Türken Mihael Zgank ins Finale der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm ein. Dort kämpft Trippel im legendären Nippon Budokan in Tokio gegen den Russen Michail Igolnikow oder gegen Lascha Bekauri aus Georgien um die erste Gold-Medaille für den Deutschen Judo-Bund seit dem Olympiasieg von Ole Bischof 2008.

Trippel zeigte bei seiner Olympia-Premiere einen starken Wettbewerb und belohnte sich mit seinem bislang größten sportlichen Erfolg. Es ist die erste Medaille für das Team des Deutschen Judo-Bundes in Tokio, Giovanna Scoccimarro hat zudem am Mittwoch noch die Chance auf Bronze in der Klasse bis 70 Kilogramm.


Bayer-Coach Seoane will Wirtz auf dem Weg ins Nationalteam fördern

LEVERKUSEN: Bayer Leverkusens neuer Trainer Gerardo Seoane will den 18 Jahre alten Offensivspieler Florian Wirtz auf dessen anvisiertem Weg in die Fußball-Nationalmannschaft bestmöglich fördern. «Wir müssen ihn darin unterstützen, dass er die Stärke entwickelt, große Verantwortung übernehmen zu können», sagte Seoane im Interview der «Sport Bild» (Mittwoch). Der Coach hält es vor dem Start seiner ersten Saison als Bundesliga-Coach für wahrscheinlich, dass Wirtz «in den kommenden Jahren einer der dominanten Spieler der Nationalmannschaft werden könnte.»

Wirtz, der als 17-Jähriger sein erstes Bundesligaspiel absolvierte und bereits 36 Erstliga-Einsätze verbuchte, hat sich sein Debüt im Team des neuen Bundestrainers Hansi Flick zum Ziel gesetzt. Seoane erwartet, dass der bisherige Junioren-Nationalspieler auch im Verein seine Stärken noch weiterentwickelt. «Die Gegner kennen ihn jetzt und stellen sich besser auf ihn ein. Also muss er auch besser werden, vielleicht Kleinigkeiten verändern, um sich dem wieder zu entziehen», meinte Seoane.


Ohrfeigen für Judoka Trajdos sorgen für Wirbel - Trainer verwarnt

TOKIO: Mehrere Ohrfeigen von Bundestrainer Claudiu Pusa für Judoka Martyna Trajdos vor ihrem Kampf haben bei den Olympischen Spielen in Tokio für Wirbel gesorgt. Der Judo-Weltverband IJF sprach am Mittwoch eine Warnung gegen einen deutschen Trainer aus, ohne dabei explizit Trajdos, Pusa oder die Szene von den Wettkämpfen am Dienstag zu nennen. Die IJF rügte den Coach für sein «schlechtes Verhalten während des Wettbewerbs», wie sie via Twitter mitteilte.

Zuvor hatten Bilder und Videos für Aufsehen gesorgt, die zeigen, wie Pusa Trajdos kurz vor ihrem Wettkampf schüttelt und zweimal ohrfeigt. Die 32 Jahre alte Hamburgerin verteidigte ihren Coach. «Das ist etwas, worum ich meinen Trainer bitte. Macht ihm keine Vorwürfe! Ich brauche das vor meinen Kämpfen, um wach zu sein», schrieb sie auf Instagram. Es handele sich um ein Ritual vor Wettkämpfen, für das sie sich selbst entschieden habe. «Sieht so aus, als ob es nicht gar genug gewesen wäre», ergänzte Trajdos mit Blick auf ihre Auftaktniederlage in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm am Dienstag.

Der Weltverband betonte in seiner Stellungnahme am Mittwoch, Judo sei ein «erzieherischer Sport und kann als solcher ein solches Verhalten, das gegen den Moral-Code im Judo verstößt, nicht tolerieren». Den Tweet versah der Verband mit dem Hashtag «Respekt».


Tokios Corona-Infektionen steigen auf neuen Höchststand

TOKIO: Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio am zweiten Tag nacheinander auf einen Höchststand gestiegen. Am Mittwoch meldete die Hauptstadt 3177 neu Infizierte binnen eines Tages. Am Vortag waren es 2848 Fälle gewesen. Damit tritt ein, was Experten vor Beginn der Spiele prophezeit hatten. Die Lage könne «kritisch» werden. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike rief die jüngeren Bürger auf, sich impfen zu lassen, möglichst zu Hause zu bleiben und die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus zu befolgen. «Die Aktivitäten junger Menschen sind der Schlüssel (um die Infektionen einzudämmen)», sagte die Politikerin.

Während die Mehrheit der älteren Menschen geimpft sei und deren Infektionen deutlich gesunken seien, seien die Infektionen unter den überwiegend nicht geimpften jungen Menschen am Steigen, erklärte Koike. Bis zum Vortag waren 25,5 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Bei Älteren liegt die Quote bei 68,2 Prozent.

Die landesweite Zahl der binnen eines Tages registrierten Infektionen stieg am Mittwoch auf einen Höchststand von über 8000 Fällen. Neben der Olympia-Stadt Tokio breitet sich das Virus auch in den drei Nachbarpräfekturen Chiba, Kanagawa und Saitama aus. Die Gouverneure wollen, dass über diese Regionen der Corona-Notstand verhängt wird.


Starke Olympia-Segler: Sieg für Kohlhoff/Stuhlemmer im Katamaran

ENOSHIMA: Die Kieler Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer haben für das herausragende Ergebnis der deutschen Olympia-Segler am vierten Regatta-Tag im Revier vor Enoshima gesorgt. Die Katamaran-Crew stieg am Mittwoch mit Rang fünf in die Serie der Nacra 17 ein, im zweiten Durchgang gelang dem Mixed-Duo sogar ein Sieg. Die beiden beendeten ihren Tag mit Rang sieben in der dritten Wettfahrt.

Bei ihrer Gala in Rennen zwei parierten der 26-jährige Kohlhoff und die 21-jährige Stuhlemmer die Dauer-Attacken der argentinischen Olympiasieger Santiago Lange/Cecilia Carranza. Nach drei Wettfahrten liegt das Team hinter den italienischen Favoriten Ruggero Tita/Caterina Banti auf Gesamt-Platz zwei. «Das war ein guter Einstieg. Wir pushen hart», sagte Steuermann Kohlhoff.

Für die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel war ihr zweiter Wettkampf-Tag durchwachsen. Nach dem guten Auftakt einen Tag zuvor fielen die Bronze-Gewinner von 2016 mit den Rängen 13, 5 und 14 in den drei Rennen auf Gesamt-Platz acht zurück. Vorschoter Plößel litt allerdings an Magenproblemen. «Ich gehe früh schlafen und hoffe, dass es morgen besser geht», sagte er. Vor den beiden Nachholrennen am Donnerstag blieb das Duo dennoch in Schlagdistanz zu den Führenden. Erste sind die Briten Dylan Fletcher/Stuart Bithill.

Die 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel aus Hamburg und Kiel starteten in ihre Olympia-Premiere mit den Rängen neun und fünf. In der Gesamtwertung fanden sie sich an vierter Position wieder. Im 49erFX der Damen überzeugten Tina Lutz/Susann Beucke (Holzhausen/Strande) zunächst als Dritte, fuhren dann aber die Plätze 14 und 12 ein und sind nun Wertungs-Siebte.


Geschke in Quarantäne: Einzelzeitfahren auf der Rolle

TOKIO: Der in Corona-Quarantäne steckende Radsportler Simon Geschke ist wieder ein halbwegs glücklicher Mensch. Zwar darf der Berliner sein Hotel in Tokio immer noch nicht verlassen, doch zwei Care-Pakete des Deutschen Olympischen Sportbundes zauberten ihm wenigstens ein Lächeln aufs Gesicht. «Heute ist ein guter Tag», teilte Geschke zunächst über Instagram mit. Da hatte der Veganer ein Ernährungspaket sowie ein Rad samt Rolle erhalten.

Am Mittwoch testete Geschke sein neues Sportgerät und trat selbst in die Pedale, während er das Einzelzeitfahren der Frauen auf dem Fernseher verfolgte. «Es ist ein wenig wie im Hamsterrad, aber es fühlt sich großartig an», twitterte Geschke und bedankte sich beim DOSB sowie beim Bund Deutscher Radfahrer.

