Über 100.000 illegale Migranten kamen übers Mittelmeer

Foto: epa/Georgi Licovski
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GENF (dpa) - Wahr ist: Die Zahl der Migranten geht zurück. Wahr ist auch: Es sind immer noch mehr als 100.000, die übers Mittelmeer kommen. Die Überfahrt bleibt gefährlich. Vor Spanien gab es 17 Tote.

Knapp über 100.000 Migranten sind in den ersten zehn Monaten des Jahres über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Damit sei im fünften Jahr in Folge die Marke von 100.000 illegalen Zuwanderern und Flüchtlingen überschritten worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mit. Hauptankunftsland sei inzwischen Spanien, wo 49.000 Migranten an Land gegangen seien. Griechenland folgt mit knapp 28.000 Migranten. Nach Italien kamen in diesem Jahr bisher 22.000 Menschen auf der Flucht oder der Suche nach einem besseren Leben.

Die aktuellen Zahlen liegen den Angaben zufolge deutlich unter denen der Vorjahre. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres zählten die Behörden etwa 155.000 Migranten. 2016 waren es 338.000. Die Menschen, die nach Italien kamen, stammten meist aus Tunesien, Eritrea, dem Sudan, dem Irak, Pakistan sowie Nigeria.

Laut IOM sind bisher etwa 2.000 Menschen beim Versuch der Überfahrt gestorben oder werden vermisst. Zuletzt starben mindestens 17 Migranten als sie versuchten, von Nordafrika aus die spanische Küste zu erreichen. Im Alborán-Meer - dem westlichsten Teil des Mittelmeeres - seien 13 Tote auf zwei Booten geborgen worden, 80 Menschen seien gerettet worden, teilte die spanische Seenotrettung auf Twitter mit. In der Straße von Gibraltar ertranken weitere vier Migranten, als ihr Boot unweit der andalusischen Küste kenterte.

Die Lage für die Migranten bleibt insbesondere auf den griechischen Inseln äußerst angespannt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rief die Regierung in Athen erneut auf, mehr Flüchtlinge aufs Festland zu bringen. Auf Samos und Lesbos seien in den vergangenen drei Monaten 11.000 Schutzsuchende gelandet. Die Bedingungen vor Ort seien schlimm. Im Flüchtlingslager Vathi auf Samos harrten 4.000 Menschen aus, obwohl das Camp nur für 650 gebaut sei. Angesichts des bevorstehenden Winters müsse dringend gehandelt werden, forderte das UNHCR.

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