Nachrichten aus der Sportwelt am Freitag

Liverpool Manager Juergen Klopp. Foto: epa/Paul Ellis
Liverpool Manager Juergen Klopp. Foto: epa/Paul Ellis

FSV Mainz 05 unterliegt Klopps Liverpool im Test mit 0:1

GRÖDIG: Der FSV Mainz 05 hat beim Wiedersehen mit Jürgen Klopp eine unglückliche Niederlage gegen den FC Liverpool kassiert. Vor 3500 Zuschauern im österreichischen Grödig verlor der Fußball-Bundesligist gegen den englischen Premier-League-Club am Freitagabend mit 0:1 (0:0). Luca Kilians Eigentor in der 86. Minute sorgte für die späte Entscheidung.

Liverpool, das mit zahlreichen Stars wie Mohamed Salah, Sadio Mané und Trent Alexander-Arnold antrat, kontrollierte im ersten Durchgang die Partie. Allerdings zeigten die Reds Schwächen im Abschluss. Robin Zentner im Mainzer Tor bewahrte den Bundesligisten vor einem Rückstand. Die Mainzer kämpften und erarbeiteten sich auch Möglichkeiten.

Durch die zahlreichen Wechsel auf beiden Seiten verflachte die Partie etwas, dennoch hatten die Rheinhessen mehrfach die Chance zur Führung. Kurz vor dem Ende misslang Kilian ein Abwehrversuch gründlich, als er eine Flanke mit der Hacke klären wollte und sich den Ball selbst ans Schienbein kickte.

Vor dem Spiel zeigte sich Klopp entspannt, er begrüßte alte Bekannte und gute Freunde. «Mit Mainz verbindet mich ganz viel. Das ist meine Heimatstadt, auch wenn ich im Schwarzwald geboren bin. In Mainz habe ich viele Freunde», sagte der frühere Kulttrainer der 05er bei Servus TV.


1. FC Union trotzt Dynamo Kiew 1:1 ab - Voglsammer trifft

KEMATEN: Der 1. FC Union Berlin hat sich in einem Testspiel im Rahmen des Trainingslagers in Österreich vom ukrainischen Rekordmeister und amtierenden Titelträger Dynamo Kiew 1:1 (1:0) getrennt. Der Fußball-Bundesligist ging am Freitag in Kematen, rund eine Autostunde entfernt vom Teamhotel in Oberlängenfeld, durch einen abgefälschten Schuss von Neuzugang Andreas Voglsammer in Führung (37. Minute). Für den von Arminia Bielefeld gekommenen Stürmer war es schon der vierte Treffer im dritten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison.

Dynamo wechselte in der teilweise ruppig geführten Partie zur Pause durch und kam drei Minuten nach Wiederbeginn durch Benjamin Verbic zum Ausgleich.

Für die Eisernen war es der erste Test in Österreich. Vor 450 Zuschauern, darunter rund 250 Union-Fans, ließ Trainer Urs Fischer den Großteil des 14-Mann-Kaders durchspielen. Mit Voglsammer, Levin Öztunali, Taiwo Awoniyi, Genki Haraguchi und Timo Baumgartl standen fünf der zwölf externen Neuverpflichtungen in der Startelf. Für Awoniyi war es der erste Auftritt im Union-Trikot, seit der Nigerianer zu Beginn der Woche fest vom FC Liverpool verpflichtet worden war.

Bereits am Samstag (16.00 Uhr) tritt Union in Imst in der Velley Arena gegen den französischen Erstligisten OGC Nizza zu einem weiteren Spiel an. Es ist für die Berliner zugleich der letzte Test in Tirol. Das Trainingslager endet am kommenden Mittwoch.


Cas: Prothesen-Weitspringer Rehm darf nicht bei Olympia starten

TOKIO/LAUSANNE: Prothesen-Weitspringer Markus Rehm darf nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Dies hat der Internationale Sportgerichtshof (Cas) am Freitag in Lausanne entschieden, wie Rehms Berateragentur mitteilte. Damit scheiterte der 32 Jahre alte dreifache Paralympics-Gewinner mit seinem Versuch, bei den Sommerspielen der Nichtbehinderten zu starten.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte Rehm dem Deutschen Olympischen Sportbund zur Nominierung für die Teilnahme an den Spielen in gesonderter Wertung vorgeschlagen. Der DOSB meldete Rehm dem Internationalen Olympischen Komitee als Mitglied der deutschen Olympia­Mannschaft, das IOC reichte den Fall dann weiter an den Leichtathletik-Weltverband, doch World Athletics erklärte Rehm für nicht startberechtigt und berief sich dabei auf Regel 6.3.4, laut der die Prothese ein mechanisches Hilfsmittel ist.

Laut Klageschrift forderte Rehm, uneingeschränkt zum Weitsprung-Wettbewerb zugelassen zu werden, nur ersatzweise wird die Zulassung außer Konkurrenz oder in gesonderter Wertung verlangt. «Irgendwann muss man einfach den nächsten Schritt gehen, und das mache ich jetzt. Leider wird einem sonst nicht zugehört, und es verändert sich nichts», hatte Rehm, dem der rechte Unterschenkel fehlt, «Sport1.de» gesagt.


VfB Stuttgart besiegt Bielefeld 5:2 - Neuzugang Führich verletzt

KITZBÜHEL: Neuzugang Chris Führich hat beim Testspiel seines VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld (5:2) einen Bruch des rechten Schlüsselbeins erlitten. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Freitagabend mit. Der 23-Jährige, der operiert werden muss, war erst am vergangenen Montag vom SC Paderborn verpflichtet worden. Wie lange er ausfällt, ist noch unklar.

Im Testspiel über 120 Minuten hatte Roberto Massimo (34./39. Minute) die Stuttgarter im österreichischen Kitzbühel mit einem Doppelpack in Führung gebracht. Noch vor der Pause konnte Florian Krüger (40.) den Anschlusstreffer erzielen. Nach zahlreichen Wechseln im zweiten Durchgang kam Bielefeld durch Joakim Nilsson (73.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. In der Endphase trafen aber Erik Thommy (96.) sowie Mohamed Sankoh (104. und 113.) zum dann klaren VfB-Sieg.

Nach der Partie teilte der VfB mit, dass Trainer Pellegrino Matarazzo den Japaner Wataru Endo zum neuen Kapitän der Mannschaft bestimmt habe. «Herzlichen Glückwunsch, Wataru!», twitterte der Club.


Erste Medaillen-Entscheidungen bei Olympia in Tokio

TOKIO: Bei den Olympischen Spielen in Tokio werden am Samstag die ersten Medaillen vergeben. Hoffnungen auf Edelmetall macht sich der deutsche Athletensprecher Max Hartung bei den Säbelfechtern. Auch die deutschen Schützen und die Radsportler um Maximilian Schachmann wollen in die Vergabe der Medaillen eingreifen. Ihren ersten Auftritt in Tokio haben die Handballer im Vorrundenspiel gegen Europameister Spanien. Der Ruder-Achter muss vorzeitig im Vorlauf ran, nachdem die Rennen wegen des erwarteten schlechten Wetters vorgezogen wurden. Auch das Tennisturnier beginnt, die deutschen Dressurreiter absolvieren die ersten Prüfungen.

Die XXXII. Sommerspiele waren am Freitag von Japans Kaiser Naruhito für eröffnet erklärt worden. Im Olympiastadion brennt nun bis zum 8. August das olympische Feuer. Wegen des Corona-Notstands in Tokio sind in den Arenen keine Zuschauer zugelassen, auch für die Athletinnen und Athleten gilt ein strenges Regelwerk im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.


Missbrauchsvorwürfe: FIFA sperrt Funktionär aus Haiti lebenslang

ZÜRICH: Im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen Offizielle des haitianischen Fußballverbands (FHF) hat die FIFA eine weitere harte Strafe verhängt. Die rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission sperrte den ehemaligen Schiedsrichter-Chefkoordinator des FHF lebenslang, wie der Weltverband am Freitag mitteilte.

Die rechtsprechende Kammer sei zu dem Schluss gekommen, dass der frühere Funktionär gegen Artikel 23 (Schutz der körperlichen und geistigen Integrität) und Artikel 25 (Missbrauch der Stellung) des FIFA-Ethikreglements verstoßen habe. Die lebenslange Sperre gelte für jegliche nationale und internationale Fußballtätigkeit. Zudem wurde eine Geldstrafe von 100.000 Schweizer Franken verhängt.

Das Ethikverfahren gehört laut FIFA zu einer umfassenden Untersuchung gegen den FHF, bei dem bereits mehrere Offizielle ermittelt wurden, die - als Haupttäter, Helfer oder Anstifter - zwischen 2011 und 2020 an Handlungen systematischen sexuellen Missbrauchs von Spielerinnen und Trainerinnen beteiligt gewesen sein sollen.

Zuletzt Anfang Mai hatte die Ethikkommission eine Supervisorin der U20-Nationalmannschaft der Frauen für zehn Jahre gesperrt. Zentrale Figur der Vorwürfe ist der frühere Verbandschef Yves Jean-Bart. Die FIFA hatte ihn im vorigen Jahr lebenslang gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Schweizer Franken (rund 925.000 Euro) verurteilt. Jean-Bart hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, ein Gericht in Haiti habe ihn davon freigesprochen.


Adidas verteidigt Olympiakleidung - Athleten waren einbezogen

HERZOGENAURACH: Der Sportartikelhersteller Adidas hat die Einlauf-Bekleidung der deutschen Olympia-Mannschaft von Tokio gegen Kritik verteidigt. «Die Bekleidung für die Olympischen- und Paralympischen Spiele in Tokio wurde bereits Anfang Mai vorgestellt und hat sehr viel positive Rückmeldung erhalten», sagte ein Firmensprecher am Freitag auf dpa-Anfrage. Die Kollektion sei in enger Abstimmung mit der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes entwickelt worden. «Die Einbindung der Sportlerinnen und Sportler ist uns sehr wichtig und war zu jedem Zeitpunkt des Designprozesses gewährleistet», betonte der Adidas-Sprecher.

