Niederländische Bauern fordern Zugeständnisse

​Nach Protesten 

Farmer blockieren die Autobahn in den Niederlanden. Foto: epa/Vincent Jannink
Farmer blockieren die Autobahn in den Niederlanden. Foto: epa/Vincent Jannink

UTRECHT: Wegen der seit Wochen andauernden heftigen Proteste gegen Umweltauflagen sind niederländische Bauern erstmals mit der Regierung zu Gesprächen zusammengetroffen. Vertreter der Landwirte äußerten sich nach Ablauf am Freitag in Utrecht enttäuscht. Es gebe zwar Bewegung, aber das reiche nicht aus. «Der Ball liegt nun beim Kabinett», sagte der Vorsitzende des größten Verbandes LTO, Sjaak van der Tak, dem Radiosender NOS.

Die Landwirte hatten Zugeständnisse gefordert. Die Regierung müsse den Bauern entgegenkommen, und es müsse «mehr als nur Gesten» geben, sagte der LTO-Vorsitzende. Gesprächsleiter Johan Remkes sprach von einer «tiefen Vertrauenskrise». Eine Fortsetzung der Gespräche ist für Ende August geplant.

An den Gesprächen nahm auch Premier Mark Rutte teil. Die Regierung hält vorerst an ihren Plänen fest, die eine drastische Reduzierung der Stickstoff-Emissionen und der Landwirtschaft vorsehen.

Seit mehreren Wochen protestieren Bauern auch mit Gewalt gegen die geplante Auflagen der Regierung, um Naturgebiete zu schützen und Schäden zu beseitigen. Nach einem höchstrichterlichen Urteil muss der Stickstoff-Ausstoß stark reduziert werden. Das kann nach Berechnungen der Regierung das Aus für etwa 30 Prozent der Viehbetriebe bedeuten, einer der größten Verursacher von Ammoniak. Bauern fordern eine klare Zukunftsperspektive für ihre Höfe.

Insgesamt elf Bauernverbände nehmen an den Gesprächen teil. Die größten Verbände hatten Gespräche mit der Regierung zunächst abgelehnt. Premier Mark Rutte stimmte dann aber LTO um, den größten Verband. Die beiden radikalsten Bauernverbände wiesen die Einladung zurück. Aus Sorge vor gewalttätigen Protesten war der Ort der Gespräche zunächst geheim gehalten worden.

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