Myanmar will Rohingya in «neue Dörfer» zurückholen

Foto: epa/Lynn Bo Bo
Foto: epa/Lynn Bo Bo

RANGUN (dpa) - Myanmar will rund 700.000 Rohingya-Flüchtlinge zurück ins Land holen und in elf «neuen Dörfern» unterbringen.

Das sagte der Staatssekretär im Außenministerium, Myint Thu, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Rangun. 374 nach Bangladesch geflohene Rohingya seien bislang zur Rückkehr überprüft worden und würden «innerhalb von Wochen» zurückkehren. Sie kämen zunächst in ein Transitlager, dann in ein «neues Dorf mit Sicherheitsvorkehrungen» nahe ihrem ursprünglichen Zuhause, sagte Myint Thu.

Menschenrechtsaktivisten warnten davor, dass die im mehrheitlich buddhistischen Myanmar unterdrückten Muslime in diesen «neuen Dörfern» eingesperrt würden. Wenn die Flüchtlinge dorthin kämen, «werdem sie wie in einem Flüchtlingslager leben (...), das sie nicht verlassen dürfen», sagte Chris Lewa von der Rohingya-Organisation Arakan Project. Human Rights Watch äußerte sich ähnlich.

Nach einer Welle der Gewalt gegen die Rohingya waren im vergangenen Sommer mehr als 650.000 Rohingya in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Dort entstand eines der größten Flüchtlingslager der Welt.

Während die Regierung Myanmars beteuert, für eine Rückkehr der Flüchtlinge zu arbeiten, werden die im Land verbliebenen Rohingya nach Einschätzung von Experten der Vereinten Nationen weiter verfolgt. Die Menschen würden offenbar bewusst ausgehungert, sagte die UN-Sonderberichterstatterin Yanghee Lee am Montag in Genf. Zudem würden verlassene Rohingya-Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und an ihrer Stelle Stützpunkte für Sicherheitskräfte errichtet.

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Leserkommentare

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TheO Swisshai 19.03.18 22:16
@Oliver Harms / Rohingyas
Immerhin behaupten Sie nicht die Rohingyas seien von Bangladesch eingedrungen. Aber sonst ist nicht viel wahres an Ihrer Darstellung. Oder können Sie die 4 Behauptungen irgend wie Belegen, oder haben seriöse Quellen angaben ? Die 47 Mitgliedstaaten des UN-Menschenrechtsrat werden von der UN-Vollversammlung gewählt. Jedes dieser Länder stellt einen Vertreter für den Rat. So wie zur Zeit Saudia Arabien eben auch 1 von 47 Kommissaren stellt. Die Amtsdauer beträgt 3 Jahre. Ein Staat kann jederzeit mit 3/4 Mehrheit abgewählt werden. Um Mitglied zu werden, musste SA versprechen, in nächster Zeit die Menschenrechte zu verbessern, vor allem bezüglich den Frauenrechten. So hat man auch schon erste Schritte unternommen, damit Frauen bald alleine Autofahren dürfen.und es ihnen gestattet wird Sportveranstaltungen in Stadien zu besuchen.
Oliver Harms 18.03.18 23:32
tatsachen verdreht!!
der terror ging und geht von den in den 1880 jahren illegal zusammen mit der besatzunsmacht england nach birma eingedrungenen rohingas aus!!!schon vergessen? 1.illegal in das land gekommen 2.illegal land genommen 3.seit dem morden,plündern,vergewaltigen von nicht moslems 4.das illegale besätzte land von burma abspalten zum aufbau eines moslemstaates eben dort aber die öl lobby-saudies-verdrehen schon die warheit sehr gut ansonsten ist es schon sehr merkwürdig das ausgerechnet ein araber un menschenrechtskommisar werden konnte........aus einem land in dem frauen wie sklaven gehalten werden.
Andy 18.03.18 01:26
Myanmar will Rohingya zurückholen?
Das riecht nach einer Falle! Die neuen "Dörfer" erwecken bei mir den Gedanken es könnte sich um KZ handeln! Man kann den Rohingya nur abraten, das Angebot aus Myanmar anzunehmen.