Landtagswahl bisher mit geringerer Beteiligung

CDU und AfD im Fokus

Menschen stehen in einer Warteschlange vor einem Wahllokal, um zu wählen. In Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-zentralbild/dpa
Menschen stehen in einer Warteschlange vor einem Wahllokal, um zu wählen. In Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-zentralbild/dpa

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gilt als letzter Stimmungstest vor der Bundestagswahl. Mit Spannung wird vor allem das Abschneiden der CDU und der AfD erwartet.

Magdeburg (dpa) - In Sachsen-Anhalt ist die Landtagswahl am Sonntg bis zum Mittag auf ein geringeres Interesse der Wählerinnen und Wähler gestoßen als vor fünf Jahren. Wie die Landeswahlleitung mitteilte, lag die vorläufige Wahlbeteiligung um 12.00 Uhr bei 22,4 Prozent. Bei der Landtagswahl 2016 waren es zu diesem Zeitpunkt 25,0 Prozent gewesen. Am Ende der Tages lag die Wahlbeteiligung bei 61,1 Prozent. Die diesjährige Landtagswahl sei reibungslos angelaufen.

Bis 18.00 Uhr sind rund 1,8 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Bei der Landtagswahl zeichnet sich laut letzten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und der AfD ab. Insgesamt 449 Kandidatinnen und Kandidaten von 22 Parteien stellen sich zur Wahl, verteilt in 41 Wahlkreisen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff trat in Wittenberg an die Wahlurne. Der CDU-Politiker und Spitzenkandidat der Union im Land wurde in seiner Heimatstadt von seiner Frau Gabriele begleitet. Er habe alles getan, was notwendig und machbar gewesen sei, um die Menschen zu überzeugen, sagte der Christdemokrat. Dieser Sonntag sei der Tag der Wähler.

Der Ausgang der Landtagswahl wird bundesweit mit Spannung erwartet. Nach den jüngsten Umfragen könnte es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und der AfD kommen. Es ist die letzte Landtagswahl vor der Bundestagswahl im September. Die Stimmabgabe des Ministerpräsidenten und auch anderer Spitzenkandidaten von Parteien wie der AfD wurden begleitet von einem großen Medieninteresse.

In den landesweit mehr als 2000 Wahllokalen galten die Corona-Regeln mit Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht. Angesichts der Pandemie wird von einem hohen Anteil an Briefwählern ausgegangen. Mancherorts bildeten sich vor den Wahllokalen aber auch Schlangen.

Bei der Landtagswahl 2016 lag die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt am Ende des Tages bei 61,1 Prozent. In Sachsen-Anhalt regieren seit 2016 die CDU, die SPD und die Grünen zusammen als Deutschlands erste sogenannte Kenia-Koalition. Der CDU-Ministerpräsident Haseloff hat laut Umfragen gute Chancen auf eine dritte Amtszeit. Der Christdemokrat hatte im Wahlkampf eine Zusammenarbeit mit der AfD nach der Landtagswahl ausgeschlossen.

Der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner, sagte bei seiner Stimmabgabe in Magdeburg, er hoffe, dass die Partei am Sonntag stärkste Kraft werde. Er sei aber auch mit einem Ergebnis zufrieden, das sich zwischen 22 und 26 Prozent bewege, sagte Kirchner. «Ich würde mir wünschen, dass das hier auch ein richtungsweisendes Ergebnis für die Bundestagswahl wird.»

Die CDU hatte vor fünf Jahren 29,8 Prozent der Wählerstimmen in Sachsen-Anhalt bekommen. Die AfD kam 2016 auf 24,3 Prozent. Die Linke bekam 16,3 Prozent der Wählerstimmen, die SPD 10,6 Prozent und die Grünen 5,2 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,9 Prozent an der 5-Prozent-Hürde. Der Liberalen haben laut Umfragen Chancen auf den Wiedereinzug in das Magdeburger Parlament.


Landtagswahl in Sachsen-Anhalt begonnen

MAGDEBURG: Im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat am Sonntag eine mit Spannung erwartete Landtagswahl begonnen. Die Wahllokale sind seit 8.00 Uhr geöffnet. Es ist das letzte Kräftemessen der deutschen Parteien vor der Bundestagswahl Ende September.

Die meisten Umfragen sagten einen Sieg der Christdemokraten von Ministerpräsident Reiner Haseloff voraus. In einer einzigen Befragung hatte die AfD die Nase vorn. Diese steht in Sachsen-Anhalt wegen Rechtsextremismus-Verdachts im Visier des Verfassungsschutzes.

Haseloff führt in Magdeburg eine sogenannte «Kenia»-Koalition mit Sozialdemokraten und Grünen. Je nach Umfrage könnte er sie fortsetzen. Auch andere Dreier- oder auch Viererbündnisse sind denkbar. Im neuen Parlament werden voraussichtlich sechs Parteien vertreten sein. Bündnisse mit der AfD schließen alle anderen Parteien aus. Die Regierungsbildung könnte sich über Monate hinziehen.

Insgesamt sind in dem recht kleinen Bundesland 1,8 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Mit ersten Prognosen der Fernsehsender zum Wahlausgang wird gleich mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr gerechnet, mit ersten Hochrechnungen bald danach. Das vorläufige amtliche Endergebnis dürfte gegen Mitternacht vorliegen.

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