Lukaschenko: Wir sind friedfertig, bereiten uns aber auf Krieg vor

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko. Foto: epa/Vyacheslav Prokofyev / Sputnik / Government Press Service Pool
Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko. Foto: epa/Vyacheslav Prokofyev / Sputnik / Government Press Service Pool

GRODNO: An der Nato-Ostgrenze zu Belarus ist die Lage angespannt. Und Machthaber Lukaschenko trägt mit widersprüchlichen Äußerungen nicht zur Beruhigung bei.

Der autoritäre belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat bei einem Besuch in der Grenzstadt Grodno im Dreiländereck mit Polen und Litauen die Friedfertigkeit seines Landes betont. «Wir müssen niemandem drohen. Wir wollen kein fremdes Gebiet», sagte er nach Angaben seines Präsidialamtes am Dienstag. «Glauben sie niemandem, dass wir kämpfen wollen!», forderte Lukaschenko die Anwesenden bei der Grundsteinlegung für ein Krankenhaus auf.

Zugleich sagte er: «Wir bereiten uns auf Krieg vor, das sage ich offen.» Belarus statte seine Streitkräfte für den Fall aus, dass es angegriffen werde. Die Nato- und EU-Mitglieder Polen und Litauen schienen sich auf Krieg vorzubereiten, indem sie Schützengräben und Panzersperren bauten und Angriffswaffen anschafften, sagte er. Den Einwohnern von Grodno, das zwischen den beiden Weltkriegen polnisch war, sagte Lukaschenko: «Ihr gehört zu uns. Wir werden Euch niemandem abtreten.»

Lukaschenko ist ein enger Gefolgsmann des russischen Präsidenten Wladimir Putin und hat Belarus auch als Aufmarschgebiet für dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt. Wie Putin sieht auch Lukaschenko sein Land in einem Dauerkonflikt mit dem Westen.

Am entgegengesetzten Ende von Belarus bei Gomel an der Grenze zu Russland und der Ukraine begann am Dienstag der Heimatschutz ein dreitägiges Manöver. Dabei solle die Einsatzbereitschaft der Offiziere getestet werden, teilte das Verteidigungsministerium in Minsk mit. Auch solle die Gewinnung von Freiwilligen zur Heimatverteidigung in Kriegszeiten geübt werden.

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