Nachrichten aus der Sportwelt am Dienstag

einen Monat vor den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Foto: epa/Kimimasa Mayama
einen Monat vor den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Foto: epa/Kimimasa Mayama

Australische Olympia-Athleten fallen in Dorf und auf Rückflug auf

TOKIO: Australische Olympia-Athleten haben vor ihrer Abreise aus Tokio im olympischen Dorf randaliert und dabei auch Betten in ihren Zimmern zerstört. Zudem hätten einige Sportler auf dem Rückflug ein «unakzeptables Benehmen» gezeigt, teilte das Nationale Olympische Komitees Australiens (AOC) am Dienstag mit. Dabei handele es sich um Rugbyspieler und Fußballer auf dem Rückflug nach Australien am vergangenen Donnerstag. Der Dachverband Rugby Australia und das AOC beschäftigen sich mit den Vorfällen an Bord.

«Das ist extrem enttäuschend, aber sowohl Rugby und Fußball haben mir berichtet, dass solch ein Benehmen sicher nicht akzeptabel ist in ihrem Sport und haben sich glaubhaft beim australischen Olympia-Team entschuldigt», sagte AOC-Generalsekretär Matt Carroll.

«Einige junge Leute haben einen Fehler gemacht», räumte Australiens Chef de Mission Ian Chesterman ein. Weil sich die Athleten entschuldigt hätten, werde es keine Disziplinarmaßnahmen geben.


FIFA sperrt Ex-Vizepräsident Hayatou für ein Jahr

BERLIN: Der langjährige ehemalige Chef der afrikanischen Fußball-Konföderation Caf, Issa Hayatou, ist von der Ethikkommission des Weltverbandes FIFA für ein Jahr für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Das teilte die FIFA, deren Vizepräsident Hayatou einst war, am Dienstag mit. Zudem muss der 74-Jährige aus Kamerun eine Geldstrafe von umgerechnet gut 32.000 Euro zahlen.

Hayatou soll in seiner Funktion als Caf-Chef bei der Vergabe von Fernseh- und Marketingrechten von 2014 bis 2017 einen Bewerber bevorzugt und so zum Schaden der Konföderation einen Wettbewerb verhindert haben. Nach 29 Jahren an der Spitze der Caf hatte Hayatou 2017 die Präsidentenwahl gegen seinen inzwischen ebenfalls gesperrten damaligen Herausforderer Ahmad Ahmad verloren.


Medaillen-Träume bei Krause, Premiere für Skateboarderin Stoephasius

TOKIO: Für die deutschen Leichtathleten gibt es bei den Olympischen Spielen in Tokio am Mittwoch die nächste Medaillenchance. Gesa Krause geht als eine der Mitfavoritinnen in das Rennen über 3000 Meter Hindernis. Die 29-Jährige aus Trier hat in dieser Saison bereits Kenias Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech geschlagen und ist in großen Rennen immer für Edelmetall gut. Erst am Dienstag hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Gold im Weitsprung durch Malaika Mihambo gefeiert.

Eine weitere Medaille ist auch für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) zum Greifen nah. Die Männer treffen im Teamwettbewerb auf Gastgeber Japan, der sich bereits im Viertelfinale gegen Schweden schwer tat. Die Frauen stehen ebenfalls im Halbfinale, dürften aber gegen China verlieren und dann um Bronze spielen.

Die Springreiter erlebten in der Einzel-Qualifikation zwar eine Enttäuschung, haben jedoch mit Daniel Deußer noch eine Gold-Hoffnung im Wettbewerb. Der in Belgien lebende Weltranglisten-Erste blieb mit Killer Queen fehlerfrei.

Keine Medaillenchancen, dafür eine olympische Premiere hat Lilly Stoephasius. Die erst 14-Jährige aus Berlin tritt im erstmals im Programm befindlichen Skateboard-Wettbewerb Park an. Stoephasius' großes Ziel ist Platz zehn.


Nach Corona-Infektion: Torhüter Fährmann zurück im Schalker Training

GELSENKIRCHEN: Ralf Fährmann ist nach überstandener Corona-Infektion zurück im Mannschaftraining des FC Schalke 04. Wie der Fußball-Zweitligist mitteilte, nahm der Torhüter am Dienstag an der Einheit von Trainer Dimitrios Grammozis teil. Der 32 Jahre alte Fährmann war am 19. Juli positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich danach in häusliche Isolation begeben. In den bisherigen beiden Meisterschaftsspielen des Bundesliga-Absteigers gegen den Hamburger SV (1:3) und bei Holstein Kiel (3:0) war die Nummer 1 von Michael Langer vertreten worden.


Auch KFC-Stammverein stellt Antrag auf Insolvenz-Eröffnung

KREFELD: Der KFC Uerdingen will künftig in der Regionalliga West spielen. Auch der Stammverein des insolventen bisherigen Fußball-Drittligisten stellte am Dienstag beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das teilte der KFC am Dienstag mit. «Wir haben nun die Möglichkeit, den KFC Uerdingen endgültig von allen hinterlassenen Altlasten zu befreien», sagte der KFC-Vorsitzende Damien Raths. Ein konservativ geplanter Etat ließe den Spielbetrieb nach Clubangaben in der vierten Liga zu.


VfB Stuttgart holt französisches Talent Cissé

STUTTGART: Der VfB Stuttgart hat ein weiteres Talent verpflichtet. Der 18-jährige Moussa Cissé, der zuletzt in der Jugendabteilung von Paris Saint-Germain aktiv war, hat beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2025 unterschrieben, wie der VfB am Dienstag mitteilte. Der französische Linksfuß soll jedoch zunächst in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz kommen.


Berichte: Bayern-Angreifer Zirkzee kurz vor Ausleihe nach Anderlecht

MÜNCHEN: Stürmertalent Joshua Zirkzee vom deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München steht übereinstimmenden Medienberichten zufolge kurz vor einem Wechsel zum belgischen Renommierclub RSC Anderlecht. Der 20 Jahre alte Niederländer absolviere bereits den Medizincheck beim Tabellen-Dritten der Vorsaison, berichtete die belgische Zeitung «Het Laatste Nieuws» am Dienstag. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung soll Zirkzee für ein Jahr ohne Kaufoption nach Brüssel verliehen werden. In der Rückrunde der vergangenen Saison war Zirkzee an den italienischen Erstligisten Parma Calcio ausgeliehen worden.


Magentasport zeigt alle Spiele der Frauenfußball-Bundesliga live

FRANKFURT/MAIN: Fußballfans können in den kommenden beiden Spielzeiten alle Partien der Frauen-Bundesliga live bei Magentasport sehen. Dies teilten der Deutsche Fußball-Bund und sein Partner Telekom am Dienstag mit. Das DFB-Präsidium stimmte demnach einem Antrag der Produktionskostenbeteiligung zu und machte das neue Angebot somit möglich. DFB-Marketing-Geschäftsführer Holger Blask kommentierte, die Produktion aller Spiele sei «ein wichtiger strategischer Schritt für den Frauenfußball in Deutschland.» In diesem Februar hatten der Sportfachverband und das Medienunternehmen um ein Jahr bis zur Saison 2022/23 verlängert.


Nur Springreiter Deußer beginnt fehlerfrei im Olympia-Wettbewerb

TOKIO: Einen Tag nach dem dritten deutschen Pferdesport-Gold in Tokio sind die Springreiter am Dienstag enttäuschend in ihren Wettbewerb gestartet.

Im ersten Springen blieb nur der in Belgien lebende Weltranglisten-Erste Daniel Deußer mit Killer Queen in der Qualifikation für das Einzel-Finale an diesem Mittwoch (12.00 Uhr) fehlerfrei. Die Olympia-Debütanten André Thieme (Plau am See) mit Chakaria und Christian Kukuk (Riesenbeck) mit Mumbai kassierten jeweils einen Abwurf und schieden aus.


Maas: Machthaber in Minsk verachten olympische Prinzipien

BERLIN: Im Fall der Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja hat Außenminister Heiko Maas (SPD) die Regierung von Belarus scharf kritisiert. «Die Machthaber in Minsk haben mit der versuchten Verschleppung von Kristina Timanowskaja gezeigt, dass sie ihre eigenen Sportlerinnen und Sportler - und damit auch die olympischen Prinzipien - verachten», sagte Maas der «Rheinischen Post» (Mittwoch). Das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko sei politisch und moralisch bankrott.

«Leistungsträgerinnen und Leistungsträger der Gesellschaft sind gezwungen, ihrem Heimatland den Rücken zu kehren», so Maas. Die überwältigende Welle der Unterstützung für die Leichtathletin Timanowskaja insbesondere durch Polen zeige jedoch, dass der Gedanke von Freundschaft und Respekt lebe. Sportsgeist und Solidarität seien stärker als die Gewalt, mit sich Lukaschenko verzweifelt an die Macht klammere.

Die 24 Jahre alte Timanowskaja, die zuvor belarussische Funktionäre kritisiert hatte, war laut der Opposition ihres Landes einer drohenden Entführung von den Olympischen Spielen in Tokio entkommen.


Nachfolgerin von Semenya: US-Teenager Mu gewinnt Gold über 800 Meter

TOKIO: Die erst 19 Jahre alte US-Amerikanerin Athing Mu hat olympisches Gold über 800 Meter gewonnen. In 1:55,21 Minuten verbesserte sie am Dienstag im Finale von Tokio zudem den amerikanischen Rekord über die zwei Stadionrunden. Silber holte sich die Britin Keely Hodgkinson in 1:55,88 Minuten vor Raevyn Rogers (USA), die in 1:56,81 ins Ziel kam.

Caster Semenya nahm nicht an den Tokio-Spielen teil, weil sie die nach den Regeln des Leichtathletik-Weltverbandes verlangten Testosteronwerte nicht mit Medikamenten auf das geforderte Level reduzieren wollte. Die Olympiasiegerin von 2012 und 2016 aus Südafrika scheiterte zudem daran, sich für die 5000 Meter zu qualifizieren. Für diese längere Strecke ist eine Testosteron-Senkung nicht vorgeschrieben.


Hanning über Olympia-Aus der Handballer: «Verdient ausgeschieden»

TOKIO: DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat ernüchtert auf das frühe Olympia-Aus der deutschen Handballer reagiert. «Das ist enttäuschend, dass wir das nicht geschafft haben. Wir haben ohne Zweifel das Potenzial, aber wir haben es viel zu selten abgerufen», sagte der 53-Jährige am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur nach der 26:31-Niederlage der DHB-Auswahl im Viertelfinale gegen Ägypten. «Wir waren in der Breite diesmal nicht stark genug. Wir sind uns ja einig, dass wir es nur als Mannschaft lösen können, weil uns bis auf Hendrik Pekeler in der Abwehr der absolute Unterschiedsspieler fehlt.»

Dadurch ist auch der Traum vom Gewinn der olympischen Goldmedaille am Ende. Diese Vision hatte die Führung des Deutschen Handballbundes (DHB) 2013 formuliert und anschließend auch in Person von Hanning immer wieder ausgerufen. «Das Ziel war ausgerufen worden vor dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Rio und vor dem EM-Titel 2016. Das sollte eigentlich das krönende Ende dieser Generation sein», sagte Hanning. «Wenn man danach aber die Entwicklung der Mannschaft sieht, muss man einfach sagen, dass wir jetzt verdient im Viertelfinale ausgeschieden sind.»