Dennoch waren offenbar nicht alle Athleten mit der Auswahl zufrieden. «Wer ist verantwortlich für dieses Outfit?», schrieb Basketball-Nationalspieler Maodo Lo am Freitag in seiner Instagram-Story und zeigte sich in einem kurzen Video wenig begeistert von seiner Kleidung. Teamkollege Niels Giffey legte nach: «Wer denkt sich das aus?» Lo richtete seine Frage im sozialen Netzwerk dabei direkt an Hersteller Adidas und das Team Deutschland.

Das mintgrüne Outfit mit einer eigenwilligen Weste und neonfarbenen Schuhen sorgte auch im Netz schnell für Diskussionen. «Die Goldmedaille für die hässlichsten Outfits kann uns schonmal niemand nehmen», schrieb eine Userin bei Twitter. Ein weiterer meinte: «Wow, auf die Geschmacklosigkeit der Outfits der Deutschen bei den Olympischen Spielen kann man sich immer verlassen!»


Baseball-Team Cleveland Indians heißt jetzt Cleveland Guardians

CLEVELAND: Clevelands Major-League-Baseball-Team, das seit 1915 als Indians bekannt war, wird künftig Guardians heißen. Bereits im vergangenen Dezember hatte der Traditionsclub die Namensänderung angekündigt, nun wurde am Freitag in einem von Schauspieler Tom Hanks gesprochenen Video auf Twitter der neue Namen bekanntgegeben.


Ägypter Nayel Nassar reitet bei Berliner Turnier zum Sieg

BERLIN: Der Ägypter Nayel Nassar hat das Eröffnungsspringen des Fünf-Sterne-Reitturniers in Berlin gewonnen. Der 30 Jahre alte Springreiter setzte sich am Freitag im Sattel von Coronado durch und gewann vor dem Niederländer Leopold van Asten mit Hutch. Beste Deutsche war Katrin Eckermann mit Cala Mandia auf Platz sechs.


U 21 Fußballer spielen EM-Qualifikation in Großaspach und Ingolstadt

FRANKFURT/MAIN: Die deutsche U 21-Nationalmannschaft bestreitet ihre Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft im November 2021 in Großaspach und Ingolstadt. Gegner im württembergischen Großaspach ist am 12. November Polen. Vier Tage später trifft der U21-Europameister in Ingolstadt auf San Marino. Noch unklar ist, ob Zuschauer die Spiele in den Arenen verfolgen können. Dies trifft auch auf das erste EM-Qualifikationsheimspiel am 7. Oktober 2021 in Paderborn gegen Israel zu.


Tennisspielerin Korpatsch erreicht Halbfinale in Gdynia

GDYNIA: Die nicht für Olympia qualifizierte deutsche Tennisspielerin Tamara Korpatsch steht im Halbfinale des Damen-Turniers im polnischen Gdynia. Die 26-Jährige aus Kaltenkirchen gewann am Freitag 7:5, 6:3 gegen die 24 Jahre alte Ungarin Anna Bondár. Das Sandplatzturnier im Ostseeort Gdynia ist mit rund 235.000 Dollar dotiert.


Cordoba-Transfer abgeschlossen

BERLIN: Der Wechsel von Stürmer Jhon Cordoba von Hertha BSC zum russischen Erstligisten FK Krasnodar ist abgeschlossen. Das teilte der Berliner Fußball-Bundesligist am Freitag mit. Grundsätzlich hatten sich beide Vereine schon in der Vorwoche über einen Wechsel geeinigt. Der Verkauf des 28 Jahre alten Kolumbianers Cordoba soll Hertha bis zu 20 Millionen Euro bringen, offiziell machte der Club dazu keine Angaben.


DFB und DFL: 2,5 Millionen Euro für Landesverbände zur Verfügung

FRANKFURT/MAIN: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) stellen den Landesverbänden als Solidarleistung für entgangene Ticketeinnahmen jeweils 1,25 Millionen Euro zur Verfügung. Das beschloss der DFB auf seiner Präsidiumssitzung am Freitag in Frankfurt/Main. Die DFL hatte dies ebenfalls unter der Woche beschlossen. Die Vereinbarung dient dem Ausgleich der coronabedingt entgangenen Beteiligung an den Zuschauereinnahmen für die Rückrunde der Saison 2020/2021.


TV-Vertrag perfekt: Mehr DFB-Pokal-Spiele im Free-TV

BERLIN: Der neue TV-Vertrag für den DFB-Pokal ist perfekt. ARD und ZDF dürfen von der Saison 2022/23 bis 2025/26 pro Spielzeit 15 Partien live übertragen. Das sind zwei Partien mehr im frei empfangbaren Fernsehen als bisher, wie Verband und Sender am Freitag mitteilten. Im Pay-Bereich sicherte sich Sky bei der Auktion des DFB erneut das Paket mit allen 63 Spielen einer Saison. Der Bezahlsender zeigt auch in der am kommenden Wochenende beginnenden Pokal-Saison alle Spiele für seine Kunden, während im Free-TV letztmals nur 13 Spiele laufen, neun bei der ARD und vier bei Sport1. Sport1 darf in der neuen Rechteperiode jeweils am Folgetag Highlight-Clips zeigen. Der kostenpflichtige Streamingdienst DAZN kann ab Mitternacht des Spieltags Höhepunkte senden.


Suche nach neuer Verbandsspitze: DFB-Bundestag am 11. März 2022

FRANKFURT/MAIN: Die Mitglieder des Deutschen Fußball-Bundes wählen nach aktuellem Stand am 11. März 2022 die Nachfolgerin oder den Nachfolger des zurückgetretenen Verbandspräsidenten Fritz Keller. Den Termin für den Ordentlichen Bundestag im kommenden Jahr gab der Verband am Freitag nach der Sitzung des Präsidiums bekannt. Veranstaltungsort ist Frankfurt/Main, wo auch die DFB-Zentrale steht. Ursprünglich sollte die Vollversammlung erst im Oktober 2022 ausgerichtet werden. Nach dem Rücktritt von Keller im vergangenen Mai wird der DFB interimsmäßig von den beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters geführt.


Wechsel von BVB-Angreifer Sancho zu Manchester United perfekt

DORTMUND: Der Wechsel des Dortmunder Angreifers Jadon Sancho zu Manchester United ist perfekt. Nach bestandenem Medizincheck bestätigten Borussia Dortmund und der Premier-League-Club den Transfer am Freitag offiziell. Beide Clubs hatten bereits Anfang Juli eine grundsätzliche Einigung über eine fixe Transferentschädigung in Höhe von 85 Millionen Euro erzielt. Damit seien alle wesentlichen Bedingungen für einen Wechsel des 21-Jährigen zum englischen Rekordmeister erfüllt, der Transfer müsse nun noch ordnungsgemäß entsprechend der FIFA-Verbandsstatuten abgewickelt werden.


Tennis-Star Osaka entzündet olympisches Feuer in Tokio

TOKIO: Der japanische Tennis-Star Naomi Osaka hat das Feuer für die XXXII. Olympischen Spiele in Tokio entzündet. Die viermalige Grand-Slam-Siegerin sorgte damit um 23.48 Uhr (Ortszeit) für den Höhepunkt der Eröffnungsfeier. Im Nationalstadion von Japans Hauptstadt waren am Freitag zuvor die 205 Nationen und das Flüchtlingsteam unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in die fast leere Arena einmarschiert.

Am 12. März 2020 war das Feuer traditionell in Griechenland entzündet worden. Acht Tage später kam es in Japan an. Der Fackellauf begann nach der Verschiebung der Sommerspiele aufgrund der Corona-Pandemie im Vorjahr erst am 25. März dieses Jahres und dauerte bis zur Ankunft in Tokio am 9. Juli. Trotz der anhaltenden Pandemie findet die Spiele ohne Zuschauer bis zum 8. August in Tokio statt.


Bach bei Olympia-Eröffnung: Ganz anders als vorgestellt

TOKIO: IOC-Präsident Thomas Bach hat die besonderen Umstände der Olympischen Spiele auch in seiner Rede bei der Eröffnungsfeier hervorgehoben. «Ja, es ist ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten», sagte Bach am Freitag in Japans Nationalstadion in Tokio. Trotzdem sei «heute ein Tag der Hoffnung», sagte der 67-Jährige in der wegen der strengen Corona-Bestimmungen fast leeren Arena ohne Zuschauer auf den Tribünen und ergänzte: «Lasst uns diesen Moment wertschätzen, weil wir endlich alle zusammen hier sind.» Bach betonte einmal mehr «die vereinigende Kraft des Sports» und bedankte sich ausdrücklich bei «unseren gnädigen Gastgebern, dem japanischen Volk».

Dass die Sommerspiele mit einjähriger Verspätung trotz der weiter andauernden Corona-Pandemie stattfinden können, liege auch an der «herausragenden Arbeit» der japanischen Regierung. «Ich möchte unsere tiefste Dankbarkeit ausdrücken», sagte Bach.


Leverkusener 0:0 bei Debüt von Seoane im Test gegen Freiburg

WATTENS: Gerardo Seoane hat in seinem ersten Testspiel als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen einen Sieg verpasst. Am Freitag musste sich die Werkself in Wattens in Österreich gegen Ligakonkurrent SC Freiburg mit einem 0:0 begnügen.


Basketballer Lo: «Wer ist verantwortlich für dieses Outfit?»

TOKIO: Mit ihrer Bekleidung bei der Olympia-Eröffnungsfeier in Tokio waren modisch offenbar nicht alle deutschen Athleten ganz zufrieden. «Wer ist verantwortlich für dieses Outfit?», schrieb Basketball-Nationalspieler Maodo Lo am Freitag in seiner Instagram-Story und zeigte sich in einem kurzen Video wenig begeistert von seiner Kleidung. Teamkollege Niels Giffey legte nach: «Wer denkt sich das aus?» Lo richtete seine Frage im sozialen Netzwerk dabei direkt an Hersteller Adidas und das Team Deutschland.

