Nachrichten aus der Sportwelt am Freitag

Jorge Vilda, Spaniens Cheftrainer, schaut während der UEFA Women's EURO 2022 Gruppe B zu. Foto: epa/Neil Hall
Jorge Vilda, Spaniens Cheftrainer, schaut während der UEFA Women's EURO 2022 Gruppe B zu. Foto: epa/Neil Hall

Protest gegen Trainer: Massenrücktritt bei Spaniens Fußballerinnen

MADRID: Gleich 15 spanische Fußballerinnen haben aus Protest gegen Trainer Jorge Vilda ihren Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt - «falls sich nichts ändert». Wie der spanische Fußball-Verband RFEF erklärte, seien entsprechende wortgleiche E-Mails eingegangen. Nicht darunter sein soll nach Medienberichten Weltfußballerin Alexia Putellas vom FC Barcelona, die derzeit einen Kreuzbandriss auskuriert.


Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria in Seoul im Halbfinale

SEOUL: Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria hat beim Tennisturnier in Seoul das Halbfinale erreicht. Die 35-Jährige setzte sich am Freitag im Viertelfinale gegen Zhu Lin aus China klar mit 6:1, 6:1 durch. Die einseitige Partie dauerte lediglich 59 Minuten. Im Kampf um den Finaleinzug bekommt es Maria nun am Samstag mit der an Nummer zwei gesetzten Russin Jekaterina Alexandrowa zu tun. Für Maria ist es die dritte Halbfinal-Teilnahme bei einem WTA-Event in diesem Jahr.


Deutschland-Achter verpasst WM-Finale

RACICE: Der Deutschland-Achter hat bei der Ruder-WM in Tschechien das Finale verpasst. Das durch einen Coronafall geschwächte DRV-Paradeboot musste sich auf der Regattastrecke von Racice am Freitag im Hoffnungslauf mit Rang drei hinter den Niederlanden und den USA begnügen. Der Abstand zu den beiden führenden Teams betrug im Ziel zwei Bootslängen. Damit findet das Achter-Finale einer internationalen Top-Regatta erstmals seit den Olympischen Spielen 2008 von Peking ohne deutsche Beteiligung statt.


Energiekosten: Englischer Viertligist verlegt Anstoßzeit vor

MANSFIELD: Als Reaktion auf die Energiekrise hat der englische Fußball-Viertligist Mansfield Town die Anstoßzeit eines Heimspiels im kommenden Monat vorverlegt. Die Partie in der viertklassigen League Two gegen den FC Walsall am 15. Oktober werde nun um 13.00 Uhr Ortszeit statt wie ursprünglich angesetzt um 15.00 Uhr angepfiffen werden, teilte Mansfield mit. Der Club sei bestrebt, «den bevorstehenden, erheblichen Anstieg der Energierechnungen abzumildern», hieß es.


FDP-Generalsekretär kritisiert Wahl der Kapitänsbinde für Katar-WM

BERLIN: FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai hat falsche Rücksichtnahmen der deutschen Nationalmannschaft auf den WM-Gastgeber Katar kritisiert. «Wenn man glaubwürdig gegen Diskriminierung und für Menschenrechte und Vielfalt einstehen möchte, dann sollte man auch das notwendige Rückgrat haben. Auch - und insbesondere - in einem Land wie Katar, in dem die Lage der Menschenrechte immer noch problematisch ist», sagte Djir-Sarai der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Er reagierte auf die Präsentation einer der Regenbogenflagge ähnelnden Farbgebung einer Kapitänsbinde der DFB-Elf und anderer großer Fußball-Nationen wie England, Frankreich oder den Niederlanden.


Ausverkauft: Volles Stadion zum Start der Nationalelf in WM-Saison

LEIPZIG: Die deutsche Nationalmannschaft startet vor voll besetzten Rängen in die WM-Saison. Der Deutsche Fußball-Bund konnte wenige Stunden vor dem Anpfiff des Nations-League-Spiels gegen Ungarn am Freitagabend (20.45 Uhr/ZDF) ein mit 39.513 Zuschauern ausverkauftes Leipziger Stadion vermelden. Mit einem Heimsieg würde das DFB-Team von Bundestrainer Hansi Flick die Ungarn vor dem letzten Spieltag an der Tabellenspitze der Gruppe 3 der Liga A ablösen. Die deutsche Mannschaft spielt zum Abschluss am Montag in London gegen England. Der Gruppenerste qualifiziert sich für das Final Four im Juni 2023.


FIFA-App zeigt Spielern eigene Leistungsdaten bei Fußball-WM

ZÜRICH: Die Fußball-Nationalspieler können bei der WM Ende des Jahres in Katar per App auf individuelle Leistungsdaten zugreifen. Die «FIFA Player App» sei in Zusammenarbeit mit der Spielergewerkschaft Fifpro entwickelt worden, teilte der Weltverband am Freitag mit. Kurz nach den Spielen sollen die Daten abrufbar sein, unter anderem physische Leistungsdaten und fußballspezifische Daten wie Angaben darüber, «wo und wie oft sich ein Spieler anbietet, mit einem Pass gegnerische Reihen überwindet oder Druck auf einen ballführenden Gegner ausübt».

