Mallorca will illegale Partys hart bestrafen

Bis zu 600.000 Euro und strenge Maskenpflicht 

Foto: Rüegsegger
Foto: Rüegsegger

PALMA: Die Balearen wollen gegen illegale Partys, die gegen die Corona-Regeln verstoßen und vor allem auf Mallorca zunehmend Sorgen bereiten, hart vorgehen. Das entsprechende Dekret, das noch am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht wurde und damit umgehend in Kraft treten sollte, sieht bei Verstößen unter anderem auch Schließungen von Lokalen für eine Zeit von bis zu drei Jahren vor. Die Regionalregierung beschloss einen Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600.000 Euro sowie verstärkte Kontrollen. 

Wegen der Nachlässigkeit einiger Bürger hatte die Regionalregierung bereits am Donnerstag die Einführung einer strengen Maskenpflicht angekündigt, die am Montag in Kraft treten soll.

Auf den Inseln werden alle Menschen in der Öffentlichkeit selbst dann Mund- und Nasenschutz tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Pools und Strände sollen von der Maskenpflicht ausgenommen werden. Auch in Bars und Restaurants wird der Schutz nicht Pflicht sein, solange gegessen und getrunken wird. Der entsprechende Beschluss stand am Freitag aber noch aus.

Auf den Inseln, insbesondere auf Mallorca, gab es in den vergangenen Tagen nach Medienberichten unter anderem in Kneipen und Parks immer mehr Partys, an denen zum Teil mehr als hundert Menschen ohne jede Beachtung der Abstandsregeln teilgenommen haben sollen. Nach dem im Rahmen der «neuen Normalität» gültigen Dekret der Madrider Zentralregierung muss landesweit fast überall ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden. Falls das nicht möglich ist, muss auch im Freien eine Maske getragen werden.

Die balearische Verwaltungsministerin Isabel Castro sagte am Freitag bei der Vorstellung des Maßnahmenkatalogs, Hauptziel sei es, die «Gesundheit aller Bürger und Besucher» zu schützen. Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus seien auf den Inseln zwar sehr niedrig. Man müsse aber verhindern, dass «einige wenige» die Gesundheit aller aufs Spiel setzten. Die meisten Bürger und Besucher hätten sich bislang «sehr vorbildlich verhalten».

Strenge Maskenpflicht

Nach Katalonien wollen auch die bei deutschen Touristen sehr beliebten Baleareninseln Mallorca wegen Corona eine äußerst strenge Maskenpflicht einführen. Der Beschluss mit den Details werde noch erarbeitet und solle am Montag in Kraft treten, teilte die Regionalregierung am Donnerstag in Palma mit. Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera werden somit alle Menschen in der Öffentlichkeit selbst dann Mund- und Nasenschutz tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

Laut der Regierung werden Pools und Strände von der Maskenpflicht ausgenommen sein. Auch in Bars, Cafés und Restaurants wird man keinen Mund- und Nasenschutz tragen müssen, solange gegessen und getrunken wird. Bei privaten Zusammenkünften wird voraussichtlich nach eine Obergrenze von 70 Personen im Freien und 30 Personen in geschlossenen Räumen gelten. Die Details der Verordnung stehen noch nicht endgültig fest. In der Mitteilung der Regionalregierung werden zum Beispiel sportliche Aktivitäten nicht erwähnt.

Anders als in Katalonien, wo in einigen Gebieten Neuausbrüche des Virus verzeichnet wurden, gab es bisher auf den Balearen keine deutliche Zunahme der Infektionen. Mit der Maßnahme werde auf die zunehmende Nachlässigkeit eines Teils der Bevölkerung beim Einhalten der Vorsichtsmaßnahmen reagiert, hieß es. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht soll nach Medienberichten ein Bußgeld von 100 Euro fällig werden.

Auf den Inseln, insbesondere auf Mallorca, hatte es in den vergangene Tagen immer mehr Partys gegeben, an denen zum Teil mehr als hundert Feiernde ohne jede Beachtung der Abstandsregeln teilgenommen haben sollen. Zwischenfälle waren nach Berichten von Medien unter anderem in Kneipen und in Parks registriert worden.

Nach dem derzeit für ganz Spanien im Rahmen der «neuen Normalität» gültigen Dekret der Madrider Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht im Freien nur dann, wenn ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann.

Spanien ist mit knapp 28.400 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

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