Myanmar-Krise bremst Thailands Condo-Markt

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Der thailändische Verband für Eigentumswohnungen warnt vor einem signifikanten Rückgang im Immobiliensektor, nachdem die myanmarische Regierung hart gegen den Erwerb thailändischer Wohnungen durch ihre Bürger vorgegangen ist.

Prasert Taedullayasatit, der Präsident des Verbandes, berichtet, dass bereits Transaktionen im Wert von über einer Milliarde Baht blockiert wurden. Diese Entwicklung könnte das zweite und dritte Quartal dieses Jahres stark beeinflussen.

Laut Prasert waren Käufer aus Myanmar bisher eine wachsende Käufergruppe und der Ausfall dieser Zielgruppe ist ein schwerer Schlag für den Markt. „Kunden aus Myanmar hatten zuletzt enorm zur Dynamik unseres Marktes beigetragen“, erklärt Prasert. Mit einer Zunahme ihrer Marktanteile auf 10 Prozent der Gesamttransaktionen nach Anzahl und sogar 12 Prozent nach Wert im Jahr 2023 zeigen die Daten des Real Estate Information Center (REIC) die Bedeutung dieser Käufergruppe.

Im Jahr 2022 rangierten myanmarische Staatsangehörige noch auf Platz sechs bei der Anzahl der Einheiten und auf dem dritten Platz beim Wert der Transaktionen. Ein Jahr später verbesserten sie ihre Position auf den vierten Platz, mit einem Anstieg um 61 Prozent bei der Anzahl der Einheiten und etwa 45 Prozent beim Wert im Vergleich zum Vorjahr. Im ersten Quartal 2024 haben sie den russischen Markt sogar überholt und rangieren jetzt auf dem zweiten Platz.

Diese Entwicklungen sind umso bemerkenswerter, da das Interesse aus China, dem traditionell größten ausländischen Markt, nachlässt. Die chinesischen Käufer, die von 2018 bis 2022 zwischen 54 und 63 Prozent der Käufe ausmachten, sind auf unter die Hälfte gesunken.

„Seit den politischen Unruhen im Jahr 2021 ist der Markt in Myanmar im Aufschwung“, bestätigt Vichai Viratkapan, amtierender Generaldirektor der REIC. „Kürzlich meldeten einige Bauträger, dass die Hälfte ihrer Wohnungsübertragungen an Ausländer aus Myanmar stammten.“

In Bangkok, dem Hauptzielort für Investitionen aus Myanmar, haben die Übertragungen an diese Gruppe im ersten Quartal 2024 dramatisch zugenommen. „Die Anzahl der Transaktionen stieg um 446 Prozent, der Wert um 333 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so Vichai.

Angesichts des Durchgreifens könnten sich die Käufer von fertig gestellten Einheiten auf nicht geplante Einheiten verlagern, um Zeit für finanzielle Transaktionen zu gewinnen, erklärt Prasert. Surachet Kongcheep, geschäftsführender Direktor des Beratungsunternehmens Property DNA Co., fügt hinzu: „Dies wird jene treffen, die noch nicht den vollen Betrag abgehoben haben. Sie müssen möglicherweise alternative Methoden suchen oder in Verhandlungen treten.“

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Michel Maillet 09.06.24 10:00
Herr Hasselwander
Es handelt sich um den Teil der Myanmaren, die bisher die eigene Bevölkerung versklaven und verarmen ließen und sich an die Junta geschmiert, enorm bereichert haben. Waren Sie schon mal in Burma?
Holger Hasselwander 08.06.24 21:10
Hätte ja nicht gedacht dass die Burmesen so im Geld schwimmen
Hartmut Wirth 08.06.24 17:00
@Laddawan Sukkon
Gibt's da irgendwelche Probleme?
Klar, wäre es besser, es gäbe eine "Green Card", aber das Prozedere mit dem Visum ist doch an einem Tag erledigt.

Da fordern einige eine stärke Kontrolle der Migranten in Europa, und hier schreien sie Zeter und Mordio, wenn Thailand das macht. Ist doch schon irre: von Anderen fordern, aber bitte nicht bei mir anfangen.
Titus 08.06.24 14:50
@Laddawan Sukkon
Kann ihren Ausführungen zu 100% zustimmen, daher bedarf es meinerseits keinen weiteren Kommentar.
Laddawan Sukkon 08.06.24 13:20
Es ist fraglich, ob .......
.... der Artikel eine Substanz hat. Dass ausgerechnet Myanmar das Zünglein an der Waage gewesen sein soll; ausser ein paar Superreichen und den Tatmadaw (burmesisches Militär) ist da wohl nicht viel Fleisch am Immobilienknochen.

Viel interessanter ist der Umstand, dass 51% der Wohneinheiten ja - per Dekret - nur von Thailänder gekauft werden können; womit dies allenfalls ein nicht ganz unwichtiges Stück am Condominium-Kuchen darstellt.

Wenn Thailand ihren Immobilienmarkt freimarktwirtschaftlich betreiben wollen, dann müssen sie die ganzen Restriktionen gegenüber Nichtthailänder überarbeiten; nicht nur die Prozentzahl von Wohnungen sondern auch das ganze Drama um Aufenthaltsbewilligungen. Wieso soll ein Ausländer in Thailand etwas kaufen und sich dann mit den hochoffiziellen Beamten der Einwanderungsbehörden rumschlagen. Die wollen dann wieder Photos vom Schlafzimmer, der Hausnummer, die Arie alle 90 Tage, die TM30 Darbietung mit zig Photokopien, alle mit blauer Tinte zu unterschreiben.

Thailand - quo raids?