Millionenbetrug mit Solarmodulen

Drei Männer festgenommen

Archibild: epa/Efe//LUKAS COCH
Archibild: epa/Efe//LUKAS COCH

AUGSBURG (dpa) - Bei einer Razzia in Deutschland, Spanien und der Schweiz haben Zollfahnder drei Männer wegen Verdachts auf Millionenbetrug mit Solarmodulen festgenommen. Sie sollen bei der Einfuhr solcher Module aus China in die EU gewerbs- und bandenmäßigen Schmuggel betrieben haben, wie das Zollfahndungsamt München am Mittwoch mitteilte.

Mit der Festnahme der aus Stuttgart, Bremen und Hamburg stammenden Männer vollstreckten die Ermittler drei Haftbefehle des Amtsgerichts Augsburg. Das Trio soll bei der Zollabfertigung in Deutschland und den Niederlanden mehr als 35 Millionen Euro an Antidumping- und Ausgleichszöllen durch Vorspiegelung falscher Tatsachen oder Umgehung bestehender Regelungen hinterzogen haben.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft den 34, 39 und 46 Jahre alten Männern vor, zwischen Dezember 2014 und Januar 2017 bei mehr als 400 Importvorgängen mit einem dem Zoll gegenüber deklarierten Handelsvolumen von mehr als 90 Millionen Euro gegen die seinerzeit geltende Mindesteinfuhrpreisregelung zwischen China und der EU verstoßen oder die wahre Herkunft der Module falsch angegeben zu haben.

Chinesische Solarmodulhersteller sind verpflichtet, ihre Produkte zu einem Mindesteinfuhrpreis in die EU zu importieren. Andernfalls werden Antidumping- und Ausgleichszölle fällig. So soll der europäische Markt vor billigen Solarmodulen aus China geschützt werden, teilte das Zollfahndungsamt mit.

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