Am Mittwoch war der frühere Tour-Etappensieger den fünften Tag in Quarantäne. Zuvor hatte er über Rückenschmerzen aufgrund mangelnder Bewegung geklagt. Mit der Rolle soll sich das nun etwas ändern. «Ich werde da nicht den ganzen Tag draufsitzen. Aber wenn ich das eine Stunde vormittags und eine nachmittags mache, habe ich schon einmal zwei Stunden vom Tag weg», hatte Geschke der Deutschen Presse-Agentur vor der Ankunft des Pakets gesagt.


Leichtathletik-Weltverband: Russland bleibt weiter gesperrt

TOKIO: Russlands Leichtathleten müssen weiter auf die Wiederaufnahme in den Weltverband Word Athletics (WA) warten. «Der Licht-am-Ende-des-Tunnels-Prozess läuft», sagte Präsident Sebastian Coe am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Tokio. Eine mögliche Aufhebung der seit November bestehenden Sperre wegen des Skandals um flächendeckendes Doping könnte auf der nächsten Councilsitzung von WA im November beschlossen werden. Bis dahin werde der Bann aufrechterhalten.

Die Sperre von Russland wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verlängert, weil es an der Bereitschaft in der russischen Leichtathletik an grundlegenden Reformen gefehlt hatte. An den Olympischen Spielen in Tokio können trotz der Aussicht auf Aufhebung der Sperre nur individuell geprüfte Athleten unter neutraler Flagge starten.

Der Weltverband hat insgesamt 123 Sportlern aus Russland das Startrecht bei internationalen Wettkämpfen unter neutraler Flagge eingeräumt. Bei den Olympischen Spielen sind jedoch nur zehn Athleten zu den Wettbewerben zugelassen, die am Freitag beginnen. Insgesamt haben für die 48 Leichtathletik-Wettbewerbe 2018 Sportler aus 196 Ländern gemeldet, teile WA mit.


Beach: Walkenhorst sieht im Kampf gegen Sexismus noch Luft nach oben

TOKIO: Olympiasiegerin Kira Walkenhorst sieht beim Beachvolleyball noch Verbesserungsbedarf im Umgang mit Sexismus. «Früher gab es sogar Vorschriften, wie breit der Rand der Bikinihose zu sein hat. Davon sind wir zum Glück schon lange weg, aber es ist noch viel Luft nach oben», schrieb die 30-Jährige in ihrer Kolumne für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie habe als Athletin ausgeblendet, ob Zuschauer wegen der knappen Bekleidung zu den Spielen gekommen seien. «Darüber brauchen sich die Sportlerinnen in Tokio wegen der fehlenden Zuschauer keine Gedanken machen. Dafür wäre es gut, wenn die Verbände es in Zukunft mehr machen würden.»

Völliges Unverständnis äußerte Walkenhorst, die 2016 in Rio mit Laura Ludwig Gold geholt hatte und nach einer Pause mit ihrer neuen Partnerin Anna-Lena Grüne spielt, zum Fall der norwegischen Beachhandballerinnen. Weil die bei der EM in Bulgarien zuletzt statt der vorgeschriebenen Bikini-Höschen aus Protest etwas längere Sporthosen getragen hatten, mussten sie nach einer Entscheidung der Europäischen Handball-Föderation wegen «unangemessener Bekleidung» eine Geldstrafe von 1500 Euro zahlen. Sie habe nicht gewusst, «ob ich lachen oder weinen sollte. So etwas ist albern, respektlos und nicht zeitgemäß», schrieb Walkenhorst.


Frühes Olympia-Aus für Bogenschützin Schwarz

TOKIO: Nach Medaillen-Hoffnung Lisa Unruh ist auch Charline Schwarz bei den Olympischen Spielen in Tokio in der 1.

Runde des Einzelwettbewerbs im Bogenschießen ausgeschieden. Die 20 Jahre alte Athletin aus Feucht unterlag am Mittwoch der Amerikanerin Mackenzie Brown mit 2:6. Zuvor hatte Unruh gegen Hanna Marusava aus Belarus mit 4:6 verloren. Nachdem am Vortag bereits Michelle Kroppen frühzeitig gescheitert war, sind die deutschen Damen im Einzel nicht mehr vertreten. Im Team-Wettbewerb hatte das Trio Unruh, Schwarz und Kroppen die Bronzemedaille gewonnen.


Rad-Sportdirektor entschuldigt sich für rassistische Entgleisung

OYAMA: Der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, Patrick Moster, hat sich für eine rassistische Entgleisung während des olympischen Einzelzeitfahrens entschuldigt. «Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren», sagte Moster am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Der 54-Jährige wollte Arndt anfeuern, den vor dem Kölner fahrenden Algerier einzuholen. Dabei ließ er sich zu einer rassistischen Bemerkung verleiten. «Wir haben selbst viele Bekannte mit nordafrikanischen Wurzeln, wie gesagt, es tut mir leid», betonte Moster. Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, verurteilte die Aussage als «nicht akzeptabel» und kündigte Gespräche nach den Spielen an. Er erwähnte aber auch den «besonderen Stress».

Der Deutsche Olympische Sportbund kündigte eine Reaktion an. «Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. «Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten.»


Dortmunds Brandt: Von meiner Seite gab es nie Anzeichen für Wechsel

BAD RAGAZ: Offensivspieler Julian Brandt will bei Borussia Dortmund bleiben. «Ich habe diese Wechselgerüchte nie selbst befeuert», sagte der 25-Jährige im Interview mit RTL/ntv über Spekulationen, er könne den Fußball-Bundesligisten in Richtung Italien verlassen. «Es ist natürlich schön, wenn andere Vereine Interesse bekunden. Aber von meiner Seite gab es nie Anzeichen, dass ich vor einem Wechsel stünde.»

Nach einer für ihn mäßigen Saison mit dem Verlust seines Stammplatzes war Brandt als möglicher Verkaufskandidat gehandelt worden. Im Gespräch waren Lazio Rom und der AC Mailand, die angeblich 27 Millionen Euro zahlen wollten. Brandts Vertrag beim BVB läuft noch bis 30. Juni 2024. «Julian freut sich darauf, hier einen Neustart zu machen», sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc der Deutschen Presse-Agentur.

Nach ihrem Sonderurlaub begann am Mittwoch auch für die EM-Teilnehmer Mats Hummels und Emre Can die Vorbereitung auf die neue Saison. Die deutschen Nationalspieler bestritten die erste Einheit im Fitnesszelt. Wann BVB-Abwehrchef Hummels aufgrund seiner Patellasehnenreizung ins Teamtraining einsteigen kann, bleibt vorerst offen. Vereinsboss Hans-Joachim Watzke befürchtet keinen langen Ausfall. «Mats wird deutlich schneller wieder auf dem Platz stehen, als in den Medien spekuliert wurde. Da lege ich mich einfach mal fest», sagte Watzke am Mittwoch.


Afghanistan-Flüchtling Ali Zada als Friedensbotschafterin

OYAMA: Ihr Ergebnis war Masomah Ali Zada gar nicht so wichtig. «Allein, dass ich hier bin, ist eine Botschaft von Hoffnung und Frieden. Und diese möchte ich verbreiten», sagte die Afghanin. Ali Zada war beim olympischen Einzelzeitfahren als Mitglied des Flüchtlingsteams gestartet. Die 25-Jährige wurde erwartungsgemäß Letzte und war dabei fast 14 Minuten langsamer als Olympiasiegerin Annemiek van Vleuten. Aber das war, wie gesagt, nicht das Thema.

Allein der Weg Ali Zadas von Kabul an den Fuß des Mount Fuji war außergewöhnlich. Als Teenager hatte sie in Afghanistan mit dem Radsport begonnen. Und in dem konservativen Land viel Ablehnung erfahren. «Die Leute haben einfach nicht verstanden, was ich da mache. Hier bin ich unter anderen Athleten und fühle mich ganz normal», berichtete die Studentin.

