Maduro droht Oppositionsführer Guaidó mit Festnahme

Foto: epa/Rayner Pena
Foto: epa/Rayner Pena

CARACAS (dpa) - Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hat angekündigt, den venezolanischen Interimspräsidenten Juan Guaidó festzunehmen zu lassen, sobald es einen gerichtlichen Beschluss dafür gebe.

«Am Tag, an dem die Gerichte der Republik eine entsprechende Anordnung erlassen, geht er ins Gefängnis, seien Sie sicher», antwortete der autoritär regierende Maduro auf die Frage eines US-Reporters bei einer Pressekonferenz in Caracas am Freitag. «Dieser Tag ist noch nicht gekommen. Aber er wird kommen.» Guaidó werde wegen all der Delikte, die er begangen habe, festgenommen werden.

Juan Guaidó war am Dienstag nach einer dreiwöchigen Auslandsreise nach Venezuela zurückgekehrt. Dabei kam es in dem Flughafen von Caracas zu Auseinandersetzungen zwischen oppositionellen Abgeordneten und Unterstützern der sozialistischen Regierung. Aber Guaidó konnte einreisen. Er hatte seine Heimat im Januar trotz eines Ausreiseverbotes verlassen und war nach Kolumbien, Europa und in die Vereinigten Staaten gereist. Es war bereits die zweite Auslandsreise, die er trotz Verbots unternommen hatte. Allerdings war Guaidós Onkel am Airport festgenommen worden, nachdem er mit dem selbst ernannten Interimspräsidenten zurückgekommen war.

Die USA hatten Maduro gewarnt, dass es «sehr bedeutende Konsequenzen» geben werde, falls Guaidó bei der Rückkehr zu Schaden käme. Der Parlamentschef hatte sich vor gut einem Jahr zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert. Rund 60 Länder, darunter Deutschland, haben ihn mittlerweile als legitimen Übergangsstaatschef anerkannt, allerdings kann er sich in Venezuela bislang nicht durchsetzen. Maduro hingegen ist international weitgehend isoliert, hält sich aber mit Hilfe des Militärs weiter an der Macht. Die humanitäre Lage in dem Land mit den weltgrößten Erdölreserven ist katastrophal. 4,5 Millionen der gut 30 Millionen Venezolaner haben das Land bereits verlassen.

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Hans Wopalensky 16.02.20 18:37
Die USA als Unruhestifter.
Wieder einmal versuchen die USA und ihre Vasallen einen demokratisch gewählten Prasidenten zu stürzen. Das war schon in Agypten, in Nicaragua, im Iran, im Irak, in Libyen, in der Ukraine und, und und das gleiche. Gott sei Dank, hat es nicht überall geklappt.
Rainer Hasler 16.02.20 11:51
Deutschland kuscht
Beschämend die Rolle Deutschlands gegenüber Venezuela! Man will unbedingt (bedingslos) den USA gefallen und erhofft sich, dass der gewalttätige grosse ‚Bruder‘ einem in Ruhe lässt. Lieber schaut man zu wie ein kleines Land mit grossen Ölvorkommen erpresst, blockiert und bedroht wird. Madura gefällt mir persönlich optisch nicht, aber er ist der demokratisch gewählte Präsident Venezuelas. Aber da Deutschland ja noch nie eine Demokratie war, stört dies keinen Deutschen.
Frank Matthias 16.02.20 03:34
Erdölreserven
Das Lans mit den weltgrößten Erdölreserven. Super. Aber das Volk lebt in schlimmen Zuständen. Eine korrupte Kaste kann sich unverschämt bereichern. Das Volk soll sie hinwegfegen, doch leider werden die Nachfolger nicht anders sein, oder?