Nachrichten aus der Sportwelt am Mittwoch

Die Deutsche Elisabeth Seitz. Foto: epa/Tatjana Zenkowitsch
Die Deutsche Elisabeth Seitz. Foto: epa/Tatjana Zenkowitsch

Rekordmeisterin Seitz verzichtet bei Turn-EM auf Mehrkampf

MÜNCHEN: Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz verzichtet bei den Turn-Europameisterschaften in München auf den Mehrkampf. Zwei Jahre nach Platz fünf den EM in Basel tritt die 28-jährige Stuttgarterin am Freitag (10.00 Uhr) in der Qualifikation nur an ihrem Spezialgerät Stufenbarren und im Sprung an. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Startlisten hervor. Schon bei den nationalen Titelkämpfen Ende in Juni in Berlin war die 23-malige deutsche Meisterin nur an diesen beiden Geräten angetreten und hatte dies damit begründet, auf ihren Körper hören zu müssen.


Brasilien will abgebrochenes Duell gegen Argentinien nicht nachholen

RIO DE JANEIRO: Brasiliens Fußball-Nationalmannschaft will das im September 2021 nach einem Corona-Skandal abgebrochene WM-Qualifikationsspiel gegen Argentinien nicht wiederholen. Der brasilianische Verband CBF werde einen entsprechenden Vorschlag der FIFA und des argentinischen Verbandes AFA annehmen, hieß es in einer CBF-Mitteilung am Mittwoch. Die FIFA-Berufungskommission hatte die Beschwerden beider Länder im April abgelehnt, die ausstehende Partie wurde für 22. September in São Paulo angesetzt.


European Championships sollen «Signal» sein und «Schub» geben

MÜNCHEN: Die European Championships in München sollen nach Wünschen der Veranstalter ein gutes Klima für mögliche Olympia-Bewerbungen schaffen und dem Sport in Deutschland einen Schub geben. «Ich glaube, dass wir etwas ganz Tolles hinterlassen können und ich hoffe auch sehr, dass die Bevölkerung mitgenommen wird», sagte Olympiapark-Geschäftsführerin Marion Schöne am Mittwoch in München. Es wäre schön, wenn die Bevölkerung danach sagen könne, dass sie sich große Sportevents in Deutschland vorstellen könnte, «bis hin zu den Olympischen Spielen».


Eintracht Frankfurt verliert UEFA-Supercup-Finale gegen Real Madrid

HELSINKI: Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt hat den nächsten internationalen Titel verpasst. Die Hessen unterlagen Real Madrid im UEFA-Supercup-Finale am Mittwochabend in Helsinki mit 0:2 (0:1). Ex-Bayern-Profi David Alaba und der französische Weltklasse-Stürmer Karim Benzema erzielten vor rund 31.000 Zuschauern im Olympiastadion in Finnlands Hauptstadt die Tore der Königlichen. Der FC Bayern, der 2013 und 2020 die Trophäe holte, bleibt so der bisher einzige deutsche Sieger des Wettbewerbs. Real schließt mit dem fünften Supercup-Titel zu den beiden Rekordhaltern FC Barcelona und AC Mailand auf.


Kenianerin Kipyegon verfehlt 1500-Meter-Weltrekord knapp

MONTE CARLO: Olympiasiegerin und Weltmeisterin Faith Kipyegon hat beim Diamond-League-Meeting in Monte Carlo den Weltrekord über 1500 Meter knapp verfehlt. In 3:50,37 Minuten rannte die Kenianerin am Mittwoch die zweitschnellste jemals über diese Distanz gelaufene Zeit. Nur Weltrekordlerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien war in 3:50,07 Minuten im Juli 2015 ebenfalls in Monaco schneller. Deutsche Leichtathleten waren in Monte Carlo nicht am Start.


Apollon Limassol trennt sich von Trainer Zorniger

LIMASSOL: Der zyprische Fußballclub Apollon Limassol hat sich von seinem deutschen Cheftrainer Alexander Zorniger getrennt. Das teilte der Club am Mittwoch mit. Der 54-Jährige war nach Engagements bei Sonnenhof-Großaspach, RB Leipzig, dem VfB Stuttgart und dem dänischen Club Bröndby IF im Sommer 2021 nach Zypern gewechselt und hatte mit Apollon die Meisterschaft gewonnen. Gründe für die Trennung gab der Club nicht bekannt.