Das mintgrüne Outfit mit einer eigenwilligen Weste und neonfarbenen Schuhen sorgte auch im Netz schnell für Diskussionen. «Die Goldmedaille für die hässlichsten Outfits kann uns schonmal niemand nehmen», schrieb eine Userin bei Twitter. Ein weiterer meinte: «Wow, auf die Geschmacklosigkeit der Outfits der Deutschen bei den Olympischen Spielen kann man sich immer verlassen!»


Positiver Corona-Test: Weltklasse-Surfer Morais nicht bei Olympia

TOKIO: Der portugiesische Weltklasse-Surfer Federico Morais kann bei der olympischen Premiere seiner Sportart nicht in Tokio dabei sein. Der 29-Jährige gab am Freitag auf Instagram bekannt, dass er positiv auf Covid-19 getestet sei und daher nicht nach Japan reisen könne.

«Dies ist wahrscheinlich das traurigste Video, das ich jemals posten musste. Im Jahr 2019 habe ich mich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert, die wegen COVID-19 verschoben wurden», sagte er in dem Video. «Und jetzt, wegen des Virus, werde ich nicht in der Lage sein, zu konkurrieren oder mein Land zu vertreten.» Er sei vorsichtig gewesen und seit über einem Monat geimpft, «aber ich habe mich am Ende mit dem Virus angesteckt».

Die Wettbewerbe im Shortboard-Surfen beginnen am Sonntag. Einziger deutscher Wellenreiter am Tsurigasaki Surfing Beach ist Leon Glatzer.


Pita Taufatofua erneut oberkörperfrei bei Olympia-Eröffnungsfeier

TOKIO: Genau wie bei den Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro und 2018 in Pyeongchang ist Pita Taufatofua auch in Tokio halbnackt mit eingeölter Brust ins Stadion eingelaufen. Der 37 Jahre alte «Coconut Fighter» trug am Freitag in Japans Hauptstadt Tokio wieder die Fahne von Tonga und beeindruckte mit seinem durchtrainierten Oberkörper. Mit seinem Outfit war er aber nicht allein: Auch Ruderer Rii Riilio aus Vanuatu kam mit freiem Oberkörper, Bastrock und Flip-Flops an den Füßen in die Arena.

Berühmt wurde Taufatofua vor fünf Jahren, als er die Delegation seines Landes anführte und die Fahne des Südsee-Staates auch schon mit nacktem Oberkörper ins Maracanã-Stadion trug. Zwei Jahre später war er in Südkorea als Skilanglauf-Außenseiter gestartet und kam auch bei Temperaturen von drei Grad unter Null im Sommer-Outfit ins Stadion eingelaufen. Die ansonsten sehr zurückhaltenden Zuschauer bejubelten ihn dafür. In Tokio waren aufgrund der Corona-Pandemie keine Zuschauer auf den Tribünen dabei.

In Japan erlebt Taufatofua seine insgesamt dritten Olympischen Spiele in seiner Paradedisziplin Taekwondo.


Japans Kaiser Naruhito hat «tiefsten Respekt» für Olympioniken

TOKIO: Japans Kaiser Naruhito hat für alle Olympioniken, die trotz der Hausforderungen durch die Corona-Pandemie nach Japan gekommen sind, «tiefsten Respekt». Er hoffe, dass die Athletinnen und Athleten unter Berücksichtigung der Pandemie und des schwülheißen Wetters in Tokio «in der Lage sein werden, ihre beste Leistung bei guter Gesundheit zu erbringen», sagte der Monarch am Freitag bei einem Treffen mit einem Dutzend ausländischer Würdenträger.

Als einziger Staatschef aus der Gruppe der G7-Staaten war Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei der Audienz im Kaiserpalast dabei. Der japanische Monarch, der auf Englisch sprach, rief mit Blick auf die Pandemie zu «sogar noch größerer Einheit des Geistes» weltweit auf. Am Abend (Ortszeit) wohnte er der Eröffnungsfeier der Spiele bei, die bis auf Ehrengäste und Journalisten ohne Zuschauer stattfand.


Max Kruse führt DFB-Team gegen Saudi-Arabien als Kapitän aufs Feld

YOKOHAMA: Nach der Sperre von Maximilian Arnold soll Max Kruse die deutschen Olympia-Fußballer im nächsten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien als Kapitän anführen. Das gab Trainer Stefan Kuntz am Freitagabend (Ortszeit) in einer virtuellen Fragerunde mit Journalisten bekannt. Mit 33 Jahren gilt Union Berlin-Spieler Kruse als der erfahrenste Mann im DFB-Team. Kuntz hatte den Offensiv-Akteur zuletzt als wichtigen Anker innerhalb der Mannschaft bezeichnet, «an dem sich der ein oder andere orientieren kann».

Arnold war bei der 2:4-Niederlage gegen Olympiasieger Brasilien mit gelb-rot vom Platz geschickt worden - für das zweite Gruppenspiel am Sonntag gegen Saudi-Arabien (13.30 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) ist der Mittelfeldspieler vom VfL Wolfsburg deshalb gesperrt. Trainer Kuntz, der mit einem dezimierten Kader zu den Olympischen Spielen in Japan anreisen musste, bleiben somit für die Partie gegen den krassen Außenseiter nur noch 14 Feldspieler.


In Japan geflohener Gewichtheber wieder in Uganda gelandet

TOKIO: Der aus seinem Olympia-Trainingslager in Japan geflohene Athlet aus Uganda ist in seine Heimat zurückgekehrt. Das teilte das Nationale Olympische Komitee Ugandas am Freitag mit und zeigte Fotos von der Ankunft. Der 20 Jahre alte Gewichtheber Julius Ssekitoleko war zuvor in der Stadt Yokkaichi, rund 170 Kilometer östlich seines Trainingslagers in Izumisano in der Präfektur Osaka aufgefunden worden und musste die Rückreise antreten.

Der Athlet war vergangene Woche verschwunden, nachdem er die Olympia-Qualifikation verpasst hatte. Er sollte eigentlich sofort nach Hause fliegen. Doch er hinterließ einen Zettel in seinem Hotelzimmer, wonach er in Japan leben und arbeiten wolle.

Die strengen Corona-Maßnahmen zu Olympia sehen vor, dass sich Athleten nur zwischen ihrer Unterkunft und den Trainings- beziehungsweise Wettkampfstätten bewegen dürfen. Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist ihnen verboten.


Macron lobt olympischen «Geist der Kooperation»

TOKIO: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den olympischen Geist als Geist der Kooperation bezeichnet. Diesen brauche man während der vom Coronavirus geprägten Zeit, sagte Macron am Freitag kurz vor der Eröffnungsfeier in Tokio. Die Spiele müssten stattfinden. Auch das sei Teil davon, mit dem Virus zu leben. Für die Athleten sei Olympia unerlässlich.

Frankreich soll mit Paris die Olympischen Spiele 2024 ausrichten. Die Herausforderung sei es, die öffentliche Unterstützung bis dahin noch zu vergrößern, sagte Macron. Mit seiner zweitägigen Japanreise will der französische Staatschef das Olympiateam Frankreichs sowie das örtliche Organisationsteam unterstützen. Neben der Eröffnungszeremonie wolle er auch Wettkämpfen etwa im Basketball und Judo bewohnen.


Deutsche Handballer unterstützen Fluthilfe-Opfer

DORTMUND: Auch der Deutsche Handballbund (DHB) und die Handball-Bundesliga (HBL) haben zur Hilfe für die Opfer der Hochwasserkatastrophe aufgerufen. Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga wollen durch zahlreiche Hilfsaktionen die durch die Katastrophe in Not geratenen Menschen unterstützen. Das soll unter anderem durch Spenden, Spendenaufrufe, Benefizaktionen und -spiele sowie die Unterstützung ganzer Handball-Mannschaften bei Aufräumarbeiten in Eigenregie geschehen, wie beide am Freitag mitteilten.


Stürmer Heung-Min Son verlängert bis 2025 bei Tottenham Hotspur

LONDON: Stürmer Heung-Min Son hat bei Tottenham Hotspur einen neuen Vertrag bis zum Sommer 2025 unterschrieben. Das gab der Premier-League-Club aus London am Freitag bekannt. Der 29 Jahre alte südkoreanische Fußball-Nationalspieler war 2015 von Bundesligist Bayer Leverkusen nach London gewechselt und erzielte seitdem in 280 Spielen für Tottenham 107 Tore.


«The Sun»: Tottenham Hotspur erlaubt Kane Wechsel zu Man City

LONDON: Der englische Fußball-Nationalspieler Harry Kane steht bei seinem langjährigen Verein Tottenham Hotspur angeblich vor dem Abschied. Wie die Boulevard-Zeitung «The Sun» am Freitag berichtete, soll Spurs-Boss Daniel Levy einem vorzeitigen Wechsel seines Stürmerstars zugestimmt haben. Der 27-jährige Kane, dessen Vertrag in London noch bis Sommer 2024 läuft, hatte bereits vor der EM seine Wechselabsichten öffentlich gemacht. Sein künftiger Arbeitgeber wird demnach voraussichtlich der englische Fußballmeister Manchester City. Der Club soll bereit sein, 160 Millionen Pfund (ca. 187 Millionen Euro) für den Torschützenkönig der Premier League zu bezahlen.


Sechs deutsche Talente hoffen auf Auswahl in NHL-Draft

BERLIN: Auch sechs deutsche Eishockeytalente hoffen auf ihre Chance beim jährlichen Draft der 32 NHL-Teams an diesem Wochenende. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten die 18-jährigen Florian Elias von den Adlern Mannheim und Haakon Hänelt vom deutschen Meister Eisbären Berlin sowie der 17-jährige Bennet Roßmy von den Lausitzer Füchsen. Elias, Hänelt und Roßmy werden im Draft Prospect Ranking der europäischen Talente unter den Top-100 geführt. Auch Angreifer Connor Korte (HC Davos) sowie die Torhüter Nikita Quapp (Krefeld Pinguine) und Florian Bugl (Red Bull Hockey Juniors) haben es in den Draft geschafft.