Dennoch befürchtet Hanning, dessen Amtszeit beim DHB im Herbst endet, nun keinen großen Umbruch in der Nationalmannschaft. «Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass wir in gleicher Besetzung in den nächsten Jahren spielen werden», sagte er. «Aber ich glaube, dass das Gerüst dieser Mannschaft bestehen bleibt.»


Drei von sechs Goldenen: Polin Wlodarczyk feiert dritten Olympiasieg

TOKIO: Die Polin Anita Wlodarczyk ist zum dritten Mal nach 2012 und 2016 Hammerwurf-Olympiasiegerin geworden.

Im Finale am Dienstag siegte die 35-Jährige mit 78,48 Metern vor der Chinesin Wang Zheng (77,03) und der ebenfalls aus Polen stammenden Malwina Kopron (75,49). Weltrekordlerin Wlodarczyk gewann damit die Hälfte der sechs möglichen Goldmedaillen im Hammerwurf, der im Jahr 2000 ins olympische Programm aufgenommen wurde.


Schöckemöhle bei seinen zwölften Spielen kein «Papagei»

TOKIO: Paul Schockemöhle ist auf seine Art ein Rekord-Olympionike. Zum zwölften Mal ist der Pferdehändler aus Mühlen nach eigener Zählung bei Olympischen Spielen. Der 76-Jährige war als Pferdepfleger, als Reiter und zuletzt häufiger als Trainer dabei. In Tokio trägt er wie vor fünf Jahren in Rio de Janeiro eine rote japanische Trainingsjacke und sieht damit deutlich besser aus als in London. 2012 war Schockemöhle Coach der Ukraine, trug einen kunterbunten Anzug und sagte damals: «Ich weiß, ich sehe aus wie ein Papagei.»

Auch Saudi-Arabien und Südkorea hat Schockemöhle schon bei Olympia gecoacht, seit ein paar Jahren nun kümmert er sich um die Japaner. Und am ersten Wettkampftag blieben seine drei Reiter in Tokio ohne Abwurf, nur Eiken Sato hatte einen Zeitfehler.


Griechische Synchronschwimmerinnen positiv auf Corona getestet

TOKIO: Griechenlands Synchronschwimmerinnen sind bei den Olympischen Spielen in Tokio nach positiven Corona-Tests nicht mehr dabei. Wie das Nationale Olympische Komitee Griechenlands mitteilte, sind insgesamt vier Teammitglieder positiv getestet worden. Nach einem positiven Test am Montag folgten drei weitere positive Fälle am Dienstag. Das Trio habe sich in ein Quarantäne-Hotel begeben. Dadurch könne das Team nicht weiter am Synchronschwimmen teilnehmen, wo am Mittwoch die Medaillen bei den Duetten vergeben werden. Chancen auf eine Medaille hätte Griechenland dabei nicht gehabt.

Laut Auskunft der Olympia-Organisatoren vom Dienstag gab es 18 neue Coronavirus-Fälle im Zusammenhang mit den Sommerspielen. Insgesamt beträgt die Zahl 294, darunter sind 25 Athleten.


Vorlauf-Aus für Dortmunder Mohumed über 5000 Meter in Tokio

TOKIO: Der U23-Europameister Mohamed Mohumed ist bei den Olympischen Spielen in Tokio über 5000 Meter im Vorlauf ausgeschieden.

In 13:50,46 Minuten kam der erst 22 Jahre alte Dortmunder nur auf den 16. Platz. Für die schnellste Zeit beider Rennen sorgte der aufstrebende Spanier Mohamed Katir, der 13:30,10 Minuten lief. Der britische Olympiasieger von 2016, Mo Farah, konnte sich nicht für die Tokio-Spiele qualifizieren.


Eintrag im Goldenen Buch: Hamburg ehrt Olympiasieger Zverev

HAMBURG: Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev hat sich am Dienstag in das Goldene Buch der Freien und Hansestadt Hamburg eingetragen. Zwei Tage nach seinem Triumph bei den Spielen in Tokio wurde der 24-Jährige in seiner Geburtsstadt vom Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher sowie Sport- und Innensenator Andy Grote empfangen.

«Die Goldmedaille gehört nicht nur mir, sondern der ganzen Stadt Hamburg», sagte Zverev im Phönixsaal des Rathauses: «Die Stadt hat mich zu dem Menschen gemacht, der hier steht.» Deshalb habe er sich in seinem Eintrag in das Goldene Buch auch bei der Stadt bedankt. Einen besseren Ort als das Rathaus gäbe es nicht, um den Olympiasieg zu feiern.

Zverev, der im Anschluss an die Zeremonie im Rathaus seinem Heimatclub Uhlenhorster HC einen Besuch abstatten wollte, betonte, dass die Medaille nicht nur aus Gold bestehe. Es seien auch «Tränen, Schweiß, Blut, harte Arbeit und schlaflose Nächte» nötig, um diesen Traum zu realisieren. «Egal, was ich noch gewinne, die Goldmedaille wird immer den meisten Wert haben», sagte er.

Ganz Deutschland habe beim Endspiel gegen den Russen Karen Chatschanow mitgefiebert, sagte Bürgermeister Tschentscher, der den Tennis-Profi als «großartiges Vorbild» bezeichnete: «Von Hamburg aus hat er seinen Weg in das Weltklasse-Tennis gemacht.» Innensenator Grote hoffte darauf, dass Zverev auch bei den European Open am Hamburger Rothenbaum bald einen Erfolg feiert. Das sei ein Titel, der dem Sohn der Stadt noch fehlen würde. Zverev selbst würde auch gerne ins Rathaus zurückkehren: «Hoffentlich nach einem Grand Slam», sagte er.


Erstrunden-Aus für Friedsam nach Rückkehr von Olympia

CLUJ-NAPOCA: Für Olympia-Teilnehmerin Anna-Lena Friedsam ist das WTA-Turnier in Cluj-Napoca schon nach der ersten Runde beendet. Die 27-Jährige aus Andernach verlor am Dienstag 2:6, 3:6 gegen die rumänische Lokalmatadorin Irina Bara, obwohl Friedsam als 65. in der Weltrangliste 55 Plätze vor Bara steht. Friedsam war noch nachträglich in das Einzelfeld in Tokio gerückt und als einzige deutsche Spielerin in die zweite Runde gekommen. Mit Laura Siegemund war sie im Doppel in der ersten Runde bei Olympia ausgeschieden.


Bora-hansgrohe holt Radprofi Bennett zurück

RAUBLING: Der deutsche Rad-Rennstall Bora-hansgrohe hat nach den Abgängen der Top-Sprinter Peter Sagan und Pascal Ackermann den Iren Sam Bennett zurückgeholt. Dies teilte die Equipe aus dem oberbayerischen Raubling am Dienstag mit. Der 30 Jahre alte Bennett kommt zur nächsten Radsport-Saison und erhält bei Bora-hansgrohe einen Zweijahresvertrag bis 2023. «Auch wenn einige zweifeln mögen, für mich ist es die absolut richtige Entscheidung, zu Bora-hansgrohe zurückzukehren», sagte Bennett, der 2020 und 2021 für Deceuninck-Quick-Step gefahren war.


Messi kurz vor Ligastart noch vereinslos - Barça meldet Fortschritte

BARCELONA: Weniger als zwei Wochen vor Beginn der spanischen Primera División ist die Zukunft von Fußball-Superstar Lionel Messi weiterhin ungewiss. Der Präsident des FC Barcelona zeigte sich am Montagabend aber weiterhin zuversichtlich, dass der 34 Jahre alte Argentinier auch in der kommenden Saison beim katalanischen Verein, bei dem er über 20 Jahre lang unter Vertrag stand, auf Torejagd gehen wird. Messi wolle bei Barça bleiben, versicherte Joan Laporta im Camp Nou bei der Präsentation von Club-Profi Emerson Royal. Messi ist seit dem Ablauf seines Vertrags am 30. Juni ohne Verein.


Tottenham Hotspur: Wechselwilliger Kane erneut nicht beim Training

LONDON: Der englische Fußball-Nationalspieler Harry Kane ist auch am zweiten Tag nach seinem EM-Urlaub nicht zum Training bei seinem Verein Tottenham Hotspur erschienen. Der 28 Jahre alte Stürmer, in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Premier League, will damit offenbar seinen Wechsel zum englischen Meister Manchester City forcieren. Der Club äußerte sich zunächst nicht zu der Angelegenheit. Kane hätte am Montag einen Corona-Test absolvieren sollen, um dann am Dienstag wieder mit der Mannschaft zu trainieren.


FC Bayern bindet Talente Copado und Ibrahimovic langfristig

MÜNCHEN: Der FC Bayern München hat langfristig mit zwei Talenten verlängert. Stürmer Lucas Copado (17) und Mittelfeldspieler Arijon Ibrahimovic (15) bleiben dem deutschen Fußball-Rekordmeister laut Mitteilung vom Dienstag bis Juni 2024 erhalten. Beide sind in der kommenden Saison in der U19 des FC Bayern eingeplant, haben in den zurückliegenden Wochen aber auch schon regelmäßig bei den Amateuren und bei den Profis mittrainiert.


Nagelsmann: «Wohlig und warm wird es erst, wenn ich Titel gewinne»

MÜNCHEN: Julian Nagelsmann hat nach einem Monat als neuer Trainer des FC Bayern München seine Titel-Sehnsucht bekräftigt. «Jeder weiß, dass ich schon als Spieler davon geträumt habe, für diesen Verein aufzulaufen. Das hat zwar nicht ganz geklappt, aber das kommt meinem Lebenstraum schon sehr nah», sagte der 34-Jährige im Mitgliedermagazins «51» über seinen neuen Trainer-Posten. «Aber wohlig und warm wird es erst, wenn ich Titel gewinne. Erst dann bin ich wirklich beim FC Bayern angekommen. Bis es so weit ist, ist es ein unvollendetes Gefühl.» In allen vier Vorbereitungsspielen gelang dem deutschen Fußball-Rekordmeister kein Sieg.


Löws früherer Co-Trainer Thomas Schneider verlässt den DFB

FRANKFURT/MAIN: Der frühere Co-Trainer von Joachim Löw, Thomas Schneider, verlässt mit sofortiger Wirkung den Deutschen Fußball-Bund. Der 48 Jahre alte Chefscout und der Verband einigten sich auf «eine einvernehmliche Aufhebung des ursprünglich bis zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar gültigen Vertrages», wie der DFB am Dienstag bekanntgab. Schneider sagte, er habe vor allem nach der EM gemerkt, dass er wieder näher an einer Mannschaft arbeiten, in Entscheidungsprozesse eingebunden und mehr Verantwortung übernehmen wolle. Der ehemalige Bundesliga-Profi war von 2014 bis 2018 Assistent des ehemaligen Bundestrainers Löw und übernahm nach dem schwachen Abschneiden bei der WM in Russland 2018 die Rolle des Chefscouts.


