Madrid wird während des Nato-Gipfels Ende Juni zur «Festung»

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gibt eine letzte Pressekonferenz. Foto: epa/Olivier Hoslet
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gibt eine letzte Pressekonferenz. Foto: epa/Olivier Hoslet

MADRID: Mehr als 10.000 Polizisten und weitere Sicherheitskräfte sollen auf dem Nato-Gipfel Ende Juni in Madrid für Ruhe und Ordnung sorgen. Es werde sich «um das größte Sicherheitsaufgebot in der jüngeren Geschichte» Spaniens handeln, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE am Freitag unter Berufung auf das Innenministerium. Madrid werde an den beiden Konferenztagen am 29. und 30. Juni einer Festung gleichen, hieß es.

Neben anderen Maßnahmen werde Spanien auch wieder vorübergehend Grenzkontrollen zu den Nachbarländern einführen, wie das zuletzt bei der UN-Klimakonferenz Ende 2019 in Madrid geschehen sei.

Ziel der umfassenden Vorkehrungen sei es, für die Sicherheit der rund 5000 Gipfel-Teilnehmer zu sorgen, hieß es. Erwartet werden demnach 40 Delegationen mit insgesamt rund 2000 Angehörigen, rund 2000 Journalisten aus aller Welt sowie rund eintausend Helfer des Organisationskomitees. Ein Sprecher des Innenministeriums wurde mit den Worten zitiert, man habe bisher «keine besondere Bedrohung festgestellt, die Anlass zur Sorge geben könnte».

Die Operation wurde in Anlehnung an die griechische Friedensgöttin «Operación Eirene» getauft. Die Regierung werde die Madrilenen dazu aufrufen, an den Gipfeltagen nach Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten und unnötige Fahrten zu vermeiden, berichtete RTVE. Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida hatte die Bürger dieser Tage vor Problemen gewarnt und zu Geduld aufgefordert. Man erwarte auch Protestkundgebungen. Die spanische Hauptstadt werde während des Gipfels deshalb «völlig blockiert» sein, sagte er.

Das Gipfeltreffen findet unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs in der Ukraine statt. In Madrid soll nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg eine erhebliche Verstärkung der alliierten Abschreckungs- und Verteidigungskapazitäten beschlossen werden.

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