Die Daten werden laut FIFA «miteinander und mit den Spielaufnahmen abgeglichen, so dass sich die Spieler die Schlüsselmomente ihrer persönlichen Leistung detailliert und aus verschiedenen Kamerawinkeln ansehen können». Die Daten können dann von den Profis in den sozialen Medien geteilt werden, auf Wunsch auch mit Foto der Szenen.


Williams trennt sich nach dieser Formel-1-Saison von Latifi

GROVE: Der britische Traditionsrennstall Williams trennt sich nach dieser Saison von Formel-1-Stammfahrer Nicholas Latifi. Der 27 Jahre alte Kanadier bekommt keinen neuen Vertrag, wie das Team am Freitag mitteilte. In diesem Jahr absolviert er seine dritte Saison für den früher so erfolgreichen Rennstall. Wer für Latifi ab kommendem Jahr für Williams starten wird, ist offen. Unter anderem wird auch Mick Schumacher als Kandidat gehandelt.


Forscher: Keine außergewöhnliche Zunahme an Anfeindungen im Netz

BERLIN: Der Fanforscher Jonas Gabler sieht in den Anfeindungen im Internet gegen Spieler, Funktionäre und Experten keine auffallende Zunahme an Hetze. «Ich würde nicht sagen, dass es mehr oder schlimmer geworden ist. Es ist ein Phänomen, das es seit den Anfängen von Social Media gibt. Und mit mehr Mitgliedern nehmen eben auch die negativen Kommentare zu», sagte der Geschäftsführer der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (Kofas) der Deutschen Presse-Agentur.

Durch Social Media sei zudem die «Schwelle erheblich» gesunken, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Zuletzt hatten sich die Fußball-Schiedsrichterexperten «Collinas Erben» nach einer Fülle an Beleidigungen von der Plattform Twitter zurückgezogen. Auch mehrere Sportler und Funktionäre wie der demnächst als Geschäftsführer Sport beim Fußball-Bundesligisten RB Leipzig arbeitende Max Eberl werden im Netz und auf den Rängen massiv angefeindet.

Gabler unterscheidet aber zwischen beiden Lagern: «Hass im Netz und die Situation auf den Rängen der Stadien muss man voneinander trennen, weil es nicht zwangsläufig dieselben Personen sind.»

Unabhängig von den Ausschreitungen in europäischen Stadien beobachte der Fan-Experte derzeit keine Unzufriedenheit wegen gesellschaftlicher Probleme, sondern eher eine gewisse Euphorie auf den Rängen: «Dass derzeit mehr Pyrotechnik abgebrannt wird, würde ich schon bejahen. Aber das hat nichts mit Frust zu tun, sondern dass die Fans die Rückkehr in die Stadien nach Corona feiern.»


Roger Federer vor Abschiedsmatch: «Es wird sicherlich hart»

LONDON: Tennis-Superstar Roger Federer geht mit großem Respekt in sein letztes offizielles Match. «Ich hoffe, gut da draußen zu sein und natürlich will ich es genießen», sagte der 41-Jährige, «aber es wird sicherlich hart.» Federer wird am Freitag (21.30 Uhr/Eurosport) beim Laver Cup in London im Doppel zusammen mit seinem langjährigen Rivalen Rafael Nadal gegen das US-Duo Jack Sock und Frances Tiafoe spielen. In der vergangenen Woche hatte der Schweizer angekündigt, nach dem Team-Wettbewerb seine Karriere nach drei Knieoperationen zu beenden.

Für sein letztes Spiel hatte sich Federer den Spanier Nadal als Doppelpartner gewünscht. Björn Borg, Teamchef der Europa-Auswahl, erfüllte dem 20-maligen Grand-Slam-Turnier-Champion natürlich diesen letzten Wunsch. «Nach all den tollen Dingen, die wir zusammen auf und neben dem Platz geteilt haben, ist es etwas Unvergessliches für mich, bei diesem historischen Moment dabei zu sein», sagte Nadal. «Ich hoffe, wir können gemeinsam ein ordentliches Niveau erreichen und die Partie vielleicht gewinnen.»

Federer räumte ein, auf jeden Fall nervös zu sein. «Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit klar komme», sagte der Schweizer zu den bestimmt aufkommenden Emotionen. «Ich war vor großen Matches schon oft nervös, aber das fühlt dich komplett anders an», sagte die langjährige Nummer eins der Welt, die beim Training am Donnerstag bereits von den rund 10.000 Zuschauern in London gefeiert wurde. Beim Laver Cup spielt von Freitag bis Sonntag ein Europa-Team gegen eine Auswahl mit Spielern aus dem Rest der Welt.

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