Eintracht-Boss Holzer: 60 Prozent Auslastung finanziell nicht genug

FRANKFURT/MAIN: Eintracht Frankfurts Aufsichtsratschef Philip Holzer sieht die Clubs der Fußball-Bundesliga auch bei einer Teilauslastung weiter vor finanziellen Schwierigkeiten. In einem Interview der «Frankfurter Rundschau» und «Frankfurter Neuen Presse» (Dienstag) rechnete der Funktionär vor: «Auch bei einer Auslastung des Stadions von 60 Prozent machen wir, über die Saison gesehen, noch einen Verlust. Wir müssten da schon in Richtung 80, 85 Prozent liegen, damit es für uns profitabel wird.» Zum Saisonstart in der nächsten Woche dürfen in den Stadien coronabedingt maximal 50 Prozent der Stadionkapazität ausgelastet werden, was allerdings auch noch einmal bei 25.000 Zuschauern gedeckelt ist.


Nach Corona-Fällen: DFB setzt Pokalspiel der Bayern in Bremer ab

BREMEN: Das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem Bremer SV und Meister FC Bayern München fällt an diesem Freitag aus. Der Deutsche Fußball-Bund setzte die Erstrundenpartie am Dienstag ab, nachdem das Bremer Gesundheitsamt Quarantänemaßnahmen gegen den Fünftliga-Club aus der Hansestadt verhängt hatte. Die Entscheidung erfolge «wegen positiven Corona-PCR-Tests und damit verbundenen Infektionen innerhalb des gesamten Spielerkaders», teilte der Bremer SV auf seiner Internetseite mit. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Über die Neuansetzung will der DFB nach eigenen Angaben aber «schnellstmöglich entscheiden.


Positiver Corona-Test bei BVB-Profi Meunier

DORTMUND: Der Dortmunder Profi Thomas Meunier ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Fußball-Bundesligist am Dienstag mitteilte, befindet sich der belgische Nationalspieler deshalb in häuslicher Isolation. Der 29 Jahre alte EM-Teilnehmer war nach seinem Sonderurlaub in der Vorwoche in die Vorbereitung gestartet. Vor dem Trainingslager in Bad Ragaz hatte der Außenverteidiger zwei Tests und vor dem Rückflug aus der Schweiz Richtung Dortmund einen weiteren Test absolviert, die allesamt negativ ausgefallen waren.


Jamaikanerin Thompson-Herah holt zweites Sprint-Gold in Tokio

TOKIO: Elaine Thompson-Herah hat bei den Olympischen Spielen in Tokio drei Tage nach ihrem Triumph über 100 Meter auch die 200 Meter gewonnen. Die 29 Jahre alte Jamaikanerin rannte am Dienstag nach 21,53 Sekunden ins Ziel. Sie stellte damit einen Landesrekord für den Karibik-Staat auf, blieb aber über dem Uralt-Weltrekord von Florence Griffith-Joyner (21,34).

Thompson-Herahs Teamrivalin Shelly-Ann Fraser-Pryce verpasste in 21,94 Sekunden als Vierte überraschend eine Medaille. Silber ging an Christine Mboma aus Namibia in 21,81 Sekunden - so schnell war noch nie eine 18-Jährige auf dieser Distanz. Bronze holte die Amerikanerin Gabrielle Thomas (21,87).

Die Zeit von Griffith-Joyner von den Sommerspielen 1988 in Seoul gilt als Rekord für die Ewigkeit. Die Amerikanerin, die stets von Doping-Gerüchten umgeben war, starb 1998 im Alter von nur 38 Jahren. Thompson-Herah war über 100 Meter auf elf Hundertstel an den 33 Jahre alten Rekord von Griffith-Joyner (10,49 Sekunden 1988 in Indianapolis) herangekommen. Über 200 Meter wiederholte sie nun ihren Erfolg von Rio de Janeiro 2016. Sie kann mit Jamaikas 4 x 100-Meter-Staffel, die vor fünf Jahren Zweiter wurde, ihr viertes olympisches Gold erobern.


Brasiliens Fußballer im Olympia-Finale - Sieg im Elfmeterschießen

KASHIMA: Brasilien hat fünf Jahre nach dem Triumph in Rio de Janeiro dank Elfmeterheld Santos im Tor wieder das Finale des olympischen Fußball-Turniers erreicht. Die Mannschaft um den 38 Jahre alten Kapitän Dani Alves gewann am Dienstag in Kashima gegen Mexiko mit 4:1 im Elfmeterschießen. In 120 Minuten fiel kein Tor.

Der 31-jährige Santos vom Athletico Paranaense konnte zweimal nicht überwunden werden. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte der Dortmunder Reinier. Gegner im Endspiel am Sonntag in Yokohama ist Japan oder Spanien.

Brasilien, das im Endspiel 2016 das diesmal früh ausgeschiedene deutsche Team besiegt hatte, war die überlegene Elf. Nach einer halben Stunde wurde nach Eingreifen des Video-Assistenten ein Foulelfmeter nicht gegeben. Die Mexikaner verpassten in der Neuauflage des Finales von London 2012 kurz vor der Pause ihrerseits die Führung.

In einer phasenweise etwas ruppigen Partie traf Everton-Stürmer Richarlison per Kopf den Innenpfosten (82.) und verpasste damit die Entscheidung zugunsten der Brasilianer, die auf den angeschlagenen Matheus Cunha von Hertha BSC verzichten mussten. In der Verlängerung konnte sich keine Mannschaft entscheidend in Szene setzen.


Timanowskaja fordert Ermittlungen gegen Cheftrainer

TOKIO: Die um ihren Olympia-Start gebrachte Sprinterin Kristina Timanowskaja hat Ermittlungen gegen den belarussischen Cheftrainer und eine mögliche Bestrafung gefordert. Sie erwarte von den Sportbehörden, «die Situation zu untersuchen, wer hat die Anweisung gegeben, wer hat wirklich die Entscheidung getroffen, dass ich nicht mehr teilnehmen darf», sagte die 24-Jährige am Dienstag in einem Video-Interview der Nachrichtenagentur AP. Die Athletin, die zuvor belarussische Funktionäre kritisiert hatte, war laut der Opposition ihres Landes einer drohenden Entführung von den Olympischen Spielen in Tokio entkommen.

Timanowskaja erhielt inzwischen in der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum und soll in Kürze nach Warschau ausreisen. «Ich würde sehr gern meine sportliche Laufbahn fortsetzen, weil ich erst 24 bin und Pläne für mindestens zwei weitere Olympische Spiele hatte», sagte sie. Im Moment aber sorge sie sich nur um ihre Sicherheit.

Die belarussische Athletin hatte sich am Flughafen Haneda an die japanische Polizei gewendet, als sie mutmaßlich zur Heimreise nach Minsk gezwungen werden sollte. «Sie haben mir klar gemacht, dass ich bei meiner Rückkehr definitiv eine Art der Bestrafung erhalten werde», sagte Timanowskaja. Was sie erwarte, sei wenig verschleiert worden. Sie wünsche sich nun eine sichere Ankunft in Europa, um sich mit ihren Helfern über die nächsten Schritte zu beraten.

Das Internationale Olympische Komitee hatte am Dienstag eine förmliche Untersuchung in dem Fall eingeleitet. «Wir müssen alle Tatsachen feststellen und alle Beteiligten anhören, bevor wir weitere Maßnahmen ergreifen», sagte Sprecher Mark Adams. Sportler-Bündnisse wie Athleten Deutschland und Global Athlete hatten eine Sperre für das NOK von Belarus gefordert.


Biles gewinnt bei Rückkehr Olympia-Bronze am Schwebebalken

TOKIO: Superstar Simone Biles aus den USA hat bei ihrer Rückkehr auf die Turn-Bühne bei den Olympischen Spielen die zweite Medaille gewonnen. Die 24-Jährige kam am Dienstag bei ihrem Comeback in Tokio nach psychischen Problemen auf 14,000 Punkte im Finale am Schwebebalken und holte wie bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro Bronze. In Tokio hatte die Rekord-Weltmeisterin nach ihrem Ausstieg beim Team-Finale mentale Probleme öffentlich gemacht und deswegen auf die Starts im Mehrkampf, am Stufenbarren, im Sprung und am Boden verzichtet. Mit der Mannschaft hatte sie Silber gewonnen.

Olympiasiegerin am Schwebebalken wurde Guan Chenchen aus China mit 14,633 Punkten. Die Silbermedaille gewann ihre Landsfrau Tang Xijing mit 14,233 Zählern. Deutsche Turnerinnen hatten sich für das Finale der besten Acht nicht qualifiziert.


Erneut über 3000 Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio

TOKIO: In der Olympia-Stadt Tokio steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter an. Die Stadt registrierte am Dienstag binnen 24 Stunden 3709 Neuinfektionen. Im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche sind das 861 mehr Infektionen. Sieben Menschen starben. In Tokio und anderen Präfekturen gilt noch bis 31. August ein Notstand, der aber nur lockere Maßnahmen vorsieht. So sollen Restaurants und Bars keinen Alkohol ausschenken und früher schließen. Kritiker halten dies für nicht mehr ausreichend, um einen drohenden Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern. In der Regierung wird inzwischen über härtere Maßnahmen wie Ausgangssperren nachgedacht. Einen Lockdown wie in anderen Ländern hat Japan bisher nicht verhängt.

Für Kritik sorgte eine Entscheidung der japanischen Regierung, in Gebieten mit steigenden Infektionszahlen nur noch Covid-19-Patienten, die schwer erkrankt sind oder bei denen das Risiko einer schweren Erkrankung besteht, im Krankenhaus zu behandeln. Gegenwärtig werden auch Patienten mit milden Symptomen im Krankenhaus behandelt. Sie sollen sich jedoch fortan grundsätzlich zu Hause erholen, sofern bei ihnen das Risiko einer schweren Erkrankung als gering eingeschätzt wird. Das Gesundheitssystem vor allem in Tokio stehe unter Druck.

Die Delta-Variante des Virus sei ein «extrem starker Feind», sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. Sie appellierte abermals an die Bürger, trotz der Sommerferien und des bevorstehenden buddhistischen Ahnenfestes Obon zu Hause zu bleiben. Die streng vom Volk abgeschirmten Olympischen Spiele sollen aber fortgesetzt werden. Kritiker beklagen, dass die auf allen Fernsehkanälen pausenlos übertragenen Olympischen Spiele mit dazu beitragen würden, dass vor allem jüngere Japaner das Coronavirus nicht mehr so ernst nehmen.

Vor manchen Wettkampfstätten, bei denen keine Zuschauer zugelassen sind, sieht man immer wieder Japaner teils in größeren Gruppen, wie sie aus der Distanz zum Beispiel von Brücken aus einen Blick auf die Arenen zu erhaschen versuchen. Andere fotografieren Busse, in denen Athleten oder auch nur für Olympia akkreditierte Journalisten sitzen.


Transgender-Athletin Laurel Hubbard erwägt Karriereende

TOKIO: Die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard erwägt ihr Karriereende. «Das Alter hat mich eingeholt. Wahrscheinlich hat es mich schon vor einiger Zeit eingeholt», sagte die 43-Jährige am Dienstag in Tokio. «Deshalb ist es wahrscheinlich an der Zeit, darüber nachzudenken, mich auf andere Dinge in meinem Leben zu konzentrieren.»

