Menschen in Deutschland immer vermögender

Rekord im dritten Quartal

Bargeld, Bankeinlagen und Versicherungen stehen bei den Bundesbürgern weiter hoch im Kurs. Doch trotz der niedrigen Zinsen ist das Geldvermögen der privaten Haushalte zuletzt kräftig gestiegen. Foto: epa/Matthias Balk
Bargeld, Bankeinlagen und Versicherungen stehen bei den Bundesbürgern weiter hoch im Kurs. Doch trotz der niedrigen Zinsen ist das Geldvermögen der privaten Haushalte zuletzt kräftig gestiegen. Foto: epa/Matthias Balk

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Das Geldvermögen der Menschen in Deutschland ist trotz des Zinstiefs auf ein Rekordhoch gestiegen. Wertzuwächse bei Aktien und Investmentfonds ließen das Vermögen der privaten Haushalte zum Ende des dritten Quartals 2016 gegenüber dem zweiten Vierteljahr deutlich um 76 Milliarden Euro oder 1,4 Prozent auf 5.478 Milliarden Euro klettern, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte.

Darunter waren den Angaben zufolge allein gut 33 Milliarden Euro Bewertungsgewinne, insbesondere bei Aktien und Anteilen an Investmentfonds. Die Bundesbank berücksichtigt für die Auswertung Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüche an Versicherungen.

Nach vorläufigen Berechnungen der DZ Bank dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte im vergangenen Jahr insgesamt um knapp 230 Milliarden Euro auf gut 5.700 Milliarden Euro gestiegen sein. Neben Kursgewinnen habe vor allem «der anhaltende Sparfleiß der Bürger» für den Aufbau des Geldvermögens gesorgt, hieß es in der jüngst veröffentlichten Studie.

Dank des robusten Arbeitsmarktes und steigender Reallöhne konnten viele Menschen mehr Geld auf die hohe Kante legen. Hoch im Kurs stehen bei den Bundesbürger weiter als risikoarm wahrgenommene Anlagen. Unter dem Strich flossen der Bundesbank zufolge im dritten Quartal 20 Milliarden Euro in Bargeld und Bankeinlagen sowie in Versicherungen und Pensionseinrichtungen (19 Mrd).

Aus Spareinlagen zogen die privaten Haushalte unter dem Strich dagegen Geld ab. Seit die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die niedrige Inflation die Zinsen praktisch abgeschafft hat, werfen Sparbuch und Co. kaum noch etwas ab.

Nach Angaben der Bundesbank engagierten sich die als eher börsenscheu geltenden Deutschen vergleichsweise stark am Kapitalmarkt. Allerdings setzten sie vor allem auf Investmentfonds, insbesondere Aktien- und Immobilienfonds. In Aktien und sonstige Anteilsrechte steckten sie mit gut 3 Milliarden Euro dagegen weniger als in den Vorquartalen. Gekauft wurden den Angaben zufolge vor allem ausländische Papiere.

«Trotz leicht rückläufiger Mittelzuflüsse in Aktien verstärkt diese Entwicklung den Eindruck eines gewissen Renditebewusstseins, da ausländische Anlagen typischerweise als riskanter wahrgenommen werden und folglich gekauft werden, um höhere Renditen zu erzielen», erklärte die Bundesbank.

Zugleich nutzten die Bundesbürger die niedrigen Zinsen, um sich günstig Kredite zu verschaffen - vor allem für den Wohnungsbau, aber auch für den Konsum. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 1 Prozent auf 1.662 Milliarden Euro. Unter dem Strich erhöhte sich das Nettogeldvermögen damit um 1,6 Prozent auf 3.816 Milliarden Euro.

Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 16.01.17 16:32
Herr Harms, die von Ihnen aufgeführten
Tatsachen ändern alle nichts an den Fakten, die im Redaktionsbericht aufgeführt worden sind. Man sollte schon sehr genau lesen und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und nicht alle wirtschaftlichen Daten und Zusammenhänge durcheinander mischen.
Oliver Harms 16.01.17 10:35
schlechter witz!
herr franke sie haben die möglichkeit die realen situationen mit den genauen zahlen und daten bei sahra wagenknecht nach zulesen.wenn sie das dann nicht glauben wollen,können sie dieses im www überprüfen und werden feststellen,daß es so stimmt. fakt ist,die 500 reichsten familien in deutschland besitzen inzwischen 95% des privaten vermögen!fkt ist auch,daß die mittelschicht immer weiter weg bricht!fakt ist auch,daß die durch dragie eingeführten niedrig zinsen sparbücher,lebensversicherungen,private renten und sonstige versuche für das alter etwas zuhaben immer weniger wert sind!
Jürgen Franke 15.01.17 22:56
Herr Strathe, wenn Sie sich so sicher sind,
werden Sie sicherlich keine Probleme haben, uns die entsprechende Informationen zukommen zu lassen, damit auch wir wissen, wie diese Umverteilung auf wessen Kosten vor sich gegangen ist.
Dracomir Pires 15.01.17 22:54
Der "Sparfleiss" der Deutschen ...
... ist nichts anderes als die Angst vor den unabsehbaren Folgen von Muttis "wir schaffen das". Wenn die politische und wirtschaftliche Unsicherheit steigt, muss der Bürger sparen, um für die kommende Not gewappnet zu sein.
Jürgen Franke 15.01.17 22:52
Aufgrund dieser erfreulichen Meldung
ist anzunehmen, dass die meisten gut verdienenden Bürger ihr Geld in Aktien und Anleihen angelegt, bzw. Eigentum erworben haben, da das Vermögen bei Banken geparkt, keine Zinsen bringen. Bürger, die diese Möglichkeit nicht in Anspruch genommen haben, werden zwangläufig, nach dem Berufsleben, auf ihre Rente angewiesen sein. Wie Geldvermögen auf Kosten der Bevölkerung erreicht wurde, konnte ich dem Artikel nicht entnehmen. Es sei denn, dass hier wieder mal eine Neiddebatte losgetreten werden soll.