Lichteraktion in Halle

Bürger solidarisieren sich vor Synagoge

Foto: epa/Filip Singer
Foto: epa/Filip Singer

HALLE (dpa) - Mit einer Lichteraktion vor der Synagoge in Halle haben am Freitagabend Hunderte Bürger nach dem antisemitischen Anschlag in der Stadt ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde bekundet.

Etliche Menschen vor dem Gotteshaus hielten brennende Kerzen in den Händen. Damit zeigten sie, dass sie die Synagoge beschützten, wie der Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sagte. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) war vor Ort. Im Gotteshaus selbst wurde zeitgleich der jüdische Feier- und Ruhetag Sabbat eingeleitet.

Zu der Aktion hatten Geistliche der Kirchen in Sachsen-Anhalt aufgerufen. «Einen Angriff auf die jüdische Gemeinde sehen wir zugleich auch als einen Angriff auf unsere Kirchen», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach dem Anschlag. Traditionell wird der Sabbat am Freitagabend mit einem Gottesdienst gefeiert. Am Samstagabend endet der Ruhetag.

Am Mittwoch hatte ein 27 Jahre alter Mann schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Halle einzudringen. Als das misslang, erschoss er kurz darauf eine 40 Jahre alte Frau vor dem Gotteshaus und einen 20 Jahre alten Mann wenig später in einem Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte er ein Ehepaar schwer.

Generalbundesanwalt Peter Frank stuft die Taten als Terror ein. Nach seiner Überzeugung wollte der Mann in der Synagoge ein Massaker anrichten. Der 27-Jährige hat die Taten gestanden und auch rechtsextreme und antisemitische Motive eingeräumt. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

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