Malaysias König Abdullah nominiert in Regierungskrise neuen Premier

Der König von Malaysia, Sultan Abdullah Sultan Ahmad Shah,. Foto: epa/Fazry Ismail
Der König von Malaysia, Sultan Abdullah Sultan Ahmad Shah,. Foto: epa/Fazry Ismail

KUALA LUMPUR: Auf der Suche nach einer neuen Regierung für Malaysia hat König Abdullah den Präsidenten der bisher mitregierenden Bersatu-Partei, Muhyiddin Yassin, zum neuen Premierminister ernannt. Muhyiddin könne augenscheinlich mit der größten Unterstützung rechnen und werde am (morgigen) Sonntag vereidigt, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Königspalastes. Damit schien der Übergangspremier und bisherige Regierungschef Mahathir Mohamad, der ebenfalls Bersatu angehört, aus dem Rennen um die Macht.

Doch Mahathir sagte am späten Abend, er habe die nötige Mehrheit von 114 Parlamentariern hinter sich, um im Amt bleiben zu können. Beobachter sagten, es sei nun abzuwarten, ob Muhyiddin tatsächlich am Sonntag vereidigt werde. König Abdullah könnte nun nämlich daran zweifeln, dass Mahathirs parteiinterner Rivale wirklich eine Mehrheit hinter sich habe, hieß es. 114 Stimmen wären zwei mehr als für die Bildung einer Regierung benötigt werden.

Mahathir hatte am vergangenen Montag nach Gerüchten um Intrigen überraschend seinen Rücktritt erklärt, der 94-Jährige wurde aber wenige Stunden später vom König zum Interimsregierungschef ernannt. Eine Spekulation, die zu seinem Rücktritt geführt hatte, war, dass er verhindern wollte, seinen designierten Nachfolger Anwar Ibrahim an die Macht zu lassen. Die beiden früheren Rivalen hatten zur Wahl 2018 das «Bündnis der Hoffnung» (Pakatan Harapan) gebildet und überraschend gewonnen. Damals hatte Mahathir mit Anwar vereinbart, ihm binnen zwei Jahren das Amt des Premiers zu übergeben. Angesichts des Zuspruchs für Muhyiddin zog Anwar am Samstag seine Kandidatur zurück und zitierte dabei «nationale Interessen».

Mahathir - zeitweise ältester Regierungschef der Welt - hatte das Amt 2018 nach einem spektakulären Wahlsieg angetreten, obwohl er die Politik eigentlich längst verlassen hatte. Von 1981 bis 2003 war er bereits Premierminister des südostasiatischen Landes.

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