«Deichstube»: Benno Möhlmann ist Kandidat für Werder-Aufsichtsrat

BREMEN: Der Zweitliga-Rekordtrainer und frühere Werder-Kapitän Benno Möhlmann soll ein ernsthafter Kandidat für den künftigen Aufsichtsratsvorsitz beim Bundesliga-Absteiger Werder Bremen sein. Das berichtete das Multimediaportal «Deichstube» am Freitag. Möhlmann selbst möchte sich dazu nicht äußern, hat dem Bericht zufolge aber bereits vor dem Wahlausschuss der Bremer vorgesprochen.


Nationalspieler Gnabry überrascht als Frühstarter beim FC Bayern

MÜNCHEN: 24 Tage nach dem Achtelfinal-K.o. der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England hat Serge Gnabry beim FC Bayern als erster EM-Teilnehmer wieder das Training aufgenommen. Der 26 Jahre alte Angreifer absolvierte am Freitag als Frühstarter eine erste individuelle Übungseinheit auf dem Vereinsgelände in München. Trainer Julian Nagelsmann hatte die Rückkehr der ersten EM-Spieler des Rekordmeisters zuletzt erst für den kommenden Montag angekündigt.


Real-Angreifer Benzema fällt mit Corona vorerst aus

MADRID: Karim Benzema kann sich vorerst nicht mit der Mannschaft von Real Madrid auf die neue Saison vorbereiten. Der französische Fußball-Nationalspieler hat sich laut einem entsprechenden Test mit dem Coronavirus infiziert. Das teilten die «Königlichen» am Freitag mit. Die Saison in der Primera División beginnt für Real am 14. August bei Deportivo Alaves.


Hilfe für Flutopfer: FC Bayern bestreitet Benefizspiel gegen Schalke

MÜNCHEN/GELSENKIRCHEN: Der FC Bayern München wird als Hilfsaktion nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ein Benefizspiel beim FC Schalke 04 austragen. Aus der Partie will der deutsche Fußball-Rekordmeister «erlösabhängig mindestens eine Million Euro» für die Opfer des Hochwassers «zur Verfügung stellen». Das teilten die Bayern am Freitag mit. Da die Flutopfer die Hilfe rasch bräuchten, garantierte der FC Bayern die Zahlung von einer Million Euro schon jetzt und wird sie vorab in den kommenden Tagen leisten. Zusätzlich werde der FC Bayern Hilfe eV weitere 100.000 Euro an Unwettergeschädigte aus Bayern spenden.


Olympia-Eröffnungsfeier in Tokio mit 206 Teams

TOKIO: Mit symbolischen Szenen zu den Folgen der Corona-Pandemie und zu japanischen Traditionen sowie dem Einlaufen der 206 Teams ins Olympiastadion hat die Eröffnungsfeier der Sommerspiele von Tokio begonnen. In der leeren Arena waren am Freitag nur wenige Ehrengäste zugelassen. Nach der Parade der teilnehmenden Mannschaften sollte Japans Kaiser Naruhito die Spiele für eröffnet erklären. Danach war die Entzündung der olympischen Flamme geplant.

Rund um die Eröffnungsfeier gab es vereinzelte Proteste. Vor dem Rathaus von Tokio hatten sich am Freitag Dutzende von Menschen umringt von Polizisten versammelt. Auf Bannern stand «Löscht die Olympische Fackel» und «Keine Olympiade» sowie «Globales Verbrechen gegen Japan». Laute Proteste gab es außerdem direkt vor dem Stadion. Diese waren auch während der Eröffnungsfeier in der Arena zu hören, wenn es zwischenzeitlich still war.

Viele Menschen versammelten sich rund um das Stadion zudem friedlich, um in der Nähe der Eröffnung zu sein. Aufgrund der strengen Corona-Beschränkungen waren nur wenige Personen innerhalb der Arena zugelassen. Dass Olympia mit Teilnehmern aus aller Welt trotz steigender Fallzahlen während der Pandemie in der Millionenstadt Tokio stattfindet, wird in Japan teilweise sehr kritisch gesehen.


First Lady Jill Biden trifft US-Sportler virtuell

TOKIO: Die amerikanische First Lady Jill Biden hat sich vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Tokio virtuell mit einigen US-Athleten getroffen.

Unter anderem führte sie ein Gespräch mit den Fahnenträgern Eddy Alvarez und Sue Bird. Die 70-Jährige reiste selbst nach Japan, um am Freitag an der Eröffnungsfeier im Nationalstadion der Hauptstadt teilzunehmen.


Fahnenträgerduo des Flüchtlingsteams bei Olympia-Eröffnung steht fest

TOKIO: Die syrische Schwimmerin Yusra Mardini und Marathonläufer Tachlowini Gabriyesos aus Eritrea sind die Fahnenträger des Flüchtlingsteams bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee am Freitag kurz vor Beginn der Zeremonie mit. Mardini war 2015 mit ihrer Schwester aus Damaskus nach Berlin geflohen. Gabriyesos hatte seine Heimat als Zwölfjähriger verlassen und kam über Äthiopien und Sudan nach Israel, wo er seinen Lauftrainer kennenlernte.

Fünf Jahre nach ihrem Start im ersten olympischen Flüchtlingsteam in Rio de Janeiro hatte Mardini in Tokio auf die Ehre als Fahnenträgerin gehofft. «Das ist einer meiner größten Träume! Ich würde richtig, richtig stolz sein», hatte die 23-Jährige der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Seit Sommer 2018 trainiert sie in Hamburg, dort hatte sie sich auf die Sommerspiele vorbereitet. «Ich glaube, meine Mutter würde heulen. Und mein Vater wäre richtig stolz», sagte Mardini.


Steinmeier an Tokio-Teilnehmer: «Kommen Sie heil zurück!»

BERLIN: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den deutschen Olympia-Teilnehmern alles Gute und eine gesunde Rückkehr gewünscht. «Viel Erfolg bei den Olympischen Spielen in Tokio! Alle guten Wünsche aus Berlin! Kommen Sie heil zurück!», sagte das Staatsoberhaupt als Überraschungsgast bei einer Videoschalte mit deutschen Sportlern. Dabei ging es um das Training unter Pandemie-Bedingungen, die fehlenden Begegnungen vor Ort mit Athleten aus anderen Ländern und die Medaillenaussichten, wie das Bundespräsidialamt am Freitag schrieb.

Zudem hat Steinmeier einen Brief an die gesamte deutsche Olympia-Mannschaft gesandt. «Bitte richten Sie allen Mitgliedern unserer Mannschaft aus, dass meine Frau und ich ihnen für die Wettkämpfe ganz fest die Daumen drücken», hieß es darin. «Wir wünschen allen im Team, dass sie ihr optimales Ergebnis erzielen können - trotz aller Widerstände, die die Pandemie bei diesen Spielen sowohl dem Training wie auch den Wettkämpfen entgegengesetzt hat. Machen Sie das Beste aus den Umständen und bleiben Sie alle gesund!»

Auch Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer schickte ein Videobotschaft nach Tokio. «Liebes Team Deutschland! Ich drücke euch ganz, ganz fest die Daumen für die Olympischen Spiele. Ihr werdet das schon rocken für uns», sagte der 35-Jährige vom FC Bayern München. «Wir werden natürlich die Wettbewerbe verfolgen. Wir sitzen vorm Fernseher und sind fest dabei, auch wenn jetzt keine Zuschauer sein können vor Ort in Tokio. Wir halten zu euch!»


Nationalspieler Gosens versteigert Fußballschuhe und Trikots

BERLIN: Nationalspieler Robin Gosens versteigert Fußballschuhe und Trikots für einen guten Zweck. Zusammen mit einem Charity-Auktionsportal bietet der 27 Jahre alte Profi vom italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo ab sofort 42 Paar Fußballschuhe an, zudem gibt es auch getragene EM-Trikots. «Aufgrund der aktuellen Lage haben wir uns entschieden, einen Teil des Erlöses an die Opfer der Flutkatastrophe zu spenden», schrieb Gosens am Freitag bei Instagram. Der andere Teil gehe an eine Einrichtung aus seiner Region.


Olympiasieger Harting: Nicht-Bewerbung für Olympia 2036 «peinlich»

BERLIN: Diskus-Olympiasieger Robert Harting würde es «peinlich und feige» finden, wenn Deutschland sich nicht mit Berlin um die Olympischen Spiele 2036 bewirbt. In seiner Kolumne für «t-online.de» prangerte der 36-Jährige am Freitag das fehlende Engagement der «entscheidenden Personen im deutschen Sport» an. «Diese Sommerspiele müssen 100 Jahre nach den Nazi-Spielen unbedingt in die deutsche Hauptstadt. Wenn man rund um den Globus einmal kurz nachdenkt, ist es die weltpolitische Aufgabe des IOC, die Spiele nach Berlin zu vergeben.»


TV-Quote: Olympia-Start der ARD mit 1,15 Millionen Zuschauern

BERLIN: Mit einer guten Einschaltquote ist die ARD am Donnerstag in die TV-Berichterstattung von den Olympischen Spielen in Tokio gestartet. 1,15 Millionen Menschen sahen die Übertragung der 2:4-Niederlage der deutschen Fußball-Auswahl am frühen Nachmittag gegen Brasilien. Das ergab nach Senderangaben einen Marktanteil von 13,9 Prozent. Das Spiel war der am meistgesehene Teil des achtstündigen Olympia-Programms im Ersten.

Weitere 140.000 Zuschauer hatte das Spiel bei Eurosport. Der Spartensender kam damit auf einen Marktanteil von 1,7 Prozent. ARD, ZDF und Eurosport bieten neben der Berichterstattung im klassischen TV auch ein umfangreiches Angebot im Internet.


Pferde des Dressur-Teams bestehen Verfassungsprüfung

TOKIO: Die Pferde des deutschen Dressur-Teams haben die Verfassungsprüfung bestanden. Bei der tierärztlichen Untersuchung zum Auftakt der Olympischen Spiele in Tokio gab es am Freitag keine Probleme. «Unsere Pferde sind topfit und haben sich sehr, sehr gut präsentiert», sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Startreiterin im Grand Prix ist am Samstag Jessica von Bredow-Werndl (Tuntenhausen) mit Dalera. Am Sonntag reiten Dorothee Schneider (Framersheim) mit Showtime und Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose. Die erste Medaillenentscheidung gibt es am Dienstag im Grand Prix Special.


