London dementiert angebliche Festnahme eines Diplomaten im Iran

Iranische Hardliner versammeln sich während einer Anti-Britannien-Demonstration in Teheran vor der britischen Botschaft. Foto: epa/Abedin Taherkenareh
Iranische Hardliner versammeln sich während einer Anti-Britannien-Demonstration in Teheran vor der britischen Botschaft. Foto: epa/Abedin Taherkenareh

TEHERAN: Das Außenministerium in London hat einen Bericht aus Teheran dementiert, wonach der stellvertretende britische Botschafter im Iran festgenommen worden sein soll. «Berichte über die Festnahme eines britischen Diplomaten im Iran sind völlig falsch», sagte ein Ministeriumssprecher laut der britischen Nachrichtenagentur PA am Mittwoch.

«Die Berichte, dass unser stellvertretender Botschafter derzeit inhaftiert ist, sind sehr interessant...», schrieb der britische Botschafter im Iran, Simon Shercliff, am Donnerstag im Internet. «.... Er verließ den Iran im Dezember letzten Jahres, als er seinen Posten aufgab», so Shercliff auf Twitter.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna soll der Diplomat vom Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden aufgespürt worden sein. Ihm werde Spionage vorgeworfen. Der Diplomat soll demnach mit seiner Familie als Tourist in der iranischen Wüste unterwegs gewesen sein und dort unerlaubt Bodenproben genommen haben. Laut der Nachrichtenagentur wurden in der Region Übungen der Revolutionsgarden abgehalten. Der Diplomat soll den Angaben zufolge nach einer Entschuldigung ausgewiesen werden.

Außerdem werden in dem Irna-Bericht auch einem polnischen Universitätsprofessor und dem Ehemann einer österreichischen Diplomatin Spionagevorwürfe gemacht. Das Wiener Außenministerium bestritt ebenfalls, dass es einen Zwischenfall, eine Festnahme oder eine Kontrolle gegeben habe. «Alle Mitarbeiter und Angehörigen vor Ort sind wohlauf», sagte eine Sprecherin.

Dagegen bestätigte das Außenministerium in Warschau, dass im September ein polnischer Staatsbürger im Iran festgenommen worden sei. Man sei in ständigem Kontakt mit dem Inhaftierten, dieser habe auch Rechtsbeistand bekommen. Es würden alle Bemühungen unternommen, um dem Wissenschaftler die Rückkehr nach Polen zu ermöglichen.

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