Nach Ankündigung von Hilfsaktion

​Papst trifft Migranten auf Zypern

Papst Franziskus nimmt an einem ökumenischen Gebet mit Migranten in der Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz in Nikosia teil. Foto: epa/Alessandro Di Meo
Papst Franziskus nimmt an einem ökumenischen Gebet mit Migranten in der Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz in Nikosia teil. Foto: epa/Alessandro Di Meo

NIKOSIA: 50 Migranten will Papst Franziskus nach Auskunft des zyprischen Präsidenten von der Mittelmeerinsel nach Rom bringen. Der Vatikan schweigt dazu noch. Zunächst steht ein Treffen des Pontifex mit den Migranten an.

In der kleinen Kirche von Santa Croce hofft Papst Franziskus auf einen großen Moment seines Besuchs auf Zypern. In dem Gotteshaus mitten auf dem von UN-Soldaten bewachten Grenzstreifen zwischen dem türkisch-besetzten Norden und dem nach EU-Regeln lebenden Süden will der Pontifex am (heutigen) Freitagabend Migranten treffen. Das Thema Flüchtlinge ist dem obersten Katholiken sehr wichtig. Schon an seinem ersten Tag auf der Mittelmeerinsel hatte Franziskus die Migranten immer wieder erwähnt.

Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades war vorgeprescht und hatte verkündet, dass der Papst 50 Migranten mit nach Rom nehmen wolle. Der Plan ist vom Vatikan aber noch nicht offiziell bestätigt. Dementsprechend gab es zunächst auch noch keine Details wie etwa den logistischen Ablauf einer solchen Aktion.

Zypern nimmt im Verhältnis zur Zahl der Einwohner die meisten Migranten innerhalb der EU auf. Die kleine Insel komme dabei immer mehr unter Druck, sagte Anastasiades bei einem Treffen mit dem Papst. Erst in der Nacht zum Donnerstag war es in einem überfüllten Migranten-Auffanglager zu einer Schlägerei zwischen rund 300 Menschen verschiedener Nationalitäten gekommen. Mindestens sieben Leute wurden verletzt, wie zyprische Medien berichteten.

Fast täglich kommen in Booten aus der Türkei und dem Nahen Osten Migranten auf Zypern an. Der Inselstaat hat bereits eine elf Kilometer lange Absperrung entlang der Trennungslinie zwischen Süd- und Nordzypern gebaut. Der Stacheldrahtzaun steht im Westen der geteilten Hauptstadt Nikosia.

Vor dem Treffen mit den Migranten will Papst Franziskus mit dem Oberhaupt der Orthodoxen Kirche auf Zypern, Chrysostomos II., sprechen. Anschließend ist eine Messe des Pontifex im größten Stadion der Insel vorgesehen.

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