Hubbard hatte am Montag eine Medaille in der Gewichtsklasse über 87 Kilogramm klar verpasst. Die Neuseeländerin ist die erste Athletin bei Olympischen Spielen, die offen ihre Geschlechtsidentität angepasst hat. Hubbard lebte nach ihrer Geburt 35 Jahre lang mit einer männlichen Zuschreibung. Sie ist aber Transgender, also eine Person, die sich mit dem Geschlecht, das ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlt. Über ihre Zulassung zum Frauen-Wettbewerb hatte es zum Teil kontroverse Diskussionen gegeben.

«Ich bin einfach so dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, hierher zu kommen und ich selbst zu sein», sagte sie. «Was mich im Sport antreibt, ist der Sport selbst.» Olympia sei der Höhepunkt, nicht nur für das Gewichtheben, sondern für so viele Sportarten, sagte Hubbard.

Ihr Auftritt bei Olympia hatte für große Aufmerksamkeit gesorgt. Sie habe versucht, sich nicht mit negativer Berichterstattung oder negativen Wahrnehmungen zu beschäftigen, sagte sie. «Weil dies einen harten Job noch schwieriger macht. Es ist schwer genug, eine Hantel zu heben. Aber wenn man mehr Gewicht darauflegt, wird es einfach zu einer unmöglichen Aufgabe», sagte die Gewichtheberin aus Neuseeland.


«Star Tribune»: Sprinterin Timanowskaja lief um ihr Leben

MINNEAPOLIS: Zum Fall der belarussischen Olympia-Athletin Kristina Timanowskaja schreibt die Zeitung «Star Tribune» aus Minneapolis am Dienstag:

«Auch ohne am Montag ihren 200-Meter-Lauf zu absolvieren, hatte die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja den Lauf ihres Lebens. Oder vielleicht war es sogar ein Lauf um ihr Leben. (...) Als Ausdruck humanitärer Solidarität, die die Olympischen Spiele idealerweise verkörpern, haben Spitzenpolitiker aus Slowenien, Litauen, Tschechien und Polen angeboten, Timanowskaja (...) einen sicheren Hafen zu bieten. (...)

Eine der vielen Eigenschaften der Spiele ist, dass das olympische Feuer ein Licht auf weltweite Probleme werfen kann, die oft im Dunkeln liegen. Dies war der Fall bei Timanowskaja, die im Kampf gegen eine Diktatur ebensoviel Mut zeigte, wie sie auf der Laufbahn zu zeigen hoffte.»


Drechsler und Ecker-Rosendahl «sehr gerührt» von Mihambos Gold-Coup

FRANKFURT/M.: Das Weitsprung-Gold von Malaika Mihambo in Tokio hat bei den Olympiasiegerinnen Heide Ecker-Rosendahl und Heike Drechsler Freudentränen ausgelöst. «Wahnsinn! Das hat mich richtig gefreut», sagte Ecker-Rosendahl, die 1972 in München triumphierte, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Drechsler, die 1992 in Barcelona und 2000 in Sydney in der Sandgrube siegte, sagte: «Einfach genial! Ich bin sehr gerührt und überwältigt.»

Die 56-jährige Thüringerin hatte den Wettkampf in der europäischen Nacht in Finnland mit ihrem Ehemann Arto Bryggare angeschaut. Danach schickte sie via Instagram eine Videobotschaft an Mihambo: «Liebe Malaika, du hast es echt spannend gemacht. Das war ein richtiger Krimi. Herzlichen Glückwunsch zum Olympiasieg! Respekt, Respekt und Hut ab!» Mihambo hatte sich den Sieg erst mit dem letzten Sprung auf 7,00 Meter gesichert.

«Ich hatte schon geschlafen, bin aber wach geworden und habe auf die Uhr geschaut. Da dachte ich, das ist ein Zeichen», sagte Ecker-Rosendahl. Man habe Mihambo die Anspannung angemerkt, so die 74-Jährige aus Leverkusen. «Dass sie im letzten Versuch so einen raushaut, das hat mich gefreut. Mit 80.000 Zuschauern wäre das natürlich noch schöner gewesen.»

Drechsler hofft, dass die Aussicht auf einen weiteren großen Erfolg dieses Mal wieder vor Publikum Welt- und Europameisterin Mihambo nach ihrem Olympiasieg motiviert. «Ich wünsche mir, dass sie jetzt nicht sagt, sie hat alles gewonnen, und ans Aufhören denkt», meinte sie. «Aber ich glaube das nicht, sie liebt diesen Sport.» Die EM nächstes Jahr in München werde sie bestimmt reizen. «Sie soll jetzt jeden Moment genießen und sich feiern lassen», betonte Drechsler.


Trotz Rekord: Bahnrad-Vierer der Männer verpasst Medaille deutlich

IZU: Der Bahnrad-Vierer der Männer muss trotz eines deutschen Rekordes weiter auf seine erste olympische Medaille seit 21 Jahren warten. Theo Reinhardt (Berlin), Felix Groß (Leipzig), Leon Rohde (Hamburg) und Domenic Weinstein (Villingen-Schwenningen) wurden am Dienstag in Izu in ihrem Lauf gegen Kanada mit einer Zeit von 3:48,861 Minuten gestoppt. Damit lagen sie gut eineinhalb Sekunden unter der alten deutschen Bestmarke, was aber nicht für den Einzug in die Medaillenläufe reichte. Italien mit Superstar Filippo Ganna fuhr in 3:42,307 Minuten Weltrekord.

Seit der Goldfahrt in Sydney vor 21 Jahren wartet Deutschland in der einstigen Paradedisziplin auf eine olympische Medaille. Fünf Olympiasiege und 16 Weltmeistertitel gewannen deutsche Vierer seit 1962. Nach dem zweiten Platz bei der WM 2002 fuhren deutsche Teams der Weltspitze aber nur noch hinterher.


«The Times»: Flucht vor Repressalien

LONDON: Zur Flucht der belarussischen Olympia-Teilnehmerin Kristina Timanowskaja vor mutmaßlich drohenden Strafmaßnahmen des Lukaschenko-Regimes meint die Londoner «Times» am Dienstag:

«Während des Kalten Krieges nutzten mehrere Sowjetbürger ihre offiziellen, streng überwachten Reisen ins Ausland als Gelegenheit, sich abzusetzen. Es sagt einiges über die rücksichtslose Herrschaft von Präsident Lukaschenko aus, dass Belarus heute das einzige Land in Europa ist, das seine Bürger in einen ähnlichen Zustand der Verzweiflung versetzt. Seit seiner manipulierten Wiederwahl vor fast genau einem Jahr hat seine Sicherheitspolizei mehr als 32.000 Menschen festgenommen und führende Oppositionelle ins Gefängnis gesteckt oder ins Exil verbannt. Zu den vom Regime bestraften Personen gehören auch Sportlerinnen und Sportler.

Timanowskaja hat sicherlich zu Recht angenommen, dass auch sie daheim in Minsk Ärger erwartet, nachdem sie während der Spiele das Trainingssystem des Landes kritisiert hatte. (...) Das war ein doppelter Affront gegen das Regime, denn es wurde impliziert, dass sein Sportprogramm durch Doping belastet sein könnte und dass die belarussische Sportverwaltung inkompetent ist. Der Befehl kam also offensichtlich aus Minsk: Holt sie zurück.»


Reck-Olympiasieger Hambüchen litt wie Biles unter mentalen Problemen

TOKIO: Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen hat nach eigener Aussage unter dem gleichen Problem gelitten wie Turn-Superstar Simone Biles und davor gewarnt, das auf die leichte Schulter zu nehmen. Die viermalige Olympiasiegerin aus den USA habe mit einem sogenannten Schraubentick zu kämpfen, sagte der 33-Jährige dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (Dienstag). «Ich hatte das Problem 2014 selbst», erklärte Hambüchen.

Er habe damals das Gefühl für die Grundlagen verloren. «Wenn jedoch bei Schrauben das Gefühl für Raum und Zeit verloren geht, kann es schnell gefährlich werden», sagte er und fügte an: «Man muss es so drastisch sagen: Beim Turnen kann es um Leben und Tod gehen.» Dabei erinnerte er an den schweren Trainingssturz beim Sprung von Ronny Ziesmer (Cottbus) 2004, der seitdem querschnittsgelähmt ist.

Simone Biles hatte bei den Olympischen Spielen in Tokio das Mannschafts-Finale abgebrochen und anschließend ihren mentalen Probleme öffentlich gemacht. In der teilweise in Frage/Antwort-Form verfassten Story bei Instagram hatte sie über sogenannte «Twisties» geschrieben. Danach sagte sie die Starts im Mehrkampf, am Boden, im Sprung und am Stufenbarren ab.

Dass die 24-Jährige zum Abschluss der Turn-Wettbewerbe am Schwebebalken dabei ist, ist nach Meinung von Fabian Hambüchen nachvollziehbar. «Dort sind nur beim Abgang Schrauben notwendig - ein hoffentlich überschaubares Risiko», sagte der Reck-Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016.


Olympia-Einschaltquote: Leichtathletik vor Beachvolleyball und Reiten

BERLIN: Die Leichtathletik-Übertragung ist am Montag die erfolgreichste Olympia-Sendung gewesen. Durchschnittlich 2,76 Millionen Menschen sahen am Mittag den knapp 100 Minuten langen Beitrag in der ARD und sorgten für einen Marktanteil von 29,7 Prozent. Erfolgreich waren zudem die Übertragungen vom Beachvolleyball mit 2,69 Millionen (24,4 Prozent) und vom Reiten mit 2,41 Millionen (29,3 Prozent).

Die Werte lagen deutlich unter denen des Vortages. Am Sonntag hatte es den bisherigen Bestwert der Spiele in Tokio gegeben, als 4,45 Millionen Menschen die Leichtathletik-Übertragung im ZDF geschaut hatten.


Stabhochspringer Duplantis Olympiasieger - Deutsches Duo hinten

TOKIO: Der Schwede Armand Duplantis ist Olympiasieger im Stabhochsprung. Der 21 Jahre alte Weltrekordler flog am Dienstag in Tokio ohne Fehlversuch über 6,02 Meter und holte sich seine erste Goldmedaille. Duplantis scheiterte erst knapp, als er versuchte seine eigene Bestmarke von 6,18 Metern um einen Zentimeter zu verbessern. Silber sicherte sich der US-Amerikaner Christopher Nilsen (5,97) vor Rio-Olympiasieger Thiago Braz aus Brasilien (5,87).

Die deutschen Stabhochspringer Oleg Zernikel und Bo Kanda Lita Baehre meisterten nur die 5,70 Meter und hatten mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun. Der in Landau ansässige deutsche Meister Zernikel wurde Neunter, der Weltmeisterschafts-Vierte Lita Baehre aus Leverkusen landete auf einem geteilten elften Platz. Der Leverkusener Torben Blech war schon in der Qualifikation ausgeschieden.

London-Gewinner Renaud Lavillenie plagte sich mit Knöchelproblemen durch den Wettkampf. Der Franzose überwand nur 5,70 Meter und wurde damit Achter.


