Mindestens 17 Dorfbewohner getötet

Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge sind vor dem Central in Myanmar stationiert. Foto: epa/Lynn Bo Bo
Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge sind vor dem Central in Myanmar stationiert. Foto: epa/Lynn Bo Bo

YANGON: Bei bewaffneten Zusammenstößen zwischen dem Militär und lokalen Widerstandsgruppen sind in Myanmar Medienberichten zufolge mindestens 17 Dorfbewohner getötet worden. Die meisten der Toten seien noch im Teenageralter, meldete das Portal Myanmar Now. 13 der Toten waren demnach Angehörige der Selbstverteidigungsgruppen, hinzu kamen 4 weitere Dorfbewohner. Die Kämpfe ereigneten sich in einem Dorf in der zentralen Region Magway. In anderen Berichten war von mindestens 20 Toten die Rede.

«Es begann am Donnerstag, und wir haben die Körper gestern eingesammelt», sagte ein Dorfbewohner der Deutschen Presse-Agentur am Samstag am Telefon. «Sie haben schwere Artillerie und Geschütze eingesetzt, um zu töten, aber die Dorfverteidigungskräfte hatten nur handgefertigte Gewehre. Sie haben auch die Häuser im Dorf niedergebrannt und die älteren Dorfbewohner, Frauen und Kinder drangsaliert, die in einem Kloster Schutz gesucht hatten», schilderte er das Vorgehen der Streitkräfte.

Das südostasiatische Myanmar versinkt seit einem Putsch der Generäle Anfang Februar in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden bereits mehr als 1000 Menschen getötet. Nach dem Putsch haben Einwohner in vielen Landesteilen bewaffnete Gruppen gebildet, um sich gegen die Militärgewalt zur Wehr zu setzen. Am Dienstag hatte die Regierung der Nationalen Einheit, eine Art Gegenregierung zur Militärjunta, zu einem nationalen Aufstand aufgerufen.

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