Mann mit Fackel bedroht Ministerin Kaag

Die Niederländerin Sigrid Kaag von der Partei D66 spricht nach einer Fraktionssitzung in Den Haag mit der Presse. Foto: epa/Sem Van Der Wal
Die Niederländerin Sigrid Kaag von der Partei D66 spricht nach einer Fraktionssitzung in Den Haag mit der Presse. Foto: epa/Sem Van Der Wal

DEN HAAG: Die niederländische Polizei hat einen Mann festgenommen, der mit einer brennenden Fackel die prominente Politikerin Sigrid Kaag vor ihrer Privatwohnung bedroht hatte. Das teilte die Polizei am Donnerstag in Den Haag mit. Der Mann hatte am späten Mittwochabend mit einer Gruppe von Menschen vor dem Haus der künftigen Finanzministerin in Den Haag lautstark gegen Corona-Maßnahmen protestiert. Die Protestaktion war live in den sozialen Netzwerken zu sehen.

Die Polizei erkannte ihn auf den Videos und nahm ihn dann fest. Die linksliberale Politikerin, die am Montag als Ministerin vereidigt werden soll, ist zur Zeit zu Hause in Quarantäne. Sie erstattete Anzeige. Politiker vieler Parteien reagierten auf den Vorfall empört und voller Abscheu.

Der Verdächtige soll nach Medienberichten bereits zuvor wegen der Bedrohung des Gesundheitsministers festgenommen worden sein. Es ist ein 29 Jahre alter bekannter Aktivist gegen die Corona-Maßnahmen aus Amsterdam.

Zuvor war in Duizel im Süden des Landes bereits ein 52 Jahre alter Mann unter dem Verdacht festgenommen worden, Ministerpräsident Mark Rutte wiederholt mit dem Tode gedroht zu haben. Niederländische Politiker werden seit Beginn der Pandemie nach Angaben der Staatsanwaltschaft regelmäßig bedroht.

Auch Journalisten werden immer häufiger bedroht. Im vergangenen Jahr meldeten sie mehr als doppelt so viele Vorfälle wie im Vorjahr. Dazu gehörten auch 73 körperliche Gewalttaten, teilte die Meldestelle mit, die gemeinsam von Gewerkschaft, Staatsanwaltschaft und dem Verband der Chefredakteure errichtet wurde.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.