Mönch wirft Journalisten Landesverrat vor

 Ashin Wirathu. Foto: epa/Lynn Bo Bo
Ashin Wirathu. Foto: epa/Lynn Bo Bo

RANGUN (dpa) - In Myanmar hat ein wichtiger buddhistischer Mönch die Festnahme von zwei einheimischen Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters mit «Landesverrat» gerechtfertigt. Der einflussreiche Geistliche Ashin Wirathu hielt den beiden Reportern am Freitag auf Facebook vor, für ausländische Kräfte und für Muslime zu arbeiten. Zudem behauptete er, dass in Myanmar viele ausländische Journalisten als «Agenten» unterwegs seien. Wirathu gilt als einer der Hauptverantwortlichen für Stimmungsmache gegen Muslime in dem südostasiatischen Land.

Die beiden Reuters-Journalisten waren am Dienstagabend festgenommen worden. Ihnen wird zur Last gelegt, über die Zustände im Bundesstaat Rakhine recherchiert zu haben, wo die muslimische Minderheit der Rohingya Verfolgung ausgesetzt ist. Mehrere hunderttausend Muslime sind deshalb ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Das Gesetz zu Staatsgeheimnissen, nach dem die Journalisten belangt werden, stammt noch aus Myanmars Kolonialzeit. Es sieht eine Höchststrafe von 14 Jahren Gefängnis vor.

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