Südafrikanischer Geher Shange wegen Dopings vier Jahre gesperrt

TOKIO: Der südafrikanische Geher Lebogang Shange ist wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden.

Dies entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas am Freitag. Damit kann der 30-Jährige bei den Olympischen Spielen am 5. August über 20 Kilometer nicht an den Start gehen. Shange sei positiv auf das anabole Steroid Trenbolon getestet und im Dezember 2019 vorläufig gesperrt worden. Seine Sperre werde vor den Sommerspielen 2024 in Paris ablaufen.


Fünf Jahre nach den Spielen: Rio will olympisches Erbe umsetzen

RIO DE JANEIRO: Die Stadt Rio de Janeiro plant, die Arbeiten am olympischen Erbe der Spiele 2016 wiederaufzunehmen und dieses fortzuführen. «Wir werden das Vermächtnis umsetzen, das zum Zeitpunkt der Planung der Spiele von Rio 2016 vorgesehen war», sagte Bürgermeister Eduardo Paes bei einer Pressekonferenz im Olympiapark in Barra da Tijuca am Donnerstag (Ortszeit).

Am Abend, einen Tag vor der Eröffnungsfeier von Tokio, zündete Paes im Zentrum Rio de Janeiros die olympische Flamme wieder an. Dabei erinnerte der Olympia-Bürgermeister, der seit 1. Januar wieder im Amt ist, an die Spiele in Rio vor fünf Jahren.

Tokios Vorgänger als Gastgeber ringt mit der Erfüllung des Versprechens vom olympischen Erbe für die Stadt und die Bevölkerung. So ist nur eine der Hallen im Olympiapark regelmäßig in Betrieb. «Die Umsetzung lässt zu wünschen übrig», hatte das Nachrichtenportal «G1» geschrieben. «Bauten sind unvollendet, Vorhaben gescheitert und Projekte auf dem Papier geblieben.»

Nun soll etwa die Arena do Futuro, in der während der Spiele 2016 die Handballer um Medaillen kämpften, Bürgermeister Paes zufolge ab September wie vorgesehen abgebaut und in vier Schulen verwandelt werden. «Es gibt keinen weißen Elefanten hier», sagte Paes.


«Lidove noviny»: Corona-Fälle in Tokio sind Schande für Tschechien

PRAG: Zu mehreren Corona-Fällen in der tschechischen Delegation bei den Olympischen Spielen in Tokio schreibt die konservative Zeitung «Lidove noviny» aus Tschechien am Freitag:

«Das ist eine Schande - nicht nur für unsere Olympia-Funktionäre, sondern für das ganze Land, das viele im Ausland anhand dieser Vorfälle beurteilen werden. Was geschehen ist, ist ein Spiegelbild der tschechischen Gesellschaft: Regeln werden hier demonstrativ missachtet. Im Namen der Freiheit und des Rechts auf eine eigene Meinung macht jeder, was er will. Niemand traut sich laut zu sagen, dass das mit Freiheit nichts zu tun hat. In Wahrheit handelt es sich um arrogante Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Nun wird darüber gestritten, wer der Ersterkrankte im Charterflug von Prag nach Tokio gewesen sein könnte. Doch stattdessen sollte man darüber diskutieren, warum nicht von vornherein strikte Hygieneregeln aufgestellt wurden, die solche Situationen hätten verhindern können.»


«Cool»: Bogenschützin Unruh gespannt auf Pulsmessung bei Olympia

TOKIO: Im Bogenschießen gibt es bei den Olympischen Spielen eine telegene Neuerung. Erstmals wird in den am Dienstag beginnenden Einzelwettkämpfen die jeweilige Herzfrequenz der Athletinnen und Athleten ermittelt und in den TV-Übertragungen angezeigt. Mithilfe von Kameras, die kleinste Veränderungen der Hautfarbe im Gesicht erkennen, wird der Puls vor dem jeweiligen Schuss gemessen und dem Zuschauer zuhause übermittelt.

«Ich persönlich finde das auch ganz cool», sagte die deutsche Bogenschützin Lisa Unruh nach der Qualifikation am Freitag, in der sie Platz 26 belegt hatte. «Man kann dadurch auch mal einen Vergleich ziehen zu anderen Sportlern, wie da der Unterschied ist», sagte die Olympia-Zweite von Rio 2016. «Das interessiert mich, ich bin sehr gespannt.» Während des Wettkampfs werden die Daten den Sportlerinnen und Sportlern auf der Anlage selbst allerdings noch nicht angezeigt.


«Politiken»: Olympia als Symbol des globalen Willens im Corona-Kampf

KOPENHAGEN: Die liberale dänische Tageszeitung «Politiken» (Kopenhagen) kommentiert am Freitag die in Tokio beginnenden Olympischen Spiele:

«Vor sechs Wochen ahnten wir nicht, was für bewegende, berauschende und national begeisternde Erlebnisse uns mit Jonas Vingegaard bei der Tour de France und besonders dem Nationalteam bei der Fußball-EM erwartet haben. Die Sportveranstaltungen wurden trotz verschiedener Beschränkungen durchgeführt und stehen nun nicht bloß für unvergessliche dänische Sommererinnerungen, sondern auch für einen erfreulichen europäischen Schritt in Richtung Normalität, die wir in der Corona-Krise schmerzlich vermisst haben. Lasst uns die Olympischen Spiele deshalb als eine weitere Manifestation des globalen Willens betrachten, die Pandemie zu überwinden. Olympia bringt die Welt am Rande von Corona in sportlicher Begeisterung zusammen. Der olympische Geist kann deshalb als Inspiration für die Zeit nach den Spielen dienen.»


«Le Figaro»: Kleine Sportarten bekommen bei Olympia Anerkennung

PARIS: Zum Auftakt der Olympischen Spiele in Japan schreibt die konservative Tageszeitung «Le Figaro» am Freitag:

«Das Absagen der Olympischen Spiele wäre jenseits der gesundheitlichen Lage und der finanziellen Auswirkungen für den gesamten Weltsport ein schwerer Schlag für die Sportler selbst gewesen. Wir sprechen hier nicht von den Fußballern, Tennisspielern und Golfern, die auch ohne die Spiele wunderbar leben können, sondern vor allem von Judoka, Fechtern, Bogenschützen, Ringkämpfern und anderen Akteuren von «kleinen» Disziplinen.

Diese treten nur alle vier Jahre aus dem Schatten hervor, existieren unter den Augen der breiten Öffentlichkeit nur während der Olympischen Spiele und erhalten dort nach jahrelanger Arbeit die berechtigte Anerkennung, die sicher erwünscht, aber nicht immer selbstverständlich ist.»


Gruppengegner von Ludwig/Kozuch verpassen Olympia wegen Corona

TOKIO: Die deutschen Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Margareta Kozuch haben bei den Olympischen Spielen in Japan einen Sieg in der Vorrunde bereits sicher und müssen nur zu zwei Partien antreten. Das tschechische Duo Barbora Hermannova/Marketa Slukova kann wegen des positiven Corona-Tests bei Slukova nicht teilnehmen und bekommt alle Partien mit einem «DNS» für «Did not start» (nicht angetreten) gewertet. Das teilten die Organisatoren des olympischen Beachvolleyball-Turniers in Tokio am Freitag mit. Die Partie Ludwig/Kozuch gegen Hermannova/Slukova wäre die letzte Vorrundenpartie in Gruppe F am 28. Juli gewesen - bei einem Einzug ins Achtelfinale hat das deutsche Duo also eine lange Pause.

Ludwig zeigte viel Mitgefühl. «Das ist einfach nur traurig. Wir kennen die sehr, sehr gut, das sind sehr gute Trainingspartner. Ich kriege jetzt schon wieder Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke», sagte die deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Deutschen Presse-Agentur. «Dass man die ganze Saison so gut durchhält, man sich an alles hält und alles macht dafür, dass man bei Olympia dabei ist, ein Jahr dran hängt, und dann dieses Unglück hat. Das wünsche ich keinem.»

Slukovas Ehemann und Trainer Simon Nausch war zuvor bereits positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wegen eines positiven Tests in Quarantäne ist zudem Ondrej Perusic aus dem Herren-Duos Tschechiens. Er und David Schweiner werden am kommenden Montag gegen die Letten Martins Plavins/Edgars Tocs nicht antreten können, hoffen aber nach Angaben einer Sprecherin auf eine Freigabe für die weiteren Gruppenspiele und damit eine Chance aufs Achtelfinale. Perusic war am vergangenen Montag positiv auf Corona getestet worden und muss mindestens zehn Tage in Quarantäne.


«de Volkskrant»: Olympische Spiele hätten verschoben werden sollen

AMSTERDAM: Die niederländische Zeitung «de Volkskrant» kommentiert am Freitag die Olympischen Spiele unter Corona-Bedingungen:

«Es sind Spiele ohne den olympischen Gedanken. Der Kontakt zwischen den Sportlern aller Kontinente, der herzliche Empfang durch die einheimische Bevölkerung und das Selbstvertrauen, dass das Land gewinnt, weil es zwei Wochen lang im Brennpunkt des Interesses steht. Alles, was die Spiele über ein gewöhnliches Sportereignis erhebt, fehlt diesmal.

Japan wollte die Spiele gern organisieren, um zu zeigen, dass das Land sich von dem katastrophalen Tsunami im Jahr 2011 erholt hat. Anfang des Jahres gab es die Hoffnung, dass die Spiele zum Symbol der Überwindung der weltweiten Pandemie und dem damit verbundenen Gefühl der Befreiung werden. Nun drohen sie vor allem das Symbol der Unbesiegbarkeit des Coronavirus und des erstickenden Lockdowns zu werden, der die Welt schon mehr als ein Jahr lang im Griff hat. Es wäre deshalb besser gewesen, sie um ein weiteres Jahr zu verschieben.»