Russland-Auftritt: Litauen entzieht Eislaufpaar Staatsorden

VILNIUS: Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat wegen eines Auftritts bei einer Show in Russland die Staatsauszeichnungen für das Eistanzpaar Margarita Drobiazko und Povilas Vanagas zurückgenommen. Dem Duo werden die im Jahr 2000 verliehenen Orden entzogen, teilte die Präsidialkanzlei in Vilnius am Mittwoch mit. Der Staatschef des baltischen EU- und Nato-Landes folgte damit einer Empfehlung des Litauischen Rats für Staatsauszeichnungen.


DOSB positioniert sich zum Aufbau eines Zentrums für Safe Sport

FRANKFURT/MAIN: Der Deutsche Olympische Sportbund will den Aufbau des im Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Grünen verankerten unabhängigen Zentrums für Safe Sport aktiv und inhaltlich mitgestalten. Dies geht aus einem Positionspapier hervor, das der DOSB am Mittwoch nach einem monatelangen Dialogprozess zu Schutz vor Gewalt im Sport zusammen mit der Deutschen Sportjugend und seinen Mitgliedsorganisationen veröffentlichte.


Bobic-Aussagen zu Frauenfußball im TV irritieren ARD und ZDF

MAINZ/BERLIN: Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic hat ARD und ZDF zu stärkeren Investitionen in den Frauenfußball geraten. Zur Verwendung der Rundfunkbeiträge sagte der ehemalige Nationalspieler der «Sport Bild» (Mittwoch): «Es wäre beispielsweise ein Ansatz, Bundesliga-Spiele der Frauen bei ARD und ZDF zu zeigen, um Frauenfußball erlebbar und einer breiten Masse zugänglich zu machen und so nach vorne zu bringen.» Auf diese Weise würden die Quoten für den Frauenfußball steigen und mehr Werbepartner angelockt werden.


Süle fehlt Dortmund auch in Freiburg - Adeyemi wieder dabei

DORTMUND: Borussia Dortmund kann bis auf Niklas Süle und den schwer erkrankten Sébastien Haller im Bundesligaspiel beim SC Freiburg auch auf die zuletzt angeschlagenen Spieler zurückgreifen. «Alle anderen sind im Training», sagte BVB-Coach Edin Terzic am Mittwoch. Beim 1:0 zum Ligastart gegen Bayer Leverkusen war etwa Neuzugang Karim Adeyemi angeschlagen frühzeitig ausgewechselt worden. Der wegen eines Hodentumors operierte Haller wird dem BVB monatelang fehlen. Süle hatte das Spiel gegen Leverkusen verpasst, da er sich im DFB-Pokal eine Woche zuvor eine Muskelverletzung zugezogen hatte.


Frankfurter Fanfest steigt auf Platz von Justin-Bieber-Konzert

HELSINKI: Rund 1000 Anhänger von Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt haben am Mittwoch schon viele Stunden vor Anpfiff dem Duell mit Real Madrid in Helsinki entgegengefiebert. Beim Fanfest auf dem Kaiseniemen Puisto, auf dem am Dienstag noch ein Konzert von Popstar Justin Bieber stattgefunden hatte, wurde den mitgereisten Fans mitten in der finnischen Hauptstadt ab dem frühen Nachmittag Programm und Unterhaltung geboten.


TV-Vertrag der Handball-Bundesliga mit Seifert-Projekt perfekt

BERLIN: Der TV-Vertrag der Handball-Bundesliga mit der neuen Sport-TV-Plattform S Nation Media ist perfekt. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann und S-Nation-Boss Christian Seifert unterzeichneten nach Angaben der Liga vom Mittwoch den Kontrakt, der von der Saison 2023/24 bis 2028/29 gilt. Das neue Medienprojekt des ehemaligen DFL-Chefs und des Medienunternehmens Axel Springer SE löst damit den Pay-TV-Sender Sky ab, der in der kommenden Saison letztmals die Pay-Rechte hält. Seifert und Springer planen eine kostenpflichtige Sport-TV-Plattform, auf der neben Handball auch andere Sportarten wie Basketball, Volleyball und Tischtennis gezeigt werden.