Deutschlands Kletterer verpassen Finale bei Olympia

TOKIO: Die deutschen Kletterer müssen ihre Hoffnungen auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio bereits nach der Qualifikation beenden. Alexander Megos und Jan Hojer belegten am Dienstag die Plätze neun und zwölf und verpassten so das Finale der besten Acht. «Natürlich bin ich enttäuscht, mein Ziel Finale habe ich verpasst», sagte Hojer nach dem Ausscheiden. «Das ist einfach bitter», ergänzte Megos. Dennoch seien beide froh, bei Olympia dabei gewesen zu sein. «Das ist die größte Bühne, die der Sport zu bieten hat», meinte Hojer. Deutsche Frauen sind in Tokio nicht dabei.

Vor allem das Aus von Megos als Neuntem der Qualifikation war knapp, zumal sich der vor ihm platzierte Franzose Bassa Mawem offenbar schwer am linken Oberarm verletzte und im Finale wohl nicht antreten kann. Nach einer ersten Auskunft der Schiedsrichter darf Megos aber nicht in das Finalfeld der besten acht Athleten nachrücken.

Nach einem langsamen Start im Speedklettern rutschten die Deutschen in dem 20 Mann starken Feld in die untere Tabellenhälfte. Beim Bouldern, eigentlich die Paradedisziplin des 29 Jahre alten Hojer, verschaffte sich zumindest Megos mit Rang sechs eine gute Ausgangsposition. Die Leistung im abschließenden Leadklettern reichte bei beiden aber nicht für den Sprung in die Endrunde.

Sportklettern feiert in Tokio Olympia-Premiere. Der Wettkampf ist ein sogenanntes Combined-Event, bei dem Medaillen in der neu eingeführten Kombination aus drei Disziplinen vergeben werden: Speedklettern, Bouldern (ohne Seil) und Lead (Seilklettern). Die Platzierungen aus allen Disziplinen werden multipliziert, wodurch ein Ranking entsteht.


Katamaran-Segler Kohlhoff/Stuhlemmer holen Olympia-Bronze

ENOSHIMA: Die Katamaran-Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer haben Olympia-Bronze gewonnen. Die Kieler Mixed-Crew verteidigte am Dienstag im Medal Race der Nacra 17-Klasse vor Enoshima ihren dritten Platz in der Gesamtwertung. Dazu reichte dem 26-jährigen Kohlhoff und der fünf Jahre jüngeren Stuhlemmer ein achter Rang in der Abschluss-Wettfahrt. Olympiasieger wurden Ruggero Tita/Caterina Banti aus Italien vor John Gimson/Anna Burnet aus Großbritannien.

Zuvor hatten Tina Lutz und Susann Beucke Silber in der 49 FX-Klasse und Erik Heil und Thomas Plößel im 49er Bronze gewonnen. Zuletzt hatte es 2000 in Sydney dreimal Edelmetall für deutsche Segler gegeben. Damals hatten sie zweimal Silber und einmal Bronze geholt.


Bahnrad-Vierer der Frauen hat Silber sicher - wieder Weltrekord

IZU: Der Vierer der Frauen hat bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben mit dem nächsten Weltrekord das Finale erreicht und damit die Silbermedaille sicher. Franziska Brauße (Eningen), Lisa Brennauer (Durach), Lisa Klein (Erfurt) und Mieke Kröger (Bielefeld) siegten am Dienstag in Izu in der Fabelzeit von 4:06,166 Minuten gegen Italien und kämpfen nun ab 10.26 Uhr MESZ gegen Großbritannien um Gold.

Damit hielt der Weltrekord der Britinnen, die kurz zuvor 4:06,748 Minuten gefahren waren, nur kurze Zeit. Das kleine Finale bestreiten die USA und Kanada.

«Wir dachten uns, wir lassen uns nicht so einfach den Rekord von den Britinnen wegnehmen», sagte Brauße der dpa. Tempo rausnehmen war trotz des deutlichen Vorsprungs nicht angesagt: «Es ist schwierig einzuschätzen. Wir haben uns vorgenommen, trotzdem die Pace zu fahren, um das Gefühl für das Finale zu bekommen.» Zwei Läufe an einem Tag seien aber «schon hart». Der britische Vierer hatte dabei noch einen Sturz kurz nach dem Lauf zu verkraften.

Für das deutsche Team ist es die erste olympische Medaille im Ausdauerbereich auf der Bahn seit dem dritten Platz von Judith Arndt in der 3000-Meter-Einerverfolgung 1996 in Atlanta.


Golferin Masson für Mixed-Wettbewerb bei Olympia

TOKIO: Die deutsche Golferin Caroline Masson hat sich für einen Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen stark gemacht. «Es ist okay für mich, dass wir ein Einzel-Turnier über vier Tage spielen. Aber ich bin der Meinung, dass wir hier auch einen Mixed-Wettbewerb hinzufügen könnten», sagte die 32-Jährige aus Gladbeck am Dienstag im Kasumigaseki Country Club. Ein olympisches Team-Event gemeinsam mit den Herren wäre für Masson eine Bereicherung. «Golf kann so viel mehr. In einer perfekten Welt hätten wir beides.»

Masson und die British-Open-Siegerin Sophia Popov gehen auf dem Par-71-Kurs im Norden von Tokio für Deutschland an den Start. Für Masson sind es bereits die zweiten Olympischen Spiele. Vor fünf Jahren in Rio belegte sie den 21. Platz. An diesem Mittwoch wird die Nummer 66 der Welt um 8.03 Uhr (1.03 Uhr/MESZ) zusammen mit der Schwedin Anna Nordqvist und Mel Reid aus Großbritannien auf die Runde gehen. «Mit den beiden habe ich schon mit 14, 15 Jahren zusammengespielt. Es ist total cool, wenn man dann mit solchen Leuten auch noch bei Olympischen Spielen antritt. Insofern freue ich mich drauf, das wird ein guter Start», sagte Masson, die wie Popov viel auf der LPGA-Tour in den USA spielt.

Die in den USA lebende Popov startet um 10.14 Uhr Ortszeit (3.14 Uhr/MESZ) mit Minjee Lee aus Australien und der Thailänderin Patty Tavatanakit in ihre Olympia-Premiere. «Minjee Lee und Patty Tavatanakit sind zwei gute Freundinnen von mir, mit denen ich auch auf der Tour viel gespielt habe. Beide haben in diesem Jahr schon ein Major gewonnen. Wir werden auf jeden Fall ein hohes Niveau in der Gruppe haben. Das ist gut, denn dann fällt es mir auch leichter, mein bestes Spiel abzurufen», sagte die 28 Jahre alte Weltranglisten-26. Im vergangenen Jahr hatte Popov bei der British Open als erste deutsche Golferin ein Major-Turnier gewonnen.


«Corriere della Sera»: Timanowskaja vor härtestem Rennen

ROM: Zum Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja bei den olympischen Spielen schreibt die italienische Zeitung «Corriere della Sera» aus Mailand am Dienstag:

«Die belarussische Athletin, die am Sonntag in Tokio die Autoritäten in Minsk herausgefordert hat und sich gegen die gezwungene Rückreise wehrte, befindet sich in der japanischen Hauptstadt unter dem Schutz der polnischen Botschaft. (...) Für Kristina kommt nun das härteste Rennen, weil jetzt ihre Eltern ins Visier geraten sind: Gestern sind die Agenten von Präsident und Diktator Lukaschenko in deren Haus in Klimowitschi, einem Ort mit rund 17.000 Seelen an der Grenze zu Russland, gefahren. Es ist nicht leicht, Kurs zu halten gegen ein Regime, das daran gewöhnt ist, alle Formen von Dissens mit Gewalt zu ersticken.»


US-Basketballer werfen Weltmeister Spanien aus Olympia-Turnier

SAITAMA: Die US-Basketballer haben einen wichtigen Schritt zum vierten Olympiasieg nacheinander gemacht. Der Gold-Favorit um NBA-Superstar Kevin Durant setzte sich am Dienstag im Viertelfinale gegen Weltmeister Spanien klar mit 95:81 (43:43) durch und steht im Halbfinale. Für die Mannschaft von Trainer Gregg Popovich war Durant mit 29 Punkten auch erfolgreichster Werfer. Für die Spanier, die bereits bei Olympia 2016 im Halbfinale an den USA gescheitert waren, traf Ricky Rubio (38) in Saitama am sichersten.

Die Amerikaner hatten 2008, 2012 und 2016 jeweils Gold gewonnen. Allerdings tritt der Weltranglistenerste nicht in Bestbesetzung an und muss in Japan auf Größen wie LeBron James verzichten. In der Vorrunde hatte es zum Auftakt eine Niederlage gegen Frankreich gesetzt. Es war die erste Pleite für die USA bei Olympia seit 2004.

Spanien hatte vor fünf Jahren in Rio die Bronzemedaille gewonnen und steht nun vor einem Umbruch. Die Brüder Pau und Marc Gasol kündigten nach der Niederlage ihre Rücktritte aus dem Nationalteam an. Der 41-jährige Pau Gasol trug schon vor 20 Jahren Spaniens Trikot, der fünf Jahre jüngere Marc wurde mit dem Team zweimal Weltmeister.

Die USA treffen am Donnerstag im Halbfinale auf Australien. Der WM-Vierte setzte sich mühelos mit 97:59 gegen Argentinien durch. Für die Runde der besten Vier qualifizierte sich auch Slowenien durch ein 94:70 gegen Deutschland. Der Europameister um NBA-Star Luka Doncic spielt gegen Frankreich, das mit 84:75 gegen Italien gewann.


Basketball-Bundestrainer Rödl lässt Zukunft offen

SAITAMA: Bundestrainer Henrik Rödl hat seine persönliche Zukunft nach dem Viertelfinal-Aus der deutschen Basketballer bei den Olympischen Spielen in Tokio offen gelassen. «Nein», antwortete Rödl am Dienstag in Saitama auf die Frage, ob schon geklärt sei, wie oder ob es für ihn beim Deutschen Basketball Bund (DBB) weitergehe. «Wir werden uns zusammensetzen, das haben wir so vereinbart», sagte der 52-Jährige. Verbandspräsident Ingo Weiss bestätigte das der Deutschen Presse-Agentur: «Henrik Rödl ist bis zum 31. August Bundestrainer. Wir werden im August noch miteinander reden, wie es weitergeht.»

Rödl ist seit Herbst 2017 Cheftrainer der Herren-Nationalmannschaft, nach dem Aus bei Olympia endet nun sein Vertrag. Die DBB-Auswahl schied am Dienstag nach einem 70:94 (37:44) gegen Europameister Slowenien aus und verpasste die erstmalige Teilnahme an einem olympischen Halbfinale. Die Qualifikation für die Sommerspiele war jedoch bereits ein großer Erfolg. Das Team überstand die Gruppenphase und zog zum ersten Mal seit 1992 in die K.o.-Runde ein.

Vor der Olympia-Qualifikation Anfang Juli galt es als offenes Geheimnis, dass der DBB mit Blick auf die Heim-EM 2022 mit einer Vorrunde in Köln und der Endrunde in Berlin einen neuen Coach sucht. DBB-Präsident Weiss verwies am Dienstag in Tokio auf anstehende Gespräche. «Wir werden alles in Ruhe bereden und dann auch in Ruhe mitteilen», sagte Weiss: «Wir überlegen gemeinsam, wie es weitergeht.»


