Mihambo mit gutem Sprung zum Meistertitel

Mehrere Hoffnungen für WM

Deutsche Meisterschaft, Entscheidungen. Weitsprung, Frauen. Malaika Mihambo gewinnt das Springen. Foto: Soeren Stache/dpa
Deutsche Meisterschaft, Entscheidungen. Weitsprung, Frauen. Malaika Mihambo gewinnt das Springen. Foto: Soeren Stache/dpa

BERLIN: Weitsprung-Ass Malaika Mihambo springt aus dem Training heraus unangefochten zum nächsten deutschen Meistertitel. Für weitere sportliche Höhepunkte auf dem Weg zur Leichtathletik-WM sorgen zuvor unter anderen Gina Lückenkemper und Kristin Pudenz.

Malaika Mihambo holte sich an einem warmen Sommer-Sonntagabend den verdienten Applaus der Leichtathletik-Fans im Olympiastadion ab. Angeführt von der Titelverteidigerin haben gleich mehrere deutsche WM-Hoffnungen bei den nationalen Meisterschaften in Berlin Selbstvertrauen für die anstehenden Welttitelkämpfe geschöpft. Weltmeisterin und Olympiasiegerin Mihambo sprang in Berlin gute 6,85 Meter und war zum sechsten Mal die Beste in Deutschland.

Geglänzt hatten schon am Samstag auch Gina Lückenkemper mit einem 100-Meter-Sprint unter elf Sekunden sowie Diskuswerferin Kristin Pudenz, die bei der WM ab dem 15. Juli in Eugene in den USA zu den Medaillenkandidatinnen zählt. Mit der Heim-EM in München folgt ab dem 15. August noch ein Höhepunkt.

Mihambo war zufrieden mit dem Sieg, sieht aber noch viel Potenzial. «Klar war heute mehr drin. In den Details hat nicht alles ineinander gegriffen», erklärte sie im ZDF. «Ich weiß, dass die Form sehr gut ist. Leider habe ich es nicht aufs Brett gebracht. Das letzte bisschen werde ich auf jeden Fall noch rausarbeiten.»

Vor dem Start hatte sie darauf verwiesen, dass sie aus dem vollen Training heraus antreten würde. Die 28-Jährige von der LG Kurpfalz, die in diesem Jahr schon auf 7,09 Meter flog, musste sich davor zudem von einer leichten Knieverletzung erholen. Im dritten Versuch gelang ihr vor einigen Tausend Zuschauern dann die Siegesweite.

Vier Jahre nach EM-Silber auf der blauen Bahn im Olympiastadion startete die lange durch Verletzungen und Tücken der Corona-Pandemie gebremste Lückenkemper wieder richtig durch. Ihre Siegerzeit von 10,99 Sekunden war für die 25-jährige Westfälin auch Genugtuung für schwierige Phasen. Sie erlebte nach eigenen Angaben massive Beleidigungen und Anfeindungen in den sozialen Medien.

«Am schlimmsten war, dass in der Gesellschaft auf jemanden, der am Boden liegt, eher drauf getreten wird, als dass eine helfende Hand kommt», sagte die Athletin vom SCC Berlin im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF. «Social Media ist Fluch und Segen zugleich, Fluch war es bei mir vor zwei Jahren», berichtete sie, betonte aber: «Ich hatte immer das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.»

Zuvor schleuderte Pudenz den Diskus auf persönliche Bestweite von 67,10 Meter und untermauerte nach Olympia-Silber in Tokio im Vorjahr ihre Anwartschaft auf eine Medaille auch bei der WM. Shanice Craft (64,64), Julia Harting (64,34) und Claudine Vita (63,36) machten Pudenz in einem hochklassigen Wettbewerb mächtig Konkurrenz.

Im Männer-Wettbewerb am Sonntag schaffte Christoph Harting sechs Jahre nach seinem Olympiasieg in Rio keine Trendwende zum Besseren und wurde mit 59,91 Metern nur Vierter. Der Magdeburger Martin Wierig gewann mit 64,25 Metern seinen zweiten Titel.

Im Hochsprung meldete sich Mateusz Przybylko vier Jahre nach dem EM-Titel an gleicher Stelle zurück und überquerte 2,30 Meter. Das gelang auch Titelverteidiger Tobias Potye, der damit ebenfalls die EM-Norm schaffte. Bereits am Samstag überzeugte auch Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre mit übersprungenen 5,90 Metern. Speerwerfer Julian Weber siegte mit guten 86,61 Metern.

Für andere Leistungsträger wie Webers an der Schulter verletzten Rivalen Johannes Vetter gilt es nun, bis zum ersten internationalen Saisonhöhepunkt in knapp drei Wochen noch fit genug zu werden. Auch Langstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen, Hindernisläuferin Gesa Krause, Speerwerferin Christin Hussong sowie die Sprinterin und Bob-Olympia-Zweite Alexandra Burghardt sind im US-Bundesstaat Oregon deutsche Hoffnungsträger.

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