Bundestrainer und Ex-Partner würdigen Hausding - «Aushängeschild»

TOKIO: Bundestrainer Lutz Buschkow hofft, dass Rekordeuropameister Patrick Hausding nach seinen letzten Olympischen Spielen nicht die große Wassersprung-Karriere beendet. «Wenn man eine so lange Zeit zusammenarbeitet, durch dick und dünn gegangen ist, ist der Abschied nicht so einfach. Aber das ist der Zyklus im Leistungssport. Ich hoffe, dass er nach Olympia nicht aufhört, sondern noch die WM-Saison dranhängt», sagte Buschkow der Deutschen Presse-Agentur.

Fahnenträger Hausding ist in Tokio zum vierten Mal bei Olympischen Spielen dabei. Ob er im kommenden Jahr bei der WM am Start ist, hat der 32-Jährige offen gelassen. «Patrick ist natürlich ein Aushängeschild für das Wasserspringen und hat über viele Jahre Weltklasse-Leistungen abgeliefert. Es wird glaube ich für viele komisch sein, wenn man ihn nicht mehr in Action sieht», sagte Sascha Klein, sein langjähriger Partner im Synchronspringen vom Turm. Zusammen gewannen die beiden 2008 in Peking Silber.

Der nicht mehr aktive Klein verfolgt die Wettkämpfe als Eurosport-Experte. «Patrick war und ist immer voll motiviert und engagiert. Er hat immer das Ziel vor Augen, trainiert fokussiert und fleißig, um dieses auch zu erreichen. Er ist zuverlässig und versteht es auch andere zu motivieren und zu unterstützen, wenn etwas nicht so gut gelaufen ist», sagte Klein. Hausding startet vom Drei-Meter-Brett sowohl im Einzel-Wettbewerb als auch zusammen mit Lars Rüdiger im Synchronspringen.


Wetterexpertin: Taifun zu Olympia befürchtet

TOKIO: Die Athleten bei den Olympischen Spielen müssen sich möglicherweise auf stürmische Zeiten einstellen.

Eine subtropische Tiefdruckzone über dem Pazifik dürfte sich zu einem Taifun zusammenbrauen und Kurs auf die japanische Hauptinsel nehmen, wie die japanische Wetterexpertin Ai Hasebe am Freitag auf Twitter mitteilte. Demnach könnte sich der erwartete Taifun zu Beginn nächster Woche auf die Region Kanto um die Olympia-Stadt Tokio auswirken. Vorsicht scheine angeraten zu sein, sagte Hasebe von der Tokyo Zokei University.


Olympia: Fast jeder Zweite interessiert sich für Tokio-Spiele

TOKIO: Olympia in Tokio interessiert laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap fast jeden zweiten Bundesbürger.

Angesichts der Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen in Japan finden die Sommerspiele ohne Publikum statt. Trotz der Kritik an der Durchführung des sportlichen Großereignisses sind nach dem vom Institut erhobenen ARD-«Deutschlandtrend» zwölf Prozent sehr, 36 Prozent zumindest etwas interessiert. 64 Prozent der über 65-Jährigen interessieren sich sehr oder etwas für die Sommerspiele. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es dagegen nur 34 Prozent. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent interessiert sich dagegen überhaupt nicht für das noch bis zum 8. August dauernde Sportereignis in Asien.


Schweizer Hürdenläufer Hussein gedopt: Kein Start bei Tokio-Spielen

BERN: Der Schweizer Hürdenläufer Kariem Hussein ist wegen Dopings gesperrt worden und darf bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht starten. Wie Swiss Olympic am Freitag mitteilte, ist dem 32-jährigen Leichtathleten bei einem Dopingtest bei Meisterschaften in Langenthal eine unerlaubte Substanz nachgewiesen worden. Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic habe daraufhin eine neunmonatige Sperre gegen den Europameister von 2014 über die 400 Hürden verhängt.

Hussein habe angegeben, dass der positive Doping-Test auf eine Lutschtablette zurückzuführen sei, die die verbotene Substanz Nikethamid enthalten habe. «Als Dachverband des Schweizer Sports und als Nationales Olympisches Komitee ist Swiss Olympic erschüttert über den Vorfall zu einem Zeitpunkt, in dem der internationale Sport anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio gefeiert werden soll», hieß es in der Mitteilung. Dass der Athlet seine Sperre akzeptiert habe und die Verantwortung für sein Vergehen übernehme, verdiene Respekt.


Wada weiter enttäuscht über Reduzierung des russischen Olympia-Banns

TOKIO: Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hadert weiterhin mit der Halbierung der Olympia-Sperre für Russland. «Natürlich sind wir als Wada nach wie vor enttäuscht, dass der Internationale Sportgerichtshof die Höhe der Sanktionen von vier auf zwei Jahre reduziert hat», sagte Wada-Präsident Witold Banka am Freitag einige Stunden vor der Eröffnungsfeier der Tokio-Spiele. Die Wada hatte Russland nach der Manipulation von Doping-Daten aus dem Moskauer Labor sanktioniert und gesperrt.

In Tokio dürfen 335 russische Sportler nur als neutrale Athleten ohne Flagge und Hymne unter dem Namen «Russisches Olympisches Komitee» (ROC) antreten, tragen aber Sportkleidung in ihren drei Landesfarben Weiß, Blau und Rot. «Sie werden deutlich sehen, was wir gefordert haben und was wir bekommen haben», sagte Wada-Generaldirektor Olivier Niggli. «Wenn man sich anschaut, worum wir gebeten haben, ist es nicht das, was wir bekommen haben, besonders, wenn man über die Uniform spricht.»

Ursprünglich hatte die Wada Russland im Dezember 2019 für vier Jahre von den wichtigsten Sportereignissen der Welt ausgeschlossen, doch Ende 2020 halbierte das Cas die Sperre, nachdem das Land Berufung eingelegt hatte. An den Winterspielen in Peking darf die Sportnation unter ihrem Namen ebenfalls nicht teilnehmen. In Russland existierte ein staatlich organisiertes Doping-System, in dessen Zuge auch umfangreiche Doping-Manipulationen bei den Heim-Winterspielen 2014 in Sotschi aufgedeckt worden waren.


Japanische Kunstflugstaffel zieht Olympische Kreise über Tokio

TOKIO: Zum Auftakt der Olympischen Spiele in Tokio hat die Kunstflugstaffel der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte über Tokio die Olympischen Kreise gezogen. Vor weißen Wolken am strahlenden Sommerhimmel donnerte die «Blue Impulse» genannte Staffel am Freitag nahe des Olympiastadions über die Dächer der Hauptstadt und hinterließ kreisförmige Kondensstreifen in blauer, gelber, schwarzer, grüner und roter Farbe.

Im neuen Olympiastadion stand am Abend die Eröffnungsfeier für die Sommerspiele auf dem Programm, allerdings mit Ausnahme von rund 950 Würdenträgern ohne Zuschauer. Im vergangenen Jahr hatte sich die Kunstflugstaffel mit einer ähnlichen Darbietung über den Dächern der Hauptstadt beim medizinischen Personal für seinen Einsatz gegen die Corona-Pandemie bedankt.


Steffen, Groß, Biedermann und Lurz hoffen auf Schwimm-Medaillen

TOKIO: Deutsche Schwimm-Größen um die Olympiasieger Michael Groß und Britta Steffen hoffen bei den Olympischen Spielen wieder auf deutsche Erfolge im Becken. «Ich denke, es können viele schöne Momente für uns als Zuschauerinnen und Zuschauer werden!», sagte Doppel-Olympiasiegerin Steffen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die 37-Jährige gewann in Peking die letzten deutschen Medaillen im Olympia-Becken. Der letzte Sieg eines Mannes liegt schon 33 Jahre zurück. Damals gewann Michael Groß in Seoul. Bei denselben Sommerspielen hatte zuvor auch Uwe Daßler (DDR) Gold geholt.

Ob er nach den Wettkämpfen in Tokio weiter der letzte deutsche Schwimm-Olympiasieger bei den Herren sein würde, sei «Kaffeesatzleserei», sagte der 57 Jahre alte Groß. «Aber es ist ganz klar, dass das endlich irgendwann mal ein Ende haben sollte. Wann das passiert und ob das einem deutschen Schwimmer bei diesen Olympischen Spielen gelingt, ist offen. Gerade bei Olympia gilt, dass die Rennen erst geschwommen werden müssen. Olympia hat weltweit eine absolute Ausnahmestellung.»

Paul Biedermann, dessen Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil immer noch Bestand haben, ist «optimistisch für die deutschen Schwimmer in Tokio», sagte der 34-Jährige. «Eine Medaille wäre absolut großartig und würde dem deutschen Schwimmsport für die zukünftige Aufstellung sehr helfen. Ich bin optimistisch gestimmt, das dies gelingen wird.»

Zuletzt durfte sich Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz in London 2012 über Silber im Zehn-Kilometer-Rennen freuen. «Es wäre super und für das Schwimmen sehr wichtig, wenn es endlich wieder einen Schwimm-Olympiasieger aus Deutschland geben würde», sagte der 41-Jährige. «Wegen der Pandemie ist die Austragung der Olympischen Spiele natürlich ein schwieriges Thema. Aber ich finde es gut, dass die Olympischen Spiele jetzt stattfinden, denn eine weitere Verschiebung wäre nicht möglich gewesen. Wettkämpfe ohne Zuschauer können eine Herausforderung und Chance zugleich sein.»


Zverev über Olympia-Ambitionen: «Eine Goldmedaille wäre schön»

TOKIO: Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev hat seine Ambitionen auf eine Medaille bei seiner Olympia-Premiere bekräftigt. Es werde für die deutschen Tennis-Herren «hoffentlich nicht nur eine», sagte der Weltranglisten-Fünfte am Freitag nach dem Training in Tokio der Deutschen Presse-Agentur: «Aber eine Goldmedaille wäre auch schön», ergänzte er schmunzelnd. Die Motivation sei «riesig». Zverev tritt neben seinem Einsatz im Einzel auch im Doppel mit dem Warsteiner Jan-Lennard Struff an.