Segler Heil/Plößel holen erneut Olympia-Bronze

ENOSHIMA: Erik Heil und Thomas Plößel haben bei den olympischen Segel-Regatten vor Enoshima erneut Bronze gewonnen. Dank eines zweiten Platzes im Medal Race der 49er verbesserten sich der Kieler und der Hamburger am Dienstag vom vierten auf den dritten Rang der Gesamtwertung und wiederholten ihren Erfolg von Rio 2016. Gold sicherten sich die Briten Dylan Fletcher/Stuart Bithell durch den Sieg im Medaillenrennen, Silber ging an die Rio-Olympiasieger Peter Burling/Blair Tuke aus Neuseeland.

Zuvor hatten Tina Lutz und Susann Beucke Silber in der 49 FX-Klasse gewonnen. Mit Platz fünf im abschließenden Medaillenrennen rückte das Duo aus Holzhausen und Strande vom dritten auf den zweiten Rang vor. Olympiasiegerinnen wurden wie 2016 in Rio die Brasilianerinnen Martine Grael/Kahena Kunze. Bronze ging an die Niederländerinnen Annemiek Brekkering/Annette Dütz.


Nach Silber im Teamsprint: Hinze und Friedrich bereit für Keirin

IZU: Zeit zum Feiern blieb nach der ersten olympischen Medaille ihrer Karriere für die beiden Bahnradsprinterinnen Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich nicht. Essen, duschen und eine Team-Besprechung standen für das Duo auf dem Programm, wie Dreifach-Weltmeisterin Hinze am Dienstag sagte. Die 23-Jährige hatte zusammen mit ihrer zwei Jahre jüngeren Teamkollegin am Vortag Silber im Teamsprint gewonnen.

Das Echo aus der Heimat sei aber überwältigend gewesen, berichtete Friedrich: «Wir haben mega viele Nachrichten erhalten. Alle waren megastolz auf uns und sind früh aufgestanden. Auch meine Schule hat geschaut.»

Die Konzentration gilt bereits der nächsten Medaillenchance, wenn am Mittwoch der Keirin-Wettbewerb startet. «Wichtig war, dass wir gesehen haben, dass die Mädchen gut vorbereitet sind und sich das auch in der Leistung widerspiegelt. Wir hatten im Teamsprint einige Nationen, die ein paar Rückschlüsse zulassen wie die Chinesinnen», sagte Bundestrainer Detlef Uibel.


Ringer Stäbler verliert in Tokio dramatisch - Auch Kudla im Pech

TOKIO: Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler ist bei den Olympischen Spielen in Tokio auf dramatische Art und Weise im Viertelfinale gescheitert. Das Duell des Musbergers mit dem Iraner Mohammad Reza Geraei am Dienstag endete 5:5. Da Stäbler in der Schlussphase des von beiden Seiten hitzig geführten Duells aber eine Verwarnung und somit die letzten zwei Punkte gegen sich kassierte, war sein Gegner der Sieger. Stäbler muss nun hoffen, dass Geraei das Finale erreicht. Nur dann dürfte der 32-Jährige im letzten Turnier seiner Karriere in der Hoffnungsrunde der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm weitermachen und hätte über diese am Mittwoch noch die Chance auf Bronze und einen krönenden Abschluss seiner Laufbahn.

Auch Stäblers Griechisch-römisch-Kollege Denis Kudla verlor sein Viertelfinale in der Klasse bis 87 Kilogramm gegen Viktor Lörincz. Auch hier gab beim Endstand von 1:1 die letzte Wertung den Ausschlag zugunsten des topgesetzten Ungarn, den Kudla in einem der Bronze-Kämpfe der Spiele 2016 in Rio de Janeiro noch besiegt hatte. Der 26-Jährige aus Schifferstadt muss nun ebenfalls hoffen, dass sein Gegner ins Finale einzieht. Dann hätte er noch eine Medaillenchance.

Stäbler war - genau wie Kudla - mit großen Ambitionen nach Tokio gereist. Allerdings hat er eine komplizierte Vorbereitung hinter sich. Schon seit längerer Zeit kämpft der Schwabe mit den Folgen einer Schultereckgelenksprengung. Dazu infizierte er sich vergangenen Herbst mit dem Coronavirus. Da sein Normalgewicht rund 75 Kilogramm beträgt, musste er für die Spiele in Japan acht Kilogramm abnehmen. Eigentlich hätte Stäbler seine Karriere schon 2020 beendet. Da ihm eine olympische Medaille noch fehlt, machte er nach der Verlegung der Spiele aber doch noch weiter. Nun droht ihm in Tokio das frühe Aus.


Keine Schweigeminute bei Olympia für Hiroshima-Opfer - Kritik an Bach

TOKIO: Während der Olympischen Spiele in Tokio wird es keine Schweigeminute für die Opfer des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima geben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entschied, entgegen der offiziellen Bitte Hiroshimas die Athleten und anderen Teilnehmer der Spiele nicht aufzurufen, eine Schweigeminute einzulegen. IOC-Chef Thomas Bach habe dem Bürgermeister Hiroshimas einen Brief geschrieben, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag. Bach hatte vor Beginn der Spiele Hiroshima einen umstrittenen Besuch abgestattet und im Friedenspark einen Kranz niedergelegt sowie für die Opfer des Atombombenabwurfs 1945 eine Schweigeminute gehalten.

Hiroshima hatte das IOC aufgerufen, am Freitag, dem 76. Jahrestag des Atombombenabwurfs, um 08.15 Uhr Ortszeit eine Schweigeminute während der Spiele anzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Bomber Enola Gay an jenem Tag im Jahr 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen «Little Boy» über der Stadt im Westen des Landes abgeworfen. Schätzungsweise 140.000 Menschen starben, mehr als die Hälfte sofort. Drei Tage später warfen die Amerikaner eine zweite Atombombe über Nagasaki ab. Kurz danach kapitulierte Japan. Hiroshima ist heute ein weltweites Symbol für Krieg und für Frieden.

Viele in Hiroshima fühlten sich nach der Absage durch das IOC von Thomas Bach «betrogen», schrieb die japanische Tageszeitung «Asahi Shimbun», die Sponsor der Spiele ist. Viele Bürger hätten gedacht, dass Bachs Erfahrung bei seinem kürzlichen Besuch in Hiroshima bedeutend genug für das IOC wäre, der Forderung der Stadt nach einer Schweigeminute während der Spiele nachzukommen. IOC-Sprecher Adams sagte dazu, dass es bei der Abschlussfeier am Sonntag ein Segment geben werde, wo an die Opfer von Tragödien wie in Hiroshima gedacht werde. Olympische Spiele generell seien eine der größten Ausdrucksweisen von globalem Frieden in der Welt, so der Sprecher.


Hockey-Herren scheitern im Olympia-Halbfinale an Australien

TOKIO: Die deutschen Hockey-Herren sind im Halbfinale der Olympischen Spiele von Tokio gescheitert und spielen um Bronze.

Das Team von Bundestrainer Kais al Saadi unterlag am Dienstag dem Weltranglisten-Ersten Australien 1:3 (1:2). Im Spiel um Platz drei trifft die DHB-Auswahl nun am Donnerstag auf die aufstrebenden Inder, die zuvor im Halbfinale 2:5 gegen Weltmeister Belgien verloren hatten. Mit einem Sieg könnte das deutsche Team noch seine olympische Medaillen-Serie nach Bronze (2016), Gold (2012), Gold (2008) und Bronze (2004) fortsetzen. Die deutschen Damen waren in Tokio bereits im Viertelfinale ausgeschieden.


Mao-Anstecker: IOC prüft Vorfall mit Chinas Bahnradsprinterinnen

TOKIO: Wegen des Tragens von Ansteckern mit einem Bild von Mao Tsetung hat das IOC zwei chinesische Bahnrad-Olympiasiegerinnen im Visier. Weil die Teamsprint-Gewinnerinnen Bao Shanju und Zhong Tianshi auf dem Siegerpodium bei den Tokio-Spielen einen Pin mit dem Konterfei des kommunistischen Revolutionärs auf ihrem Trainingsanzug trugen, forderte das Internationale Olympische Komitee eine Stellungnahme von Chinas Team an. «Wir prüfen die Sache», sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag.

Auch nach der Modifizierung der Regel 50 der olympischen Charta sind den Athleten politische Botschaften auf dem Siegerpodest verboten. Gegen diese Bestimmung könnten die beiden Chinesinnen verstoßen haben. Bao Shanju und Zhong Tianshi hatten am Montag beim Teamsprint im Velodrom von Izu das Finale gegen das deutsche Duo Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze gewonnen.


Turner Lukas Dauser gewinnt Olympia-Silber am Barren

TOKIO: Lukas Dauser hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die einzige deutsche Turn-Medaille gewonnen. Der Unterhachinger zeigte am Dienstag im Ariake Gymnastics Center an seinem Spezialgerät Barren eine fehlerfreie Übung und holte mit 15,700 Punkten Silber. Zuletzt hatte der Unterhachinger Marcel Nguyen in London 2012 ebenfalls Silber am Barren gewonnen. Vor fünf Jahren hatten bei den Spielen in Rio de Janeiro Fabian Hambüchen (Wetzlar) am Reck Gold und Sophie Scheder (Chemnitz) am Stufenbarren Bronze geholt.

Olympiasieger wurde mit 16,233 Punkten der Chinese Jingyuan Zou. Die Bronzemedaille gewann Ferhat Arican aus der Türkei mit 15,633 Punkten. Olympiasieger vor fünf Jahren in Rio de Janeiro war der kürzlich wegen Dopings gesperrte Ukrainer Oleg Wernjajew.


Fabelweltrekord von Warholm über 400 Meter Hürden

TOKIO: Der Norweger Karsten Warholm ist in einer Fabelweltrekordzeit zum Olympiasieg über die 400 Meter Hürden gestürmt. Der zweifache Weltmeister rannte am Dienstag in Tokio in unglaublichen 45,94 Sekunden zum Triumph vor dem US-Amerikaner Rai Benjamin (46,17). Bronze sicherte sich Alison dos Santos (46,72) aus Brasilien.

«Das ist verrückt», sagte der 25-Jährige strahlend. «Ich habe wie ein Irrer trainiert und habe dem meine ganze Zeit gewidmet. Jetzt muss ich mir neue Ziele setzen, weil ich noch nicht fertig bin.» Dieser Triumph sei einfach «ganz besonders» für ihn.

Warholm hatte beim Diamond-League-Meeting in Oslo am 1. Juli schon den Uralt-Weltrekord gebrochen. Bei seinem Heimspiel im Bislett-Stadion hatte er in 46,70 Sekunden gewonnen. Der Welt- und Europameister war damit acht Hundertstelsekunden unter der fast 29 Jahre alten Traumzeit des US-Amerikaners Kevin Young bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona geblieben.

Die drei deutschen Starter Joshua Abuaku (Frankfurt), Luke Campbell (Frankfurt) und Constantin Preis (Sindelfingen) waren in Tokio alle im Halbfinale ausgeschieden.