Die Ablehnung in der Heimat führte soweit, dass ihre Trainingsgruppe mit Steinen beworfen wurde, einmal war ein Teammitglied absichtlich von einem Auto angefahren worden. Ali Zada verlegte ihr Training zuerst in die frühen Morgenstunden, wanderte 2016 mit ihren Eltern und Geschwistern aber endgültig aus. In Frankreich hat sie nun ein neues Zuhause gefunden, mit dem Vater als wichtigster Bezugsperson. «Er hat mich als Einziger immer unterstützt und motiviert.»


Schachmann auf Platz 15 im olympischen Zeitfahren - Roglic siegt

OYAMA: Der Slowene Primoz Roglic hat seine missratene Saison mit dem Olympiasieg im Einzelzeitfahren gerettet. Der 31-Jährige war am Mittwoch über 44,2 Kilometer mehr als eine Minute schneller als der zweitplatzierte Niederländer Tom Dumoulin. Bronze gewann der australische Ex-Weltmeister Rohan Dennis. Die deutschen Fahrer waren wie erwartet ohne Chance auf eine Medaille. Maximilian Schachmann (Berlin) belegte Platz 15, Nikias Arndt (Köln) wurde als 19. gestoppt.

Roglic musste bei der Tour de France als Mitfavorit nach einem Sturz vorzeitig aussteigen. Auch im olympischen Straßenrennen spielte er keine Rolle. Nun triumphierte Roglic ausgerechnet im Zeitfahren. Jener Disziplin, in der er im vergangenen Jahr den Tour-Sieg am vorletzten Tag aus der Hand gegeben hatte.

Die Deutschen waren dagegen weit weg vom Podium. «Das war ein Horrortag. Ich habe mich zwar ausgepowert, bin aber überhaupt nicht an meine Leistungswerte rangenkommen. Das war ein schlechter Tag zum falschen Zeitpunkt», sagte Schachmann der dpa. Arndt war hingegen zufrieden: «Bei Olympia kämpft man um jede Sekunde. Der Kurs hat Spaß gemacht und ich bin zufrieden mit meiner Leistung.»


Kritik an Softball-Streichung für 2024: «Ist ein weltweiter Sport»

TOKIO: Softball-Spielerinnen und -Trainer kritisieren die Streichung ihrer Sportart durch das Internationale Olympische Komitee aus dem Programm für die Spiele 2024 in Paris. «Ich fordere das IOC auf, Softball als Frauensportart regelmäßig in das olympische Programm aufzunehmen», sagte Pitcherin Monica Abbott am Dienstagabend. Zuvor hatten sie und ihr Team das Olympia-Finale in Tokio gegen Gastgeber Japan mit 0:2 verloren und die Silbermedaille geholt.

Es sei erwiesen, dass Softball Zuschauer anziehe, argumentierte die 36-Jährige. «Es ist ein weltweiter Sport. Er wird auf mehreren Kontinenten und in verschiedenen Regionen der Welt sehr gut gespielt», sagte sie.

Trainer Mark Smith von Bronzemedaillen-Gewinner Kanada schloss sich Abbott an. «Aus meiner Sicht war es absurd, dass Softball überhaupt gestrichen wurde», meinte er. Er verwies zudem darauf, dass es bei Olympia ohnehin nicht so viele Athletinnen wie Athleten gebe.

Softball hatte 1996 in Atlanta die olympische Premiere. Danach wurde 2000 in Sydney, 2004 in Athen und 2008 in Peking um Medaillen gespielt. Nach der Pause 2012 in London und 2016 in Rio gab Softball in Tokio sein Comeback. Nun hoffen die Softballerinnen, dass 2028 in Los Angeles ihre Sportart wieder dabei ist. Softball ähnelt dem Baseball und wird professionell überwiegend von Frauen gespielt.


Finalchancen intakt: Trapschütze Löw nach erster Quali Siebter

TOKIO: Trapschütze Andreas Löw hat weiterhin Chancen auf das Erreichen des olympischen Finals. Der 39 Jahre alte Sportsoldat aus Ansbach, der in Rio 2016 Sechster im Doppeltrap wurde, kam am Mittwoch auf der Asaka Shooting Range auf Rang sieben nach drei von insgesamt fünf Qualifikationsrunden. Der Weltcup-Zweite aus dem Vorjahr in Nikosia begann mit zwei 24er Serien und legte dann eine 25 nach. Damit hat er für die abschließenden zwei Runden an diesem Donnerstag weiterhin Chancen auf die Finalteilnahme.

Kurios: Bei der Olympia-Qualifikation zuletzt hatte Löw eigentlich den Quotenplatz verpasst. Dann profitierte er doch noch. Denn der Italiener Mauro de Filippis schnappte sich das Tokio-Ticket bei der EM in Osijek. Und Löw rutschte dann über die Weltrangliste für den besten noch nicht qualifizierten Schützen aus einer Nation ohne Trap-Startplatz für Tokio nach. In der Weltrangliste war Löw auf Platz sechs geführt. Seine einstige Paradedisziplin Doppeltrap wurde nach Rio aus dem olympischen Programm gestrichen, nun musste er auf Trap umschulen.


Malheur bei Kaiser-Ansprache zu Olympia sorgt in Japan für Aufsehen

TOKIO: Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, hat mit seiner Ansprache bei der Eröffnungszeremonie die japanischen Gastgeber in Verlegenheit gebracht - ungewollt. Als er am Ende seines Auftritts am vergangenen Freitag im Olympiastadion sagte, die Spiele mögen nun für eröffnet erklärt werden, sei Japans Kaiser Naruhito sogleich ans Mikrofon getreten, um die Eröffnungsformel zu sprechen - während Japans Regierungschef Yoshihide Suga und Tokios Gouverneurin Koike wider der strengen Hofetikette zunächst ahnungslos sitzenblieben, wie japanische Medien am Mittwoch berichteten. Schuld an dem Malheur sei, dass die Stadion-Durchsage, sich von den Sitzen zu erheben, ausblieb.

Ein Sprecher des Organisationskomitees entschuldigte sich den Berichten zufolge für die «Verwirrung». Eigentlich sei vor der Verlesung der Eröffnungsworte eine Stadion-Ansage geplant gewesen, dass sich jeder Anwesende bitte erheben möge. Dies ist bei Auftritten des Monarchen in Japan so üblich. Doch da IOC-Chef Bach den Kaiser gebeten habe, die Olympischen Spiele zu eröffnen, habe es keine Zeit mehr für die Ansage zum Aufstehen gegeben, wurde der Sprecher zitiert. Zum Glück bemerkte Tokios Gouverneurin Koike dies schnell, woraufhin sie und dann auch Regierungschef Suga doch noch aufstanden.


«Kommersant»: Beliebtheitswerte von Japans Premier gesunken

MOSKAU: Zu den Olympischen Sommerspielen in Japan schreibt die russische Tageszeitung «Kommersant» am Mittwoch:

«Die Olympischen Spiele in Tokio, die Japan ins Zentrum der Weltnachrichten stellen, sind kein Triumph für seinen wichtigsten Architekten, den Premierminister Yoshihide Suga. Seine Zustimmungswerte sind nach einer Umfrage von Nikkei/TV Tokyo auf einen Tiefpunkt gesunken. Die Unbeliebtheit der Olympiade, die von einem Rekordanstieg bei der Zahl der Corona-Fälle begleitet wird, ist der bedeutendste Schlag gegen seine Popularität. (...) Im Vergleich zum Juni sind die Beliebtheitswerte des japanischen Premiers im Juli gleich um neun Punkte auf 34 Prozent gefallen.

Noch ein möglicher Schlag gegen Sugas Ambitionen kann der Skandal in den Beziehungen mit Moskau werden - nach der Reise des russischen Regierungschefs Michail Mischustin auf die von Tokio beanspruchten Südkurilen. Nach seinem Antritt versprach Suga die Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Moskau, der aus japanischer Sicht auch die Anerkennung der Souveränität Tokios über deren sogenannte nördliche Territorien beinhalten sollte. (...) In Tokio wird aber nun Mischustins Reise auf die Inselgruppe als Bestätigung dafür gewertet, dass Moskau diese Frage nicht angehen will.»