Das andere deutsche Herren-Doppel bilden Kevin Krawietz und Tim Pütz. Ob der Deutsche Tennis Bund ein Mixed in den Wettbewerb schicken kann, ist noch offen. Der 24-jährige Hamburger Zverev geht als größter deutscher Medaillenanwärter in das am Samstag beginnende olympische Tennis-Turnier. «Ich glaube, dass wir alle hier als Mannschaft eine Medaille gewinnen wollen und wenn es Sascha wäre, wären mit Sicherheit alle auch froh, weil wir uns hier ja auch als Sportart präsentieren», sagte der Herren-Chef Michael Kohlmann.


Russland-Frage an Trainer Kuntz sorgt für Lacher auf Pressekonferenz

YOKOHAMA: Mit dieser Frage hatte Stefan Kuntz auf der Pressekonferenz wohl nicht gerechnet. Entsprechend groß war das Gelächter bei dem DFB-Trainer und den anwesenden Journalisten. «Herr Kuntz, unsere Presse schreibt in den letzten Tagen, dass Sie nach den Olympischen Spielen nach Russland kommen werden, um mit unserer Nationalmannschaft zu arbeiten - also ist das wirklich so?», wollte ein russischer Journalist nach der 2:4-Niederlage der deutschen Olympia-Fußballer gegen Brasilien wissen und schob hinterher: «Wir warten auf Sie.»

Nach kurzer Bedenkzeit dementierte der 58-jährige Saarländer das Gerücht zumindest nicht. Er wolle nach den Olympischen Spielen in Japan erst einmal alles in Ruhe sacken lassen. «Dann erzähle ich Ihnen auch danach, ob das, was Sie sagen, stimmt», antwortete Kuntz schmunzelnd.

Zunächst liegt die Konzentration aber auf den nächsten zwei Gruppenspielen. Am Sonntag spielt die DFB-Auswahl gegen Saudi-Arabien, drei Tage später gegen die Elfenbeinküste.


Deutscher Ruder-Doppelvierer der Frauen als Vorlaufsieger ins Finale

TOKIO: Der deutsche Ruder-Doppelvierer der Frauen ist mit einem souveränen Vorlaufsieg direkt ins Finale gefahren. Die Crew Frieda Hämmerling (Kiel), Franziska Kampmann (Waltrop), Carlotta Nwajide (Hannover) und Daniela Schultze (Potsdam) setzte sich am Freitag auf der olympischen Regattastrecke im Sea Forest Waterway souverän mit 1,14 Sekunden Vorsprung gegen die Niederlande und Großbritannien durch.

Der Doppelvierer der Männer hingegen landete mit Max Appel (Magdeburg), Hans Gruhne (Potsdam), Tim Ole Naske (Hamburg) und Karl Schulze (Berlin) nur auf Rang vier und hatte im Vorlauf auf die siegreichen Polen 10,86 Sekunden Rückstand. Damit muss das Boot in den Hoffnungslauf.

Auch die deutschen Doppelzweier müssen in die Hoffnungsrunde. Marc Weber (Gießen) und Stephan Krüger (Frankfurt/Main) wurden wie auch Leonie Menzel (Düsseldorf) und Annekatrin Thiele (Leipzig) Vorlauf-Vierte. Menzel powerte sich im Angriff auf Rang drei derart aus, dass sie auf den letzten Metern Probleme mit der Muskulatur bekam. Danach wurde die 22-Jährige mit einem Rollstuhl in ein nahe liegendes Funktionsgebäude gefahren, saß aber wenig später mit einer Kühlweste schon wieder auf einem Ergometer.


Höchstwert seit Erfassung: 19 neue Corona-Fälle bei Olympia

TOKIO: Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle veröffentlicht.

Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem am Freitag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden vom Organisationskomitee nicht genannt.


Deutsche Bogenschützen in Olympia-Quali mit durchwachsener Leistung

TOKIO: Die deutschen Bogenschützen haben in der Qualifikation der Olympischen Spiele in Tokio die vorderen Plätze und damit bessere Ausgangspositionen für die Einzelwettkämpfe verpasst. Lisa Unruh, die 2016 in Rio mit Silber die erste deutsche Olympia-Medaille in dieser Sportart überhaupt geholt hatte, belegte bei den Frauen am Freitag Rang 26. Die 33 Jahre alte Berlinerin schoss im Yumenoshima Park 647 Ringe. Etwas besser lief es für Michelle Kroppen (655 Ringe) auf Platz elf. Die erst 20-jährige Charline Schwarz (607 Ringe) musste sich mit Rang 60 begnügen. Florian Unruh, der einzige deutsche Starter bei den Männern, belegte mit 654 Ringen Platz 33.

«Vom Gesamtresümee her können wir nicht zufrieden sein», sagte Bundestrainer Oliver Haidn. «Nach jetzigem Stand entspricht das definitiv nicht unseren Erwartungen.» Hoffnung für die kommenden Tage macht dem Coach unter anderem aber die «ordentliche zweite Runde» der 25-jährigen Kroppen, in der sie «sauber gekämpft hat». Der 28-jährige Unruh war ordentlich in den Wettkampf gestartet, traf laut Haidn «in einer Passe dann aber eine Reihe von taktischen Fehlentscheidungen».

Beste Schützin war San An (680 Ringe) aus der gewohnt starken Mannschaft Südkoreas. Gleich vier Athletinnen überboten den bisherigen olympischen Rekord. Auch bei den Männern landete mit dem erst 17 Jahre alten Je Deok Kim (688 Ringe) ein Südkoreaner vorne.

Neben den Paarungen für die erste K.o.-Runde der Einzelkonkurrenzen ab kommendem Dienstag wurden in der Qualifikation auch die Startplätze für den Team-Wettbewerb der Frauen am Sonntag ermittelt. In dem treffen die Deutschen als Zehntplatzierte im Achtelfinale nun auf Taiwan. Im Mixed-Wettbewerb am Samstag tritt Kroppen an der Seite von Unruh zunächst gegen Mexiko an. Es wäre «sicherlich sehr schön gewesen», gemeinsam mit ihrem Mann im Mixed aufzulaufen, sagte Lisa Unruh, «aber Michelle war deutlich besser und hat es verdient».


Wasserspringer Hausding: Noch eine WM nach dem Olympia-Abschied?

TOKIO: Wassersprung-Rekordeuropameister Patrick Hausding liebäugelt vor seinen vierten und letzten Olympischen Spielen mit einer weiteren WM-Saison. «Ich werde mir überlegen, wie es weitergeht, ob eine weitere Saison und die WM noch Sinn machen. Aber es werden auf jeden Fall die letzten Spiele sein», sagte der 32-jährige Berliner der Deutschen Presse-Agentur. Die WM findet im kommenden Jahr in Japan statt.

Hausding, einer von zwei Fahnenträgern des deutschen Teams bei Olympia in Tokio, hofft auf seine dritte Medaille bei Sommerspielen. Nach Silber in Peking 2008 und Bronze in Rio de Janeiro 2016 zählt der Rekordeuropameister auch in diesem Jahr zum großen Kreis der Kandidaten.

«Es gab Wettkämpfe, bei denen ich mit einer Super-Leistung oben gelandet bin, aber es gab auch Wettkämpfe, bei denen eine Super-Leistung nicht zu einem Podestplatz gereicht hat. Man kann keine Prognosen abgeben, am Ende entscheidenden Millimeter und Millisekunden», sagte Hausding. In Tokio startet er sowohl im Einzel- als auch im Synchronsprung-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett.

Wie viele Sprünge Hausding in seiner langen Karriere absolviert hat, weiß er nicht genau. «Aber bei 25 Jahren Wasserspringen kommt schon Einiges zusammen, das werden über 200.000 Sprünge sein», sagte Hausding.


Japans Regierungschef zu Olympioniken: Zeigen Sie uns Ihr Bestes

TOKIO: Japans Regierungschef Yoshihide Suga hat sich zum Auftakt der Olympischen Spiele in einer kurzen Videobotschaft auf Twitter an die Athleten gewandt. Unterlegt mit dramatischer Musik sagte Suga mit einem Hauch von Pathos, die Olympioniken gäben vielen Menschen «Träume und Emotionen» und machten ihnen Mut. «Zeigen Sie Ihre besten Leistungen», sagte Suga. Dann erhob der Konservative vor der Flagge seines Landes den Arm und rief mit geballter Faust: «Gambare, Nippon», (Streng Dich an, Japan!), die Zeichen hierfür in fetter weißer Schrift eingeblendet. Am Freitag findet in Tokio die Eröffnungsfeier statt, aber bis auf wenige Ehrengäste ohne Zuschauer.

Tokio befindet sich noch bis weit nach Ende der Olympischen Spiele im vierten Corona-Notstand. Eine Mehrheit der Bevölkerung hatte sich in Umfragen immer wieder für eine erneute Verschiebung oder eine Absage der Spiele ausgesprochen. Die Umfragewerte für Regierungschef Suga sind deutlich gesunken. Suga, dessen Amtszeit als Partei- und damit Regierungschef am 30. September endet, muss spätestens am 21. Oktober Wahlen zum mächtigen Unterhaus des nationalen Parlaments ansetzen.

Er hofft laut politischen Beobachtern, dass die Olympischen Spiele trotz der Pandemie erfolgreich verlaufen und sich die Stimmung im Volk doch noch dreht. Dies könnte ihm Rückenwind für die Wahl zum LDP-Parteichef und die anstehenden Wahlen zum Parlament verschaffen.


Hockey-Kapitän Hauke vor Olympia: «Wieder sehr eingeschworenes Team»

TOKIO: Der deutsche Hockey-Nationalspieler Tobias Hauke hat die aktuelle Auswahl für Tokio mit dem Olympiasieger-Team von 2012 verglichen und traut seiner Mannschaft erneut Gold zu. «Wir sind wieder ein sehr eingeschworenes Team, auch bedingt durch die Corona-Zeit», sagte Hauke in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag). Durch den Trainerwechsel zu Kais al Saadi habe sich «in Sachen Mentalität gehörig etwas getan. Auch die Altersstruktur deckt von Jung bis Alt alles gleichmäßig ab. Von der Einheit fühlt es sich gerade an wie 2012», sagte der 33-Jährige.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London hatte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes ebenso wie vier Jahre zuvor in Peking die Goldmedaille gewonnen. 2016 in Rio holten die DHB-Herren Bronze.

