Mutmaßlicher Attentäter angeklagt

Foto: epa/Martin Hunter
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CHRISTCHURCH (dpa) - Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch soll sich neben vielfachen Mordes auch wegen Verstoßes gegen die neuseeländischen Terrorgesetze vor Gericht verantworten müssen. Dies teilte Neuseelands Polizeichef Mike Bush nach einem Treffen mit Hinterbliebenen am Dienstag mit.

Zudem lautet die Anklage nach dem Tod eines weiteren Opfers in der Türkei nun auf 51-fachen Mord und 40-fachen Mordversuch. Einen Termin für den Beginn des Prozesses gibt es noch nicht.

Dem 28 Jahre alten Australier wird zur Last gelegt, Mitte März während der Zeit des Freitagsgebets zwei voll besetzte Moscheen überfallen zu haben. Die Tat war live im Internet zu sehen, weil der Schütze mit einer Helmkamera unterwegs war. Kurz zuvor hatte der Australier, der einen Wohnsitz in Neuseeland hatte, ein Pamphlet mit rechtsradikalen und rassistischen Parolen veröffentlicht. Er sitzt nun in Neuseelands einzigem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland in Untersuchungshaft.

Der Mann soll am 14. Juni das nächste Mal vor Gericht erscheinen. Beim vorigen Termin hatte die Justiz angeordnet, seinen Geisteszustand zu untersuchen. Die Anklage wegen Terrorvorwürfen ist umstritten. Manche Juristen vermuten, dass sich der Prozess dadurch in die Länge ziehen könnte. Bei einer Verurteilung droht dem Australier lebenslange Haft.

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