Maßnahmen gegen die Kälte in Zürich

Winterjacke gekauft, Besuch im Kakteen-Haus, tropische Pläne schmieden

Hier, in der fantastischen, denkmalgeschützten Villa Egli, lebt mein Freund Clifford lange Jahre. Fotos: hf
Hier, in der fantastischen, denkmalgeschützten Villa Egli, lebt mein Freund Clifford lange Jahre. Fotos: hf

Meine dringenden Familien­angelegenheiten, derentwegen ich in die Schweiz zurückgekehrt bin, sind erledigt. Nun kann ich für den Winter planen.

Rehpfeffer ist eine saisonale Spezialität.
Rehpfeffer ist eine saisonale Spezialität.

Es wird immer kälter in Zürich und deshalb auch Zeit für die normierten Maroni-Buden, die nun seit kurzer Zeit wieder die gerösteten Edelkastanien anbieten. In vielen Restaurants stehen nun auch wieder die beliebten Wildspezialitäten auf dem Menu. Ich habe bereits mehrmals Rehpfeffer mit Spätzli, Rotkraut und Maroni genossen. Das auf Facebook veröffentlichte Bild davon hat eine heftige Diskussion über die Präsentation ausgelöst. Sorry, Freunde, aber ein richtiges Rehpfeffer sieht immer wie Sch… aus, schmeckt aber wirklich göttlich.

Warme Jacke gesucht und gefunden

Meine aus Thailand mitgebrachte Jacke ist viel zu dünn für das nun immer kälter werdende Wetter in Zürich. Vom gespenstisch leeren Flughafen Kloten nehme ich die Tram und fahre ins Einkaufcenter Glatt. In der Migros werde ich fündig, für 47 Franken erwerbe ich ein tolles Teil, eine Jacke, die zwar dünn, aber – dank neuartiger Textilien – außerordentlich warm ist. Ich hoffe, dass dies die letzte Jacke ist in diesem Leben… Darin trotze ich den nun manchmal eisigen Temperaturen.

Ich sehe aus wie ein Gipfelstürmer…
Ich sehe aus wie ein Gipfelstürmer…

Eine andere Strategie die Kälte zu umgehen, ist ein Besuch bei den Kakteen. Zürichs Sukkulenten-Sammlung soll die größte der Welt sein. Ein Besuch lohnt sich an Tagen, wo die Sonne nicht scheint, allemal, nicht zuletzt auch deshalb, weil in diesen Gewächshäusern angenehme, warme Temperaturen herrschen. Und einige der mitunter bizarren Gewächse sind wirklich sehenswert.

Rückblicke halten, neue Pläne machen

Meine Zeit in Zürich fülle ich aus, indem ich alte Freunde treffe und Rückblicke halte. Etwa Clifford Lilley, mit dem ich vor über 40 Jahren am Schauspielhaus Zürich als Statist gearbeitet habe. Er hat noch einige alte Bilder aus dieser Zeit, etwa vom fantastischen Regisseur Hans Hollmann, der sich bei den Proben immer selbst kommentiert hat: Ich habe während der Proben von Hollmann mehr gelernt als während meines gesamten Germanistik-Studiums an der Uni. Und auch auf Bilder Bilder vom damals jungen und unbekannten Schauspieler Chris­toph Waltz sind wir beim Stöbern wieder gestoßen, der heute ja ein mit Oskar ausgezeichneter Spitzenstar ist. Er kam mir allerdings damals schon etwas arrogant vor.

Die normierten Maroni-Häuschen sind zurück im Stadtbild von Zürich, sie bieten Edelkastanien an.
Die normierten Maroni-Häuschen sind zurück im Stadtbild von Zürich, sie bieten Edelkastanien an.

