Mit Zonen und Mautgebühren gegen den Verkehrsinfarkt

Foto: epa/Narong Sangnak
Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Die Staus in Bangkok, auch in anderen Städten des Landes, kosten täglich an Sprit 97 Millionen Baht. Aufs Jahr gerechnet sind das 35 Milliarden Baht, die Fahrer ungenutzt verbrauchen.

Deshalb fordert Seree Suwanpanont einschneidende Maßnahmen gegen den Verkehrsinfarkt. Der Vorsitzende des für die Verkehrssicherheit zuständigen Gremiums beim Lenkungsausschuss für die Nationale Reform sieht in den Verkehrsstaus eine ständige Gefahr für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt und verweist auf das mangelhafte Straßennetz und die drastisch steigende Zahl der Fahrzeuge. Laut Seree sind im Großraum Bangkok inzwischen über neun Millionen Autos registriert, das Straßennetz hingegen sei für nur 1,5 Millionen Wagen ausgelegt. Also müsse die Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen kontrolliert werden.

Der bereits seit längerem diskutierte Vorschlag, Autos mit geradem Kfz-Kennzeichen und ungerader Zahl im täglichen Wechsel das Fahren zu erlauben, sei nur sinnvoll, wenn gleichzeitig Zonen eingerichtet und Mautgebühren von Motorisierten kassiert würden. Seree Suwanpanont fordert die Regierung auf, Verkehrsstaus und Verkehrssicherheit auf die nationale Agenda zu setzen.

Für den stellvertretenden Ministerpräsidenten Prawit Wongsuwon ist das Problem einfach zu lösen: Mehr Polizisten zur Regelung des Verkehrs einsetzen.

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dodojero 04.09.16 10:30
Fahrgemeinschaften bilden
wäre eine Lösung. Entweder unter Freunden und Kollegen privat organisieren, oder übers Internet ähnlich der Mitfahrerzentrale. Ich fahre oft allein nach Bkk hin und zurück. Hätte nichts dagegen Leute mitzunehmen, insofern die sich (aus Sicherheitsgründen) vorher registriert haben. Als ich noch ein Lehrling war bin ich mit einer Mitschülerin die in meiner Nähe wohnte 2 x wöchentlich in die 25 km entfernte Berufsschule gefahren. Dafür habe ich ihr ein paar Mark Benzingeld gegeben und jeder war glücklich. Warum geht sowas hier nicht?
Jürgen Franke 02.09.16 17:12
Herr Pieper, Ihre Beschreibung
stimmt mit meinen Beobachtungen überein. Auch mich würde interessieren, wer für die Infrastruktur zuständig ist. Nach wie vor wird in Patong ohne Ende gebaut. Es werden jedoch weder die Straßen verbreitert, noch für die Hotels Parkplätze angelegt. Bürgersteige dienen sowieso lediglich als Parkfläche für Mopeds. Ihr Hinweis, an einer roten Ampel den Motor auszuschalten, geht aber doch zu weit, denn dann geht ja auch die Klimaanlage aus. Das ist unzumutbar.
Adi Pieper 02.09.16 16:20
Die ich rief die Geister
Vor nur wenigen Jahren beschloss die Regierung den Kauf von Autos radikal zu subventionieren, indem fast keine Zinsen und keine Anzahlung für diese Kraftfahrzeuge geleistet werden musste, ohne die Infrastruktur entsprechend zu verbessern. Und heute wundert man sich, dass überall in Thailand die Strassen verstopft sind.
Auf Koh Samui, z.B. sind die Strassen zu eng und Parkplätze rar, so dass jeder mitten auf der Strasse anhält wo er gerade etwas zu erledigen hat, wie etwa for 7/11 Läden.
In Bangkok auf dem Expressway sieht es aus wie in Deutschland auf der Autobahn, in jedem Auto sitzt nur eine Person. Es gibt keine Expresspur für mehr besetzte Autos. Es gibt keine Autos, wie in Deutschland, die den Motor an Ampeln, die oftmals 120 Sekunden auf Rot stehen, ausschalten. Der Honda Click 125 Scooter hat diese Funktion wahlweise, aber niemand scheint sie zu nutzen.
Es gibt keine Ampelkoordinierung, wenn man Pech hat sitzt man gleich wieder 2 Minuten an der nächsten Ampel fest.
Dass überhaupt noch etwas im Verkehr funktioniert muss man der Thai Mentalität zuschreiben, die dem ganzen etwas gelassener als wir Europäer gegenüber stehen.