Tennisprofi Altmaier im Viertelfinale bei Turnier in Kitzbühel

KITZBÜHEL: Der deutsche Tennisprofi Daniel Altmaier hat das Viertelfinale beim ATP-Turnier in Kitzbühel erreicht. Der letztjährige French-Open-Achtelfinalist gewann am Mittwoch 6:4, 6:4 gegen den Italiener Marco Cecchinato, der bei dem Grand-Slam-Turnier in Paris sogar schon im Halbfinale stand. Altmaier trifft in der Runde der letzten acht Spieler auf den Italiener Gianluca Mager.

Erst in der vorigen Woche hatte sich Altmaier beim ATP-Turnier im kroatischen Umag bis ins Halbfinale vorgespielt. Der 22-Jährige aus Kempen ist derzeit die Nummer 135 der Weltrangliste. Das Sandplatzturnier in Kitzbühel ist mit knapp 420.000 Euro dotiert.


Olympia-Fußballer nach 1:1 gegen Elfenbeinküste ausgeschieden

RIFU: Die deutschen Fußballer haben den Einzug ins Viertelfinale bei den Olympischen Spielen verpasst. Die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz kam am Mittwoch in Rifu gegen die Elfenbeinküste nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und belegte damit den dritten Platz in Gruppe D. Durch ein Eigentor von Benjamin Henrichs (67.) geriet die DFB-Auswahl in Rückstand, der Ausgleich von Eduard Löwen (73.) war zu wenig für das Weiterkommen. Vor fünf Jahren hatte Deutschland bei den Sommerspielen in Rio noch Silber geholt.

52 Tage nach dem Triumph bei der U21-EM endete das olympische Fußballturnier mit dem Vorrunden-Aus damit enttäuschend. Zuvor hatte es ein 2:4 gegen Brasilien und ein 3:2 gegen Saudi-Arabien gegeben.


Wasserspringer Hausding und Rüdiger gewinnen Olympia-Bronze

TOKIO: Patrick Hausding und Lars Rüdiger haben sich im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett mit beeindruckender Nervenstärke im letzten Sprung noch die Bronzemedaille gesichert. Der Wassersprung-Rekordeuropameister und sein Berliner Teamkollege schoben sich am Mittwoch in Tokio auch dank Patzern der Konkurrenz noch auf den dritten Rang vor. Mit 404,73 Punkten betrug der Vorsprung auf Platz vier und Mexiko nur 4,59 Zähler. Gold ging mit klarem Vorsprung an die Chinesen Wang Zongyuan und Xie Siyi vor dem Duo aus den USA.

Für die deutschen Wasserspringer ist es die zweite Medaille der Spiele in Japan. Hausding freut sich bei seinen vierten und letzten Olympischen Spielen über seine dritte Medaille.


«Dagens Nyheter»: Eine goldene Chance für Olympia

STOCKHOLM: Die liberale schwedische Tageszeitung «Dagens Nyheter» (Stockholm) kommentiert am Mittwoch die laufenden Olympischen Spiele:

«Es gibt viele Worte, mit denen man das Schöne an den Olympischen Spielen beschreiben kann. Trotzdem ist man nicht die einzige, wenn man weniger interessiert daran ist, an dem Meisterschaftsspektakel teilzunehmen. Doping-Skandale, Korruption und «Sportswashing» durch Schurkenstaaten haben den globalen Sport zu einem Monster gemacht und ihm einen großen Teil der unschuldigen Freude genommen. Zum Glück ist das IOC zu der Einsicht gezwungen worden, dass die Entwicklung in die falsche Richtung geht, es hat notwendige Reformen des Systems eingeleitet. Der Druck der Öffentlichkeit steigt auch auf die künftigen Gastgeberstädte, es gibt breite Unterstützung dafür, Olympia kleiner zu halten. Gelingt das, gibt es gute Chancen für die Olympischen Spiele, ihren früheren Glanz und ihre Legitimität als wichtigster Treffpunkt des Sports wiederzubekommen. Das wäre ein großer Gewinn - für die Athleten ebenso wie für die Zuschauer.»


Olympia-Gold von Funk: Werbung für die Kanuslalom-WM in Augsburg

TOKIO: Kanuslalom-Olympiasiegerin Ricarda Funk hofft, dass ihr Goldgewinn in Tokio für ihre Sportart generell eine Werbung ist und zudem für die Heim-WM im Juli 2022 in Augsburg sein wird.

«Ich wünsche mir, dass das erste Gold für Deutschland in Tokio auch für den Kanuslalomsport nachhaltig wird», sagte die 29 Jahre alte Sportsoldatin am Mittwoch. «Vielleicht hat jetzt auch der Nachwuchs mal Bock, ins Boot zu steigen und mit den Wellen zu tanzen.» Der Augsburger Eiskanal wird 50 Jahre nach den Olympischen Spielen 1972 in München erstmals wieder Schauplatz eines Topereignisses sein.


Freiwasser-Rekordweltmeister Lurz: Beckenmedaille super und wichtig

TOKIO: Der zuvor letzte deutsche Schwimm-Olympiamedaillengewinner, Thomas Lurz, hofft nach Bronze von Sarah Köhler auf weitere Erfolge in Tokio. «Das ist super und sehr wichtig, mal wieder eine Medaille im Becken gewonnen zu haben», sagte der 41-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Lurz hatte 2012 in London Silber über zehn Kilometer im Freiwasser gewonnen. Die letzten Beckenmedaillen bis zu Köhlers Auftritt hatte Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen im Jahr 2008 verbucht.

Köhler gewann am Mittwoch Bronze über 1500 Meter Freistil. Angesprochen auf die Bedeutung der ersten Medaille für das deutsche Schwimmen sagte Lurz: «Das ist wichtig und ich denke es kommen noch ein paar dazu. Allerdings sollte das auch unser Anspruch sein Medaillen zu gewinnen im allgemeinen.»

«Das gehört zum Sport dazu, zu gewinnen, deshalb trifft man sich auf Wettkämpfen. Darum geht es im Prinzip. Andere Länder gewinnen ja auch Medaillen», sagte Lurz.

Durch Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat der Deutsche Schwimm-Verband in Tokio weitere gute Medaillenchancen, sogar die Möglichkeit auf Gold. Er zählt auch im Freiwasser, der früheren Domäne von Lurz, zu den Titelkandidaten. Dort hat der Deutsche Schwimm-Verband noch drei weitere aussichtsreiche Starter bei Frauen und Männern am Start.


Dämpfer für Segel-Hoffnungsträger Heil/Plößel

ENOSHIMA: Die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel sind nach gelungenem Auftakt am zweiten Tag ihrer Olympia-Regatta mit den Rängen 13, 5 und 14 auf Platz acht zurückgefallen. Die Bronzemedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 2016 hatten ihren zweiten Olympia-Einsatz am Dienstag mit Rang drei eröffnet. Vor den beiden Nachholrennen am Donnerstag blieb die Crew vom Norddeutschen Regatta Verein allerdings in Schlagdistanz zu den führenden Mannschaften, darunter die Olympiasieger Peter Burling und Blair Tuke aus Neuseeland. Die Top-Favoriten liegen nach vier Rennen auf Platz fünf. Angeführt wird das Feld von den Briten Dylan Fletcher/Stuart Bithill. Kurz nach den Herren setzten die 49erFX-Damen ihre Serie fort. Mit Rang drei fuhren Tina Lutz/Susann Beucke (Holzhausen/Strande) auf Platz sechs vor.

Parallel stiegen in der Sagami-Bucht die Kieler Katamaran-Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer in die Regatta ein. Die Nacra-17-Mixed-Crew eröffnete den zweiten Olympia-Einsatz des Steuermanns und den ersten der Vorschoterin mit Rang fünf vielversprechend, platzierte sich direkt vor den argentinischen Olympia-Siegern Santiago Lange/Cecilia Carranza. Die Führung in der schnellsten aller olympischen Segeldisziplinen übernahmen Italiens Co-Favoriten Ruggero Tita/Caterina Banti. Die 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel aus Hamburg und Kiel läuteten ihre Olympia-Premiere mit Rang neun an.


Deutsche Handballer verlieren Olympia-Kracher gegen Frankreich

TOKIO: Deutschlands Handballer haben im Olympia-Turnier die zweite Niederlage im dritten Vorrundenspiel kassiert. Die DHB-Auswahl verlor am Mittwoch gegen Rekord-Weltmeister Frankreich mit 29:30 (13:16) und belegt in der Gruppe A mit 2:4 Punkten vorerst nur den vierten Platz. Bester Werfer für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason war Timo Kastening mit sieben Toren.

