Leihmütter-Netzwerk ausgehoben

Die Polizei hat in Bangkok sechs illegale Leihmütter im Zuge eines gezielten Einsatzes festgenommen. Foto: Thai PBS
Die Polizei hat in Bangkok sechs illegale Leihmütter im Zuge eines gezielten Einsatzes festgenommen. Foto: Thai PBS

BANGKOK: Sechs thailändische Frauen, die als illegale Leihmütter bezahlt wurden, und ein Chinese wurden am Donnerstagmorgen bei Polizeirazzien in einem Haus in Bangkok festgenommen.

Mehr als 200 Polizisten und Beamte anderer Behörden waren kurz vor Tagesanbruch an Operationen beteiligt, die auf zehn Räumlichkeiten in Bangkok und anderen Provinzen abzielten. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt neun Personen, ein chinesisches Ehepaar und sieben Thais, in Bangkok und den Provinzen Pathum Thani und Sukhothai aufgrund von Haftbefehlen festgenommen. In dem Haus an der Nakniwas Road im Bangkoker Stadtteil Lat Phrao stießen Polizisten auf sechs thailändische Frauen, einen 30 Monate alten Jungen und einen chinesischen Mann. Die meisten Frauen waren Leihmütter.

Laut Generalmajor Worawat Watnakornbancha, Chef der Abteilung zur Bekämpfung des Menschenhandels, verfolgte die Polizei ein kommerzielles Leihmutterschaftsnetzwerk. Seine Agenten wandten sich seit 2012 an thailändische Frauen und boten ihnen gegen Bezahlung von 400.000 bis 600.000 Baht an, Leihmütter zu sein. Bei Zwillingen gab es mehr Geld.

Die angeheuerten Frauen erhielten in einem Nachbarland den Spendersamen und kehrten dann nach Thailand zurück. Zur Geburt wurden sie nach China geflogen. Mindestens 100 Frauen im ganzen Land waren von der Bande als Ersatzmütter eingestellt worden. Die Ermittler hatten acht Frauen in Pathum Thani verhört und festgestellt, dass 15 Babys, die mit Reproduktionstechnologien geboren wurden, in Hausdokumenten registriert waren. Die Untersuchung ergab weiter, dass mindestens 50 Babys, die von Leihmüttern geboren wurden, außer Landes gebracht worden waren.

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Ana Stock 03.08.20 17:26
die Ausbeutung der Frauen
Wenn man bedenkt, wie stark das Thema der Ausbeutung im Bereich der Prostitution thematisiert wird, dann wundert es mich sehr, wie wenig das Thema der Ausbeutung im Bereich der Leihmutterschaft aufgebracht wird. Besonders wenn es um solche Länder wie Thailand oder in Europa wie die Ukraine handelt.
Ein bezahlter Sexualakt ist nach Lesart vieler Feministinnen nicht hinnehmbar, eine bezahlte Schwangerschaft aber schon?
Thomas Thoenes 15.02.20 13:37
@Michael Ritter
Man darf China und die dahinter stehenden Zahlen nicht immer mit unseren Dimensionen und Maßstäben bedenken. Die 1 Kind Politik ist erstens lange vorbei und auch während dieser gab es gegen Gebühr die Möglichkeit weitere Kinder zu bekommen. Alleine dadurch wurden mindestens 100 MIO 2.te und 3.te etc. Kinder geboren. In China leben mindestens 200 MIO Menschen unter der Armutsgrenze. Selbst wenn nur 1/4 davon Frauen sind macht das 50 MIO arme Frauen die gerne bereit sind gegen Gebühr Leihmutter zu spielen. Also mehr Frauen als in ganz Thailand leben. Sie sehen man kann es drehen und wenden wie man will.
Thomas Thoenes 14.02.20 13:55
Was es nicht alles für kranke Geschichten gibt.
Hat China mit 1,5 MRD Menschen nicht genügend "Leihmütter"? Das Ganze dann wahrscheinlich sogar legal und billiger.
Oliver Harms 14.02.20 13:54
Sehr kompliziert....
Die Agenten der Polizei reisen seit 2012 durch Thailand und bieten Geld an....??????

Reproduktion=Wiederherstellung?
Was war das denn für eine spezielle Art der Geburt?
Es würde mich nach vergeblicher suche im
www nach der Methode freuen, wenn die Redaktion des Farangs diese spezielle Form der Geburt erläutern könnte.