Basel feiert wieder Fasnacht

​Nach zwei Ausfällen der Pandemie wird wieder gefeiert

Kostümierte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler mit brennenden Laternen blasen am Montagmorgen in Basel ihre Piccolo-Flöten. Archivfoto: epa/MARKUS STUECKLIN
Kostümierte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler mit brennenden Laternen blasen am Montagmorgen in Basel ihre Piccolo-Flöten. Archivfoto: epa/MARKUS STUECKLIN

BASEL: Nach zwei Jahren pandemiebedingter Zwangspause hat in der Nacht zu Montag im Basel wieder die traditionelle Fasnacht begonnen. Um Punkt 04.00 Uhr gingen sämtliche Lichter in der Stadt aus. Nach dem Aufruf «Morgestraich: Vorwärts, marsch!» startete das ohrenbetäubende Pfeiff- und Trommelkonzert der Fasnachtscliquen, die mit ihren kunstvoll bemalten meterhohen Laternen den Umzug durch die Straßen begannen. Die Basler Fasnacht beginnt immer am Montag nach Aschermittwoch und dauert genau 72 Stunden.

Die Laternen nehmen ähnlich wie die Wagen bei Rosenmontagsumzügen politische und gesellschaftliche Ereignisse aufs Korn. Typisch für Basel sind auch die Schnitzelbänke. Das sind Spottlieder in Versform, die in Kneipen und Theatern vorgetragen werden und vor allem die Politik humorvoll, satirisch und mit viel Biss kommentieren.

Das Organisationskomitee hatte sich Gedanken gemacht, ob gefeiert werden sollte, während in der Ukraine Krieg herrscht. «Für viele ist es gerade in solchen Zeiten wichtig, dass sie mit ihrem Spott den Mächtigen den Spiegel vorhalten und Ungerechtigkeiten benennen können», schrieb das Komitee auf seiner Webseite. «Die Fasnacht hat einen Ventil-Charakter. Alles, was uns unter den Nägeln brennt, wird angesprochen. In schwierigen Zeiten ist die Fasnacht besonders wichtig und nötig.»

Drei Tage und Nächte ziehen die kostümierten Cliquen mit ihren Musikerinnen und Musikern durch die Stadt. Zuschauer sind stets willkommen, aber anders als am Rosenmontag in Deutschland ist es verpönt, wenn Unbeteiligte sich selbst in Karnevalskostümen zeigen.

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