Lamai: Python frisst drei Katzenbabys

​Schweizer Rentner ruft Schlangenfänger – 4.5 m Reptil eingefangen

Der Brite Phil Brook sichert die 4,5 Meter lange junge Python in den Bergen außerhalb des Badeortes Lamai, direkt unterhalb des bekannten Overlapstone, im Haus eines Schweizer Langzeitresidenten.
Der Brite Phil Brook sichert die 4,5 Meter lange junge Python in den Bergen außerhalb des Badeortes Lamai, direkt unterhalb des bekannten Overlapstone, im Haus eines Schweizer Langzeitresidenten.

KOH SAMUI: Eine vorweihnachtliche Bescherung der gruseligen Art erlebte der Tessiner Antonio Birchler heute in seinem Gebirgshaus unterhalb des Overlap Stone bei Lamai. Eine Python hatte sich in seinem Dachgeschoss eingenistet und frühmorgens drei seiner vier Katzenbabys verspeist – der auf Koh Samui legendäre Schlangenfänger Phil Brook musste wieder einmal als Rettungsengel einspringen.

Der Schweizer Rentner verbringt seit 20 Jahren regelmäßig viele Monate im Jahr auf seiner Lieblingsinsel. Als er am Morgen in seinem Steinhaus das für vier junge Kätzchen hergerichtete Zimmer neben dem Bad betrat, wusste er zunächst nicht, weshalb dort so ein Chaos herrschte und ein verbliebener Jungkater wie von der Tarantel gestochen aus der von ihm geöffneten Tür ins Freie schoss. Erst als Antonio Birchler ein großes Loch in der Gipsdecke des Raumes entdeckte und dahinter eine verdächtige Bewegung, schwante ihm Böses.

Sein Verdacht bestätigte sich, als er eine mehrere Meter lange Schlange im Loch ausmachte, die sich ins Innere des Daches zurückzog. Birchler wählte die Nummer des britischen Reptilienexperten Phil Brook (47), Betreiber des „Samui Snake Rescue“ Centers, ein ebenso versierter wie unerschrockener Schlangenexperte und -fänger. Dieser rollte wenig später mit seinem Pickup und seiner Ausrüstung an und beseitigte das nicht ganz ungefährliche Reptilien-Problem.

Brook inspizierte zunächst die Lage und danach das etwa 40 Quadratzentimeter große Deckenloch und schritt dann zur Tat. Binnen Sekunden packte er blitzschnell den dicken Leib der Python und zog sie aus ihrem Versteck – unter dem nicht ganz ungetrübten Beifall mehrerer Augenzeugen. Obwohl er selbst in den Finger gebissen wurde, konnte er die Jungpython bändigen und sicher in eine mitgebrachte Kiste stecken. Im dicken Bauch der Schlange war unzweifelhaft die dreifache Katzenbaby-Mahlzeit auszumachen…

Brook lebt und arbeitet seit 18 Jahren auf Koh Samui und wird sogar von Thais als der führende Experte bei Schlangenfunden angerufen: 089-663 50 85. Der Brite hat schon alle Schlangenarten gefangen, von der hochgiftigen Königskobra bis hin zu harmlosen grünen Baumnattern oder riesigen Würgeschlangen wie diesen Python. Phil hat dabei stets eine selbstauferlegte Vorgabe: Er tötet keine der eingefangenen Reptilien, sondern setzt sie in sicherer Entfernung im Dschungel aus. Dass Thailänder zumeist aus Furcht und in Panik – mangels Kenntnis der Schlangenart – fast alle Schlangen totschlagen, findet er nicht akzeptabel. „Sie sind Kreaturen dieses Planeten und verdienen entsprechenden Respekt“, sagt er.

Obwohl das in Antonio Birchlers Berghaus gefangene Reptil eine beachtliche Größe aufwies, war es eine kleinere, weil noch junge Python, wie Phil Brook erläuterte. Er habe schon einige ausgewachsene Reptilien der gleichen Gattung eingefangen. Diese könnten leicht bis zu zehn oder elf Meter Länge auswachsen. Vor allem auf Jungtiere wie Katzenbabys oder auch freilaufende Hunde lauern die Schlangen und sorgen so – obwohl es grausam klingt – auf ihre Art für einen Ausgleich in der Natur.

Video der Fangaktion auf Youtube: https://youtu.be/KBv6YNJewr4

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Oliver Harms 23.12.18 13:23
ich habe da mal eine frage @ pires
wenn der python nun weiblich ist,setzt man dann ein"der"oder"die"vor? wenn der python nun tatsächlich eine"die"sein sollte und sie setzen ein"der"da vor, ist das dann nicht ein fall für die gleichstellungsbeauftragte? was setzen da vor wenn es sich um ein fall von transgender python handelt? ;-)
Chris Hubert 22.12.18 23:25
Gute Schlange !!!
Diese elendigen Katzen haben auf den Inseln nicht verloren! Sie fressen die Singvögel, deren Junge, sämtliche Echsen/ Lizards, Jing Jog und schrecken selbst vor ein Meter großen "Dua nüng Dao Tong" Echsen nicht zurück. Das hab ich selbst am Woktum Beach von meiner Terrasse aus auf Koh PhaNgan beobachtet; Mit einem beherzten Sprung über das Geländer in den Garten und der Katze nachgejagt konnte ich wenigstens einer Echse die sich dann auf eine Palme flüchtete helfen. Das ganz Ökosystem wird von den unnötigen Katzen gestört und komplett aus dem Gleichgewicht gebracht sodass es immer mehr Moskitos und andere Fluginsekten gibt weil die Nützlinge wie Vögel und Eidechsen (teils Boden brüter!) welche diese fressen von den Katzen gejagt und gefressen werden (oder die Katze spielt zum Spass damit bis die Beute tot ist und lässt sie dann liegen) Katzen haben hier auf den Inseln absolut nichts verloren - Gute Brave Schlange :-)))
Sam Gruber 22.12.18 16:38
Danke für die Nachhilfe!
Junge Katzenbabys kommen in diesem Text nicht vor, allerdings die Begrifflichkeiten Jungtiere oder junge Kätzchen. Ich entschuldige mich in aller Form, sollte der Eindruck entstanden sein, dass es alte Katzenbabys geben könnte. Und auch im zweiten Fall haben Sie Recht: Der Python ist fachsprachlich in Ordnung, aber auch die Pythonschlange. Ich freue mich immer über konstruktive Kritik, vor allem, wenn sie so unausweichlich dringlichen Inhaltes ist. Was wäre dieses Forum ohne kritische Sprachwächter.
Walter Breymann 22.12.18 14:36
Da wünschen wir nachträglich
Guten Appetit gehabt zu haben!
Dracomir Pires 22.12.18 13:25
"Junge" Katzenbabys?
Gibt es auch alte Katzenbabys? Und es heisst DER Python, nicht DIE