IOC leitet förmliche Untersuchung im Fall Timanowskaja ein

TOKIO: Im Fall der belarussischen Tokio-Teilnehmerin Kristina Timanowskaja hat das Internationale Olympische Komitee eine förmliche Untersuchung eingeleitet. «Wir müssen alle Tatsachen feststellen und alle Beteiligten anhören, bevor wir weitere Maßnahmen ergreifen», sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag. Die Sprinterin aus Belarus (Weißrussland) war laut der Opposition ihres Landes einer drohenden Entführung aus Japan entkommen. Sie erhielt inzwischen in der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum und soll in Kürze nach Warschau ausreisen.

Das IOC hatte eine Stellungnahme des Belarussischen Olympischen Komitees angefordert, die Frist lief laut Adams am Dienstag ab. Wann das IOC seine Ermittlungen abschließen werde, wollte der IOC-Sprecher nicht sagen. «Diese Dinge brauchen Zeit. Wir müssen der Sache auf den Grund gehen», sagte er. Zuvor hatten Sportlervereinigungen wie Athleten Deutschland und Global Athlete eine Sperre für das NOK von Belarus gefordert.

Timanowskaja habe dem IOC in mehreren Gesprächen versichert, sie fühle sich «sicher und geschützt», sagte Adams. Die 24-Jährige befinde sich an einem sicheren Ort. Das IOC habe auch das Nationale Olympische Komitee Polens mit der Frage kontaktiert, wie man Timanowskaja in Zukunft unterstützen könne. «Unsere allererste und oberste Priorität ist die Sicherheit der Athleten», sagte Adams. Die Vorgehensweise des IOC solle nicht nur belarussische Sportler, sondern alle Athleten darin bestärken, dass sie beim Dachverband mit ihren Sorgen auf offene Ohren stoßen.


Speerwerferin Hussong zittert sich ins Tokio-Finale

TOKIO: Die Weltranglistenzweite Christin Hussong hat sich bei den Speerwerferinnen ins Olympia-Finale gezittert. Die 27-Jährige aus Zweibrücken überstand am Dienstag nur als elfte von zwölf Athletinnen die Qualifikation. Hussongs beste Weite waren 61,68 Meter im zweiten Versuch. Die Polin Maria Andrejczyk (65,24) legte die Topleistung für das Finale am Freitag (14.50 Uhr) vor.

«Draußen habe ich mich super eingeworfen, ich dachte, heute geht es echt weit. Drinnen hat es technisch etwas gehapert», befand Hussong nach ihrer Qualifikation, in der sie nicht so gut unter den Speer gekommen sei. «Quali ist Quali, ich bin durch und es ist egal, was ich geworfen habe. Am Freitag kommt es darauf an.»

Hussong hat in diesem Jahr ihre Bestleistung auf 69,19 Meter steigern können und acht ihrer zehn Wettbewerbe gewonnen. Zuletzt konnte sie aber an ihre Top-Leistungen nicht mehr anknüpfen.


Organisatoren melden 18 neue Corona-Fälle im Olympia-Umfeld

TOKIO: Die Organisatoren der Olympischen Spiele in Tokio haben 18 neue Corona-Infektionen im Umfeld der Spiele vermeldet.

Auch ein Athlet ist betroffen, wie aus der Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Namen werden von den Organisatoren grundsätzlich nicht genannt. Zwölf der neu Infizierten haben ihren Wohnsitz in Japan, sechs außerhalb des Gastgeber-Landes. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe stieg damit insgesamt auf 294, darunter 25 Athletinnen und Athleten. Der Höchstwert der täglichen Corona-Fälle rund um die Spiele war am vergangenen Freitag mit 27 Infektionen erreicht worden.


Ringer Stäbler und Kudla nach Niederlagen noch mit Chance auf Bronze

TOKIO: Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler darf trotz seiner Viertelfinal-Niederlage noch auf die ersehnte olympische Medaille zum Abschluss seiner Karriere hoffen. Durch den Finaleinzug des Iraners Mohammad Reza Geraei erreichte der Musberger bei den Spielen in Tokio am Dienstag noch die Hoffnungsrunde. In dieser hat Stäbler, der in seinem letzten Turnier gerne Gold geholt hätte, am Mittwoch (4.00 Uhr/MESZ) dann zumindest die Chance auf Bronze. Sein erster Gegner ist dabei der Kolumbianer Julian Stiven Horta Acevedo.

Nach seinem Auftaktsieg gegen Europameister Mate Nemes aus Serbien hatte Stäbler im Viertelfinale der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm auf dramatische Art und Weise gegen Geraei verloren. Das von beiden Seiten hitzig geführte Duell endete zwar 5:5. Da Stäbler in der Schlussphase des Kampfes aber eine Verwarnung wegen Trikotziehens und somit die letzten zwei Punkte gegen sich kassierte, war sein Gegner der Sieger. Der Gold-Traum des 32-Jährigen war damit schon geplatzt. Olympisches Edelmetall fehlt dem Schwaben noch. Bei den Spielen 2012 in London wurde er Fünfter, 2016 in Rio de Janeiro Siebter.

Auch Stäblers Griechisch-römisch-Kollege Denis Kudla darf in der Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm in der Hoffnungsrunde weitermachen. Der 26-Jährige aus Schifferstadt verlor nach einem Sieg über den Kasachen Nursultan Tursinow zwar im Viertelfinale gegen Viktor Lörincz. Da der Ungar danach das Finale erreichte, hat Kudla aber weiter die Chance auf seine zweite Olympia-Bronzemedaille nach 2016. Er trifft am Mittwoch zunächst auf Atabek Asisbekow aus Kirgisistan.


Kajak-Zweier mit Hering-Pradler/Dietze im Olympia-Finale Achter

TOKIO: Sabrina Hering-Pradler und Tina Dietze aus Hannover und Leipzig sind im Kajak-Zweier Achte geworden.

Die Neuseeländerin Lisa Carrington gewann das Final-Rennen bei den Olympischen Spielen am Dienstag mit Caitlin Regal. Zuvor hatte die 32-Jährige im Kajak-Einer über 200 Meter ihre Olympiasiege von London und Rio wiederholt. Caroline Arft und Sarah Brüßler schafften es in Tokio nicht ins Finale, wurden Elfte.


Kajak-Zweier mit Hering-Pradler/Dietze im Olympia-Finale

TOKIO: Sabrina Hering-Pradler und Tina Dietze sind im Kajak-Zweier in einem sehr spannenden Halbfinale mit Rang vier gerade noch ins Finale gepaddelt.

Vor dem Duo landeten am Dienstag auf dem Sea Forest Waterway über die 500 Meter Distanz die beiden ungarischen Boote und die Französinnen. Caroline Arft und Sarah Brüßler fahren nach Rang sechs in diesem Halbfinallauf im B-Finale weiter.


Olympia-Debütant Schopf Vierter im Kajak-Einer

TOKIO: Olympia-Debütant Jacob Schopf ist knapp an einer Medaille im Kajak-Einer vorbeigefahren. Der 22-Jährige wurde am Dienstag in Tokio Vierter. Gold ging an den Ungarn Balint Kopasz. Dessen Landsmann Adam Varga wurde Zweiter. Bronze holte sich Fernando Pimenta aus Portugal.

Das Finale der besten Acht auf dem Sea Forest Waterway begann mit einem Fehlstart. Beim zweiten Versuch erwischte Schopf in seinem ersten Olympiafinale einen schlechten Start. Nach der Hälfte des Rennes lag der Potsdamer auf Rang sieben, kam immer weiter heran, doch es reichte nicht ganz. 0,076 Sekunden fehlten am Ende zu Bronze.


Kanuten Brendel/Hecker holen Bronze im Candadier-Zweier

TOKIO: Sebastian Brendel und Olympia-Debütant Tim Hecker haben im Canadier-Zweier mit Bronze die erste Medaille für die deutschen Kanuten gewonnen. Zum erhofften Gold reichte es für das Duo aus Potsdam und Berlin am Dienstag über die 1000-Meter-Distanz aber nicht ganz. Auf dem Sea Forest Waterway in Tokio musste der als Mitfavorit ins Rennen gegangene 33 Jahre alte Brendel mit seinem neuen Partner Hecker (23) den Kubanern Sergey Torres Madrigal/Fernando Dayan Jorge Enriquez und den chinesischen Weltmeistern Liu Hao und Zhen Pengfei den Vortritt lassen.

Für den Finallauf hatten sich Brendel und Hecker noch als Schnellste mit olympischer Bestzeit qualifizieren können. Bei hitzigen Temperaturen um 30 Grad Celsius und leichten Winden reichte es dann aber nicht, auch wenn das deutsche Team im Schlussspurt noch einmal herankam.

Brendel hat in Tokio noch eine weitere Medaillenchance im Einer - das dritte Gold für den Olympiasieger von London und Rio in dieser Disziplin wäre eine historische Leistung. Brendel geht als Top-Favorit an den Start, am Freitag geht es mit den Vorläufen los, die Medaillen werden am Samstag vergeben.

Vor fünf Jahren in Rio holte der Deutsche Kanu-Verband viermal Gold und insgesamt sieben Podestplätze - es war die stärkste olympische Ausbeute seit Athen 2004.


Viertelfinalaus für Beachvolleyballerinnen Ludwig/Kozuch bei Olympia

TOKIO: Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig und ihre Partnerin Margareta Kozuch haben in Tokio den Einzug ins Halbfinale verpasst. Im Viertelfinale der Olympischen Spiele unterlag das Duo aus Hamburg den Weltranglistenfünften Alix Klineman/April Ross aus den USA 0:2 (19:21, 19:21). Von den ursprünglich drei deutschen Duos in Japan ist damit nur noch das Team aus Julius Thole und Clemens Wickler im Wettbewerb. Die Vizeweltmeister treffen in ihrem Viertelfinale am Mittwoch (15.00 Uhr MESZ) in einer Neuauflage des WM-Finals von vor zwei Jahren auf Wjatscheslaw Krasilnikow und Oleg Stojanowski aus Russland.

Gegen das letzte verbliebene US-Team um die mit zwei Olympia- und drei WM-Medaillen hochdekorierte Ross gerieten Ludwig/Kozuch bei erneut großer Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit beim 2:4 zuerst in einen Zwei-Punkte-Rückstand. Mit einsetzendem Regen glichen sie beim 7:7 wieder aus und zogen ihrerseits auf 11:8 davon. Auch dieser Vorsprung hielt zunächst nicht und der Satz blieb bis zum 19:19 ausgeglichen. Dann nutzten die USA einen minimal zu langen Aufschlag und einen etwas zu verhaltenen Angriff Kozuchs zur Satzführung.

Der zweite Satz begann ähnlich. Ludwig/Kozuch gerieten 3:5 in Rückstand, blieben präsent und glichen aus zum 7:7. Beim 9:8 holten sie sich ihre erste Führung im zweiten Durchgang und bauten sie sofort aus auf 10:8. Erneut hielt der Puffer in der Begegnung auf hohem Niveau nicht lange, beim 11:11 war der Satz wieder ausgeglichen. Beide Teams schenkten sich nichts, auch die Aufschlagfehler aus den ersten Begegnungen hielten sich bei Ludwig/Kozuch in Grenzen. Zwei Ballwechsel mit vergeblichem Einsatz Ludwigs am Ende brachten den USA einen vorentscheidenden Zwei-Punkte-Vorsprung zum 18:16. Beim zweiten Matchball für die USA streckte sich Ludwig dann vergeblich.