Nachdem meine Familienangelegenheiten nun erledigt sind, kann ich mir ernsthaft Gedanken über eine Rückkehr nach Thailand machen. Ich denke, dass ich nun wohl mit meinem Rentner-Visum nach Thailand zurückkehren könnte, der bürokratische Teil und die 14-tägige Quarantäne schrecken mich allerdings ab. Daher überlege ich konkret, diesen Winter in Brasilien zu verbringen. Erstens ist das ein faszinierendes, riesiges Land und zweitens sind die Einreisebedingungen viel einfacher als momentan in Thailand. Die Einreise ist ohne Covid-19-Test möglich, man muss lediglich eine Bescheinigung der Krankenkasse vorweisen, dass man bis 5.000 Franken versichert ist.

Ein Monat in Rio de Janeiro, gefolgt von längeren Reisen durch das Riesenland? Ich überlege mir das momentan sehr ernsthaft.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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Michael Meier 25.10.20 22:27
@ Überwintern
Träumen darf man doch, aber wenn ich in seiner Haut stecken würde .. La Reunion oder New Caledonia. Traum Wetter super Meer und wegen der EU gilt unsere deutsche KV .
Francis Light 25.10.20 21:52
@Dieter
Nicht nur Herr Fritschi. Auch ich möchte gern im Winter weg. Ein Greuel, noch Monate hier in A zu sein; war es schon gewohnt, zweimal im Jahr mindestens weg zu sein. Aber in ein neues Land, da bin ich nicht recht eingestellt. Im Reisebüro meinten sie, Kenia wäre eventuell eine Alternative. Afrika sei von Corona kaum betroffen, und das ganze Procedere zum Einreisen wär nicht kompliziert. Zwecks Test von meiner Seite, da müsste ich mich noch erkundigen. Nur als vage Idee einmal. War noch nie in Afrika, vielleicht wärs ja einmal ganz was anderes, mit bisschen Safari, andere Mentalität. Dominikanische Republik wurde auch schon genannt. Brasilien, hmm, die haben ja auch viele Ingizierte.

Mit den jetzt hohen Fallzahlen in A ist ohnehin alles recht unsicher.

Zum Artikel: Ja, Herr Fritschi hat dringende Familienangelegenheiten erwähnt. Es war nicht als Vorwurf gemeint, als ich schrieb, er wäre besser in TH geblieben, weil das alles, was einen bei einer jetzigen Rückreise erwartet, schreckt viele ab. Wenn man die Zeit und das Geld und die Möglichkrit hat, wo anders jetzt hinzureisen, warum nicht. Bei uns wird man ja jetzt zur Zeit schon schräg angeschaut, wenn man nur Gedanken zu einer möglichen Winterreise äussert.
Dieter Kowalski 25.10.20 20:07
@ Franz
Ich kann Herrn Fritschi gut verstehen dass er vor der nahenden kalten Jahreszeit in wärmere Gefilde fliehen möchte.
Ob Brasilien jetzt die richtige Wahl ist, sei dahingestellt. Viele Optionen wird es wohl zur Zeit nicht geben, wenn man aus der Schweiz in Länder in Äquatornähe fliegen möchte. Ich würde die Seychellen wählen (nötiges Kleingeld vorausgesetzt). Ist auch näher nach Thailand falls dann doch eine Einreise wieder möglich sein sollte.
Oder St. Lucia falls man dorthin eine Verbindung bekommt - ist ein absolutes Naturparadies und perfekt für Pensionisten.
Wilfried Stevens 25.10.20 15:22
Alles Gute Hans
Thailand wird dich einige Zeit vermissen, bis Du wieder dort bist wo Du hingehörst. Die gilt aber sicher auch für einige andere, die aus geschäftlichen und privaten Gründen mal eben Thailand verlassen mussten.
Francis Light 25.10.20 14:37
@Hans Fritschi
Wäre wohl besser gewesen, Sie wären in Thailand geblieben. Jetzt können Sie länger nicht zurück, zumindest ohne Ärgernisse und viel Geld. Und ob Brasislien ein Alternative ist? Viele halten es zur Zeit für unverantwirtlich, jetzt im Winter verreisen zu wollen.