Oppositionspolitiker aus Haft entlassen

Der malaysische Oppositionsführer Anwar Ibrahim grüßt seine Anhänger, als er ein Rehabilitationszentrum in Kuala Lumpur verlässt. Foto: epa/Fazry Ismail
Der malaysische Oppositionsführer Anwar Ibrahim grüßt seine Anhänger, als er ein Rehabilitationszentrum in Kuala Lumpur verlässt. Foto: epa/Fazry Ismail

KUALA LUMPUR (dpa) - Nach dem überraschenden Wahlsieg der Opposition in Malaysia ist einer ihrer prominentesten Politiker vorzeitig aus dem Gefängnis freigekommen.

Der frühere Vize-Ministerpräsident Anwar Ibrahim wurde am Mittwoch von König Sultan Muhammad V. begnadigt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Der 70-Jährige war seit 2015 wegen homosexueller Handlungen in Haft, die in Malaysia strafbar sind. Seine Strafe hätte er erst am 8. Juni abgesessen. Mit der Begnadigung kann Anwar in die Politik zurückkehren. Er gilt als möglicher Nachfolger des neuen Premiers Mahathir Mohamad, der bereits 92 Jahre alt ist.

Mahathir hatte bereits am Freitag angekündigt, dass sein ehemaliger Vize vom König begnadigt werde. Der 92-Jährige hatte Malaysia bereits zwischen 1981 und 2003 regiert; damals war Anwar einer seiner Finanzminister, wurde dann aber entlassen. Für die Parlamentswahl in der vergangenen Woche hatten sich die beiden nach einem jahrelangen Zerwürfnis ausgesöhnt, um mit ihren Parteienbündnis den bisherigen Premierminister Najib Razak aus dem Amt zu drängen. Zu ihren Absprachen gehört, dass Mahathir in ein bis zwei Jahren zurücktritt und dann Anwar das Amt des Premiers überlässt.

Wegen einer Schulterverletzung hatte sich Anwar zuletzt in einem Krankenhaus befunden, aus dem er am Mittwoch als freier Mann entlassen wurde. Sein Anwalt sagte, er sei bei guter Gesundheit. Direkt nach seiner Freilassung fuhr Anwar zu einer Audienz mit dem König. Anwars Ehefrau Wan Azizah war bei der Wahl am vergangenen Mittwoch auf der Seite der Opposition zusammen mit Mahathir angetreten. Sie hatte sich überraschend durchgesetzt.

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