Mann geht bei Rettungsversuch im Rhein unter

Aus einem Hubschrauber und vom Ufer aus suchen Einsatzkräfte nach einem Schwimmer, der im Rhein von einem Sog erfasst und mitgerissen wurde. Foto: Justin Brosch/Justin Brosch/dpa
Aus einem Hubschrauber und vom Ufer aus suchen Einsatzkräfte nach einem Schwimmer, der im Rhein von einem Sog erfasst und mitgerissen wurde. Foto: Justin Brosch/Justin Brosch/dpa

DÜSSELDORF/STEINFURT: Nach Badeunfällen im Rhein und auf einem See im Münsterland am Wochenende werden in Nordrhein-Westfalen zwei Menschen vermisst. In Düsseldorf war am Sonntag ein 34 Jahre alter Mann in den Rhein gesprungen, um seiner Frau zu helfen, dabei aber selbst in Probleme geraten. Während er im Strom abtrieb, wurde die Frau später von Rettungskräften gerettet und wiederbelebt. Die 32-Jährige werde intensivmedizinisch behandelt, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr am Montag. Die beiden Kinder des Ehepaars, die mit am Rheinufer waren, würden von Notfallseelsorgern betreut. Zudem seien weitere Angehörige anwesend gewesen, sagte der Sprecher.

Bei der Suche nach dem Mann im Rhein setzte die Feuerwehr Boote, Hubschrauber und Kräfte an Land ein. Am Montag sagte ein Sprecher, nach dem Vermissten werde derzeit nicht gesucht. Wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit des Rheins sei nicht abschätzbar, wo er gefunden werden könne. Der Rhein hat nach dem Hochwasser im Saarland derzeit einen höheren Wasserstand als sonst.

In Kreis Steinfurt wird seit Sonntagabend ein 41 Jahre alter Mann vermisst. Nach ihm sollte am Montag erneut mit Hubschrauber und Tauchern gesucht werden, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann war am Sonntag mit einem Kajak auf einem See in der Nähe von Lotte unterwegs und ins Wasser gefallen. Ein anderer Mann, der ebenfalls vom Boot gefallen war, sei gerettet worden.

Für den Rhein als Bundeswasserstraße gelte kein grundsätzliches Badeverbot, sagte der Feuerwehrsprecher in Düsseldorf. Allerdings gelten demnach Verbote an bestimmten Stellen, etwa vor Bauwerken wie Brücken oder an Hafeneinfahrten. «Wir raten aufgrund der Strömungsgeschwindigkeit natürlich grundsätzlich davon ab», sagte der Sprecher. Die Strömungen sind unter der stillen Oberfläche des Flusses oft nicht zu sehen. Auch der Sog vorbeifahrender Schiffe ist eine Gefahrenquelle.

In Deutschland sind 2023 mindestens 378 Menschen ertrunken, mehr als im Jahr zuvor. 2022 seien 355 tödliche Badeunfälle gezählt worden, hatte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im vergangenen Februar mitgeteilt. Besonders gefährlich waren demnach die in der Regel unbewachten Binnengewässer: 90 Prozent der Todesfälle hätten sich dort ereignet, wo dann im Ernstfall keine Rettungsschwimmer eingreifen könnten, so die DLRG.

Insbesondere in Flüssen und Kanälen starben deutlich mehr Menschen als im Jahr zuvor: So zählte die DLRG im vergangenen Jahr 135 Badetote in Flüssen - nach 105 ein Jahr zuvor. Als wesentlicher Faktor für die Zahl der Badeunfälle gilt das Wetter, weil an schönen Tagen deutlich mehr Menschen Gewässer aufsuchen.

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