Macron wird bei Spaziergang ausgebuht und spricht mit Demonstranten

Der französische Präsident Emmanuel Macron nach einer Videokonferenz im Elysee-Palast. Foto: epa/Gonzalo Fuentes
Der französische Präsident Emmanuel Macron nach einer Videokonferenz im Elysee-Palast. Foto: epa/Gonzalo Fuentes

PARIS: Das war wohl nichts mit dem entspannten Spaziergang: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist am Dienstagabend beim Flanieren im Pariser Park Jardin des Tuileries von Demonstrantinnen und Demonstranten aufgehalten worden. Videos zeigen den 42 Jahre alten Staatschef in Lederjacke mit seiner Frau Brigitte Macron umringt von Sicherheitspersonal. Der Präsident wurde demnach von mehreren Demonstranten verfolgt, angesprochen, ausgebuht und ausgepfiffen. Sie riefen etwa den Schlachtruf der «Gelbwesten»: «Macron Démission» (Rücktritt Macron).

Macron suchte schließlich das Gespräch mit einigen Demonstrierenden. Er bat sie, «cool» zu bleiben, nicht zu schreien und diskutierte etwa über Polizeigewalt. Ein Demonstrant sprach noch verschiedene andere Themen an wie Steuergerechtigkeit oder die Rentenreform. Macron blieb freundlich und hörte zu. Ein Demonstrant erklärte: «Sie sind mein Angestellter, Herr Präsident.» Mit Blick auf gegenseitigen Respekt sagte der Präsident: «Es ist Feiertag, ich gehe mit meiner Frau spazieren, und Sie fahren mich an.»

Aus der Opposition gab es Kritik an Macrons Verhalten. Dass der Präsident an einem solchen Tag durch den Park spaziere, sei ein echtes Sicherheitsproblem, monierte der Chef der konservativen Republikaner, Christian Jacob. «Emmanuel Macron ist nicht sehr vorsichtig», sagte Linksaußenpolitiker Jean-Luc Mélenchon. Am Dienstag feierte Frankreich seinen Nationalfeiertag. Am Morgen gab es eine Zeremonie zu Ehren der Pflegekräfte, ihre Arbeit im Kampf gegen Corona wurde gewürdigt. Am Rande kam es auch zu Demonstrationen.

«Er hat sich nie vor diesen Situationen gescheut», sagte Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer Regierungssitzung am Mittwoch unter Vorsitz Macrons. Attal versicherte, dass die Sicherheit des Präsidenten nicht gefährdet gewesen sei. Dieser habe sich auch an die Corona-Schutzmaßnahmen gehalten. Das Zusammentreffen habe schließlich draußen stattgefunden. Macron hatte keine Maske getragen, um ihn hatte sich ein Menschenpulk gebildet.

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