Nächster Gegner der deutschen Mannschaft ist am Freitag Norwegen, ehe zum Abschluss der Gruppenphase am Sonntag das Duell mit Brasilien ansteht. Die ersten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale, für das neben Frankreich auch Europameister Spanien, Weltmeister Dänemark und der WM-Zweite Schweden bereits qualifiziert sind.


Judoka Scoccimarro verliert bei Olympia Bronze-Kampf

TOKIO: Giovanna Scoccimarro hat bei den Olympischen Spielen in Tokio das kleine Finale verloren und die erhoffte Bronze-Medaille knapp verpasst.

Die 23-Jährige aus Wolfsburg unterlag am Mittwoch im Kampf um Bronze der Weltranglisten-Dritten Sanne van Dijke aus den Niederlanden und wurde bei ihren ersten Spielen Olympia-Fünfte. Die Entscheidung fiel erst nach 7:44 Minuten in der Verlängerung durch Ippon. Zuvor hatte sich Scoccimarro in der Klasse bis 70 Kilogramm nach einer Niederlage im Viertelfinale über die Hoffnungsrunde in den Bronze-Kampf gearbeitet. Für den Deutschen Judo-Bund ist es nach dem knappen Scheitern von Dominic Ressel am Dienstag der zweite fünfte Platz bei den Spielen in Tokio. Eduard Trippel hat bereits Silber sicher und kämpft am Mittwoch in der Klasse bis 90 Kilogramm um Gold.


Sperre durch Sportgerichtshof: Olympia ohne Sprinter Wilson

TOKIO: Der Schweizer Sprinter Alex Wilson verpasst die Olympischen Spiele in Tokio. Die Ad-Hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) sperrte den gebürtigen Jamaikaner, der über die 100 und 200 Meter starten wollte, bis auf Weiteres provisorisch. Dies wurde am Mittwoch mitgeteilt. «Das Urteil des CAS ist aus Sicht des betroffenen Athleten ein Rückschlag. Es gilt aber weiterhin die Unschuldsvermutung, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist», erklärte der Geschäftsführer von Swiss Athletics, Peter Bohnenblust. Wilson war demnach auch gar nicht erst nach Japan gereist.

Wilson war am 15. März dieses Jahres außerhalb eines Wettkampfs positiv getestet worden. Gegen eine Sperre durch die Antidopingagentur der Schweiz war er vorgegangen. Wilson führte den positiven Befund «auf den Konsum von kontaminiertem Fleisch» zurück, wie es hieß. Zunächst war die provisorische Sperre auch aufgehoben worden. Nun fällte der CAS ein neues Urteil.

Wilson hatte zudem vor Kurzem wegen vermeintlicher Sprintrekorde für Aufsehen gesorgt. Die bei einem kleinen Meeting in den USA aufgestellten Bestmarken wurden allerdings nicht anerkannt.


Bogenschützin Lisa Unruh bei Olympia früh raus

TOKIO: Zu viele Fahrkarten statt Volltreffer: Die Medaillen-Hoffnungen von Bogenschützin Lisa Unruh im olympischen Einzelwettbewerb sind vom starken Wind weggeblasen worden. Die 33 Jahre alte Berlinerin verlor am Mittwoch ihr Erstrundenduell bei den Sommerspielen in Tokio gegen Hanna Marusava aus Belarus mit 4:6 und schied aus. «Es waren schwierige Bedingungen und ich habe es nicht so gut hinbekommen wie sie», sagte Unruh der Deutschen Presse-Agentur. «Ich hatte zwei schlechte Versuche, der Rest wurde vom Wind rumgeschäkert.»

Die Olympia-Zweite von Rio hatte im Teamwettbewerb gemeinsam mit Michelle Kroppen und Charline Schwarz Bronze gewonnen und galt auch im Einzel als heiße Anwärterin auf Edelmetall. Doch von Beginn an lief es überhaupt nicht für Unruh, die zu viele Ausreißer hatte. «Ich habe schon mit Mut geschossen und versucht, herauszufinden, wo ich anhalten muss», berichtete sie enttäuscht.

Dank der Mannschaftsmedaille kehrt sie zumindest nicht mit leeren Händen in die Heimat zurück. «Von Tokio bleibt Bronze, auch wenn ich mir im Einzel natürlich mehr erhofft hatte. Ich bin dennoch zufrieden mit diesen Olympischen Spielen, obwohl der Abschluss nicht so schön war», sagte Unruh.

Noch unklar war, ob sie ihrem Ehemann Florian am Samstag im Achtelfinale des Männer-Wettbewerbes vor Ort die Daumen drücken kann. «Ich glaube, dass ich nach Hause fliegen muss. Aber so genau weiß ich das noch nicht, das wird man mir dann mitteilen», sagte Unruh und gestand unmittelbar nach dem Olympia-Aus: «Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken.»


Deutsche Säbelfechter scheitern im Halbfinale knapp an Südkorea

TOKIO: Die deutschen Fechter müssen weiter um ihre ersehnte erste Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio kämpfen. Die Säbel-Herren verloren im Halbfinale des Mannschaftswettbewerbs am Mittwoch knapp mit 42:45 gegen die in der Weltrangliste führenden Südkoreaner und treten damit nun im kleinen Finale um Bronze gegen Ungarn an. Zuvor hatte sich das Dormagener Trio Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner souverän mit 45:28 gegen das Team des Russischen Olympischen Komitees (ROC) durchgesetzt.

Szabo holte die Deutschen gegen Südkorea nach 21:25-Rückstand im sechsten Duell zwar zurück ins Gefecht. Athletensprecher Hartung, der sein Karriereende nur allzu gerne mit der ersten olympischen Medaille krönen würde, blieb in seinen drei Duellen mit den Asiaten aber sieglos. In der abschließenden Paarung verletzte sich Szabo dann und musste an Ersatzfechter Richard Hübers übergeben. Der konnte die Niederlage gegen Südkoreas Topmann San-guk Oh nicht mehr verhindern.

Nachdem sie bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro erstmals seit 36 Jahren ohne Medaille geblieben waren, wollen die deutschen Fechter eine erneute Nullnummer in Japan unbedingt verhindern. In den Einzeln in der Makuhari Messe-Halle B kamen sie allerdings nicht über das Achtelfinale hinaus. Im abschließenden Teamwettbewerb der Florett-Herren am kommenden Sonntag gelten sie als Außenseiter.


Ungenutztes Olympia-Essen im Müll - Organisatoren geloben Besserung

TOKIO: Bei den Olympischen Spielen sind massenhaft ungenutzte Lebensmittel im Müll gelandet. Wie das japanische Nachrichtennetzwerk JNN des Fernsehsenders TBS am Mittwoch berichtete, wurden an Wettkampfstätten wie dem Olympia-Stadion O-Bento genannte Lunchboxes, Reisbällchen und Brot in großen Mengen weggeworfen. Sie seien für die ursprünglich Zehntausenden eingeplanten Freiwilligen gedacht gewesen. Doch da wegen der Corona-Pandemie Zuschauer von den Spielen ausgeschlossen wurden, wurden viele der Freiwilligen überflüssig.

Es sei versäumt worden, die Menge an Lebensmittellieferungen entsprechend anzupassen, hieß es. Ein Sprecher des japanischen Organisationskomitees räumte am Mittwoch das Problem ein. Allein am Tag der Eröffnungszeremonie wurden schätzungsweise 4000 Essenspakete weggeworfen. Wegen der hohen Arbeitsbelastung für die Volunteers hätten sie keine Möglichkeit gehabt, die Speisen zu essen, hieß es.

Man arbeite an einer Verbesserung der Lage, indem die Bestellungen besser auf den Bedarf abgestimmt würden, sagte der Sprecher. Das ungenutzte Essen sei zu Tierfutter verarbeitet oder zu Energie aus Biomasse verwertet worden. Japans Olympia-Macher hatten sich groß die Nachhaltigkeit bei den Sommerspielen auf die Fahnen geschrieben.


