Macron kündigt internationale Hilfskonferenz für den Libanon an

Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft nach der Sprengung im Libanon ein. Foto: epa/Dalati Nohra Handout
Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft nach der Sprengung im Libanon ein. Foto: epa/Dalati Nohra Handout

BEIRUT: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach der Explosionskatastrophe in Beirut mit mindestens 130 Toten eine baldige internationale Hilfskonferenz angekündigt. Die Hilfe an Ort und Stelle solle von den Vereinten Nationen (UN) und der Weltbank koordiniert werden, sagte er am Donnerstag vor Journalisten in der libanesischen Hauptstadt.

Bei der Konferenz solle es darum gehen, eine internationale Finanzierung für Medikamente, medizinische Behandlung oder Nahrungsmittel sicherzustellen. Dabei seien Europäer, Amerikaner und Länder der Region gefordert. Die Hilfe solle direkt an die Bevölkerung oder Nichtregierungsorganisationen gehen, um Unterschlagungen zu vermeiden.

Es müsse zudem eine internationale Untersuchung geben, um die Ursache der Katastrophe im Hafen der Hauptstadt zu ermitteln. Etwa 50 französische Staatsbürger seien von der Katastrophe betroffen, sagte Macron. Französische Medien hatten zuvor von etwa 40 Verletzten französischer Nationalität gesprochen. Ein französischer Architekt war ums Leben gekommen.

Frankreich werde ein Kriegsschiff mit Medikamenten und Helfern schicken, es solle in einer Woche eintreffen, kündigte der Staatschef an. Aus Frankreich flogen bereits drei Flugzeuge mit Helfern und Hilfsmaterial ab.

Macron erneuerte frühere Forderungen nach einem tiefgreifenden politischen Wandel in dem Mittelmeerstaat. «Vertrauen und Hoffnung müssen neu geschaffen werden.» Es müsse einen «neuen Pakt» mit dem libanesischen Volk geben. Frankreich wolle nicht die gewählten Vertreter des krisengeschüttelten Landes ersetzen: «Es gibt keine französische Lösung.» Der Präsident bekräftigte seine frühere Aussage, wonach er am 1. September in den Libanon zurückkehren wolle.

Der Libanon war früher Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die beiden Länder sind immer noch eng verbunden.

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