Deutsche Basketballer gewinnen ersten Test in EM-Vorbereitung

HASSELT: Die deutschen Basketballer sind erfolgreich in die Vorbereitung auf die Europameisterschaft gestartet. Das Team um NBA-Profi Dennis Schröder gewann am Mittwochabend das erste Testspiel in diesem Sommer in Belgien mit 87:83 und steckte dabei auch den Ausfall von NBA-Profi Moritz Wagner weg. Wie der Deutsche Basketball Bund kurz vor der Partie mitteilte, fällt der 25 Jahre alte Profi der Orlando Magic aufgrund einer Knöchelverletzung für die EM mit einer Vorrunde in Köln und der Endrunde in Berlin Anfang September aus.


Kanzler Scholz über Uwe Seeler: «Normal geblieben und geerdet»

HAMBURG: Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich «ganz gerührt» vom Abschied von Uwe Seeler auf der Trauerfeier zum Tod der Fußball-Legende im Hamburger Volksparkstadion gezeigt. «Für mich ist das Tollste an Uwe Seeler, dass er so normal geblieben ist und so geerdet. Das 'Uns Uwe', das kommt nicht von ungefähr. Das ist tief aus ihm heraus gewachsen», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Er habe gerne mit Seeler «geschnackt». Seeler sei jemand gewesen, «den ich gern getroffen habe», meinte Scholz. Seeler war am 21. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben.


Zehnkampf-Europameister Abele beendet Karriere nach Heim-EM

ULM: Europameister Arthur Abele wird nach der Heim-EM in der kommenden Woche in München seine Karriere beenden. «Ja, es wird mein letzter Zehnkampf werden», sagte 36 Jahre alte Ulmer der «Südwest-Presse» (Mittwoch). Abele geht nach einer langen Verletzungspause als Titelverteidiger mit einer Wildcard in den zweitägigen Wettkampf am Montag und Dienstag. Bei der Leichtathletik-EM 2018 in Berlin hatte er überraschend die Goldmedaille gewonnen. Seitdem plagten ihn zahlreiche Verletzungen, zuletzt war die Schulter lädiert.


Deutsche Springreiter starten bei WM auf Platz sechs

HERNING: Das deutschen Springreiter-Team hat einen mittelmäßigen Start in die Weltmeisterschaft gezeigt. Nach dem Zeitspringen am Mittwoch im dänischen Herning liegt das Team von Bundestrainer Otto Becker nach insgesamt zwei Abwürfen auf Rang sechs. Es führt nach der ersten von drei Teilprüfungen der Mannschaftswertung Schweden vor Frankreich und Belgien. Marcus Ehning aus Borken mit Stargold und Europameister André Thieme (Plau am See) mit Chakaria kassierten im Zeitspringen zum Auftakt jeweils einen Abwurf. Sie verhinderten so ein besseres Ergebnis.


Nach Corona: Wellbrock lässt 800-Meter-Rennen bei Schwimm-EM aus

ROM: Olympiasieger Florian Wellbrock ist nach seiner Corona-Infektion noch nicht wieder in Topform und lässt bei den Schwimm-Europameisterschaften das Rennen über 800 Meter Freistil aus. Das teilte der Deutsche Schwimm-Verband am Mittwoch mit. Wellbrock hatte auf der Distanz bei den Weltmeisterschaften Mitte Juni die Silbermedaille gewonnen. Nach der WM war der 24-Jährige an Covid-19 erkrankt und musste länger mit dem Training aussetzen. Sein erster Start bei der EM in Rom, die an diesem Donnerstag beginnt, ist nun am Montag geplant. Dann will er über 1500 Meter antreten.


Bobic über möglichen Supercup im Ausland: «Wir reden über ein Spiel»

BERLIN: Geschäftsführer Fredi Bobic von Fußball-Bundesligist Hertha BSC ist offen für eine künftige Ausrichtung des Supercups im Ausland. «Wenn wir den Supercup mal woanders austragen, brechen wir uns doch keinen Zacken aus der Krone», sagte Bobic der «Sport Bild». «Wir reden über ein Spiel», betonte er. «Im Ausland redet man sehr gut über uns. Das Ansehen des deutschen Fußballs ist hoch. Wir gelten als zuverlässig, stehen für Attraktivität, volle Stadien und viele Tore», sagte Bobic. «Und wen hat der Supercup in Deutschland bislang so richtig interessiert?», fragte er.