Deutsche Hockey-Damen im Viertelfinale - 4:2 gegen Irland

TOKIO: Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel haben die deutschen Hockey-Damen vorzeitig das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen Tokio erreicht. Die Mannschaft von Trainer Xavier Reckinger siegte am Mittwoch gegen Irland 4:2 (2:0) und weist damit wie Weltmeister Niederlande in Gruppe A neun Punkte auf. Am Freitag (2.30 Uhr/MESZ) trifft die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) noch auf Schlusslicht Südafrika, ehe es zum Top-Duell mit dem Oranje-Team am Samstag (11.30 Uhr/MESZ) kommt. Die Viertelfinal-Partien beginnen am Montag.

Zweimal Lisa Altenburg (10. und 40./Siebenmeter) sowie Cecile Pieper (20.) und Francisca Hauke (55.) schossen im Oi Hockey Stadium den Sieg heraus. Für Irland trafen jeweils nach einer Strafecke Elena Tice (42.) und Hannah McLoughlin (51.). Dabei überzeugte die deutsche Mannschaft durch eine kompakte Mannschaftsleistung. Frühe Ballgewinne und die individuelle Klasse machten gegen den Vize-Weltmeister von 2018 den Unterschied. Einzig der verschwenderische Umgang mit den vielen Strafecken war ein kleiner Makel.

Schon nach zehn Minuten hatte Altenburg den Olympia-Dritten von Rio durch eine feine Einzelleistung in Führung gebracht und genauso wie kurz darauf Pieper ihren ersten Turniertreffer erzielt. Pieper war aus kurzer Distanz zur Stelle. Im zweiten Durchgang fiel die Vorentscheidung durch den verwandelten Siebenmeter von Altenburg, nachdem eine Irin bei einer Strafecke ein mögliches Tor mit dem Fuß verhindert hatte. Danach schaltete die DHB-Auswahl einen Gang runter, was sich rächen sollte. Irland nutzte seine Strafecken konsequent und sorgte noch einmal für Spannung, ehe Hauke alles klar machte.


Organisatoren: Olympia in Tokio erfolgreichste digitale Spiele

TOKIO: Die Olympischen Spiele in Tokio stoßen in sozialen Medien nach Angaben der Organisatoren auf ein gewaltiges Interesse. Es seien die digital am meisten genutzten Spiele, erklärte der zuständige Marketingchef des Internationalen Olympischen Komitees, Christopher Carroll, am Mittwoch. Die Organisatoren registrierten auf den von ihnen bespielten sozialen Medien einen Datenverkehr, der seit dem Beginn des Spektakels bereits doppelt so hoch sei wie bei den vorherigen Sommerspielen in Brasilien.

Auch im Gastgeberland Japan stoßen die umstrittenen Spiele, die wegen des Coronavirus weitgehend ohne Zuschauer in den Arenen stattfinden, auf riesiges Interesse: An den ersten drei Tagen hätten mehr als 85 Millionen Menschen - zwei Drittel der Bevölkerung - etwas von den Spielen mitbekommen, hieß es.

Beflügelt wird das Interesse durch moderne Sportarten wie Skateboard, die gerade bei der Jugend auf großes Interesse stoßen. Allein die von den Organisatoren auf der Video-App Tiktok hochgeladenen Inhalte rund um die Athleten seien 1,4 Milliarden Mal aufgerufen worden. Auch die Zugriffsraten bei Instagram sowie der Webseite und offiziellen Olympia-App lägen um ein Vielfaches über dem Durchschnitt, hieß es. Hinzu kommt die Nutzung der digitalen Angebote der Inhaber der Übertragungsrechte. Besonders groß sei das Interesse an den Spielen in Ländern wie den USA, Indien, Australien, Brasilien und Japan.


Britta Steffen jubelt mit Sarah Köhler: «Stolz wie eine Schwester»

TOKIO: Olympiasiegerin Britta Steffen hat sich nach der ersten deutschen Beckenmedaille seit ihrem Doppel-Gold von Peking 2008 herzlich mit Sarah Köhler gefreut. «Ich bin stolz wie eine ältere Schwester auf ihre jüngere. Sie hat das fantastisch gemeistert. Ich bin sehr glücklich, dass sie endlich den Bann vom Team genommen hat», sagte Steffen der Deutschen Presse-Agentur. Köhler hatte über 1500 Meter Freistil bei den Sommerspielen in Tokio Bronze gewonnen.

«Da wir freundschaftlich verbunden sind, freut es mich enorm, dass sie nach 13 Jahren die erste Medaille nach mir geholt hat. Es ist einfach eine ganz große Leistung. Ich bin ganz aufgekratzt», würdigte die 37-Jährige Steffen der Köhler-Auftritt in klarer deutsche Rekordzeit von 15:42,91. Der Sieg ging an die Amerikanerin Katie Ledecky vor deren Teamkollegin Erica Sullivan.

Steffen und Köhler kennen sich schon aus der gemeinsamen aktiven Zeit und sind Freundinnen. Sie tauschen sich aus, Köhler legt viel Wert auf Steffens Meinung.

Was die Medaille für das deutsche Schwimmen bedeutete, vermochte Steffen im ersten Moment nicht einzustufen. «Diese Frage muss sicher direkt an das Team gestellt werden. Mir hätte es damals gezeigt, sie kann das - dann kann ich das auch schaffen! Das schafft wieder mehr Selbstbewusstsein», sagte Steffen. Durch Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat der Deutsche Schwimm-Verband in Tokio weitere Medaillenchancen, sogar die Möglichkeit auf Gold.


Aus für Tennisprofi Koepfer beim olympischen Tennis-Turnier

TOKIO: Für Tennisprofi Dominik Koepfer ist die Olympia-Premiere im Achtelfinale zu Ende gegangen. Der 27 Jahre alte Davis-Cup-Profi verlor am Mittwoch in Tokio ein umkämpftes Duell mit dem an sechs gesetzten Spanier Pablo Carreno Busta 6:7 (7:9), 3:6.

In einem seltsamen Tiebreak mit umstrittenen Linienrichter-Entscheidungen nutzte der 27-Jährige aus Donaueschingen seine Chancen nicht und vergab einen Satzball. Nach 1:55 Stunden musste sich der Schwarzwälder dann geschlagen geben.

Mit zwei Siegen und dem Achtelfinaleinzug bei seinen ersten Sommerspielen darf der Weltranglisten-57. dennoch zufrieden sein. Gegen den Weltranglisten-Elften Carreno Busta war aber zumindest nach der Leistung im ersten Satz durchaus auch eine Überraschung möglich. Am Doppel-Wettbewerb nahm der US-Open-Achtelfinalist von 2019 nicht teil.


jido hambaiki und kombini - Japans automatisierte Rundum-Versorger

TOKIO: Ob Kaffee, grüner Tee, warme Suppen oder Porno-Hefte: Japan ist ein Wunderland der Selbstbedienungsautomaten, nirgends sonst auf der Welt stehen so viele «jido hambaiki» wie in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Neben den mehr als zwei Millionen klassischen Getränkeautomaten mit diversen Kalt- und Heißgetränken, die in der Hightech-Nation an fest jeder Ecke zu finden sind, gibt es noch einmal so viele Maschinen, die die unterschiedlichsten Produkte anbieten: Manche verkaufen Eis, andere Gemüse und Obst, Taschentücher, Instant-Nudeln mit gekochtem Wasser, Batterien, Strümpfe oder auch Kondome. Im Olympia-Pressezentrum in Tokio gibt es Andenken an die Spiele ebenfalls in jido hambaiki.

Zahlen kann man an den Selbstbedienungsautomaten in Bar oder mit elektronischen Bezahlsystemen per Karte oder Smartphone. Neuerdings gibt es auch Abo-Modelle über Apps. Konkurrenz bekommen die «jido hambaiki» dabei von den ebenfalls allgegenwärtigen Convenience Stores, rund um die Uhr geöffneten Supermärkten. Die kurz «kombini» genannten Märkte sind auch für die Olympia-Teilnehmer ein Segen.

Hier gibt es nahezu alles, von Schutzmasken über Pflegeprodukte bis hin zu Fertiggerichten und Getränken aller Art. Dank Multimedia-Terminals sind kombini zugleich eine Mischung aus realem Supermarkt und virtuellem Internet-Geschäft. An Wlan-unterstützten Computerterminals lassen sich zum Beispiel auch Fotos und Dokumente vom Smartphone ausdrucken. Viele kombini haben zudem Geldautomaten.


