UEFA klagt Bulgariens Verband an

Foto: epa/Jean-christophe Bott
Foto: epa/Jean-christophe Bott

BERLIN (dpa) - Die UEFA hat nach den rassistischen Vorfällen Anklage gegen den bulgarischen Verband erhoben.

Das entschied die Europäische Fußball-Union am Dienstag, nachdem es bei der 0:6-Niederlage der Bulgaren in Sofia zu den Entgleisungen durch Heimfans gekommen war. Unter anderen war der Hitlergruß gezeigt worden. Das Spiel hatte nach zwei Unterbrechungen am Montagabend kurz vor dem Abbruch gestanden.

Wie die UEFA bekannt gab, wird den Bulgaren rassistisches Verhalten vorgeworfen, zudem das Werfen von Gegenständen und das Stören der Nationalhymne. Der Verband muss außerdem erklären, warum entgegen der Sicherheitsregeln der UEFA Wiederholungen auf der Stadionleinwand gezeigt wurden. Der engliche Fußballverband FA muss sich ebenfalls wegen des Störens der Nationalhymne verantworten. Zudem wird der FA zur Last gelegt, keine ausreichende Anzahl an mitreisenden Ordner gehabt zu haben.

Das Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkommission der UEFA wird den Fall untersuchen. Der Termin für die Zusammenkunft muss noch mitgeteilt werden.

Die Partie, in der Englands Raheem Sterling und Tyrone Mings mit Affenlauten von der Tribüne diskreditiert worden war, hatte bereits vor teilweise leeren Rängen stattgefunden. Weil bulgarische Fans im Spiel gegen den Kosovo im Juni durch rassistische Äußerungen negativ aufgefallen waren, hatte die UEFA entsprechende Sanktionen verhängt.

Nun droht den Bulgaren laut UEFA-Disziplinarreglement ein Geisterspiel ohne Zuschauer und eine Geldstrafe von 50.000 Euro. Die Strafe könnte aber noch höher ausfallen, weil bereits beim EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am 17. November 3.000 Plätze leer bleiben müssen: Auch im Hinspiel am 10. Juni in Prag hatten bulgarische Fans für rassistische Zwischenfälle gesorgt.

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