Bayern-Präsident Hainer: Katar-Vertrag wird nach WM besprochen

MÜNCHEN: Der FC Bayern München wird nach der Fußball-WM Ende des Jahres über das umstrittene Sponsoring mit der Fluglinie Qatar Airways entscheiden. «Der Vertrag läuft 2023 aus. Wir haben vereinbart, dass wir nach der WM eine detaillierte Analyse vornehmen werden. Dann werden wir überlegen, wie es weitergeht. Das ist ein ganz üblicher Vorgang, bei jedem Sponsorenvertrag prüfen wir gegen Ende, wie es gelaufen ist und wie die Zukunft aussehen könnte», sagte Vereinspräsident Herbert Hainer im Interview der Münchner «Abendzeitung» (Mittwochsausgabe). Das für den Verein lukrative Sponsoring mit Qatar Airways hatte auf der Mitgliederversammlung im Herbst 2021 für Streit und am Ende für Chaos gesorgt.


Kölner Offensivsorgen: Uth noch nicht im Mannschaftstraining

DÜSSELDORF: Nach dem Verkauf von Torjäger Anthony Modeste wachsen die Sorgen in der Offensive beim 1. FC Köln. Mittelfeldspieler Mark Uth, der schon im Auftaktspiel gegen den FC Schalke 04 fehlte, steht wegen seiner Adduktorenprobleme bislang noch nicht wieder im Mannschaftstraining. Wie der Club am Mittwoch mitteilte, habe Uth lediglich individuell trainiert. Damit sind die Chancen auf einen Einsatz im Spiel bei RB Leipzig am kommenden Samstag eher unwahrscheinlich.


Eintracht-Boss Fischer sauer wegen Kostic-Wechsel: Geschäft «versaut»

HELSINKI: Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer hat sich über das Prozedere und den Zeitpunkt des bevorstehenden Wechsels von Filip Kostic beklagt. «Wenn du einmal die Chance hast, im Supercup-Endspiel zu spielen, gegen Real Madrid, nicht gegen die Wetterau, Real Madrid! Wenn du dann noch da unten auf dem Platz die Auszeichnung als bester Spieler der Europa League bekommst, vor 500 Ländern, die irgendwo gucken, und du machst das nicht, dann merke ich doch, wie versaut das Geschäft am Ende des Tages ist», sagte der Clubboss vor dem Supercup gegen die Königlichen am Mittwochabend in Helsinki. Kostic steht den Hessen nicht zur Verfügung, weil finale Gespräche für einen Transfer anstehen. Der 29 Jahre alte Serbe will zu Juventus Turin wechseln.


Bach hält Olympische Spiele 2036 in Deutschland für vorstellbar

BERLIN: Olympische Spiele in Deutschland 100 Jahre nach den historisch belasteten Nazi-Spielen in Berlin sind für IOC-Präsident Thomas Bach vorstellbar. «Natürlich gäbe es Kritiker, und es gäbe Kritiker bei den anderen Bewerbern. Aber aus internationaler Sicht werden Deutschland diese Spiele von 1936 nicht vorgeworfen», sagte Bach der «Sport Bild».


IOC-Präsident Bach: Haltung zu Russland und Belarus unverändert

BERLIN: Das Internationale Olympische Komitee ist nach den Worten seines deutschen Präsidenten Thomas Bach weiterhin dagegen, dass internationale Sportverbände Veranstaltungen nach Russland oder Belarus vergeben. Angesichts des andauernden russischen Angriffskrieges in der Ukraine sagte Bach dazu in einem Interview der «Sport Bild»: «Gegenwärtig ist nicht die Zeit, diese Empfehlung aufzuheben und die Haltung aufzuheben. Wir empfehlen auch, keine russischen oder weißrussischen Athleten einzuladen: keine Hymnen, keine Flaggen, keine Farben.»

Bach räumte mit Blick auf die russischen Sportlerinnen und Sportler ein, das IOC befinde sich im Moment in einem nicht lösbaren Dilemma. «Unsere Aufgabe wäre eigentlich in so einer Situation, die Athleten zusammenzubringen. Und zu zeigen, es geht auch friedlich im Wettstreit», sagte der 68-Jährige.

Er sei internationalen Verbänden dankbar, dass Athleten, die den Krieg unterstützten, sanktioniert würden, betonte Bach. Andererseits hätten einige Regierungen entschieden, wer an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen könne und wer nicht. Beim Tennis-Klassiker in Wimbledon waren Profis aus Russland und Belarus nicht zugelassen. Bach warnte davor, sich politischen Sanktionen und Boykotten auszuliefern. Es gebe im IOC etwa 150 Nationale Olympische Komitees, deren Regierungen keine Sanktionen gegen Russland verhängt hätten.

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