Siegemund/Krawietz erreichen Viertelfinale im Olympia-Mixed im Tennis

TOKIO: Laura Siegemund und Kevin Krawietz haben zum Auftakt des Mixed-Wettbewerbs im Tennis bei den Olympischen Spielen für eine Überraschung gesorgt.

Die einzige deutsche Paarung bezwang am Mittwoch die an drei gesetzten US-Amerikaner Bethanie Mattek-Sands und Rajeev Ram 6:4, 5:7, 10:8 und zogen ins Viertelfinale ein. Dort treffen sie auf den serbischen Topstar Novak Djokovic und Nina Stojanovic. Der dritte Satz wurde als sogenannter Match-Tiebreak ausgespielt.


Vetter über Tod der Mutter: Richtig verarbeitet «man so etwas nie»

TOKIO: Der Tod seiner Mutter lässt Speerwerfer Johannes Vetter nicht los. «Richtig verarbeiten tut man so etwas nie. Ich versuchte, damit anders zu leben. Es tut mir eher gut, darüber zu sprechen, als wenn ich es in mich hineinfresse», erzählte der 28-Jährige der «Sport Bild» im Interview über den Krebs-Tod seiner Mutter im November 2018. «Wir bewegen uns jeden Tag in einem extremen Bereich als Leistungssportler, gehen komplett an die körperlichen Leistungsgrenzen. Bei mir gilt: harte Schale, weicher Kern.»

Während der harten privaten Zeit hatte Vetter auch sportliche Probleme, als ihn eine schwere Fußverletzung behinderte. Diese Phase hat die deutsche Hoffnung auf Olympia-Gold in Tokio verändert. Er habe eine «andere Balance im Leben gefunden», sagte der Mann, in dessen Wurfarm seinem Biomechaniker zufolge zehn PS Leistung stecken. Privat und in den entscheidenden Wettkämpfen sei er «ruhiger und entspannter» geworden.


Deutsche Freistil-Frauen über 4 x 200 Meter erreichen Finale

TOKIO: Die deutsche Freistil-Staffel der Frauen über 4 x 200 Meter hat bei den Olympischen Spielen in Tokio das Finale erreicht.

Isabel Gose, Annika Bruhn, Leonie Kullmann und Marie Pietruschka belegten am Mittwoch im Vorlauf in 7:52,06 Minuten den insgesamt sechsten Platz. Es war die sechste Final-Teilnahme des Deutschen Schwimm-Verbandes in den Beckenrennen. Stunden vor den Frauen hatte die Männer-Staffel beim Sieg von Großbritannien Rang sieben belegt.


Judoka Scoccimarro kämpft bei Olympia um Bronze

TOKIO: Giovanna Scoccimarro hat sich bei den Olympischen Spielen über die Hoffnungsrunde in den Bronze-Kampf gearbeitet und hat dort die Chance auf die ersehnte Medaille für den Deutschen Judo-Bund.

Die 23-Jährige aus Wolfsburg setzte sich am Mittwoch im legendären Nippon Budokan in Tokio gegen Elisavet Teltsidou aus Griechenland durch. Scoccimarro entschied den Kampf erst nach 2:42 Minuten in der Verlängerung durch Ippon für sich. Zuvor hatte die Weltranglisten-Neunte durch eine Viertelfinal-Niederlage gegen die japanische Favoritin Chizuru Arai in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm den Halbfinal-Einzug verpasst.


Tennis-Doppel Zverev/Struff verpasst Olympia-Halbfinale

TOKIO: Das Tennis-Doppel Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff hat die Medaillenchance bei den Olympischen Spielen in Tokio vertan. Im Viertelfinale unterlag das deutsche Duo am Mittwoch den US-Amerikanern Austin Krajicek und Tennys Sandgren verdient mit 3:6, 6:7 (4:7). Damit ist keine deutsche Paarung mehr im Wettbewerb.

Anders als am Vortag blieben Struff und Zverev nicht ohne eigenen Aufschlagverlust. Die beiden kassierten beim Service von Struff ein Break zum 2:4, es war die Entscheidung im ersten Satz. Ein paar Mal schüttelte Zverev den Kopf, verärgert schmiss er im zweiten Durchgang nach einem verschlagenen Volley seinen Schläger. Der Hamburger und der Sauerländer kämpften sich dann in den Tiebreak, in dem die US-Profis aber die Besseren waren.

Das andere deutsche Doppel Tim Pütz und Kevin Krawietz war im Achtelfinale ausgeschieden. Die bisher letzte olympische Medaille eines Herren-Doppels feierten 2004 in Athen Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler mit Silber.

Im Einzel geht Medaillen-Mitfavorit Zverev am Donnerstag als Favorit in das Viertelfinale gegen den Franzosen Jeremy Chardy. Vor dem Doppel-Aus hatte der Weltranglisten-Fünfte 6:4, 7:6 (7:5) gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwili gewonnen.


«Underdog» Long: Olympia als riesige Chance für die Golf-Karriere

TOKIO: Deutschlands Golfprofi Hurly Long genießt Olympia mit seinem Kumpel Maximilian Kieffer in vollen Zügen und sieht die Spiele in Tokio als riesige Chance für die weitere Karriere. «Ich habe große Pläne», sagte der 26 Jahre alte Weltranglisten-272. Long der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start des olympischen Golf-Turniers im Kasumigaseki Country Club am Donnerstag. «Ich bin hier der Underdog und das ist meine Chance», sagte Long.

In Tokio verspürt Long keinen Druck. «Wenn man erfolgreich sein will, muss man Berge erklimmen», erklärte der gebürtige Heidelberger. «Ich glaube zu 100 Prozent an mich und weiß, dass ich meine Ziele erreichen werde.» In dieser Saison versucht er sich mit guten Erbenissen auf der zweitklassigen Challenge die Spielberechtigung für die lukrative European Tour zu sichern.

Im Kasumigaseki Country Club hat Long als zweiten deutschen Starter seinen langjährigen Kumpel Maximilian Kieffer an der Seite. «Es ist total cool, dass man das alles hier mit einem guten Freund erleben darf », sagte Kieffer vor der Olympia-Premiere der beiden. Der 31-Jährige Düsseldorfer hofft, dass sie die Inspiration aus dem olympischen Dorf mitnehmen können. «Die wird noch für ein paar Extra-Prozente sorgen.»

Absolut begeistert waren die beiden Freunde vom Kasumigaseki Country Club. Der traumhafte Golf-Kurs im Norden von Tokio «sein einzigartig» und schafft es bei beiden Golfprofis locker in die Top Ten der schönsten Plätz.


Erster Sieg für deutsche Basketballer bei Olympia in Tokio

SAITAMA: Die deutschen Basketballer haben im zweiten Gruppenspiel beim olympischen Turnier den ersten Sieg gefeiert.

Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl bezwang am Mittwoch in der Saitama Super Arena Nigeria mit 99:92 (50:50) und wahrte nach der Auftaktniederlage gegen Italien die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Bester deutscher Werfer war Johannes Voigtmann mit 19 Punkten. Im letzten Spiel der Vorrunde trifft die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds am Samstag auf Medaillenkandidat Australien. Der zweite Platz in der Gruppe reicht sicher für die Runde der besten acht Teams, auch zwei von drei Tabellendritten kommen weiter.


16 neue Corona-Fälle im Olympia-Umfeld - Keine Athleten betroffen

TOKIO: Die Organisatoren der Olympischen Spiele in Tokio haben 16 neue Corona-Fälle um Umfeld der Spiele registriert.

Unter den neuen Betroffenen war kein weiterer Olympia-Sportler, wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan seit Beginn der Erfassung am 1. Juli stieg damit auf 169. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 17 Athletinnen oder Athleten mit dem Coronavirus. Im deutschen Team hatte es am vergangenen Freitag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.


