Meg Ryan: Zeit für MeToo war reif

Hollywoodstar Meg Ryan (56). Foto: epa/Alexandra Wey
Hollywoodstar Meg Ryan (56). Foto: epa/Alexandra Wey

BERLIN (dpa) - Für Hollywoodstar Meg Ryan (56) war die Zeit im männerdominierten Filmgeschäft reif für die MeToo-Debatte um Macht und Missbrauch.

Deren Beginn mit den Enthüllungen um Harvey Weinstein sei noch nicht mal ein Jahr her, aber MeToo sei schon Schulthema bei ihrer 13-jährigen Tochter, sagte Ryan laut der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Diese Kinder lernen jetzt, was «Nein heißt Nein» bedeutet und dass gegenseitige Einwilligung nötig ist. Das ist wichtig - und zwar für beide Seiten.»

Ryan («Harry und Sally», «Schlaflos in Seattle») wurde gerade beim Filmfestival Locarno mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Sie sagt: «Wer erfolgreich ist, der hat Glück gehabt, denn Erfolg schützt dich. Finanziell, aber auch vor Übergriffen. Mich hätte niemand belästigt, schließlich war ich erfolgreich und hätte an die Presse oder zu meinen Agenten gehen können.» Aber für eine junge Schauspielerin, die zum Vorsprechen gehe, gelte das eben nicht. «Dieses Ungleichgewicht müssen wir auffangen, denn natürlich sind die Strukturen dieselben wie immer schon.»

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Leserkommentare

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Songran Raktin 13.08.18 20:55
Juergen Franke - 13.08.2018 -17.44 Uhr
Herr Franke, genau dies kann eben passieren, wenn Personalchefs entsprechend alle sich Ihnen bietenden Moeglichkeiten ausschoepfen.....
Jürgen Franke 13.08.18 17:44
Dieses Thema ist doch nach wie vor aktuell,
denn in beinahe jedem Büro sitzt eine Frau, die mit Sicherheit nicht wegen ihres Intellekts auf diesen Stuhl sitzt. Herr Kerp Ihre rhetorischen Fragen beantworten sich doch von selbst. Selbstverständlich geht es im Leben nur immer um das Geld und um den Erfolg. Jedes Mittel hat sich dadurch der Moral, was immer das ist, unterzuordnen.
Ingo Kerp 13.08.18 13:31
Man mag zu "MeToo" stehen wie man will. Was dennoch mehr als überrascht ist die Tatsache, das teilweise 20 Jahre zurückliegnede Ereignisse hervor geholt werden. Warum haben sich die Damen damals nicht sofort gemeldet? War die Filmrolle und das Geld seinerzeit wichtiger als die Moral?