Hauke war bei allen drei Spielen dabei und geht nun als Kapitän in seine vierten Olympischen Spiele. «Die Mannschaften waren jeweils sehr unterschiedlich. Zum einen charakterlich, zum anderen hat sich Hockey enorm verändert», sagte Hauke. «2012 waren wir, ich möchte sagen, das nahezu perfekte Team. Wir waren zwar nicht die 16 besten Freunde, aber alle hatten dasselbe Ziel und haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht.» In der aktuellen Mannschaft funktioniere zwar «bei Weitem nicht alles, aber das Verständnis und Gespür füreinander auf dem Platz ist sehr ausgeprägt», sagte Vater von zwei Kindern.

Auf die Frage nach den Aussichten für Tokio sagte Hauke der «FAZ»: «Bei der Leistungsdichte im internationalen Hockey gibt es keine Gewissheiten. Man kann sich nur in die Verfassung bringen, mit der man jeden Gegner schlagen kann. Das haben wir geschafft.» Zum Auftakt trifft die DHB-Auswahl am Samstag (12.00 Uhr MESZ) auf Kanada.


Deutsche Basketballer wollen bei Olympia «unbequem sein»

TOKIO: Deutschlands Basketballer gehen mit einem klaren Plan in ihr erstes olympisches Turnier seit 13 Jahren. «Es soll unbequem sein, gegen uns spielen zu müssen, wir sind schwer auszurechnen», sagte Bundestrainer Henrik Rödl vor dem Auftakt am Sonntag (6.40 Uhr) in der Saitama Super Arena gegen Italien. «Wir möchten in Tokio natürlich die mannschaftliche Geschlossenheit, den Teamgeist, zeigen, der uns in Split letztlich den Erfolg gebracht hat.» Mit dem Gewinn des Qualifikationsturniers im kroatischen Split hatte sich die DBB-Auswahl erst ganz kurzfristig für die Sommerspiele qualifiziert.

«Wir sind gut hier angekommen und haben uns mittlerweile gut eingelebt. Alle sind gesund und die Bedingungen hier sind gut», sagte Rödl zum Stand der Vorbereitungen. Trainiert wird derzeit zweimal täglich. Die Zeitverschiebung von sieben Stunden habe «dem einen mehr, dem anderen weniger» zugesetzt, aber: «Insgesamt ist die Atmosphäre sehr gut und wir freuen uns auf das erste Spiel.»

In der Vorrundengruppe B warten außerdem noch Duelle mit Nigeria und Australien. Sicher ins Viertelfinale ziehen der Erste und Zweite ein, außerdem kommen zwei der drei Gruppendritten weiter. Das Erreichen der nächsten Runde scheint durchaus möglich. Bei der bislang letzten Olympia-Teilnahme schied das deutsche Team um Dirk Nowitzki 2008 in Peking mit nur einem Sieg aus fünf Spielen direkt aus.

«Insgesamt sind sie offensiv und defensiv sehr mobil. Sie haben viele gute und schnelle Guards, die uns voll fordern werden», sagte Rödl mit Blick auf Italien: «Auch auf die guten Werfer müssen wir ein besonderes Augenmerk legen.»


Sporthilfe plant keine Erhöhung der Olympia-Prämien

TOKIO: Die Deutsche Sporthilfe sieht in der Zahlung von Olympia-Prämien nicht ihre Kernaufgabe und weist Forderungen nach einer Anhebung zurück. «Wir können und wollen das nicht erhöhen», sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Berlemann im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist nicht unsere Aufgabe, weil wir dauerhafte Förderung, also die Unterstützung des Wegs zum Erfolg als unsere Mission definiert haben.» Wenn jedoch ein Sponsor käme, der sagen würde, er will diese Prämie erhöhen, «sind wir offen dafür», fügte er hinzu.

Die Sporthilfe honoriert einen Olympiasieg mit einer Prämie von 20.000 Euro. Für Silber gibt es 15.000 und für Bronze 10.000 Euro sowie bis zum Erreichen Rang acht (1500 Euro) abgestuft ebenfalls Geld. Insgesamt schüttet die Sporthilfe für olympische Erfolge rund 2,5 Millionen Euro aus.

Der Antrieb des Athleten sei nach Ansicht von Berlemann aber nicht die Olympia-Prämie. Eine Goldmedaille zu gewinnen, sei ideell eine weitaus größere Motivation. «Unsere Mission ist nicht ausschließlich, Erfolg zu belohnen, sondern kontinuierlich Athleten zu entwickeln und sicher zu stellen, dass sie erfolgreich sein können und am Ende vielleicht in unserer «Hall of Fame» landen», betonte Berlemann. In anderen Ländern zahle der Staat die Prämien, in Deutschland werden sie durch Fördergelder der Sporthilfe finanziert.


Athletensprecher Hartung: IOC hat Athleten nicht genug eingebunden

BERLIN: Athletensprecher Max Hartung hat die aus seiner Sicht mangelnde Einbeziehung der Sportlerinnen und Sportler beim Erstellen des sogenannten Olympia-Playbooks kritisiert. Dieses gibt die strikten Verhaltensregeln während der Olympischen Spiele in Tokio vor. «Wir haben umfangreiches Feedback gegeben und Anpassungen gefordert. In den Prozess waren wir nicht ausreichend eingebunden», sagte Hartung der «Mediengruppe Münchner Merkur tz» (Freitag).

Zudem stört den Fechter, dass die Olympia-Teilnehmer im Fall einer Corona-Infektion auf sämtliche Schadensersatzforderungen verzichten sollen. «Ich gehe davon aus, dass wir gezwungen sein werden, diesen Haftungsausschluss zu unterschreiben. Warum das IOC so Vorgeht, weiß ich nicht», sagte der 31-Jährige, der nach den Spielen seine Karriere beenden und in die Geschäftsführung der Sportstiftung NRW wechseln wird.

Auch die Modifizierungen der Regel 50 der Olympischen Charta, dem Verbot von politischen Botschaften während der Spiele, sind Hartung nicht weitreichend genug. «Es gab kleine Anpassungen, die meiner Meinung nach nicht weit genug gehen. Es sollte für die Athletinnen und Athleten bei einem humanistischen Sportfest jederzeit erlaubt sein, für Werte wie Toleranz und Respekt einzutreten», sagte Hartung.

Den Athletinnen und Athleten sind in Tokio Proteste oder politische Meinungsäußerungen eingeschränkt gestattet. So dürfen sie ihre Meinung unter anderem bei Pressekonferenzen oder bei Interviews mit traditionellen und digitalen Medien sowie auf Social-Media-Kanälen frei äußern - sofern diese «im Einklang mit den Grundprinzipien der Olympischen Bewegung stehen, nicht direkt oder indirekt gegen Personen, Länder, Organisationen und/oder deren Würde gerichtet und nicht störend sind.» Bei Siegerehrungen ist es aber zum Beispiel nicht gestattet.


Ruderer Zeidler mit souveränem Start-Ziel-Sieg ins Viertelfinale

TOKIO: Einer-Ruderer Oliver Zeidler hat bei den Olympischen Spielen in Tokio souverän das Viertelfinale erreicht.

Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag gewann der Ingolstädter seinen Vorlauf mit einem Start-Ziel-Sieg in 7:00,40 Minuten. Auf der olympischen Regattastrecke im Sea Forest Waterway war sein norwegischer Dauerkontrahent Kjetil Borch im ersten Vorlauf am Freitag in 6:54,46 Minuten noch etwas schneller. Doch bei hohen Temperaturen konnte es sich der 2,03 Meter große Zeidler leisten, am Ende seines Laufs noch Kräfte zu sparen und ein wenig das Tempo herauszunehmen.


NBA-Trio von Meister Bucks und Finalist Suns reist zu Olympia nach

TOKIO: Nach dem NBA-Meistertitel mit den Milwaukee Bucks reisen die Profis Khris Middleton und Jrue Holiday zu den Olympischen Spielen in Tokio nach.

Das teilte der Club aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga am Donnerstag mit. Auch Devin Booker vom unterlegenen Finalisten Phoenix Suns soll noch zum Team der US-Basketballer stoßen. Der Gold-Favorit trifft bei den Spielen in der japanischen Hauptstadt in Gruppe A auf Frankreich, Iran und Tschechien. Die erste Partie bestreiten die USA am Sonntag (14.00 Uhr) gegen Frankreich. Deutschland bekommt es beim olympischen Basketball-Turnier mit Australien, Nigeria und Italien zu tun.


Entscheidung zurückgenommen: Team aus Guinea reist doch zu Olympia

TOKIO: Guinea wird nun doch an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Am Freitagmorgen werde sich eine 20-köpfige Delegation mit fünf Athleten auf den Weg in die japanische Hauptstadt machen, teilte das Nationale Olympische Komitee des westafrikanischen Landes am Donnerstagabend mit. Zuvor hatte Guinea die Teilnahme an den Spielen noch unter Verweis auf die steigende Zahl der Corona-Infektionen und die Sorge um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten abgesagt. Damit ist Nordkorea nach aktuellem Stand das einzige Land, das gar keine Sportler nach Japan entsenden wird.

Er habe die «große Freude, die Menschen in Guinea und die gesamte Familie des Sports darüber zu informieren», dass die Regierung der Teilnahme der Sportler zugestimmt habe, wurde Sportminister Sanoussy Bantama Sow in einer Mitteilung zitiert. Die Aktiven sind Fatoumata Yarie Camara (Ringen), Mamadou Bah und Mariama Toure (Schwimmen), Aissata Deen Conte (Leichtathletik) und Mamadou Samba Bah (Judo).

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