Mitteleuropäer fordern EU-Kandidatenstatus für Bosnien-Herzegowina

Treffen der Central Five in Ungarn. Foto: epa/Noemi Bruzak
Treffen der Central Five in Ungarn. Foto: epa/Noemi Bruzak

BUDAPEST: Fünf mitteleuropäische EU-Mitgliedsstaaten haben die Europäische Union dazu aufgefordert, dem Westbalkan-Land Bosnien-Herzegowina den Kandidatenstatus zu verleihen. «Es geht um ein Signal unserer Regierungen, dass der Westbalkan für die EU wichtig ist», erklärte der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Budapest. Bei ihrem Treffen in der ungarischen Hauptstadt forderten die Außenminister der sogenannten C5 (Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei und Slowenien), dass der nächste EU-Gipfel im Oktober das Thema auf die Tagesordnung setzt.

Beim EU-Gipfel im Juni hatten die von Russland angegriffene Ukraine sowie Moldau den EU-Kandidatenstatus erhalten. Bosnien, das immer noch an den Folgen des Kriegs von 1992 bis 1995 leidet, war bei jenem Gipfel übergangen worden. Einige Westbalkan-Länder wie Serbien und Montenegro verhandeln bereits seit längerem über einen EU-Beitritt. Nur Bosnien und das Kosovo haben noch keinen Kandidatenstatus.

Die Ländergruppe der C5 war 2020 gegründet worden, um ursprünglich die regionale Zusammenarbeit in der Corona-Krise zu stärken. Das Treffen in Budapest war das erste seit Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine. In manchen Punkten seien sich die Teilnehmer nicht einig, räumte Schallenberg ein. Insbesondere Ungarn verfolgt Beobachtern zufolge eine eher russland-freundliche Außen- und Energiepolitik.

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