Merkel weist US-Kritik zurück

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: epa/Omer Messinger
Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: epa/Omer Messinger

BERLIN (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump am hohen deutschen Handelsüberschuss zurückgewiesen.

Merkel sagte am Dienstag beim Wirtschaftstag des CDU-nahen Wirtschaftsrats, bei der Berechnung werde nur der Warenaustausch mit einbezogen, nicht aber Dienstleistungen. Würden Dienstleistungen mit zählen, hätten die USA einen großen Handelsüberschuss. Auf diesen Punkt haben mehrfach auch deutsche Ökonomen verwiesen. Merkel betonte außerdem, die deutschen Direktinvestitionen in den USA seien höher als umgekehrt.

Mit Blick auf den Handelskonflikt mit den USA und dem Eklat auf dem G7-Gipfel sagte Merkel: «Wir sind herausgefordert.» Europa müsse nun geschlossen reagieren.

Am Wochenende auf dem G7-Gipfel waren die gegensätzlichen Positionen der Europäer, Japaner und Kanadier sowie der USA in der Handelspolitik aufeinandergeprallt. US-Präsident Trump verteidigte seine Zusatzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Trump erwägt auch Strafzölle auf Autos. Merkel sagte, Europa müsse nun wie die USA zunächst untersuchen, wie sich die Autozölle auswirkten. Es komme dann darauf an, mit den USA zu sprechen, bevor wieder agiert werde.

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Leserkommentare

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Rudolf Lippert 13.06.18 21:57
Louis P. Schwendener
Endlich mal jemand der Klartext spricht. Hinzuzufügen wäre noch, dass die eu viele afrikanische agrarmärkte kaputtmacht, selbst aber grossen agrarprotektionismus betreibt. Es sei nur der unfaire Handel mit hähnchenteilen oder Zwiebeln genannt. Wie kann es sein, dass Zwiebeln aus Holland 30% billiger als die dort erzeugten Zwiebeln sind und heimische Farmer kaputt gehen? Klar: fair trade - frei übersetzt: fair getreten.
Rudolf Lippert 13.06.18 15:52
Ingo Kerp
Die EU erhebt auf amerikanische autos einen viermal so hohen zoll wie umgekehrt. Damit sitzt Frau Merkel de facto im Glashaus.
Louis P. Schwendener 13.06.18 15:49
Fakten anstelle des Blah Blah Blah von Merkel
Deutschland hat, mit 65 Milliarden Dollar, weltweit den 3. grössten Handelsüberschuss mit den USA. Deutschland exportiert mit 118 Milliarden Dollar schwer gewichtig Fahrzeuge und Zubehör, Maschinen und medizinal Produkte. USA exportiert mit 53 Milliarden nach Deutschland ähnliche Güter, Automobile, Flugzeuge und pharmazeutische Produkte. Fakten: auf importierte Personenwagen aus den USA erhebt die EU Zölle von 10 %, die Vereinigten Staaten dagegen auf deutschen nur 2,5 % (für die beliebten Pickups mit Ladefläche erhebt die EU gar 22 % Strafzoll). So, im Moment zieht Amerika nur in etwa gleich mit Europa. Wer glaubt, dass die EU sich nicht zu schützen weiß, und in vielen Bereichen ihre Unternehmen vor internationaler Konkurrenz mit horrenden Strafzöllen schützt, soll einmal die Liste der EU (Straf-) Einfuhrzölle studieren (z.B Stahlerzeugnisse aus China bis zu 90 %, Solarpanele bis zu 50 % etc. etc). Man kann halten von Trump was man will, aber dieses selbstgefällige und schon fast schizophrene Geplapper europäischer und deutscher Politiker geht echt viel mehr auf die Nerven. Fakenews par Excellence!
Ingo Kerp 13.06.18 13:15
Und was bringt die Zurückweisung, Frau Merkel? In ein paar Tagen kommen die Zoelle auf deutsche Autos. Die kann man natürlich auch zurückweisen, bringt aber nichts.