Österreich für Sammellager in Afrika

Österreichs Innenminister Herbert Kickl. Foto: epa/Florian Wieser
Österreichs Innenminister Herbert Kickl. Foto: epa/Florian Wieser

WIEN (dpa) - Österreichs Innenminister Herbert Kickl ist optimistisch, dass mit den Staaten in Nordafrika eine Einigung über mögliche Sammellager für Migranten auf afrikanischem Boden erzielt werden kann. «Wir versuchen, diese harten Bretter zu bohren, schlicht und ergreifend, weil wir es den Menschen schuldig sind», sagte Kickl am Freitag vor einer Migrationskonferenz mit wichtigen Vertretern aus Nordafrika und mehreren EU-Staaten in Wien.

Kickl erklärte, dass sowohl die afrikanischen als auch die EU-Staaten großes Interesse daran haben müssten, dass die EU einen effektiven Außengrenzschutz betreibt. «Wir wollen ein Gespräch auf Augenhöhe, eine Win-Win-Situation aller Beteiligten im Interesse aller Beteiligten.» An der Konferenz in Wien nahmen Vertreter aus Ägypten, Algerien, Marokko, Tunesien, Niger, Tschad und Mali teil.

Bei der Konferenz trifft zudem Italiens Innenminister Matteo Salvini auf Vertreter des deutschen Innenministeriums. Aus italienischen Ministeriumskreisen hieß es vor der Konferenz, dass Salvini das geplante Abkommen mit Deutschland zur Rücknahme von Flüchtlingen noch nicht unterschrieben habe und darüber in Wien reden wolle. Salvini werde keine Einigung akzeptieren, die Italien auch nur einen Flüchtling mehr bringen würde.

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Leserkommentare

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Thomas Sylten 15.09.18 19:21
ohne Ursachenbekäpfung geht es nicht
Herrn Picard: Im großen und ganzen haben Sie wohl Recht, auch wenn ich die Befürworter einer "unbegrenzten Einwanderung" nicht als krank, sondern zumeist als jung, auf jeden Fall idealistisch und mit großer Empathie (Mitgefühl) ausgestattet sehe, was ja nicht unsympathisch ist. Aber angesichts der begleitenden Probleme leider völlig unrealistisch, weshalb hier dringend Lösungen gefunden werden müssen, die freilich bereits bei den Fluchtursachen ansetzen müssen - wo denn sonst ?! International überwachte Auffanglager in Nordafrika sind da m.E. durchaus vorstellbar: hierhin könnten Bootsflüchtlinge gebracht und Asylanträge geprüft werden. Mit entsprechenden begleitenden Infrastrukturmaßnahmen wären die beteiligten Staaten wohl auch allzu gern bereit dazu. Sicher nicht ganz billig, aber allemal billiger als was zurzeit läuft - und nur ein fairer Ausgleich angesichts des wirtschaftlichen Ungleichgewichts, welches die Migration ja antreibt..
Volker Picard 14.09.18 18:41
Inzwischen ist ja auch Herr Schäuble
zu dem Schluß gekommen, dass es nur die Chance gibt, grundsätzlich alle Afrikaner zurückzuführen. Dann würde endlich das Massensterben auf See aufhören, die Schlepper-Mörder auf Dauer keinen Erfolg mehr haben und endlich diese Flüchtlingskrise vielleicht in 10 Jahren bewältigt werden. Die Befürworter unbegrenzter Einwanderung sind krank und sich nicht darüber bewußt: Damit wird Europa keine Zukunft mehr haben, Natürlich müßte auch endlich der Schwachsinn mit der Entwicklungshilfe in geordnete Bahnen, d.h. nur noch Sachhilfe und Ausbildung, keine Zahlungen mehr an die kriminellen Oligarchen, davon kommt bei den Bürgern genau 0 an.