Mutter sah Foto einer am Baum aufgehängten Frau

Todesfall Elise Dallemagne auf Koh Tao – Internationale Presse reagiert

Elise Dallemagne aus Brüssel: Ihr Tod gibt Rätsel auf und spaltet die Meinungen. Die Polizei erklärte einen zweifelsfreien  ‚Selbstmord‘, aber in vielen Netzwerken werden Gegentheorien aufgestellt. Fotos: Facebook privat
Elise Dallemagne aus Brüssel: Ihr Tod gibt Rätsel auf und spaltet die Meinungen. Die Polizei erklärte einen zweifelsfreien ‚Selbstmord‘, aber in vielen Netzwerken werden Gegentheorien aufgestellt. Fotos: Facebook privat

KOH TAO: Der Bericht über die tot auf Koh Tao gefundene Belgierin Elise Dallemagne (30) hat zwischenzeitlich auch internationale Medien auf den Plan gerufen. Die junge Frau soll sich laut Polizei an einem Baum oberhalb der Tanote Bay erhängt haben. Ihre Leiche wurde (wir berichteten) am 27. April gefunden.

Bis zu einem Hilfsaufruf der Mutter auf Facebook war ihr Tod von den Behörden geheim gehalten worden – vermutlich um neuerliche wilde Spekulationen zu unterbinden und den Tourismus nicht zu beschädigen.

Die Mutter von Elise Dallemagne hat heute auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, am 2. Mai von den Polizeiermittlern auf Koh Tao ein Foto gezeigt bekommen zu haben. Darauf habe sie eine nicht identifizierbare Person mit langen braunen Haaren gesehen, die an einem Strick hing. Durch den mehrtägigen Verbleib der Leiche im Freien sei diese für sie nicht identifizierbar gewesen.

Weshalb nicht schon Ende April eine Meldung der Polizei herausgegangen ist, zeitnah zum Fund der angeblich durch Freitod gestorbenen Elise Dallemagne, das sorgt für Aufregung in sozialen Netzwerken. Ein lange auf Koh Tao lebender Unternehmer erklärte heute, dass sehr wahrscheinlich nach dem Fund die Order aus der übergeordneten Polizeidirektion Surat Thani ergangen sei, die Überreste schnell und ohne Aufhebens in die forensische Abteilung des Staatlichen Krankenhauses zu schicken.

Von dort wurde der Leichnam später nach Bangkok ins Polizeihospital zur weiteren Obduktion übersandt. Ein abschließender Autopsie-Report liegt bis heute nicht vor. Elise Dallemagnes menschliche Überreste sind in Bangkok eingeäschert und in ihrer Heimat beigesetzt worden.

Während bis dato keine einzige thailändische Zeitung den umstrittenen Selbstmord der jungen Belgierin aufgegriffen hat, ist das Interesse im Heimatland Belgien und in Großbritannien groß. Tageszeitungen und Fernsehstationen erkundigten sich heute nach Details des tragischen Ablebens von Elise Dallemagne und stellten Nachforschungen an. Der Fall, der möglicherweise gar keiner sein muss, erhält durch die wochenlange Stillhaltetaktik der Ermittlungsbehörden Südthailands eine ungeahnte Dimension.

Michele van Egten, die Mutter von Elise, bittet weiter Zeugen um Hinweise. Sie möchte erfahren, wer in den vergangenen Wochen auf Koh Phangan oder die letzten Tage von Elise Dallemagne auf Koh Tao Kontakt zu ihr hatte oder sonstige Informationen liefern könnte.

Trotz des Polizeifotos zweifeln Michele van Egten und ihr Mann laut eigenen Angaben am Freitod ihrer Tochter. „Elise war ein lebensfroher Mensch, sie wollte nach Hause, hatte noch am 21. April ein Ticket im Poseidon Resort in der Tanote Bay für den 24. April nach Bangkok gekauft.“ Weshalb hätte sie sich Stunden später anders entscheiden und alleine an einem Baum im Dschungel aufhängen sollen, fragt ihre Mutter. „Das alles ergibt einfach keinen Sinn“, sagt Michele van Egten.

Update: Laut der Tageszeitung The Nation in Bangkok hat die Polizei in Bangkok neue Ermittlungen aufgrund der Beschwerde der Mutter sowie der aktuellen Presseberichte angeordnet.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.