Olympiasieger Zverev auch in München gefeiert - Weiter nach Hamburg

MÜNCHEN: Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev ist bei seiner Ankunft in München von einer jubelnden Menschenmenge empfangen worden. Bruder Mischa, gleichzeitig der Manager des Tennisstars, hatte die Fans zuvor öffentlich dazu aufgerufen, an den Flughafen zu kommen. Rund 100 Fans begrüßten den Olympiasieger mit Deutschland-Fähnchen. Mit der Medaille um den Hals schrieb Zverev immer wieder Autogramme. Bilder vom Empfang am Flughafen Franz Josef Strauß postete er anschließend in den sozialen Netzwerken.

Auch die Eltern des Tennis-Stars waren nach München gekommen, nahmen ihren Sohn stolz in die Arme. Dienstag geht es für Zverev weiter in seine Heimatstadt Hamburg, nach Informationen der «Bild» ist im Rathaus ein Empfang für den ersten deutschen Tennis-Olympiasieger im Herren-Einzel geplant. Auch Profi-Kollegin Sabine Lisicki hatte es sich nicht nehmen lassen, Zverev in München zu begrüßen.

Schon bei seiner Ankunft zuvor in Frankfurt war der 24 Jahre alte Zverev am Montag bejubelt worden. Rund 75 Menschen waren an den Airport gekommen. Der bestens gelaunte Zverev, der mit der Goldmedaille um den Hals, seinem Reisepass in den Händen und in kurzer Jogginghose durch den Flughafen spaziert war, musste immer wieder anhalten, um für Selfies mit den Fans zu posieren.

Am Sonntag hatte sich der Tennisprofi mit einem 6:3, 6:1 gegen den Russen Karen Chatschanow zum ersten deutschen Olympiasieger im Herren-Einzel gekürt und seinen bisher größten Erfolg gefeiert. Das Erlebte will Zverev erst einmal verarbeiten, über weitere Starts im August hat er noch nicht entschieden. Zu den US Open (ab 30. August), bei denen er im Vorjahr erst in einem packenden Finale verlor, will Deutschlands bester Tennis-Profi in jedem Fall zurück sein. Was mit den Masters-Turnieren in Toronto (9. August) und im amerikanischen Cincinnati passiert, ist offen. «Erst mal möchte ich darüber nicht nachdenken», sagte Zverev.


Zverev will sich «ein paar Tage» nehmen - Weitere Starts offen

FRANKFURT/MAIN: Nach dem größten Erfolg seiner Karriere will sich Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev erst einmal etwas Ruhe und Abstand gönnen. Die Termin- und Reisehatz des 24-Jährigen nach der Rückkehr aus Tokio betrifft zunächst nur sein Privatleben. Am Montagabend flog Zverev direkt von Frankfurt nach München weiter, wo ihn sein Bruder Mischa in Empfang nahm - danach geht es in seine Heimatstadt Hamburg, bevor Zverev in die Wahlheimat Monte Carlo zurückkehrt, um seine Familie zu sehen. «Dann kommt man erst mal runter und nimmt sich ein paar Tage, dann versteht man auch alles besser», sagte Zverev.

Als rund 75 Fans und zahlreiche Journalisten am Frankfurter Flughafen warteten, wähnte sich Zverev noch immer «wie im Film». Am Sonntag hatte sich der Tennisprofi mit einem 6:3, 6:1 gegen den Russen Karen Chatschanow zum ersten deutschen Olympiasieger im Herren-Einzel gekürt.

Während der Tennisprofi das Erlebte erst mal verarbeiten will, hat er über weitere Starts im August noch nicht entschieden. Zu den US Open (ab 30. August), bei denen er im Vorjahr erst in einem packenden Finale verlor, will Zverev in jedem Fall zurück sein. Was mit den Masters-Turnieren in Toronto (9. August) und im amerikanischen Cincinnati passiert, ist offen. «Erst mal möchte ich darüber nicht nachdenken», sagte Zverev, der auch 32 Stunden nach seinem Gold-Coup von Tokio noch immer vom Glück erfüllt wirkte.


Nach Heimreise: Köhler schaut Olympia-Rennen «mit Schwiegereltern»

FRANKFURT/MAIN: Live vor Ort in Tokio kann Sarah Köhler die nächste Medaillenchance ihres Verlobten Florian Wellbrock wegen der Corona-Regeln nicht mehr verfolgen. Doch die 27 Jahre alte Schwimmerin hat nach ihrer Heimreise von Japan ins heimische Hessen für das Olympia-Rennen am Donnerstag (Mittwoch/23.30 Uhr MESZ) bereits eine Alternative parat. «Das werde ich tatsächlich mit meinen Schwiegereltern gucken, im Livestream», sagte Köhler am Montagabend nach ihrer Rückkehr am Frankfurter Flughafen. Es sei «ein bisschen ein Wermutstropfen, dass ich Flos zehn Kilometer nicht mehr live sehen kann».

In den Beckenwettbewerben hatte das Paar jeweils über 1500 Meter Freistil die Bronzemedaille gewonnen. Während Köhler nach ihren Rennen abreisen musste, hat der 23 Jahre alte Wellbrock im Freiwasser noch eine weitere Gelegenheit für eine Medaille. Einen Tipp traute sich Köhler aber nicht zu. «Freiwasser kann man keine Prognosen abgeben. Ich bin da sowieso kein Fan von», sagte sie. «Da ist alles drin, und wir schauen, was am Donnerstag bei rumkommt.»


Polens Regierung wirft Belarus kriminellen Entführungsversuch vor

WARSCHAU: Im Fall der belarussischen Olympia-Teilnehmerin Kristina Timanowskaja hat der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki Konsequenzen für die Führung in Minsk gefordert. Er sprach von einem «kriminellen Versuch, eine Sportlerin zu entführen, die kritisch gegenüber dem belarussischen Regime eingestellt ist». Die «Aggression der belarussischen Sicherheitsdienste auf japanischem Gebiet» müsse auf «entschiedenen Widerspruch der internationalen Gemeinschaft stoßen», forderte der Regierungschef am Montagabend in einem Facebook-Beitrag. Morawiecki mahnte an, dass die Olympischen Spiele ein Symbol des Friedens und des Fairplays sein sollten.

Die Sprinterin aus Belarus (Weißrussland) war laut der Opposition ihres Landes einer drohenden Entführung aus dem Olympia-Austragungsland entkommen. Sie erhielt inzwischen in der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum. Man sei bereit, ihr die Möglichkeit zu geben, ihre sportliche Karriere fortzusetzen, betonte Morawiecki. Es wird erwartet, dass die 24-Jährige bereits Mitte der Woche in Warschau eintrifft.

Polens Botschafter in Japan, Pawel Milewski, schrieb nach einem Treffen mit Timanowskaja bei Twitter: «Sie ist erschöpft, verängstigt, aber sehr dankbar für unsere Hilfe in dieser extrem schweren Zeit in ihrer Sportkarriere.» Polen werde in Kooperation mit der japanischen Regierung weiter dafür sorgen, dass die Athletin sich «sicher und geschützt» fühle.


Pokalspiel Kaiserslautern gegen Gladbach vor bis zu 20.000 Zuschauern

KAISERSLAUTERN: Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern darf auch das zweite Heimspiel der Saison vor Zuschauern bestreiten. Das DFB-Pokal-Spiel gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach am kommenden Montag findet vor bis zu 20.000 Fans statt. Das gab der FCK am Dienstag bekannt. Die Entscheidung fiel auch dieses Mal nach intensivem Austausch zwischen Club und den lokalen Sicherheitsbehörden sowie der Prüfung des Schutz- und Hygienekonzepts durch die Stadtverwaltung. Bereits den Saisonauftakt der 3. Liga durfte Kaiserslautern vor Zuschauern bestreiten. Das Spiel gegen Eintracht Braunschweig am 24. Juli sahen 10.600 Besucher.


FIFA will mit Kampagne für psychische Probleme sensibilisieren

BERLIN: Mit einer Kampagne will der Fußball-Weltverband FIFA auf psychische Erkrankungen aufmerksam machen und Betroffene dazu ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Beteiligt an der am Montag vorgestellten Kampagne ist auch Teresa Enke, die Witwe des einstigen deutschen Nationaltorwarts Robert Enke. FIFA-Präsident Gianni Infantino dankte ihr ausdrücklich für ihre Mitarbeit. Robert Enke hatte 2009 wegen Depressionen Suizid begangen. Die nach ihm benannte Stiftung finanziert unter anderen die Erforschung und Behandlung von Depressionen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, der südostasiatische Staatenbund Asean sowie aktive und ehemalige Fußballerinnen und Fußballer unterstützen die Aktion.


Hannover 96 verpflichtet Börner nach Transferpoker und Quarantäne

HANNOVER: Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat nach wochenlangen Verhandlungen und einer mehrtägigen Quarantäne endlich seinen Wunsch-Verteidiger Julian Börner verpflichtet. Nach Angaben des Vereins unterschrieb 30 Jahre alte Abwehrspieler vom englischen Club Sheffield Wednesday am Montag einen Zweijahresvertrag bei den Niedersachsen. Börner spielte vor seinem Wechsel nach England je fünf Jahre für Energie Cottbus und Arminia Bielefeld. Er musste in der vergangenen Woche noch in eine vorgeschriebene Quarantäne, ehe der Transfer abgeschlossen werden konnte.


Sprunggelenk- statt Knieverletzung: Wolfsburg lange ohne Otavio

WOLFSBURG: Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss wie befürchtet für längere Zeit auf seinen Abwehrspieler Paulo Otavio verzichten. Der 26 Jahre alte Brasilianer zog sich jedoch nicht wie zunächst gedacht eine Knieblessur, sondern eine «schwerwiegende Verletzung am rechten Sprunggelenk zu», teilten die Wolfsburger am Montag mit. Der Linksverteidiger war am Samstag bei der 1:2-Testspiel-Niederlage gegen Atletico Madrid nach einem Zweikampf mit Rodrigo Riquelme am Boden liegen geblieben und mit bandagiertem Knie in ein Krankenhaus gebracht worden. Er werde dem VfL «auf unbestimmte Zeit fehlen», heißt es in der Mitteilung des Clubs.


DHfK-Handballer verlängern vorzeitig mit Trainer André Haber

LEIPZIG: André Haber bleibt bis 2025 Cheftrainer des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Der 35-Jährige verlängerte seinen 2022 auslaufenden Kontrakt vorzeitig um drei Jahre. Das gab der Verein am Montag bekannt. «In den letzten drei Jahren hat sich unsere Mannschaft unter der Führung von André und seinem Trainer- und Betreuerteam Schritt für Schritt weiterentwickelt, viele Spieler haben individuell einen Sprung nach vorn gemacht und auch André optimiert seine Arbeit ständig. Folgerichtig wollen wir mit ihm als Cheftrainer mittel- und langfristig unsere Zukunft gestalten», begründete Geschäftsführer Karsten Günther. Haber ist seit Oktober 2018 Chefcoach des SC DHfK Handball.

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