Hentke nach Tokio-Aus: Ende der Schwimm-Karriere sehr wahrscheinlich

TOKIO: Schwimmerin Franziska Hentke steht nach dem Halbfinal-Aus über 200 Meter Schmetterling bei den Olympischen Spielen vor dem Ende ihrer Karriere. «Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird das das letzte Rennen gewesen sein», sagte die 32-Jährige am Mittwoch in Tokio. Hentke hatte als 13. mit einer Zeit von 2:10,89 Minuten den Endlauf verpasst. «Ich würde es gerne erklären, aber ich kann es nicht», sagte die langjährige Leistungsträgerin der deutschen Schwimmer.

Hentke war 2017 Vizeweltmeisterin und 2016 Europameisterin über ihre Paradedistanz geworden. In 2:05,26 Minuten hält sie den nationalen Rekord. «Fakt ist, dass 2:10 absolut nichts ist und ich es aktuell nicht erklären kann», sagte die Magdeburgerin sichtlich niedergeschlagen und mit leiser Stimme über ihre Zeit.

«Es ist schön, hier zu sein, das noch einmal miterleben zu dürfen. Ich hätte mir trotzdem einen besseren Ausgang gewünscht», sagte Hentke und meinte: «Es ist, wie es ist. Schade drum. Das Leben geht weiter.» Schnellste der Halbfinals war die Chinesin Zhang Yufei, die für die vier Bahnen 2:04,98 Minuten benötigte.


Leistungseinbruch kostet Medaille: Frauen-Doppelvierer nur Fünfter

TOKIO: Die ersehnte Medaille ist dem Ruder-Doppelvierer der Frauen in Tokio noch entglitten. Im olympischen Finale müssen sie sich mit Rang fünf zufriedengeben. China holt ungefährdet Gold.

Der Doppelvierer der Frauen hat die erhoffte erste Ruder-Medaille für Deutschland nach einem heftigen Leistungseinbruch im letzten Teil des Rennens klar verfehlt. Bei den Olympischen Spielen in Tokio musste sich das Boot um die drei Olympia-Neulinge Frieda Hämmerling (Kiel), Franziska Kampmann (Waltrop) und Carlotta Nwajide (Hannover) sowie Daniela Schultze (Potsdam) am Mittwoch mit dem fünften Platz begnügen. Vor fünf Jahren gab es in der Bootsklasse noch Gold für Deutschland, von der aktuellen Besetzung war in Rio de Janeiro allerdings niemand dabei.

Den Olympiasieg sicherte sich China vor Polen und Australien. Auf den letzten Metern schob sich auch noch Italien knapp vor die Deutschen, die 8,28 Sekunden Rückstand auf die Chinesinnen hatten. Auf dieses Ergebnis hatte wenig hingedeutet, denn von Olympia-Nervosität war dem Quartett zuvor überhaupt nichts anzumerken. Im Vorlauf gab es einen souveränen Sieg und den direkten Einzug ins Finale für die vier Frauen, von denen einzig Schultze als Mitglied des Achters 2012 in London schon mal bei Olympischen Spielen war. Im April holte das Boot bei der Europameisterschaft Bronze, nun folgte die Enttäuschung.

Hinter den starken Chinesinnen, die auf der zwei Kilometer langen Strecke keine Schwäche zeigten und einen olympischen Rekord aufstellten, lag das deutsche Boot lange in guter Position auf dem zweiten Platz. Die letzten 500 Meter wurden aber zur Qual. Meter um Meter verloren die Mitfavoritinnen und konnten sich gegen die Konkurrenz schließlich gar nicht mehr wehren. Hinterher saß Nwajide als einzige noch im Boot, die Enttäuschung war den Frauen anzusehen.


Schwimmerin Hentke verpasst Finale über 200 Meter Schmetterling

TOKIO: Schwimmerin Franziska Hentke hat bei den Olympischen Spielen das Finale über 200 Meter Schmetterling verpasst. Die 32-Jährige schlug am Mittwoch in Tokio nach 2:10,89 Minuten an und belegte damit Rang 13 der Halbfinals.

Hentke war 2017 Vizeweltmeisterin über diese Distanz geworden und in ihrem Vorlauf am Vortag 2:09,98 Minuten geschwommen. Als Achte schaffte es die Britin Margaret Alys Thomas in 2:09,07 Minuten ins Finale. Schnellste der Halbfinals war die Chinesin Yufei Zhang, die für die vier Bahnen 2:04,98 Minuten benötigte.


Dressur-Ikone Werth zur Karriere: «Ein paar Tage werden es noch»

TOKIO: Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, Isabell Werth, denkt noch längst nicht an ein Karriereende. «Ein paar Tage werden es noch», sagte die 52 Jahre alte Reiterin am Mittwoch, einen Tag nach dem Gewinn von Team-Gold in Tokio - und ihrem siebten Olympiasieg. «Ich fühle mich noch jung. Wie lange der Weg im internationalen und olympischen Sport sein wird, werden wir in Ruhe abwarten und sehen.» Ihr mache es nach wie vor ungeheuren Spaß, «Pferde in den Sport hinein zu entwickeln, von einem jungen Pferd zu einem Spitzenpferd». In Tokio hat sie die Stute Bella Rose geritten.

Viel vor hat auch Jessica von Bredow-Werndl, die mit 35 Jahren die Jüngste des Dressur-Trios ist, zu dem noch Dorothee Schneider (52) zählt. «Ich fühle mich am Anfang meines Weges und freue mich, dass ich die große Etappe zu den Olympischen Spielen geschafft habe und hier mit einer Goldmedaille sitzen darf», sagte die Spiele-Debütantin «Ich freue mich auf alles, was noch kommt. Ich weiß nicht, wie lange ich dabei bleiben werde, aber die Erfolge von Isabell sind nicht mehr zu übertreffen.» Darum geht es ihr auch gar nicht: «Ich freue mich, diesen wundervollen Sport mit Pferden machen zu dürfen und genieße den Weg.»

Nach dem 14. Olympia-Gold für ein deutsches Dressur-Team hatten die drei Reiterinnen im Stall mit den Pferden und den Pflegern noch eine dreiviertel Stunde gefeiert, Sushi und Pizza gegessen und etwas getrunken. «Das war sehr feierlich, herzlich, intim und schön», sagte von Bredow-Wendl. Für die drei Pferde gab es zur Belohnung Bananen.


Doppelvierer der Frauen geht bei Olympia leer aus - Gold für China

TOKIO: Der Doppelvierer der Frauen hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die erste Ruder-Medaille für Deutschland verpasst und überraschend nur den fünften Platz belegt. Das Boot um die drei Olympia-Neulinge Frieda Hämmerling (Kiel), Franziska Kampmann (Waltrop) und Carlotta Nwajide (Hannover) sowie Daniela Schultze (Potsdam) brach am Mittwoch in Japan im Schlussspurt völlig ein. Den Olympiasieg sicherte sich China vor Polen und Australien.

Die Deutschen hatten lange aussichtsreich auf dem zweiten Platz gelegen, konnten diese Position aber nicht halten. Vor fünf Jahren gab es in der Bootsklasse Gold für Deutschland, von der aktuellen Besetzung war bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro niemand dabei.


Sprecherin des Weißen Hauses unterstützt US-Turnstar Biles

TOKIO: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hat US-Turnsuperstar Simone Biles nach dem Ausstieg im Mannschaftsfinale bei den Olympischen Spielen in Tokio Mut zugesprochen. «Dankbarkeit und Unterstützung sind das, was Simone Biles verdient», twitterte Psaki. Biles sei immer noch die Größte, «und wir alle haben das Glück, sie in Aktion sehen zu können», schrieb sie weiter.

Biles hatte in Japan am Dienstag nach dem ersten Gerät, dem Sprung, den Wettkampf aufgegeben. Der US-Turnverband teilte mit, dass dies aus «einem medizinischen Grund» geschehen sei. Die Ausnahmeturnerin deutete an, dass sie mentale Probleme habe. Sie traue sich selbst nicht mehr so, wie sie es getan habe, sie wisse nicht, ob es am Alter liege, aber sie werde nervöser, wenn sie turne, sagte sie: «Ich habe auch das Gefühl, dass ich nicht mehr so viel Freude habe.»

Die viermalige Olympiasiegerin Biles ließ zunächst offen, ob sie am Donnerstag im Einzel-Mehrkampf in Tokio antreten wird. Ohne die 24-Jährige hatte das Team der USA Platz zwei hinter den russischen Turnerinnen belegt.

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