Labour nimmt britische Abgeordnete wieder auf

​Nach Rassismusvergleich 

Britische Parlamentsabgeordnete Diane Abbott . Foto: epa/Vickie Flores
Britische Parlamentsabgeordnete Diane Abbott . Foto: epa/Vickie Flores

LONDON: Als erste schwarze Abgeordnete schaffte es Diane Abbott 1987 ins britische Parlament. Später wurde sie wegen eines Briefs aus der Fraktion ausgeschlossen. Jetzt kommt es zu einer Wende.

Die britische Labour-Partei will die Abgeordnete Diane Abbott, die vor rund einem Jahr wegen umstrittener Aussagen zum Thema Rassismus suspendiert worden war, wieder in die Fraktion aufnehmen. Das meldete die Nachrichtenagentur PA am Dienstagabend.

Die Partei, die sich in der Vergangenheit gegen Vorwürfe des Antisemitismus wehren musste, hatte Abbott wegen eines Briefs an die Zeitung «The Observer» suspendiert. Abbott hatte darin als Reaktion auf einen Artikel zum Rassismus in Großbritannien geschrieben, dass auch verschiedene weiße Menschen Vorurteile erlebten, aber nicht - wie Schwarze - ihr ganzes Leben lang Rassismus ausgesetzt seien. Iren und Juden zum Beispiel hätten in Amerika früher nicht hinten im Bus sitzen müssen, schrieb sie unter anderem. Die jüdische Labour-Abgeordnete Margaret Hodge hatte die Worte damals als «zutiefst beleidigend» bezeichnet.

Abbott war 1987 als erste schwarze Frau ins Parlament gewählt worden und später unter dem umstrittenen Ex-Parteichef Jeremy Corbyn Schatten-Innenministerin. Sie entschuldigte sich für ihren Brief. Sie wolle ihre Ausführungen voll und ganz zurückziehen und sich davon distanzieren, erklärte sie damals.

Zuletzt war der Druck auf Parteichef Keir Starmer in der Sache gewachsen. Die Zukunft der Politikerin scheint trotzdem ungewiss - der Zeitung «Times» zufolge könnte es sein, dass Abbott bei der Parlamentswahl nicht für Labour antreten darf. Die Partei äußerte sich dazu am Abend nicht. Großbritannien wählt am 4. Juli ein neues Parlament. Die Sozialdemokraten von Labour liegen in Umfragen derzeit vor den regierenden Konservativen.

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