Massenschlägerei mit ehemaligen Wagner-Söldnern

Die Arbeiter entfernen das Logo der privaten Militärfirma (PMC) Wagner Group. Foto: epa/Anatoly Maltsev
Die Arbeiter entfernen das Logo der privaten Militärfirma (PMC) Wagner Group. Foto: epa/Anatoly Maltsev

TSCHELJABINSK: Beim Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Russland viele Strafgefangene eingesetzt, die vornehmlich bei der Söldnereinheit Wagner kämpften. Immer wieder fallen nun frühere Wagner-Kämpfer mit Gewalt auf.

Ehemalige Kämpfer der Söldnereinheit Wagner haben sich in der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk im Uralgebirge Medienberichten zufolge an einer Massenschlägerei beteiligt. Das Ermittlungskomitee habe ein Strafverfahren eingeleitet, berichtete der russische Fernsehsender RTVI am Montag. Auslöser des Vorfalls, der sich schon am Wochenende ereignete, war Berichten zufolge ein Streit zwischen Männern um eine Frau.

Auf Videos ist zu sehen, wie sich zwei Gruppierungen eine Straßenschlacht liefern. Zunächst verprügelt die eine Seite, bei der es sich um ehemalige Wagner-Söldner handeln soll, ihre Gegner unter anderem auch mit Schlagstöcken. Dann treffen in schwarz gekleidete Vermummte ein, die aus Pistolen Schüsse abgeben. Bei den Pistolen soll es sich den Berichten zufolge um nicht-tödliche Waffen handeln. Trotzdem gab es demnach mehrere Verletzte.

Die inzwischen ins russische Militär integrierte Einheit Wagner geriet vor allem im ersten Jahr des Krieges gegen die Ukraine stark in den Fokus der Öffentlichkeit. Unter anderem war sie an den blutigen Kämpfen um die ostukrainische Stadt Bachmut verwickelt, die im Verlauf der Kämpfe völlig zerstört wurde. Der mittlerweile tote Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin heuerte für die Truppe auch Schwerverbrecher an, denen für ihre Beteiligung an Russlands Angriffskrieg in der Ukraine die Freilassung nach Ableistung ihres Einsatzes zugesichert wurde. Immer wieder gibt es seither Berichte über Straftaten, die Wagner-Söldner in Russland nach der Rückkehr aus der Ukraine verüben.

Nach einem Machtkampf mit dem damaligen Verteidigungsminister Sergej Schoigu startete Prigoschin im Sommer 2023 einen kurzen Aufstand, den er aber selbst wieder abbrach. Zwei Monate später starb er bei einem bis heute nicht geklärten Flugzeugabsturz über Russland.

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